8.4.64

Paris – When It Sizzles (Richard Quine, 1964)

Zusammen in Paris

»It’s an action, suspense, romantic melodrama with lots of comedy, of course. And deep down underneath, a substrata of social comment.« In jenem glücklichen Paralleluniversum, wo die Filmproduzenten auf ihren Kostümfesten als Kaiser Nero auftreten, sehen die Drehbuchautoren aus wie Doubles von William Holden, schütten während ihrer »Arbeit« gallonenweise teure Spirituosen in sich hinein und leben nicht schlecht von der frechen Behauptung, schreiben zu können. Tippfräulein mit dem gefälligen Äußeren einer Audrey Hepburn bringen den stilvollen Unfug, der den vernebelten Hirnen der überbezahlten Szenaristen entspringt, übers Wochenende zu Papier – und anschließend wird der ganze Quatsch an den schönsten Orten dieser besseren Welt fröhlich auf Zelluloid gebannt. Die Hauptrollen solch angenehm nutzloser Werke spielen sympathische Säufer wie (richtig geraten!) William Holden und ewige Mädchen wie (wer sonst?) Audrey Hepburn; gut gelaunte Knallchargen wie Noël Coward und Tony Curtis tragen das ihre zum Gelingen solcher Unternehmungen bei, und Legenden wie Marlene Dietrich sind sich nicht zu schade, völlig grundlos durchs Bild zu stöckeln, solange man ihnen genug Geld hinterwirft… »Paris – When It Sizzles« (ein Remake von Julien Duviviers flotter 14-juillet-Komödie »La fête à Henriette«) ist so ein blödsinniger Film – mit der Besonderheit vielleicht, daß er den Blödsinn nicht einfach abspult, sondern gleichzeitig selbstironisch und leichtherzig kommentiert.

R Richard Quine B George Axelrod K Charles Lang M Nelson Riddle A Jean d'Eaubonne S Archie Marshek P Richard Quine, George Axelrod D William Holden, Audrey Hepburn, Grégoire Aslan, Noël Coward, Tony Curtis, Marlene Dietrich | USA | 110 min | 1:1,85 | f | 8. April 1964

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