Daddy Langbein
»When an irresistible force such as you / Meets an old immovable object like me …« Der millionenschwere amerikanische Lebemann Jervis Pendleton III (Fred Astaire) finanziert anonym einem erblühenden französischen Waisenmädchen, das sein Herz rührte (Leslie Caron), Erziehung und Studium an einem idyllischen Neuengland-College. Das gute Kind schwärmt von ihrem unbekannten Gönner, der nur einmal als langbeiniger Schatten an ihr vorbeihuschte, während sich der Mäzen zunächst gar nicht weiter für seine Schutzbefohlene zu interessieren scheint. Nach allerhand betulichen Verwicklungen werden der alte Hirsch und das junge Reh von der klappernden Mechanik der Dramaturgie – die dazu unter anderem eine gute Fee in Gestalt von Pendeltons sympathisch-sentimentaler Sekretärin (Thelma Ritter) bemüht – fürs Leben zusammengenietet. Willkommene Ablenkung vom recht absehbaren Verlauf der antiquarischen Romanze verschaffen die klassischen Songs von Johnny Mercer (»Something’s Gotta Give«) und Roland Petits federleichte Choreographien in quietschbunt-leuchtenden, pappig-stilisierten Traumkulissen: »Things never are as bad as they seem / So dream, dream, dream.«
R Jean Negulesco B Phoebe Ephron, Henry Ephron V Jean Webster K Joseph MacDonald M Johnny Mercder, Alex North A John DeCuir, Lyle Wheeler S William Reynolds P Samuel J. Engel D Fred Astaire, Leslie Caron, Fred Clark, Thelma Ritter, Terry Moore | USA | 126 min | 1:2,35 | f | 4. Mai 1955
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20.5.54
Three Coins in the Fountain (Jean Negulesco, 1954)
Drei Münzen im Brunnen
»Three coins in the fountain / Each one seeking happiness.« Sentimentale Komödie um drei amerikanische Tippfräulein in Rom, die sich ihre Traumprinzen an den Haaren einer hauchdünnen Story herbeiziehen: Die eine liebt einen misanthropischen Schriftsteller, die zweite einen armen italienischen Schlucker, die dritte einen waschechten principe mit steinaltem palazzo und eigenem Flugzeug. Jean Negulesco inszeniert eine bonfortionöse CinemaScope-Sightseeing-Tour durch die ewige Stadt (inklusive Tagestrip nach Venedig, der Perle der Adria), präsentiert jede Menge stolze antike Ruinen, lustig sprudelnde Brunnen (in denen – fünf Jahre vor »La dolce vita« – auch schon mal jemand baden geht) sowie fotogene Pärchen vor malerischen Kulissen (Kamera: Milton Krasner). Ein konservativ-selbstüberzeugter Kitsch-as-kitsch-can-Film (fast) ohne doppelten ironischen Boden.
R Jean Negulesco B John Patrick V John H. Secondari K Milton Krasner M Victor Young A John DeCuir, Lyle Wheeler S William Reynolds P Sol C. Siegel D Clifton Webb, Dorothy McGuire, Jean Peters, Louis Jordan, Maggie McNamara | USA | 102 min | 1:2,35 | f | 20. Mai 1954
»Three coins in the fountain / Each one seeking happiness.« Sentimentale Komödie um drei amerikanische Tippfräulein in Rom, die sich ihre Traumprinzen an den Haaren einer hauchdünnen Story herbeiziehen: Die eine liebt einen misanthropischen Schriftsteller, die zweite einen armen italienischen Schlucker, die dritte einen waschechten principe mit steinaltem palazzo und eigenem Flugzeug. Jean Negulesco inszeniert eine bonfortionöse CinemaScope-Sightseeing-Tour durch die ewige Stadt (inklusive Tagestrip nach Venedig, der Perle der Adria), präsentiert jede Menge stolze antike Ruinen, lustig sprudelnde Brunnen (in denen – fünf Jahre vor »La dolce vita« – auch schon mal jemand baden geht) sowie fotogene Pärchen vor malerischen Kulissen (Kamera: Milton Krasner). Ein konservativ-selbstüberzeugter Kitsch-as-kitsch-can-Film (fast) ohne doppelten ironischen Boden.
