»On lave et on distille et puis on redistille / et ce ne sont pas là exercices de style.« Der Weg des Kunststoffs vom farbenfrohen Endprodukt zurück zur naturtrüben Materie, von der objekthaften Konkretisation – Schöpfkelle, Tennisschläger, Badewanne – hinab (oder hinauf?) ins erdgeschichtliche Mysterium: »Ô matière plastique! / D'où viens-tu? Qui es-tu?« In ridikül-hochtönenden Alexandrinern textet sich Raymond Queneau von der knallroten Plastikschüssel auf dem Frühstückstisch der Moderne zurück zum geheimnisvollen Ursprung der fossilen Rohstoffe Kohle und Öl. Alain Resnais folgt der gespreizten sprachlichen Erkundungsreise mit eleganten Dyaliscope-Travellings durch den Maschinenpark und das Röhrengewirr des science-fiktional wirkenden Chemiewerks Pechiney bis in den obskuren Nebel der Schöpfung. Das Hohelied des Plastiks – eine ironische Stilübung zwischen popartiger Technikbegeisterung und manirierter Fortschrittsveralberung.
R Alain Resnais B Raymond Queneau K Sacha Vierny M Pierre Barbaud S Alain Resnais, Claudine Merlin P Pierre Braunberger D Pierre Dux | F | 19 min | 1:2,35 | f | 21. Juli 1958
# 804 | 22. November 2013
21.7.58
25.6.58
Screaming Mimi
Die blonde Venus
Ein psychopathischer Messerstecher attackiert eine Blondine, die im Begriff steht, eine Dusche zu nehmen. Anders als Alfred Hitchcock, der eine ähnliche Situation zwei Jahre später zum fulminant durchkomponierten Mittel- und Höhepunkt eines Horrorthrillers formen wird, knallt Gerd Oswald die Szene in brutaler Kürze an den Anfang seines nachtschwarzen Pulp-Reißers. Tänzerin Virginia Wilson (Anita Ekberg) überlebt den Anschlag äußerlich unverletzt (ihr Stiefbruder erschießt den Angreifer), doch verwirrt sich ihr Geist über das schreckliche Erlebnis. »Screaming Mimi« verknüpft die Geschichte der Traumatisierten und des Nervenarztes Dr. Greenwood, der in manischer Liebe zu seiner Patientin entbrennt und ihr sein weiteres Leben widmet, mit den journalistischen Recherchen zu einer seltsamen Mordserie im Umfeld des (von Burlesque-Legende Gypsy Rose Lee geführten) Amüsierschuppens »El Madhouse« (!), wo die genesene (?) Virginia unter dem Namen Yolanda in einer spektakulären Show-(off)-Nummer auftritt. Burnett Guffeys schmuddlig-kontrastreiche Schwarzweiß-Bilder verleihen der exaltierten Noir-Fantasie die Aura eines leicht unterbelichteten Klassikers; Ekberg (»the stripper who went to far«) bewegt sich (häufig in Begleitung einer imposanten Dogge namens ›Devil‹) wie eine Schlafwandlerin durch die spukhaft-grelle Erzählung, in die tödliche Obsessionen wie dunkle Schatten fallen, und wo die kitschige Porzellanfigur einer schreienden Frau von altem und von neuem Unheil kündet.
R Gerd Oswald B Robert Blees V Fredric Brown K Burnett Guffey M Mischa Bakaleinikoff A Cary Odell S Gene Havlick, Jerome Thoms P Harry Joe Brown, Robert Fellows D Anita Ekberg, Philip Carey, Gypsy Rose Lee, Harry Townes, Romney Brent | USA | 79 min | 1:1,85 | sw | 25. Juni 1958
# 940 | 5. Februar 2015
Ein psychopathischer Messerstecher attackiert eine Blondine, die im Begriff steht, eine Dusche zu nehmen. Anders als Alfred Hitchcock, der eine ähnliche Situation zwei Jahre später zum fulminant durchkomponierten Mittel- und Höhepunkt eines Horrorthrillers formen wird, knallt Gerd Oswald die Szene in brutaler Kürze an den Anfang seines nachtschwarzen Pulp-Reißers. Tänzerin Virginia Wilson (Anita Ekberg) überlebt den Anschlag äußerlich unverletzt (ihr Stiefbruder erschießt den Angreifer), doch verwirrt sich ihr Geist über das schreckliche Erlebnis. »Screaming Mimi« verknüpft die Geschichte der Traumatisierten und des Nervenarztes Dr. Greenwood, der in manischer Liebe zu seiner Patientin entbrennt und ihr sein weiteres Leben widmet, mit den journalistischen Recherchen zu einer seltsamen Mordserie im Umfeld des (von Burlesque-Legende Gypsy Rose Lee geführten) Amüsierschuppens »El Madhouse« (!), wo die genesene (?) Virginia unter dem Namen Yolanda in einer spektakulären Show-(off)-Nummer auftritt. Burnett Guffeys schmuddlig-kontrastreiche Schwarzweiß-Bilder verleihen der exaltierten Noir-Fantasie die Aura eines leicht unterbelichteten Klassikers; Ekberg (»the stripper who went to far«) bewegt sich (häufig in Begleitung einer imposanten Dogge namens ›Devil‹) wie eine Schlafwandlerin durch die spukhaft-grelle Erzählung, in die tödliche Obsessionen wie dunkle Schatten fallen, und wo die kitschige Porzellanfigur einer schreienden Frau von altem und von neuem Unheil kündet.
R Gerd Oswald B Robert Blees V Fredric Brown K Burnett Guffey M Mischa Bakaleinikoff A Cary Odell S Gene Havlick, Jerome Thoms P Harry Joe Brown, Robert Fellows D Anita Ekberg, Philip Carey, Gypsy Rose Lee, Harry Townes, Romney Brent | USA | 79 min | 1:1,85 | sw | 25. Juni 1958
# 940 | 5. Februar 2015
22.6.58
Kyojin to gangu (Yasuzo Masumura, 1958)
Giganten und Spielzeuge
Yasuzo Masumura verabfolgt der quietschbunten Fratze des japanischen Wirtschaftwunders eine fröhlich schallende Ohrfeige: Die Marketingabteilungen dreier Bonbon-Konzerne (›Giants‹, ›World‹ und ›Apollo‹) kämpfen mit allen Mitteln um die naschhaften Münder der Verbraucher – es wird gelogen und betrogen, es werden Ideen gestoheln und Ideale verraten, man verhöhnt und erniedrigt sich, man spuckt auf die Gräber der Konkurrenz und betrachtet das Publikum als Masse von Idioten (»Sie sind schlimmer als Babys, schlimmer als Hunde!«), deren leere Köpfe allein dazu gut sind, mit den hohlen Phrasen der Werbung gefüllt zu werden. Die frohe Botschaft hat drei Worte: »Kaufen! Kaufen! Kaufen!« Der hysterische Pop-Realismus von »Kyojin to gangu« erforscht nicht nur die stampfende Mechanik eines menschenfressenden Konsumismus, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die bizarren Auswüchse des heraufdämmernden 15-Minuten-Starkults, in dem das Heute immer schon das Gestern von morgen ist.
