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27.12.63

Le mépris (Jean-Luc Godard, 1963)

Die Verachtung 

»Une tragique histoire d’amour dans un décor merveilleux.« Jean-Luc Godards Film-Film: Hinrichtung und Neuerfindung des Kinos. Michel Piccoli als Drehbuchautor, der sein Talent auf den Markt der Lügen trägt. BB als seine Geliebte, die sich von ihm verraten und verkauft fühlt. Jack Palance als Produzent, der, wenn er das Wort ›Kultur‹ hört, sein Scheckbuch zückt. Fritz Lang als Fritz Lang – ein Gott, der seinen Tod überlebt hat. Mit der künstlichen Wahrhaftigkeit der billigen Melodramen erzählt »Le mépris« (weitgehend ohne formale Sperenzchen und intellektuelle Taschenspielertricks) von Zärtlichkeit und Trauer, von Alfa Romeos und griechischen Statuen, von Leiden und Rache, von Ohrfeigen und Revolvern, von Irrfahrten und Inseln, von Helden und Losern, von Männern und Frauen (und anderen Männern). Dans toute la magie de Franscope et Technicolor (Kamera: Raoul Coutard) stirbt in qualvoller Schönheit eine Liebe – und kehrt das wiedergeborene Kino triumphierend aus dem Meer zurück. »Une merveilleuse histoire d’amour dans un décor tragique.«

R Jean-Luc Godard B Jean-Luc Godard V Alberto Moravia K Raoul Coutard M Georges Delerue S Agnès Guillemot P Georges de Beauregard, Carlo Ponti, Joseph E. Levine D Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Jack Palance, Giorgia Moll, Fritz Lang | F & I | 103 min | 1:2,35 | f | 27. Dezember 1963

14.9.60

Die 1000 Augen des Dr. Mabuse (Fritz Lang, 1960)

Knapp 30 Jahre und einen massenmörderischen Weltkrieg nach dessen letztem Auftritt schickt Fritz Lang (angestiftet vom Berliner Produzenten Artur ›Atze‹ Brauner) seinen mythisch-brillanten Super-Verbrecher wieder auf die Leinwand: Die dritte Dr.-Mabuse-Variation ist die »Inszenierung einer Inszenierung« – der große Plan des gemeingefährlichen Genies beruht auf totaler Überwachung und zerstörerischer Manipulation der Ausgeforschten. Schauplatz ist das Hotel Luxor, dessen Grundstein noch die Nazis legten: eine gebaute Erinnerung an die Schrecken der Vergangenheit, die – unbemerkt hinter den Kulissen spukend – ihren Schatten auf Gegenwart und Zukunft werfen. Die Intrigen des mysteriösen Strippenziehers werden allerdings mehr besprochen denn gezeigt, auch macht Langs Faszination für labyrinthische Strukturen – in erzählerischer und architekturaler Hinsicht – eher den Eindruck eines (wenn auch eleganten) Selbstzitats. Dennoch sind »Die 1000 Augen des Dr. Mabuse« sehens- und bemerkenswert: wegen Gert Fröbes flapsiger Performance als Kommissar Kras, wegen des Auftritts von Howard Vernon als Killer, der seinen Opfern per Luftgewehr tödliche Stilette injiziert, wegen der Nonchalance, mit der Peter van Eyck mal eben ein paar Atomkraftwerke kauft, wegen des abgefeimten Maskenspiels von Wolfgang Preiss, und nicht zuletzt weil Mabuses Wahlspruch – »Sinn des Verbrechens ist die Herrschaft des Verbrechens!« – immer noch als Motto aller die gesellschaftliche Integrität bedrohenden destruktiven Energien dienen könnte, mag es sich um Terrorismus handeln oder um eine andere jener autoaggressiven Kräfte, die jedes soziale Gefüge früher oder später zu entwickeln scheint.

