31.5.64

Nikutai no mon (Seijun Suzuki, 1964)

Gate of Flesh

Tokio, Sommer 1945 – inmitten des staubig-grauen Nachkriegschaos lebt (»leben« bedeutet hier eigentlich nur, nicht tot zu sein) eine Gang von fünf Prostituierten – eine in Rot, eine in Gelb, eine in Schwarz, eine in Lila, eine in Grün – nach der Regel: »Niemals Sex ohne Geld«. Wer das Gesetz mißachtet, wird von den anderen grausam-genüßlich bestraft. Als ein kriminell gewordener Kriegsheimkehrer in dieses menschenfeindliche Idyll stößt, wird die brutale weibliche Solidarität von Eifersucht zersetzt, aber auch so etwas wie (trügerische) Hoffnung blüht wieder in den Ruinen … Seijun Suzuki und sein Ausstatter Takeo Kimura lassen die zerbombte japanische Hauptstadt als surreale Sperrholzkulisse wiederauferstehen und verwandeln ihren Sado-Maso-Groschenroman in ein grellbuntes moralisches Schlammcatchen, wo unter anderem folgende Frage von bleibender Aktualität verhandelt wird: Essen wir, um uns verkaufen zu können, oder verkaufen wir uns, um essen zu können?

R Seijun Suzuki B Goro Tanada V Taijiro Tamura K Shigeyoshi Mine M Naozumi Yamamoto A Takeo Kimura S Akira Suzuki P Kaneo Iwai D Yumiko Nogawa, Jo Shishido, Kayo Matsuo, Satoko Kasai, Tamiko Ishii | JP | 90 min | 1:2,35 | f | 31. Mai 1964

Keine Kommentare:

Kommentar posten