R Yasuzo Masumura B Yoshio Shirasaka V Takeshi Kaiko K Hiroshi Murai M Tetsuo Tsukahara A Tomoo Shimogawara S Tatsuji Nakashizu P Hideo Nagata D Hiroshi Kawaguchi, Hitomi Nozoe, Yunosuke Ito, Kinzo Shin, Hideo Takamatsu | JP | 95 min | 1:2,35 | f | 22. Juni 1958
Yasuzo Masumura verabfolgt der quietschbunten Fratze des japanischen Wirtschaftwunders eine fröhlich schallende Ohrfeige: Die Marketingabteilungen dreier Bonbon-Konzerne (›Giants‹, ›World‹ und ›Apollo‹) kämpfen mit allen Mitteln um die naschhaften Münder der Verbraucher – es wird gelogen und betrogen, es werden Ideen gestoheln und Ideale verraten, man verhöhnt und erniedrigt sich, man spuckt auf die Gräber der Konkurrenz und betrachtet das Publikum als Masse von Idioten (»Sie sind schlimmer als Babys, schlimmer als Hunde!«), deren leere Köpfe allein dazu gut sind, mit den hohlen Phrasen der Werbung gefüllt zu werden. Die frohe Botschaft hat drei Worte: »Kaufen! Kaufen! Kaufen!« Der hysterische Pop-Realismus von »Kyojin to gangu« erforscht nicht nur die stampfende Mechanik eines menschenfressenden Konsumismus, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die bizarren Auswüchse des heraufdämmernden 15-Minuten-Starkults, in dem das Heute immer schon das Gestern von morgen ist.
R Yasuzo Masumura B Yoshio Shirasaka V Takeshi Kaiko K Hiroshi Murai M Tetsuo Tsukahara A Tomoo Shimogawara S Tatsuji Nakashizu P Hideo Nagata D Hiroshi Kawaguchi, Hitomi Nozoe, Yunosuke Ito, Kinzo Shin, Hideo Takamatsu | JP | 95 min | 1:2,35 | f | 22. Juni 1958
6.6.58
Le beau Serge (Claude Chabrol, 1958)
Die Enttäuschten
»Tu n’aimes personne, hein?« – »Bien au contraire, j’aime tout le monde.« François (Jean-Claude Brialy) kehrt nach langer Zeit der Abwesenheit in sein Heimatdorf zurück, um eine Lungenkrankheit auszukurieren. Er begegnet seinem Jugendfreund Serge (Gérard Blain) wieder, der über das Scheitern hochfliegender Pläne und die Totgeburt eines behinderten Kindes zum larmoyant-brutalen Alkoholiker geworden ist. Bisweilen an Bressons glück- und namenlosen jungen Landpfarrer erinnernd, versucht François, ohne auf die eigene angeschlagene Verfassung Rücksicht zu nehmen, dem weigerlichen Gefährten beizustehen, ihm zu helfen, in zu retten. Claude Chabrols Debütfilm (gedreht im kleinen Ort Sardent, wo der Regisseur Teile seiner Kindheit verbrachte) koppelt die symbolisch überhöhte (zweifache) Passionsgeschichte an die illusionslos-realistische Betrachtung der materiell und geistig überaus kargen Lebensumstände in einem abgelegenen Provinznest – eine formale wie erzählerische Divergenz, die das von Henri Decaë mit frostiger Distanziertheit fotografierte Werk gleichermaßen unausgeglichen und doppelbödig wirken läßt.
R Claude Chabrol B Claude Chabrol K Henri Decaë M Emile Delpierre S Jacques Gaillard P Claude Chabrol D Gérard Blain, Jean-Claude Brialy, Bernadette Laffont, Michèle Méritz, Claude Cerval | F | 98 min | 1:1,37 | sw | 6. Juni 1958
# 997 | 6. Mai 2016
»Tu n’aimes personne, hein?« – »Bien au contraire, j’aime tout le monde.« François (Jean-Claude Brialy) kehrt nach langer Zeit der Abwesenheit in sein Heimatdorf zurück, um eine Lungenkrankheit auszukurieren. Er begegnet seinem Jugendfreund Serge (Gérard Blain) wieder, der über das Scheitern hochfliegender Pläne und die Totgeburt eines behinderten Kindes zum larmoyant-brutalen Alkoholiker geworden ist. Bisweilen an Bressons glück- und namenlosen jungen Landpfarrer erinnernd, versucht François, ohne auf die eigene angeschlagene Verfassung Rücksicht zu nehmen, dem weigerlichen Gefährten beizustehen, ihm zu helfen, in zu retten. Claude Chabrols Debütfilm (gedreht im kleinen Ort Sardent, wo der Regisseur Teile seiner Kindheit verbrachte) koppelt die symbolisch überhöhte (zweifache) Passionsgeschichte an die illusionslos-realistische Betrachtung der materiell und geistig überaus kargen Lebensumstände in einem abgelegenen Provinznest – eine formale wie erzählerische Divergenz, die das von Henri Decaë mit frostiger Distanziertheit fotografierte Werk gleichermaßen unausgeglichen und doppelbödig wirken läßt.
R Claude Chabrol B Claude Chabrol K Henri Decaë M Emile Delpierre S Jacques Gaillard P Claude Chabrol D Gérard Blain, Jean-Claude Brialy, Bernadette Laffont, Michèle Méritz, Claude Cerval | F | 98 min | 1:1,37 | sw | 6. Juni 1958
# 997 | 6. Mai 2016
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20.5.58
Indiscreet (Stanley Donen, 1958)
Indiskret
»How dare he make love to me and not be a married man!« Lady meets gent: Sie ist eine berühmte Theaterschauspielerin in den besten Jahren, und sie verliebt sich in einen smarten (doch leider: hoffnungslos verheirateten) Diplomaten – Begegnung zweier ausgewiesener Rollenspieler. Anna Kalman (stilvoll dramatisch: Ingrid Berman) hat (wie sie meint) schon alle Liebesschwüre und Abschiedsfloskeln gehört, Philip Adams (formvollendet schillernd: Cary Grant) bekommt (wie er glaubt) stets das, was er will … Gutgeschnittene Smokings und rauschende Abendroben, knisternde Situationen und prickelnde Dialoge: Stanley Donen macht ein elegantes Apartment im Londoner West End zur Bühne einer attraktiven romantischen Komödie über Empathie und Taktik, über Erwartung und Verstellung, über Abgeklärtheit und Affekte, über die Gesetze der Moral und deren – bald lust-, bald leid-, immer aber geschmackvolle – Untergrabung.
