13.8.45

Ziegfeld Follies (Vincente Minnelli & George Sidney & Charles Walters, 1945)

Ziegfelds himmlische Träume

»A lovely world can be unfurled / To those who see and care.« MGM-Produzent Arthur Freed war der Walt Disney des Filmmusicals – »Ziegfeld Follies« ist sein »Fantasia«: Oben im Himmel träumt der verewigte Broadway-Impressario Florenz Ziegfeld (der gleich neben Shakespeare und P. T. Barnum residiert) von der definitiven Show – seine (und Freeds) maximalistische Nummernrevue braucht keine Handlung, sie ist ein Orgasmus der Farben, eine Explosion des Kitsches, ein Spektakel der unbegrenzten Möglichkeiten; zusammengehalten werden die Darbietungen von der schieren Lust an Künstlichkeit, an Extravaganz und an rosa Schwanenfedern. Alles, was Beine zum Tanzen, einen Mund zum Singen oder Augen zum Rollen hat, wird vor die Kamera gejagt: Judy Garland und Lucille Bremer, Red Skelton und Lucille Ball, Fanny Brice und Esther Williams, Gene Kelly und Fred Astaire (in ihrem einzigen gemeinsamen Auftritt). Neben einem bemerkenswert kafkaesken Sketch von George Sidney über einen Mann, der wegen einer Lappalie (und seines ehrgeizigen Anwalts) beinahe auf dem elektrischen Stuhl landet (»Pay the Two Dollars«), steuert Vincente Minnelli die schönsten Sequenzen bei: eine fächerumwedelte Todesphantasie aus Old Chinatown (»Limehouse Blues«); einen Pas de deux zwischen einem Juwelendieb und seinem willigen weiblichen Opfer (»This Heart of Mine«); den Pressetermin einer dramatischen Hollywoodactrice, die der Journaille ihren nächsten Film vorstellt, in dem sie die Erfinderin der Sicherheitsnadel verkörpern wird (»A Great Lady Has an Interview«). »Ziegfeld Follies« sonnt sich in edler, unschuldiger Verrücktheit – ein wahrer Klassiker des Camp. »There’s beauty everywhere / That everyone can share.«

R Vincente Minnelli, George Sidney, Charles Walters, Roy Del Ruth B Lemuel Ayers, Robert Lewis K George Folsey, Charles Rosher M diverse A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith, Merrill Pye S Albert Akst P Arthur Freed D Fred Astaire, Lucille Bremer, Fanny Brice, Judy Garland, Gene Kelly, William Powell | USA | 110 min | 1:1,37 | f | 13. August 1945

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