29.1.58

Maigret tend un piège (Jean Delannoy, 1958)

Maigret stellt eine Falle

Sommer in Paris – eine Serie von Frauenmorden in den verwinkelten Straßen des Marais (einem eher kleineleutemäßigen und ziemlich zerschlissenen Quartier) hält die Stadt in Atem. Jean Delannoy läßt gewissenhaft und in aller filmischen Ruhe ermitteln: »Maigret tend un piège« bietet wenig an vordergründigen Schauwerten und noch weniger an äußerer Spannung (bald schon wird klar, wer die Bluttaten begangen hat, deren (nicht allzu) tiefliegende familiäre (Ab-)Gründe in einer Fleischerei zu suchen sind), dafür jede Menge Dreigroschenpsychologie sowie einige beachtliche Schauspielerleistungen: Lucienne Bogaert als besitzergreifende Terrormutter, Jean Desailly als ewiger Junge mit mörderischer Wut, Annie Girardot als Ehefrau, deren rätselhafte Liebe bis zum Letzten geht, und – gardons le meilleur pour la fin – Jean Gabin als unerschütterlicher Kommissar Maigret, aus dessen einfühlender, gutbürgerlicher Jovialiät ganz überraschend eine virile, proletarische Energie hervorbrechen kann.

R Jean Delannoy B Jean Delannoy, Michel Audiard, Rodolphe-Maurice Arlaud V Georges Simenon K Louis Page M Paul Misraki A René Renoux S Henri Taverna P Jean-Paul Guibert, Claude Hasser D Jean Gabin, Annie Girardot, Jean Desailly, Lucienne Bogaert, Gérard Séty | F & I | 119 min | 1:1,37 | sw | 29. Januar 1958

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