R Stanley Donen B Norman Krasna V Norman Krasna K Freddie Young M Ken Jones, Richard Rodney Bennett A Donald Ashton S Jack Harris P Stanley Donen D Ingrid Bergman, Cary Grant, Cecil Parker, Phyllis Calvert | USA & UK | 100 min | 1:1,85 | f | 20. Mai 1958
# 828 | 15. Januar 2014
»How dare he make love to me and not be a married man!« Lady meets gent: Sie ist eine berühmte Theaterschauspielerin in den besten Jahren, und sie verliebt sich in einen smarten (doch leider: hoffnungslos verheirateten) Diplomaten – Begegnung zweier ausgewiesener Rollenspieler. Anna Kalman (stilvoll dramatisch: Ingrid Berman) hat (wie sie meint) schon alle Liebesschwüre und Abschiedsfloskeln gehört, Philip Adams (formvollendet schillernd: Cary Grant) bekommt (wie er glaubt) stets das, was er will … Gutgeschnittene Smokings und rauschende Abendroben, knisternde Situationen und prickelnde Dialoge: Stanley Donen macht ein elegantes Apartment im Londoner West End zur Bühne einer attraktiven romantischen Komödie über Empathie und Taktik, über Erwartung und Verstellung, über Abgeklärtheit und Affekte, über die Gesetze der Moral und deren – bald lust-, bald leid-, immer aber geschmackvolle – Untergrabung.
R Stanley Donen B Norman Krasna V Norman Krasna K Freddie Young M Ken Jones, Richard Rodney Bennett A Donald Ashton S Jack Harris P Stanley Donen D Ingrid Bergman, Cary Grant, Cecil Parker, Phyllis Calvert | USA & UK | 100 min | 1:1,85 | f | 20. Mai 1958
# 828 | 15. Januar 2014
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15.5.58
Gigi (Vincente Minnelli, 1958)
Gigi
Paris um 1900: Gigi (Leslie Caron), ein knuspriger Backfisch, wird, der familiären Tradition folgend, zur Luxuskokotte herangebildet; am Ende triumphiert die wahre Liebe über die Ware Liebe. Die dünne Story aus der Abenddämmerung der Belle Époque liefert dem Hollywood des ausgehenden golden age noch einmal den Vorwand, die große Illusionsmaschine anzuwerfen. Vincente Minnelli zeigt sich dabei weniger an seinen Figuren, ihren Hoffnungen und Zweifeln, ihrer Melancholie und Leidenschaft interessiert, als am Eintauchen in die Magie des Kinos selbst. »Gigi« schwelgt in Cecil Beatons opulenter Neuerschaffung von Interieurs und Kostümen der Jahrhundertwende, in den musikalischen Kreationen von Lerner und Loewe, in der Beschwörung von zweckfreier Schönheit und zeitloser Heiterkeit. Freilich sind auch die Zeichen von Ermüdung am Ende der Ära nicht zu übersehen: die Inszenierung bleibt weitgehend statisch, sie gleicht weniger einem schäumenden Fluß von Bewegung denn einer Abfolge von exquisiten Illustrationen. Das Lächeln scheint immer wieder zu gefrieren, ganz so, als würde der kühle Hauch des Abschieds durch das Luftschloß wehen. Maurice Chevalier singt und spielt einen vitalen Lustgreis (»Thank heaven for little girls!«), Louis Jourdan einen gelangweilten Lebemann (»It’s a bore!«), Hermione Gingold eine zielbewußte Matriarchin (»Gigi, you are absurd! / Now not another word!«).
R Vincente Minnelli B Alan Jay Lerner V Colette K Joseph Ruttenberg M Frederick Loewe A Cecil Beaton S Adrienne Fazan P Arthur Freed D Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan, Hermione Gingold, Eva Gabor | USA | 115 min | 1:2,35 | f | 15. Mai 1958
Paris um 1900: Gigi (Leslie Caron), ein knuspriger Backfisch, wird, der familiären Tradition folgend, zur Luxuskokotte herangebildet; am Ende triumphiert die wahre Liebe über die Ware Liebe. Die dünne Story aus der Abenddämmerung der Belle Époque liefert dem Hollywood des ausgehenden golden age noch einmal den Vorwand, die große Illusionsmaschine anzuwerfen. Vincente Minnelli zeigt sich dabei weniger an seinen Figuren, ihren Hoffnungen und Zweifeln, ihrer Melancholie und Leidenschaft interessiert, als am Eintauchen in die Magie des Kinos selbst. »Gigi« schwelgt in Cecil Beatons opulenter Neuerschaffung von Interieurs und Kostümen der Jahrhundertwende, in den musikalischen Kreationen von Lerner und Loewe, in der Beschwörung von zweckfreier Schönheit und zeitloser Heiterkeit. Freilich sind auch die Zeichen von Ermüdung am Ende der Ära nicht zu übersehen: die Inszenierung bleibt weitgehend statisch, sie gleicht weniger einem schäumenden Fluß von Bewegung denn einer Abfolge von exquisiten Illustrationen. Das Lächeln scheint immer wieder zu gefrieren, ganz so, als würde der kühle Hauch des Abschieds durch das Luftschloß wehen. Maurice Chevalier singt und spielt einen vitalen Lustgreis (»Thank heaven for little girls!«), Louis Jourdan einen gelangweilten Lebemann (»It’s a bore!«), Hermione Gingold eine zielbewußte Matriarchin (»Gigi, you are absurd! / Now not another word!«).
R Vincente Minnelli B Alan Jay Lerner V Colette K Joseph Ruttenberg M Frederick Loewe A Cecil Beaton S Adrienne Fazan P Arthur Freed D Leslie Caron, Maurice Chevalier, Louis Jourdan, Hermione Gingold, Eva Gabor | USA | 115 min | 1:2,35 | f | 15. Mai 1958
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14.5.58
Le désordre et la nuit (Gilles Grangier, 1958)
Im Mantel der Nacht | Das Geheimnis der Dame in Weiß
Sie heißt Lucky. Sie ist nicht glücklich. Sie kommt aus Deutschland. Sie hat einen reichen Vater. Sie lebt im teuersten Hotel von Paris. Sie will Sängerin werden. Sie will singen mit der Stimme und der Seele einer Schwarzen. Aber wenn sie singt, sagen die Leute, sie solle aufhören. Sie nimmt Drogen. Sie verliert sich zwischen irgendwelchen Männern … Als einer dieser Männer ermordet wird, gerät Lucky (Nadja Tiller) in Verdacht. Inspektor Valois (Jean Gabin), ein desillusionierter Einzelgänger (von dem es heißt, daß er gerne mal einen über den Durst trinke), führt die Ermittlungen; die scheinbar unerschütterliche Statuarik, mit der er auf den Plan tritt, wird sich als (Schutz-)Hülle einer Unordnung ganz eigener Art erweisen. Lucky und Valois, zwei Einsame, die einander ausnutzen und kompromittieren, zwei Verirrte, die sich finden. Ein jazziges Nachtstück, von Gilles Grangier unterkühlt inszeniert: distanzierte Blicke auf Rausch und Katzenjammer, auf Sehnsucht und Enttäuschung. Der Schluß rückt eine vorgeblich beherrschte Apothekerin (Danielle Darrieux ) ins Zentrum des Geschehens, und in die zergliedernde Kälte des Psychogramms schleicht sich unversehens ein lauwarmer Ton melodramatischer Phrasenhaftigkeit.