R
Fritz Lang B Heinz Oskar Wuttig, Fritz Lang V Norbert Jacques K Karl Löb M Bert Grund, Werner Müller A Erich Kettelhut, Johannes Ott S Walter Wischniewsky, Waltraud Wischniewsky P Artur Brauner D Dawn Addams, Peter van Eyck, Wolfgang Preiss, Gert Fröbe, Werner Peters | BRD & F & I | 103 min | 1:1,66 | sw | 14. September 1960

5.3.59

Das indische Grabmal (Fritz Lang, 1959)

»Die wunderbare Rettung der Liebenden« versprachen die Schlußtitel von »Der Tiger von Eschnapur«, nachdem die indische Tänzerin Sitah (Debra Paget) und ihr deutscher Geliebter Harald Berger (Paul Hubschmid), auf der Flucht vor dem eifersüchtigen Maharadscha Chandra (Walter Reyer) entkräftet in der Wüste zusammengebrochen waren … Im zweiten Teil seiner fernwehtrunkenen Epos-Illusion verschiebt Fritz Lang den dramaturgischen Akzent von der lebensgefährlichen Romanze zum höfischen Ränkespiel: Sitah wird zum Dreh- und Angelpunkt einer Palastintrige gegen den Fürsten – für Lang eine willkommene Gelegenheit, ausgiebig durch das doppelte Kulissen-Labyrinth der prächtig-kalten Korridore und Säle des Schlosses sowie der darunterliegenden düster-feuchten Grotten und Gänge zu streifen. Erzählerisch und visuell weitgehend eine Reprise des ersten Teils, bietet »Das indische Grabmal« zwei Szenen, die als Steigerung des schon Gesehenen filmischen Eindruck hinterlassen: Zum einen Sithas in rasantem Show-off-Kostüm dargebotener Schlangentanz auf Leben und Tod unter den Augen einer bühnen­umnebelten Pappmaché-Göttin (die deutlich sichtbaren Fäden der zu beschwörenden Marionetten-Kobra mögen als Brechtscher Verfremdungseffekt durchgehen); zum anderen der Sturz einer properen, weißen Frau (Bergers besorgte Schwester auf der Suche nach ihrem verschwundenen Bruder) in die unter Eschnapur gelegene Höhle der Leprakranken – die schockierende Begegnung einer sozial Bevorzugten mit den gesellschaftlich Verges­senen wirkt wie das klamottige Menetekel einer drohenden Konfrontation von Unten und Oben.

R Fritz Lang B Werner Jörg Lüddecke, Fritz Lang V Thea von Harbou K Richard Angst M Gerhard Becker A Willi Schatz, Helmut Nentwig S Walter Wischniewsky P Artur Brauner D Debra Paget, Paul Hubschmid, Walter Reyer, Claus Holm, Sabine Bethmann | BRD & F & I | 101 min | 1:1,37 | f | 5. März 1959

21.1.59

Der Tiger von Eschnapur (Fritz Lang, 1959)

Indien made in (CCC-)Spandau: Der stolze Maharadscha Chandra liebt die schöne Tempeltänzerin Sitah (Debra Paget), die den deutschen Ingenieur Harald Berger (Paul Hubschmid) liebt, der sie wiederliebt und mit ihr flieht … Natürlich ist »Der Tiger von Eschnapur« naiv, pappig und wüst verkitscht – aber Fritz Lang nimmt die Naivität, die Pappe und den Kitsch ernst, und er tut dabei so, als könnte man Ende der 1950er Jahre (Jean-Luc Godard wird nur ein Jahr später »À bout de souffle« drehen) immer noch Filme machen wie 1920, als könnte man immer noch zu Kino-Abenteuerreisen aufbrechen, die sich um die Wirklichkeit nicht scheren, die statt dessen in vollen Zügen die fantasiegeschwängerte Luft des Studios atmen. Auf diese Weise erschafft er ein wunderbar abgedroschenes Klischee-Epos, so lupenrein wie ein Glasdiamant, eine heillos melodramatische Augenwischerei, so tief­empfunden wie eine Soap Opera. Langs Inder (unter anderem Walter Reyer, René Deltgen, Jochen Brockmann) sind Figurinen aus Straß, bunter Seide und rehbrauner Schuhcreme (fürs Gesicht), seine exotischen Paläste bestehen aus falschgoldenen Säulen, gemaltem Marmor und kunstfelsigen Irrgängen (im Untergrund). Das kinematographische Geheimnis liegt jederzeit offen zu Tage, und doch lädt es ein, sich darin zu verlieren. PS: Fortsetzung folgt – »noch spannender – noch gewaltiger – noch grandioser«.