R Jean Negulesco B John Patrick V John H. Secondari K Milton Krasner M Victor Young A John DeCuir, Lyle Wheeler S William Reynolds P Sol C. Siegel D Clifton Webb, Dorothy McGuire, Jean Peters, Louis Jordan, Maggie McNamara | USA | 102 min | 1:2,35 | f | 20. Mai 1954
4.11.53
How to Marry a Millionaire (Jean Negulesco, 1953)
Wie angelt man sich einen Millionär?
CinemaScope, so Billy Wilder, sei ideal, um das Leben eines Dackels zu verfilmen. Daß man auch Frauen (etwa Bacall, Monroe und Grable) sehr dekorativ ins breite Bild legen kann, beweist Jean Negulesco mit seiner schicken New Yorker comedy of manners über drei ambitionierte Mannequins (›Schatze‹, ›Pola‹ und ›Loco‹) auf der Jagd nach dem Krösus fürs Leben: »All my life ever since I was a little girl I’ve always had the same dream: To marry a zillionaire.« Die Lust, das ausladende Format attraktiv zu füllen, triumphiert konsequent über das Interesse, die Story prägnant zu erzählen – und so geht »How to Marry a Millionaire« zwar optisch sehr wirkungsvoll in die Breite (Kamera: Joseph MacDonald), lotet inhaltlich jedoch kaum in die Tiefe. PS: »I want to marry Rockefeller.« – »Which one?« – »I don't care.«
R Jean Negulesco B Nunnally Johnson V Zoe Akins, Dale Eunson, Katherine Albert K Joseph MacDonald M Cyril Mockridge A Leland Fuller, Lyle Wheeler S Louis R. Loeffler P Nunnally Johnson D Lauren Bacall, Marily Monroe, Betty Grable, Cameron Mitchell, William Powell | USA | 95 min | 1:2,35 | f | 4. November 1953
CinemaScope, so Billy Wilder, sei ideal, um das Leben eines Dackels zu verfilmen. Daß man auch Frauen (etwa Bacall, Monroe und Grable) sehr dekorativ ins breite Bild legen kann, beweist Jean Negulesco mit seiner schicken New Yorker comedy of manners über drei ambitionierte Mannequins (›Schatze‹, ›Pola‹ und ›Loco‹) auf der Jagd nach dem Krösus fürs Leben: »All my life ever since I was a little girl I’ve always had the same dream: To marry a zillionaire.« Die Lust, das ausladende Format attraktiv zu füllen, triumphiert konsequent über das Interesse, die Story prägnant zu erzählen – und so geht »How to Marry a Millionaire« zwar optisch sehr wirkungsvoll in die Breite (Kamera: Joseph MacDonald), lotet inhaltlich jedoch kaum in die Tiefe. PS: »I want to marry Rockefeller.« – »Which one?« – »I don't care.«
R Jean Negulesco B Nunnally Johnson V Zoe Akins, Dale Eunson, Katherine Albert K Joseph MacDonald M Cyril Mockridge A Leland Fuller, Lyle Wheeler S Louis R. Loeffler P Nunnally Johnson D Lauren Bacall, Marily Monroe, Betty Grable, Cameron Mitchell, William Powell | USA | 95 min | 1:2,35 | f | 4. November 1953
23.6.44
The Mask of Dimitrios (Jean Negulesco, 1944)
Die Maske des Dimitrios
»There is not enough kindness in the world.« 1938 wird in Istanbul die Leiche eines Mannes an den Strand gespült. Dimitrios Makropoulos war ein in vielen Ländern gesuchter skrupelloser Verbrecher. Der Kriminalschriftsteller Cornelius Leyden (Peter Lorre), vom Chef der türkischen Militärpolizei auf den interessanten Fall aufmerksam gemacht, unternimmt eine Recherchereise, um die Biographie des Toten zu ergründen, eine Reise, die kreuz und quer durch Europa führt: vom Bosporus in Richtung Athen, weiter nach Sofia, Genf (mit einer Reminiszenz an Belgrad) und Paris. Diverse