R Gilles Grangier B Michel Audiard, Jacques Robert, Gilles Grangier V Jacques Robert K Louis Page M Jean Yatove A Robert Bouladoux S Jacqueline Sadoul P Lucien Villard D Jean Gabin, Nadja Tiller, Danielle Darrieux, Paul Frankeur, Roger Hanin | F | 93 min | 1:1,66 | sw | 14. Mai 1958
Sie heißt Lucky. Sie ist nicht glücklich. Sie kommt aus Deutschland. Sie hat einen reichen Vater. Sie lebt im teuersten Hotel von Paris. Sie will Sängerin werden. Sie will singen mit der Stimme und der Seele einer Schwarzen. Aber wenn sie singt, sagen die Leute, sie solle aufhören. Sie nimmt Drogen. Sie verliert sich zwischen irgendwelchen Männern … Als einer dieser Männer ermordet wird, gerät Lucky (Nadja Tiller) in Verdacht. Inspektor Valois (Jean Gabin), ein desillusionierter Einzelgänger (von dem es heißt, daß er gerne mal einen über den Durst trinke), führt die Ermittlungen; die scheinbar unerschütterliche Statuarik, mit der er auf den Plan tritt, wird sich als (Schutz-)Hülle einer Unordnung ganz eigener Art erweisen. Lucky und Valois, zwei Einsame, die einander ausnutzen und kompromittieren, zwei Verirrte, die sich finden. Ein jazziges Nachtstück, von Gilles Grangier unterkühlt inszeniert: distanzierte Blicke auf Rausch und Katzenjammer, auf Sehnsucht und Enttäuschung. Der Schluß rückt eine vorgeblich beherrschte Apothekerin (Danielle Darrieux ) ins Zentrum des Geschehens, und in die zergliedernde Kälte des Psychogramms schleicht sich unversehens ein lauwarmer Ton melodramatischer Phrasenhaftigkeit.
R Gilles Grangier B Michel Audiard, Jacques Robert, Gilles Grangier V Jacques Robert K Louis Page M Jean Yatove A Robert Bouladoux S Jacqueline Sadoul P Lucien Villard D Jean Gabin, Nadja Tiller, Danielle Darrieux, Paul Frankeur, Roger Hanin | F | 93 min | 1:1,66 | sw | 14. Mai 1958
# 819 | 31. Dezember 2013
10.5.58
Mon oncle (Jacques Tati, 1958)
Mein Onkel
Jacques Tatis Alter Ego Monsieur Hulot als Protagonist in einem skurrilen clash of lifestyles: Die seelenlose Zweckmäßigkeit der Hypermoderne steht gegen den nostalgischen Zauber der guten alten Zeit. Hier das von einer durchkonstruierten Grünanlagenabstraktion umgebene avantgardistische Eigenheim der Familie Arpel, dort Hulots romantisch-verstiegenes Dachstübchen in einem pittoresken Quartier – auf der einen Seite Lichtschranke, vollautomatische Küche und kühle Repräsentation, andererseits Pferdekarren, brüchige Mauern und liebenswürdige Mitmenschlichkeit. Auch wenn der Film beiden Welten gleichermaßen spitzfindige Gags abgewinnt – so werden etwa die runden Fenster der modernistischen Villa nachts zu glotzenden Augen, und grafisch angelegte Plattenwege provozieren bizarre Ballette der Gartenbesitzer und ihrer Gäste; demgegenüber zögert ein arbeitsfauler Straßenfeger vor jedem Besenschwung, und aus dem vorsintflutlichen Lastwagen eines Gemüsehändlers fallen bei jeder Gelegenheit scheppernde Werkzeuge –, sind die Sympathien klar verteilt: Hulot, der schrullig-lebenskünstlerische Schwager des borniert-arrivistischen Villenbesitzers (mithin der Onkel von dessen aufgewecktem kleinen Sohn), gibt in seiner spezifischen Mischung aus Staunen und Unerschütterlichkeit vielleicht kein Vorbild hinsichtlich konzentrierten Leistungswillens ab, überzeugt aber als Lehrmeister in Sachen Gemeinschaftsgefühl und Daseinsfreude. Tatis satirische Wehmut nach einem vermeintlich besseren Gestern (das aussieht wie an einem schönen Sommertag von Eugène Atget fotografiert) zeigt sich in der erzählerischen Konsequenz zutiefst paradox: Während malerische Stadtviertel der Spitzhacke zum Opfer fallen, entdeckt der kalkuliert-effiziente Monsieur Arpel das verspielte Kind in sich. So treibt die Hulot’sche Zivilisationskritik mit Hütchen, Regenschirm und Pfeife zu guter Letzt noch märchenhafte Blüten.
R Jacques Tati B Jacques Tati, Jacques Lagrange, Jean L’Hôte K Jean Bourgoin M Franck Barcellini, Alain Romans A Henri Schmitt S Suzanne Baron P Jacques Tati D Jacques Tati, Jean-Pierre Zola, Adrienne Servanti, Alain Bécourt, Betty Schneider | F | 117 min | 1:1,37 | f | 10. Mai 1958
# 929 | 5. Januar 2015
Jacques Tatis Alter Ego Monsieur Hulot als Protagonist in einem skurrilen clash of lifestyles: Die seelenlose Zweckmäßigkeit der Hypermoderne steht gegen den nostalgischen Zauber der guten alten Zeit. Hier das von einer durchkonstruierten Grünanlagenabstraktion umgebene avantgardistische Eigenheim der Familie Arpel, dort Hulots romantisch-verstiegenes Dachstübchen in einem pittoresken Quartier – auf der einen Seite Lichtschranke, vollautomatische Küche und kühle Repräsentation, andererseits Pferdekarren, brüchige Mauern und liebenswürdige Mitmenschlichkeit. Auch wenn der Film beiden Welten gleichermaßen spitzfindige Gags abgewinnt – so werden etwa die runden Fenster der modernistischen Villa nachts zu glotzenden Augen, und grafisch angelegte Plattenwege provozieren bizarre Ballette der Gartenbesitzer und ihrer Gäste; demgegenüber zögert ein arbeitsfauler Straßenfeger vor jedem Besenschwung, und aus dem vorsintflutlichen Lastwagen eines Gemüsehändlers fallen bei jeder Gelegenheit scheppernde Werkzeuge –, sind die Sympathien klar verteilt: Hulot, der schrullig-lebenskünstlerische Schwager des borniert-arrivistischen Villenbesitzers (mithin der Onkel von dessen aufgewecktem kleinen Sohn), gibt in seiner spezifischen Mischung aus Staunen und Unerschütterlichkeit vielleicht kein Vorbild hinsichtlich konzentrierten Leistungswillens ab, überzeugt aber als Lehrmeister in Sachen Gemeinschaftsgefühl und Daseinsfreude. Tatis satirische Wehmut nach einem vermeintlich besseren Gestern (das aussieht wie an einem schönen Sommertag von Eugène Atget fotografiert) zeigt sich in der erzählerischen Konsequenz zutiefst paradox: Während malerische Stadtviertel der Spitzhacke zum Opfer fallen, entdeckt der kalkuliert-effiziente Monsieur Arpel das verspielte Kind in sich. So treibt die Hulot’sche Zivilisationskritik mit Hütchen, Regenschirm und Pfeife zu guter Letzt noch märchenhafte Blüten.