R Fritz Lang B Werner Jörg Lüddecke V Thea von Harbou K Richard Angst M Michel Michelet A Willi Schatz, Helmut Nentwig S Walter Wischniewsky P Artur Brauner D Debra Paget, Paul Hubschmid, Walter Reyer, Valerij Ikijinow, René Deltgen | BRD & F & I | 100 min | 1:1,37 | f | 21. Januar 1959

5.9.56

Beyond a Reasonable Doubt (Fritz Lang, 1956)

Jenseits allen Zweifels

Anders als sein großer Antipode Alfred Hitchcock ist Fritz Lang nicht daran interessiert, Emotionen zu formalisieren. Umgekehrt: Er arbeitet die Emotionen aus den Formen heraus – aus der sachlichen Untersuchung von Strukturen, Konstellationen, Funktionsweisen, Bewegungen erwächst die dramatische Wirkung. »Beyond a Reasonable Doubt« ist ein weiteres dieser präzisen filmischen Diagramme; es wird das letzte bleiben, das Lang in Hollywood realisiert. Kino als Versuchsanordnung: Austin Spencer (Sidney Blackmer), Herausgeber einer Zeitung und erklärter Gegner der Todesstrafe, will einen ungeklärten Mordfall nutzen, um die Fragwürdigkeit von Indizienbeweisen zu belegen. Zusammen mit seinem Starreporter (und Schwiegersohn in spe) Tom Garrett (Dana Andrews) fingiert der Verleger Belastungsmaterial, das Garrett zum Schuldigen stempelt. Nach dem Urteilsspruch soll die Fiktion öffentlich gemacht, die Justiz bloßgestellt werden. Toms Verlobte Susan Spencer (Joan Fontaine) gerät, ohne es zu wissen, in ein tödliches Spiel um Schuld und Verantwortung, Evidenz und Bekenntnis, Planung und Zufall, Anschauung und Wahrheit … Innerhalb seiner kontrollierten Inszenierung zieht Lang alle dramaturgischen Register, macht Gebrauch von plötzlichen Todesfällen, von Briefen, die in letzter Sekunde eintreffen, von plot twists, die so unwahrscheinlich sind wie das Leben selbst. Nicht um einen aufrüttelnden Appell gegen die Todesstrafe geht es ihm dabei, sondern einmal mehr um die ungerührte Analyse der Bedingungen menschlicher Existenz.

R Fritz Lang B Douglas Morrow K William Snyder M Herschel Burke Gilbert A Carroll Clark S Gene Fowler Jr. P Bert Friedlob D Dana Andrews, Joan Fontaine, Sidney Blackmer, Philip Bourneuf, Barbara Nichols | USA | 80 min | 1:2,0 | sw | 5. September 1956

16.5.56

While the City Sleeps (Fritz Lang, 1956)

Die Bestie

Sarkastisch verknüpft Fritz Lang die Fahndung nach einem psychopathischen Frauenmörder und die Ränke in einem New Yorker Medienkonzern zu einem ironischen Noir-Drama: Nachdem der Chef der Kyne Corporation, ein Pressezar alter Schule, der noch auf dem Sterbebettt knallige Schlagzeilen diktiert, das Zeitliche gesegnet hat, übernimmt dessen blasierter Sohn (Vincent Price) das Ruder und ruft einen Wettbewerb um die Stellung eines executive directors aus: Derjenige der leitenden Mitarbeiter des Unternehmens, der den Kopf des brutalen Killers bringt, soll den begehrten Posten besetzen. Zwischen Menschenjagd und Redaktionskabalen steht Vollblut-Reporter und Pulitzer-Preisträger Ed Mobley (Dana Andrews), der nur seiner journalistischen Moral verpflichtet ist – einer Moral, die es ihm gleichwohl gestattet das Leben der eigenen Freundin zu riskieren, um den gesuchten Verbrecher in eine Falle zu locken. Im gleichmäßigen High-key-Licht seines knochentrockenen Spätwerks beobachtet Lang – durch die gläsernen Wände des Newsrooms und am langen Tresen einer nahegelegenen Kellerbar – das Rattenrennen der Intriganten: Am Beispiel von Gestalten wie dem grobschrötigen Chefredakteurs (Thomas Mitchell), dem gelackten Nachrichtenagenten (George Sanders), der verführerischen Kolumnistin (Ida Lupino) desavouiert »While the City Sleeps« das hehre Ethos der vierten Macht distanziert-genüßlich als eitles Spiel um Rang und Geltung.