Zeugen (ein ehemaliger Drogenschmuggler, ein Nachrichtenhändler im Ruhestand, eine verblühte Nachtclubbesitzerin) berichten von ihren Begegnungen mit Dimitrios (Zachary Scott), und aus diesen erinnernden Rückblenden entsteht eine Erzählung von Mord und Verrat, Spionage und Erpressung, Geld und Politik … Eric Ambler, Autor der epochalen, multiperspektivischen Romanvorlage (deren Konstruktion Einfluß auf Orson Welles’ »Citizen Kane« und »Mr. Arkadin« gehabt haben mag), entwickelte das niederschmetternde Panorama der Zeit zwischen den Kriegen, indem er seine mysteriöse Titelfigur zum allgegenwärtigen Profiteur von Haß und Gewalt, zum Totengräber einer Welt am Abgrund stilisierte. Jean Negulescos Adaption enthält sich bei aller äußeren Werktreue jeder konkreten Gesellschaftskritik: Zwar offenbart auch die noirische Düsternis der eleganten Inszenierung ein Leben ohne Güte, ohne Freundlichkeit, ohne Miteinander – doch die dargestellte Inhumanität erscheint gleichsam privatisiert, ihrer historischen Beispielhaftigkeit entkleidet.
R Jean Negulesco B Frank Gruber V Eric Ambler K Arthur Edeson M Adolph Deutsch A Ted Smith S Frederick Richards P Henry Blanke D Peter Lorre, Sidney Greenstreet, Zachary Scott, Victor Francen, Faye Emerson | USA | 95 min | 1:1,37 | sw | 23. Juni 1944
# 792 | 6. November 2013
»There is not enough kindness in the world.« 1938 wird in Istanbul die Leiche eines Mannes an den Strand gespült. Dimitrios Makropoulos war ein in vielen Ländern gesuchter skrupelloser Verbrecher. Der Kriminalschriftsteller Cornelius Leyden (Peter Lorre), vom Chef der türkischen Militärpolizei auf den interessanten Fall aufmerksam gemacht, unternimmt eine Recherchereise, um die Biographie des Toten zu ergründen, eine Reise, die kreuz und quer durch Europa führt: vom Bosporus in Richtung Athen, weiter nach Sofia, Genf (mit einer Reminiszenz an Belgrad) und Paris. Diverse Zeugen (ein ehemaliger Drogenschmuggler, ein Nachrichtenhändler im Ruhestand, eine verblühte Nachtclubbesitzerin) berichten von ihren Begegnungen mit Dimitrios (Zachary Scott), und aus diesen erinnernden Rückblenden entsteht eine Erzählung von Mord und Verrat, Spionage und Erpressung, Geld und Politik … Eric Ambler, Autor der epochalen, multiperspektivischen Romanvorlage (deren Konstruktion Einfluß auf Orson Welles’ »Citizen Kane« und »Mr. Arkadin« gehabt haben mag), entwickelte das niederschmetternde Panorama der Zeit zwischen den Kriegen, indem er seine mysteriöse Titelfigur zum allgegenwärtigen Profiteur von Haß und Gewalt, zum Totengräber einer Welt am Abgrund stilisierte. Jean Negulescos Adaption enthält sich bei aller äußeren Werktreue jeder konkreten Gesellschaftskritik: Zwar offenbart auch die noirische Düsternis der eleganten Inszenierung ein Leben ohne Güte, ohne Freundlichkeit, ohne Miteinander – doch die dargestellte Inhumanität erscheint gleichsam privatisiert, ihrer historischen Beispielhaftigkeit entkleidet.
R Jean Negulesco B Frank Gruber V Eric Ambler K Arthur Edeson M Adolph Deutsch A Ted Smith S Frederick Richards P Henry Blanke D Peter Lorre, Sidney Greenstreet, Zachary Scott, Victor Francen, Faye Emerson | USA | 95 min | 1:1,37 | sw | 23. Juni 1944
# 792 | 6. November 2013
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