R Jacques Tati B Jacques Tati, Jacques Lagrange, Jean L’Hôte K Jean Bourgoin M Franck Barcellini, Alain Romans A Henri Schmitt S Suzanne Baron P Jacques Tati D Jacques Tati, Jean-Pierre Zola, Adrienne Servanti, Alain Bécourt, Betty Schneider | F | 117 min | 1:1,37 | f | 10. Mai 1958
# 929 | 5. Januar 2015
9.5.58
Vertigo (Alfred Hitchcock, 1958)
Aus dem Reich der Toten
»Here I was born. And there I died.« … »Vertigo«, Alfred Hitchcocks lyrische Spiralfahrt durch »der Seelen wunderliches Bergwerk«, eine hypnotische Meditation über Liebe, Zeit und Tod, über ruhelose Wanderschaft, innere Unfreiheit und die Illusion der zweiten Chance, über fahles Grün, leuchtendes Rot und die Erotik grauer Schneiderkostüme, schwingt sich als Thriller irgendwo zwischen slow motion und Somnambulismus ein; als Melodram dringt das wohl morbideste Werk des Regisseurs in nachtmahrische Grenzbereiche des Genres vor: Hier bekommt (außer dem bösen Strippenzieher) wirklich keiner, was er begehrt … John ›Scottie‹ Ferguson (James Stewart), ein unter Höhenangst leidender Expolizist, spürt im Auftrag eines alten Bekannten dessen psychotisch in die Vergangenheit driftender, suizidaler Ehefrau (Kim Novak) nach, um auf seiner ungesunden Mission durch (das frühere und gegenwärtige) San Francisco diesem archetypischen Modell einer Hitchcock-Blondine rettungslos zu verfallen. Halb Orpheus, der seiner (toten) Geliebten in die Unterwelt folgt, um sie ins Leben zurückzurufen, halb Pygmalion, der sich ein weibliches Idealbild erschafft und seiner Kunstfigur untertan wird, verliert sich ›Scottie‹ in einer schwindelerregenden Sehnsucht, die letztendlich keinem Gegenüber mehr zu gelten scheint, sondern dem Unmöglichen, dem Verlangen selbst. So wird die Liebe zur jenseitigen Fiktion, die Kontinuität der Zeit zerfällt zu einem ewigen »too late«, und der Tod zieht als glänzender Nebel herauf, der alles silbrig verschluckt … »The gentleman seems to know what he wants«, heißt es einmal über ›Scottie‹, als er sein verlorenes Traumgeschöpf mit fetischistischer Energie zu rekonstruieren versucht – dieser Satz trifft ebenfalls auf Hitchcock zu, der in »Vertigo« nichts dem Zufall überläßt: Mit seinem pathologisch-romantischen Helden teilt er sowohl die emotionale (und künstlerische) Besessenheit als auch die schicksalhafte Gefangenschaft in der eigenen, unerreichbaren Vision … »An Totes zu denken, ist süß, / so Entfernte, / man hört die Stimme reiner, / fühlt die Küsse, / die flüchtigen und die tiefen – / doch du irrend bei den Schatten!«
R Alfred Hitchcock B Samuel A. Taylor, Alex Coppel V Pierre Boileau, Thomas Narcejac K Robert Burks M Bernard Herrmann A Henry Bumstead, Hal Pereira Ko Edith Head S George Tomasini P Alfred Hitchcock D James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Tom Helmore, Henry Jones | USA | 128 min | 1:1,85 | f | 9. Mai 1958
»Here I was born. And there I died.« … »Vertigo«, Alfred Hitchcocks lyrische Spiralfahrt durch »der Seelen wunderliches Bergwerk«, eine hypnotische Meditation über Liebe, Zeit und Tod, über ruhelose Wanderschaft, innere Unfreiheit und die Illusion der zweiten Chance, über fahles Grün, leuchtendes Rot und die Erotik grauer Schneiderkostüme, schwingt sich als Thriller irgendwo zwischen slow motion und Somnambulismus ein; als Melodram dringt das wohl morbideste Werk des Regisseurs in nachtmahrische Grenzbereiche des Genres vor: Hier bekommt (außer dem bösen Strippenzieher) wirklich keiner, was er begehrt … John ›Scottie‹ Ferguson (James Stewart), ein unter Höhenangst leidender Expolizist, spürt im Auftrag eines alten Bekannten dessen psychotisch in die Vergangenheit driftender, suizidaler Ehefrau (Kim Novak) nach, um auf seiner ungesunden Mission durch (das frühere und gegenwärtige) San Francisco diesem archetypischen Modell einer Hitchcock-Blondine rettungslos zu verfallen. Halb Orpheus, der seiner (toten) Geliebten in die Unterwelt folgt, um sie ins Leben zurückzurufen, halb Pygmalion, der sich ein weibliches Idealbild erschafft und seiner Kunstfigur untertan wird, verliert sich ›Scottie‹ in einer schwindelerregenden Sehnsucht, die letztendlich keinem Gegenüber mehr zu gelten scheint, sondern dem Unmöglichen, dem Verlangen selbst. So wird die Liebe zur jenseitigen Fiktion, die Kontinuität der Zeit zerfällt zu einem ewigen »too late«, und der Tod zieht als glänzender Nebel herauf, der alles silbrig verschluckt … »The gentleman seems to know what he wants«, heißt es einmal über ›Scottie‹, als er sein verlorenes Traumgeschöpf mit fetischistischer Energie zu rekonstruieren versucht – dieser Satz trifft ebenfalls auf Hitchcock zu, der in »Vertigo« nichts dem Zufall überläßt: Mit seinem pathologisch-romantischen Helden teilt er sowohl die emotionale (und künstlerische) Besessenheit als auch die schicksalhafte Gefangenschaft in der eigenen, unerreichbaren Vision … »An Totes zu denken, ist süß, / so Entfernte, / man hört die Stimme reiner, / fühlt die Küsse, / die flüchtigen und die tiefen – / doch du irrend bei den Schatten!«
R Alfred Hitchcock B Samuel A. Taylor, Alex Coppel V Pierre Boileau, Thomas Narcejac K Robert Burks M Bernard Herrmann A Henry Bumstead, Hal Pereira Ko Edith Head S George Tomasini P Alfred Hitchcock D James Stewart, Kim Novak, Barbara Bel Geddes, Tom Helmore, Henry Jones | USA | 128 min | 1:1,85 | f | 9. Mai 1958
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Narcejac,
Novak,
Samuel A. Taylor,
San Francisco,
Stewart,
Thriller,
Tod
30.4.58
Sie kannten sich alle (Richard Groschopp, 1958)
Auf der Teststrecke der volkseigenen Autowerke Isenau werden zwei Prototypen eines neuen Modells erprobt. Beide Wagen verunglücken. Einer der Fahrer stirbt. Wie sich herausstellt, war das Motoröl verunreinigt: Sabotage! Zwei hartnäckig-freundliche Herren vom Ministerium für Staatssicherheit übernehmen die Ermittlung. Wer in Isenau (einer fiktiven Kleinstadt irgendwo im Süden der DDR) hat Dreck am Stecken? Der technische Direktor oder die schwäbische Chefsekretärin, der knurrige Werkstattleiter oder dessen hübsche Tochter, der joviale Mechaniker oder der flotte Praktikant, der gerne in westlichen Krimis schmökert? Und welche Rolle spielt H. J. (!) Schott, der attraktive Besitzer einer privaten (!) Autoreparaturwerkstatt? Richard Groschopp läßt die schlichte Kalte-Kriegs-Krimi-Handlung ohne erkennbare formale Ambition auf das absehbare Ende zusteuern: die Übeltäter werden enttarnt und daran gehindert, sich ihrer gerechten Strafe durch illegalen Grenzübertritt zu entziehen. Die Stasi, dein Freund und Helfer, hat die böse Welt etwas besser gemacht. Moral: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – vor allem gegenseitige.