R Fritz Lang B Casey Robinson V Charles Einstein K Ernest Laszlo M Herschel Burke Gilbert A Carroll Clark S Gene Fowler Jn. P Bert Friedlob D Dana Andrews, George Sanders, Thomas Mitchell, Ida Lupino, Vincent Price | USA | 100 min | 1:1,85 | sw | 16. Mai 1956

24.6.55

Moonfleet (Fritz Lang, 1955)

Das Schloß im Schatten

»Make your way to Moonfleet.« Ein märchenhafter (Abenteuer-)Film über Gräber und Geister, Unschuld und Niedertracht, Eigennützigkeit und Vertrauen, eine schwarzromantische (Kinder-)Geschichte von Schatzsuche und Einsamkeit, von alten Wunden und noch älteren Geheimnissen, vom falschen Glanz der Oberflächen und vom tiefen Brunnen der Wahrheit. England, 1757: der Waisenknabe John Mohune (Jon Whiteley) kommt in das entlegene Küstendorf Moonfleet, um bei Jeremy Fox (Stewart Granger), dem früheren Verehrer seiner Mutter, Aufnahme zu suchen. Fox, der das marode Anwesen der einstmals reichen Familie Mohune bewohnt, gibt sich alle Mühe, den Ankömmling auf Abstand zu halten, ist er doch keineswegs der Ehrenmann, den der anhängliche John in ihm sehen will, sondern, im Pakt mit einem schurkischen Aristokraten (George Sanders), heimlicher Anführer einer Schmugglerbande. Fritz Lang schickt seinen halbwüchsigen Protagonisten auf eine Initiationsreise durch düstere (Studio-)Landschaften, vorbei an toten Bäumen, glotzenden Statuen, justament Gehenkten, in brausende Stürme, konspirative Stuben, unheimliche Gewölbe. Am Ende des gefahrvollen Weges findet der innige Wunsch des Jungen nach ersatzväterlicher Freundschaft so etwas wie späte Erfüllung, wenn auch die ersehnte Gemeinschaft nur im Moment des unwiderruflichen Abschieds Wirklichkeit werden kann. »The exercise was beneficial.«

R Fritz Lang B Jan Lustig, Margaret Fitts V John Meade Falkner K Robert Planck M Miklós Rózsa A Cedric Gibbons, Hans Peters S Albert Akst P John Houseman D Jon Whiteley, Stewart Granger, George Sanders, Joan Greenwood, Viveca Lindfors | USA | 87 min | 1:2,35 | f | 24. Juni 1955

# 1140 | 3. Januar 2019

14.10.53

The Big Heat (Fritz Lang, 1953)

