28.9.43

Le corbeau (Henri-Georges Clouzot, 1943)

Der Rabe

»Une petite ville, ici ou ailleurs …« Die kleine Stadt will schlafen geh’n … aber einer erlaubt es nicht. Die Lichter löschen aus … und »Le corbeau« läßt hunderte von anonymen Briefen über die friedlichen Mitbürger niederregnen. Es sind giftige Botschaften mit gemeinen Inkriminierungen: Ehebruch, Korruption, Drogensucht, Promiskuität, Diebstahl, verbotene Abtreibungen. Unschuldige werden in die Verzweiflung, Verdächtige durch die Gassen, Kranke in den Tod getrieben. Argwohn macht sich breit, jeder verdächtigt jeden, keiner kann sich sicher fühlen. Henri-George Clouzot malt schwarz in schwarz (Kamera: Nicolas Hayer) das Bild einer nur oberflächlich intakten Gesellschaft, einer Gesellschaft, deren Glieder einander nicht mehr über den Weg trauen, weil jeder einzelne sich persönlich (mit Grund) alles zutrauen würde. Zwei Ärzte, der misanthropische docteur Germain (Pierre Fresnay) und der alters­zynische docteur Vorzet (Pierre Larquay), wollen Licht ins Dunkel der Affäre tragen. »Mais où est l’ombre? Où est la lumière?« In einer trostlosen Schlußpointe erweist sich, daß die Vernunft selbst das Ungeheuer gebar. Eh bien …

R Henri-Georges Clouzot B Henri-Georges Clouzot, Louis Chavance K Nicolas Hayer M Tony Aubin A Andrej Andrejew S Marguerite Beaugé P René Montis, Raoul Ploquin D Pierre Fresnay, Noël Roquevert, Pierre Larquey, Ginette Leclerc, Sylvie | F | 92 min | 1:1,37 | sw | 28. September 1943

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