R Richard Groschopp B Carl Andrießen, Lothar Creutz, Richard Groschopp K Eugen Klagemann M Wilhelm Neef A Artur Günther S Friedel Welsandt P Werner Dau D Harry Hindemith, Erich Franz, Sonja Sutter, Horst Drinda, Ulrich Thein, Wolfgang Stumpf | DDR | 84 min | 1:1,37 | sw | 30. April 1958
# 976 | 9. November 2015
R Richard Groschopp B Carl Andrießen, Lothar Creutz, Richard Groschopp K Eugen Klagemann M Wilhelm Neef A Artur Günther S Friedel Welsandt P Werner Dau D Harry Hindemith, Erich Franz, Sonja Sutter, Horst Drinda, Ulrich Thein, Wolfgang Stumpf | DDR | 84 min | 1:1,37 | sw | 30. April 1958
# 976 | 9. November 2015
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Krimi,
Ost/West
23.4.58
Touch of Evil (Orson Welles, 1958)
Im Zeichen des Bösen
»You’re a killer.« – »Partly. I’m a cop.« Der Noir-Thriller als Borderline-Erfahrung: In Los Robles, einer Kleinstadt an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, werden ein wohlhabender Geschäftsmann und seine Geliebte durch eine Autobombe getötet. Die folgenden polizeilichen Ermittlungen bringen den amerikanischen Captain Hank Quinlan (monströs-verlottert: Orson Welles) und den mexikanischen Drogenfahnder Miguel Vargas (rational-gutmenschlich: Charlton Heston) professionell und emotional gegeneinander in Stellung – konstruiert der rassistische Quinlan, seinem kriminalistischem Beingefühl (»My game leg is startin’ to talk to me.«) folgend, schon mal passende Beweise, gerät der rechtschaffene Vargas (samt seiner frisch angetrauten blonden Ehefrau) in einen Strudel aus Heimtücke, Gewalt und Amoral ... Russell Mettys plakative Schwarzweiß-Fotografie scheut zur Veranschaulichung der prekären Zustände weder Weitwinkelverzerrungen noch schräge Perspektiven, während Henri Mancini Rock’n’Roll, Jazz und Pianolaklängen zu einem hektisch-aggressiven Soundtrack mixt. Orson Welles’ eigenwillige Kreuzung aus hysterisch-forciertem Genrestück und slam-poetischem Autorenfilm mißt der Aufklärung des explosiven Verbrechens konsequentermaßen deutlich weniger Bedeutung zu als der psychologische Sezierung einer ebenso überlebensgroßen wie selbstzerstörerischen Persönlichkeit und der schmuddelig-genießerischen Darstellung ihres unausweichlichen Untergangs. Quinlan, von Welles als ungeschlachter Fleischberg präsentiert, die Provinzkaffausgabe eines Charles Foster Kane oder Gregory Arkadin, ein Mann, dem das schmutzigste Mittel gerade recht ist, um sein Ziel zu erreichen, endet passenderweise in einem vermüllten Schlammloch – seine alte Flamme Tana (Marlene Dietrich als schwarzgelockte gypsy queen) zieht das unsentimentale Resümee: »He was some kind of a man. What does it matter what you say about people?«
R Orson Welles B Orson Welles V Whit Masterson (= Robert Allison Wade & H. William Miller) K Russell Metty M Hanry Mancini A Alexander Golitzen, Robert Clatworthy S Virgil Vogel, Aaron Stell P Albert Zugsmith D Orson Welles, Charlton Heston, Janet Leigh, Akim Tamiroff, Marlene Dietrich | USA | 95/111 min | 1:1,85 | sw | 23. April 1958
# 1093 | 29. Januar 2018
»You’re a killer.« – »Partly. I’m a cop.« Der Noir-Thriller als Borderline-Erfahrung: In Los Robles, einer Kleinstadt an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, werden ein wohlhabender Geschäftsmann und seine Geliebte durch eine Autobombe getötet. Die folgenden polizeilichen Ermittlungen bringen den amerikanischen Captain Hank Quinlan (monströs-verlottert: Orson Welles) und den mexikanischen Drogenfahnder Miguel Vargas (rational-gutmenschlich: Charlton Heston) professionell und emotional gegeneinander in Stellung – konstruiert der rassistische Quinlan, seinem kriminalistischem Beingefühl (»My game leg is startin’ to talk to me.«) folgend, schon mal passende Beweise, gerät der rechtschaffene Vargas (samt seiner frisch angetrauten blonden Ehefrau) in einen Strudel aus Heimtücke, Gewalt und Amoral ... Russell Mettys plakative Schwarzweiß-Fotografie scheut zur Veranschaulichung der prekären Zustände weder Weitwinkelverzerrungen noch schräge Perspektiven, während Henri Mancini Rock’n’Roll, Jazz und Pianolaklängen zu einem hektisch-aggressiven Soundtrack mixt. Orson Welles’ eigenwillige Kreuzung aus hysterisch-forciertem Genrestück und slam-poetischem Autorenfilm mißt der Aufklärung des explosiven Verbrechens konsequentermaßen deutlich weniger Bedeutung zu als der psychologische Sezierung einer ebenso überlebensgroßen wie selbstzerstörerischen Persönlichkeit und der schmuddelig-genießerischen Darstellung ihres unausweichlichen Untergangs. Quinlan, von Welles als ungeschlachter Fleischberg präsentiert, die Provinzkaffausgabe eines Charles Foster Kane oder Gregory Arkadin, ein Mann, dem das schmutzigste Mittel gerade recht ist, um sein Ziel zu erreichen, endet passenderweise in einem vermüllten Schlammloch – seine alte Flamme Tana (Marlene Dietrich als schwarzgelockte gypsy queen) zieht das unsentimentale Resümee: »He was some kind of a man. What does it matter what you say about people?«
R Orson Welles B Orson Welles V Whit Masterson (= Robert Allison Wade & H. William Miller) K Russell Metty M Hanry Mancini A Alexander Golitzen, Robert Clatworthy S Virgil Vogel, Aaron Stell P Albert Zugsmith D Orson Welles, Charlton Heston, Janet Leigh, Akim Tamiroff, Marlene Dietrich | USA | 95/111 min | 1:1,85 | sw | 23. April 1958
# 1093 | 29. Januar 2018
4.4.58
Montparnasse 19 (Jacques Becker, 1958)
Montparnasse 19