Heißes Eisen

Über dem Kamin von Mike Lagana hängt das Bild seiner Mutter. Streng beobachtet die alte Dame den Salon, der seinen gediegenen Luxus den üblen Geschäften des Hausherrn verdankt. »You couldn't find enough flowers around here to kill the smell«, sagt police sergeant Dave Bannion (Glenn Ford), der antritt, den Gangsterboß zu Fall zu bringen und, ausgehend vom Selbstmord eines unredlichen Kollegen, das Korruptionsgeflecht, mit dem Lagana die Stadt überzogen hat, zu zerschlagen. Erst ist es seine natürliche Integrität, die Bannion antreibt, die ihn auch Abmahnungen durch offensichtlich bestochene Vorgesetzte ignorieren läßt – aber spätestens, als seine Frau bei einem Bombenanschlag ums Leben kommt, wird der Kampf für Recht und Gesetz zum persönlichen Rachefeldzug … »The Big Heat« ist ein funktional erzählter film noir, ein straighter Polizeithriller ohne atmosphärische Schattenspiele. Alles liegt in monotonem Grau: das mittelständische Heim des Ermittlers und die üppigen Apartments der Mobster, die schmutzigen Westen der Vorteilsnehmer und der teure Nerz der Verbrecherbraut Debby (Gloria Grahame), einer Frau, die im Zwiespalt zwischen koketter toughness und melancholischer Empfindsamkeit als vielleicht menschlichste Gestalt durch Fritz Langs kalte Erzählung geht. (Ihre Ambivalenz findet eine genial-brutale Visualisierung, wenn eine Hälfte ihres Gesichtes durch eine Attacke des jähzornigen Killers Vince (Lee Marvin) entstellt wird.) Am Ende steht kein glanzvoller Triumph der Tugend über die Unmoral – zu viele Tote liegen auf dem Weg der Gerechtigkeit –, am Ende klingelt einfach nur das Telefon und ruft zum nächsten Einsatz gegen die Schlechtigkeit in der besten aller möglichen Welten.

R Fritz Lang B Sydney Boehm V William P. McGivern K Charles Lang M Henry Vars A Robert Peterson S Charles Nelson P Robert Arthur D Glenn Ford, Gloria Grahame, Jocelyn Brando, Lee Marvin, Alexander Scourby | USA | 90 min | 1:1,37 | sw | 14. Oktober 1953

23.3.53

The Blue Gardenia (Fritz Lang, 1953)

Gardenia – Eine Frau will vergessen

To go astray: sich verlaufen, vom Weg abkommen, auf die schiefe Bahn geraten … Nachdem sie brieflich von ihrem Verlobten verlassen wurde, flieht die gefühlsbetonte Norah (Anne Baxter) aus der behüteten Wohngemeinschaft mit ihren beiden Freundinnen, sucht Ablenkung beim Date mit einem notorischen Frauenhelden (Raymond Burr); der feuchtfröhliche Abend endet mit Zudringlichkeiten und gewaltsamer Abwehr. Am nächsten Morgen erwacht Norah neben der Leiche des Aufreißers, kann sich an nichts mehr erinnern, ergreift panisch die Flucht … Indem er die Aufklärung einer im Dunkel des Vergessens liegenden Bluttat betreibt, erforscht Fritz Lang mit schwarzer Ironie den Gegensatz von romantischen Wunschbildern und berechnender Erotik, die Kollision von (medial generierten) Träumen und nackten Tatsachen in einer Gesellschaft, die Mord als prickelnden Unterhaltungsstoff goutiert. Der Starreporter (Richard Conte), der den mysteriösen Fall ausschlachtet, verwandelt die Suche nach Wahrheit in einen einträglichen Knüller, während die schuldverstrickte Unschuld auf ihrem Fehlgang immer weiter in die Enge getrieben wird – eine banale Geschichte von überraschender Komplexität. Stellenweise wirkt »The Blue Gardenia« wie eine boshafte Entgegnung auf die im selben Jahr gedrehte Breitwand-Romanze »How to Marry a Millionaire«: (drei) Frauen in der Wartschleife für das Glück, das am Ende darin besteht, noch einmal davonzukommen, wieder nach Hause zu finden.

