5.7.64

Bande à part (Jean-Luc Godard, 1964)

Die Außenseiterbande

Die bande à part sind drei: zwei pos(s)enhafte Typen (Frey und Brasseur) und ein Schulmädchen à l’air demodé (Karina) auf der Jagd nach dem Glück, das ein Zungenkuß sein kann, ein Ballett zur Musik der Zeit, ein Louvre-Besuch (in 9 Minuten 43 Sekunden) oder ein Kleiderschrank voller Franc-Scheine. Das Geld verspricht Freiheit – Freiheit vom Winter in der Stadt, vom drögen Englisch-Kurs, von der schwarzweißen Tristesse der Banlieu –, es verspricht eine Zukunft in den heißen Ländern, eine Leben in Breitwand und Farbe. Der Weg dorthin führt (in Coutards lockeren Bildern und zu Legrands rummeliger Musik) über einen nicht besonders raffinierten Plan und ein paar gutplazierte Ohrfeigen zu einem bewaffnet-maskierten Überfall. Der knallige Schluß reduziert die ménage à trois gewaltsam auf eine vielversprechende Zweierkiste … Den Godard von »Bande à part« sollte man nicht allzu ernst nehmen: Der will doch nur (an)spielen – und ein bißchen angeben, so wie die coolen Jungs mit ihrer Knarre. PS: Die versprochene Fortsetzung des Abenteuers hat JLG der Welt bisher leider vorenthalten.

R Jean-Luc Godard B Jean-Luc Godard V Dolores Hitchens K Raoul Coutard M Michel Legrand S Agnès Guillemot, Françoise Collin P Philippe Dussart D Anna Karina, Samy Frey, Claude Brasseur, Louisa Colpeyn, Ernest Menzer | F | 95 min | 1:1,37 | sw | 5. Juli 1964

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