Porträt des Künstlers als armer Schlucker: »Montparnasse 19« verdichtet und überhöht (man könnte auch sagen: überzeichnet und verdunkelt) Ereignisse aus den letzten Jahren des Malers Amedeo Modigliani zum bitteren Schlußkapitel eines Lebens zwischen Inspiration und Mißerfolg, zwischen Genie und Untergang. Jacques Becker (der das Projekt vom verstorbenen Max Ophüls übernahm) verzichtet fast völlig auf stimmungsvolle Genreszenen aus der Pariser Bohème, konzentriert sich ganz auf den Abwärtsweg seines Protagonisten im Jahr 1919. Modigliani erscheint, trotz seiner persönlichen Tragödie, nicht als Sympathieträger: Er ist ein Ausbund an Selbstmitleid und Getriebensein, an Reizbarkeit und Besessenheit, er säuft wie ein Loch, er schlägt Frauen, er stößt alle Welt vor den Kopf. Gérard Philipe (der wenig später im selben jungen Alter wie Modigliani sterben wird) spielt den schwierigen Künstler hin- und hergerissen zwischen Kälte und Glut, spielt mal wie längst schon tot, mal wie geladen mit unzerstörbarer Energie. Im seinem Spannungsfeld: Lilli Palmer als spöttisch-distanzierte Journalistin; Anouk Aimée, als innig-ergebene Kunststudentin – zwei Liebende, jede auf ihre eigene hilflose Art. Im schwarzen Herz der Erzählung spukt Monsieur Morel, marchand de tableaux – Lino Ventura hat nur wenige Auftritte: ganz am Anfang, kurz im Hintergrund einer tristen Kaffeehaus-Szene, dann wieder, man hatte ihn schon vergessen, anläßlich einer erfolglosen Ausstellung des Malers, schließlich am Ende: Morel, Kenner und Geier, bringt mit dem Tod die Bestätigung des Talents, er kommt als nachträglicher Entdecker und als Teufel, der die Kunst zur profitablen Ware macht … Ein grausamer Film, melodramatisch und spröde, ungerührt und intensiv, ein Film ohne Rettung, ohne Gnade.
R Jacques Becker B Jacques Becker, Max Ophüls V Michel-Georges Michel K Christian Matras M Pauls Misraki A Jean d’Eaubonne S Marguerite Renoir P Henry Deutschmeister D Gérard Philipe, Anouk Aimée, Lilli Palmer, Gérard Séty, Lino Ventura | F & I | 108 min | 1:1,66 | sw | 4. April 1958
# 812 | 8. Dezember 2013
Porträt des Künstlers als armer Schlucker: »Montparnasse 19« verdichtet und überhöht (man könnte auch sagen: überzeichnet und verdunkelt) Ereignisse aus den letzten Jahren des Malers Amedeo Modigliani zum bitteren Schlußkapitel eines Lebens zwischen Inspiration und Mißerfolg, zwischen Genie und Untergang. Jacques Becker (der das Projekt vom verstorbenen Max Ophüls übernahm) verzichtet fast völlig auf stimmungsvolle Genreszenen aus der Pariser Bohème, konzentriert sich ganz auf den Abwärtsweg seines Protagonisten im Jahr 1919. Modigliani erscheint, trotz seiner persönlichen Tragödie, nicht als Sympathieträger: Er ist ein Ausbund an Selbstmitleid und Getriebensein, an Reizbarkeit und Besessenheit, er säuft wie ein Loch, er schlägt Frauen, er stößt alle Welt vor den Kopf. Gérard Philipe (der wenig später im selben jungen Alter wie Modigliani sterben wird) spielt den schwierigen Künstler hin- und hergerissen zwischen Kälte und Glut, spielt mal wie längst schon tot, mal wie geladen mit unzerstörbarer Energie. Im seinem Spannungsfeld: Lilli Palmer als spöttisch-distanzierte Journalistin; Anouk Aimée, als innig-ergebene Kunststudentin – zwei Liebende, jede auf ihre eigene hilflose Art. Im schwarzen Herz der Erzählung spukt Monsieur Morel, marchand de tableaux – Lino Ventura hat nur wenige Auftritte: ganz am Anfang, kurz im Hintergrund einer tristen Kaffeehaus-Szene, dann wieder, man hatte ihn schon vergessen, anläßlich einer erfolglosen Ausstellung des Malers, schließlich am Ende: Morel, Kenner und Geier, bringt mit dem Tod die Bestätigung des Talents, er kommt als nachträglicher Entdecker und als Teufel, der die Kunst zur profitablen Ware macht … Ein grausamer Film, melodramatisch und spröde, ungerührt und intensiv, ein Film ohne Rettung, ohne Gnade.
R Jacques Becker B Jacques Becker, Max Ophüls V Michel-Georges Michel K Christian Matras M Pauls Misraki A Jean d’Eaubonne S Marguerite Renoir P Henry Deutschmeister D Gérard Philipe, Anouk Aimée, Lilli Palmer, Gérard Séty, Lino Ventura | F & I | 108 min | 1:1,66 | sw | 4. April 1958
# 812 | 8. Dezember 2013
3.4.58
Nasser Asphalt (Frank Wisbar, 1958)
Nach dem Motto »Wenn ich darüber schreibe, muß es passiert sein.« schüttelt der quicke Nachrichtenhändler Cesar Boyd (Martin Held) in einem fort sensationelle Meldungen aus dem Ärmel. Sein Mitarbeiter Greg Bachmann (Horst Buchholz), ein enthusiastischer Reporter, den die Ambition schon einmal ins Gefängnis brachte, muß erfahren, daß es der bewunderte Chef bei der Newsfabrikation mit der Wahrheit nicht allzu genau nimmt, und entscheidet sich schließlich gegen ein Leben in der (einträglichen) Lüge … Will Trempers Drehbuch basiert auf der Story um die »Bunkermenschen von Gdingen«, die Anfang der 1950er Jahre internationales Aufsehen erregt hatte: Deutsche Soldaten sollen jahrelang in einem verschütteten Vorratsbunker der Wehrmacht in Polen überlebt haben – ersonnen hatte den Weltknüller wohl der Autor Curt Riess, ein Hansdampf in allen publizistischen Gassen, dem Tausendsassa Tremper eine Zeitlang als Rechercheur und »Schattenschreiber« diente. Von Frank Wisbar mit teilnahmsloser Steifheit in Szene gesetzt, verpuffen die dramatischen Möglichkeiten der druckschwarzen Geschichte in absehbar-oberflächlichen Debatten über journalistisches Ethos und den Warencharakter von Information. So überzeugt »Nasser Asphalt« (der im Gegensatz zur Versprechung, die der Titel macht, fast nur in Innenräumen spielt) weder als greller Revolverpresse-Artikel noch als analytischer Magazinbeitrag.
R Frank Wisbar B Will Tremper K Helmuth Ashley M Hans-Martin Majewski A Herbert Kirchhoff, Albrecht Becker S Klaus Dudenhöfer P Wenzel Lüdecke D Horst Buchholz, Martin Held, Maria Perschy, Gert Fröbe, Inge Meysel | BRD | 88 min | 1:1,66 | sw | 3. April 1958
R Frank Wisbar B Will Tremper K Helmuth Ashley M Hans-Martin Majewski A Herbert Kirchhoff, Albrecht Becker S Klaus Dudenhöfer P Wenzel Lüdecke D Horst Buchholz, Martin Held, Maria Perschy, Gert Fröbe, Inge Meysel | BRD | 88 min | 1:1,66 | sw | 3. April 1958
20.3.58
Der Greifer (Eugen York, 1958)
In Essen geht ein Blondinenmörder um. Kommissar Dennert, genannt »der Greifer« (Hans Albers), hat einen höflichen Herrn (Horst Frank) im Visier, der sich verdächtig macht, weil er während der Vernehmung keine Nerven zeigt. Dennert, der selbstgewisse Profi mit dem extrabreiten Trenchcoat, vertraut allein seiner langjährigen Erfahrung und seinem untrüglichen Spürsinn, weswegen er von Vorgesetzten und jungen Kollegen – unter ihnen sein naßforscher Sohn, genannt »Dennert Zwo« (Hansjörg Felmy) – für ein Auslaufmodell gehalten wird … Regisseur Eugen York bietet Albers reichlich Gelegenheit, seinen einigermaßen angewelkten Hoppla-jetzt-komm-ich-Charme spielen zu lassen: Frauen werden jovial abgetätschelt, beim geselligen Zusammensein mit herzensguten Unterweltlern darf der pensionsreife Otto-Otto einen alten Schlager zum Besten geben (»Beim ersten Mal da tut’s noch weh.«), und den Triebtäter stellt er, obwohl zwischenzeitlich in den ungeliebten Ruhestand geschickt, natürlich auch noch. Sein eigentliches, historisch und sozialpsychologisch hochbrisantes Thema, den schwelenden Konflikt zwischen den Generationen, handelt der Film mit einem flapsigen Dialog ab: »Natürlich, wir Alten, wir haben ja immer schuld.« – »Ja, das habt ihr auch.« Danach bleibt alles, wie es ist. Vor den Vätern kapitulieren die Söhne.
R Eugen York B Curt J. Braun K Ekkehard Kyrath M Hans-Martin Majewski A Gabriel Pellon, Theodor Zwierski S Ingrid Wacker P Kurt Ulrich D Hans Albers, Hansjörg Felmy, Horst Frank, Werner Peters, Susanne Cramer | BRD | 96 min | 1:1,37 | f | 20. März 1958
# 862 | 16. Mai 2014
R Eugen York B Curt J. Braun K Ekkehard Kyrath M Hans-Martin Majewski A Gabriel Pellon, Theodor Zwierski S Ingrid Wacker P Kurt Ulrich D Hans Albers, Hansjörg Felmy, Horst Frank, Werner Peters, Susanne Cramer | BRD | 96 min | 1:1,37 | f | 20. März 1958
# 862 | 16. Mai 2014
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5.2.58
The Quiet American (Joseph L. Mankiewicz, 1958)
Vier Pfeifen Opium
»Sooner or later, one has to take sides.« Ein geopolitisches Melodram, angesiedelt im Saigon des Jahres 1952. Kommunistische Rebellen kämpfen gegen französische Kolonialisten. Der (ehelich gebundene) britische Auslandskorrespondent Fowler (Michael Redgrave), ein (scheinbar) kaltblütiger Beobachter des zunehmend blutigen Kriegsgeschehens, lebt im Konkubinat mit der Vietnamesin Phuong (Georgia Moll); um die junge Frau wirbt auch ein namenloser (und lediger!) amerikanischer Idealist (Audie Murphy), der die indochinesischen Verhältnisse in freiheitlich-westlichem Sinn zu bessern trachtet. Joseph L. Mankiewicz’ (sehr) freie Bearbeitung eines Romans von Graham Greene veranschaulicht den Vietnam-Konflikt anhand eines amourösen Dreiecksverhältnisses: die eine Seite (Fowler) verkörpert Indifferenz, Zynismus, Vergangenheit, die andere (der »stille« Amerikaner) steht für Gewißheit, Überzeugung, Zukunft, dazwischen bewegt sich der Spielball der Interessen (Phuong als Personifizierung des vietnamesischen Volkes). Zwar verbiegt Mankiewicz Greenes dezidiert amerikakritische Parabel in proamerikanische Gesinnungswerbung, dabei zeichnet er allerdings das faszinierende Bild eines intellektuellen Rationalisten, der von seinen hochkochenden Emotionen zu überraschend irrationalem Handeln getrieben wird.
R Joseph L. Mankiewicz B Joseph L. Mankiewicz V Graham Greene K Robert Krasker M Mario Nascimbene A Rino Mondellini S William Hornbeck P Joseph L. Mankiewicz D Michael Redgrave, Audie Murphy, Georgia Moll, Claude Dauphin, Fred Sadoff | USA | 120 min | 1:1,66 | sw | 5. Februar 1958
# 993 | 10. April 2016
»Sooner or later, one has to take sides.« Ein geopolitisches Melodram, angesiedelt im Saigon des Jahres 1952. Kommunistische Rebellen kämpfen gegen französische Kolonialisten. Der (ehelich gebundene) britische Auslandskorrespondent Fowler (Michael Redgrave), ein (scheinbar) kaltblütiger Beobachter des zunehmend blutigen Kriegsgeschehens, lebt im Konkubinat mit der Vietnamesin Phuong (Georgia Moll); um die junge Frau wirbt auch ein namenloser (und lediger!) amerikanischer Idealist (Audie Murphy), der die indochinesischen Verhältnisse in freiheitlich-westlichem Sinn zu bessern trachtet. Joseph L. Mankiewicz’ (sehr) freie Bearbeitung eines Romans von Graham Greene veranschaulicht den Vietnam-Konflikt anhand eines amourösen Dreiecksverhältnisses: die eine Seite (Fowler) verkörpert Indifferenz, Zynismus, Vergangenheit, die andere (der »stille« Amerikaner) steht für Gewißheit, Überzeugung, Zukunft, dazwischen bewegt sich der Spielball der Interessen (Phuong als Personifizierung des vietnamesischen Volkes). Zwar verbiegt Mankiewicz Greenes dezidiert amerikakritische Parabel in proamerikanische Gesinnungswerbung, dabei zeichnet er allerdings das faszinierende Bild eines intellektuellen Rationalisten, der von seinen hochkochenden Emotionen zu überraschend irrationalem Handeln getrieben wird.
R Joseph L. Mankiewicz B Joseph L. Mankiewicz V Graham Greene K Robert Krasker M Mario Nascimbene A Rino Mondellini S William Hornbeck P Joseph L. Mankiewicz D Michael Redgrave, Audie Murphy, Georgia Moll, Claude Dauphin, Fred Sadoff | USA | 120 min | 1:1,66 | sw | 5. Februar 1958
# 993 | 10. April 2016
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