R Fritz Lang B Charles Hoffman, Vera Caspary K Nicholas Musuraca M Raoul Kraushaar A Daniel Hall S Edward Mann P Alex Gottlieb D Anne Baxter, Richard Conte, Ann Sothern, Raymond Burr, George Reeves | USA | 90 min | 1:1,37 | sw | 23. März 1953

23.5.52

Rancho Notorious (Fritz Lang, 1952)

Engel der Gejagten

»Oh listen, listen well«, heißt der Sänger das Publikum, während die Anfangstitel laufen: »Listen to the legend of Chuck-a-Luck, Chuck-a-Luck, listen to the wheel of fate.« Fritz Langs »tale of the old frontier« erzählt die Geschichte des Farmarbeiters Vern Haskell (Arthur Kennedy), der nach Ermordung seiner Braut auf die Jagd nach dem Täter geht. Mehrfach kommentiert der Sänger strophenweise das Geschehen – ein Kunstgriff, der die extreme Theatralität des (fast ausschließlich im Studio gedrehten) B-Films ironisch betont … Seine Nachforschungen führen Vern zur Ranch ›Chuck-a-Luck‹ und deren Besitzerin Altar Keane (Marlene Dietrich), die gesuchten Banditen gegen Bezahlung Unterschlupf gewährt. In diversen Flashback-Berichten wird das fast mythische Bild dieser durch und durch unabhängigen Frau gezeichnet: wie sie auf dem Rücken eines Mannes ein Juxrennen durch einen Saloon reitet, wie sie in großer Robe eine von zwei Schimmeln gezogene Kutsche durch eine staubige Grenzstadt lenkt, wie sie mit Hilfe des charmanten Revolverhelden Frenchy Fairmont (Mel Ferrer) beim Glücksspiel (›Chuck-a-Luck‹) jenes Vermögen gewinnt, das es ihr gestattet, sich eine (zeitweilig) gesicherte Existenz im Schatten des Gesetzes aufzubauen. Als sie leibhaftig ins Zentrum der Handlung tritt, erscheint die Patronin des Hideouts gleichermaßen herrisch (»I am the boss of this ranch. I make the rules.«) und wehmütig – ihre Zeit, die große Zeit des Wilden Westens, so ahnt sie wohl, geht zu Ende: »Go away«, sagt Altar zu Vern, dem ihr Herz sich zuneigt, »go away and come back ten years ago.« Aber die Uhr läßt sich nicht zurückstellen, weder für die alternde Schönheit, noch für den Gunman oder den Rächer. Das Schicksalsrad dreht sich unaufhaltsam – »round and round with a whispering sound, it spins, it spins the old story of hate, murder and revenge«.

R Fritz Lang B Daniel Taradash, Silvia Richards K Hal Mohr M Emil Newman, Ken Darby A Wiard Ihnen S Otto Ludwig P Howard Welsch D Marlene Dietrich, Arthur Kennedy, Mel Ferrer, Lloyd Gough, Gloria Henry | USA | 89 min | 1:1,37 | f | 23. Mai 1952

# 934 | 18. Januar 2015

25.3.50

House by the River (Fritz Lang, 1950)

Das Todeshaus am Fluß

Ein Haus am Fluß, im Garten ein Pavillon mit Blick über das gemächlich dahinziehende Wasser. Das Idyll trügt: Schon in der allerersten Sequenz treibt ein Rinderkadaver auf dem Strom vorbei. »I hate this river«, ruft eine Anrainerin aus. »It’s people you should be blaming for the filth, not the river«, entgegnet ihr Nachbar Stephen Byrne, ein erfolg- und (wie sich erweisen wird) ziemlich gewissenloser Schriftsteller, der kurz darauf im alkoholisierten Affekt sein Hausmädchen erwürgen wird. Stephens seriöser (und verkrüppelter) Bruder John hilft, höchst unwillig, die Leiche im Fluß zu versenken. Er tut es im Grunde nur, um seine Schwägerin Marjorie, die er heimlich liebt, vor Kummer zu bewahren – und gerät selbst unter Mordverdacht … Angesiedelt in einem spätviktorianischen Irgendwo voller flackernder Kerzen und wehender Vorhänge, inszeniert Fritz Lang »House by the River« als Melange aus gothic melodrama, Noir-Groschenheft und thrillereskem Künstlerroman mit Kain-und-Abel-Unterton, schildert, nicht ohne Malice, wie ein bislang kreativ gehemmter Romancier (Louis Hayward) durch eine böse Tat und ihre Folgen zu sich selbst, will sagen: zum ureigenen schöpferischen Ausdruck findet. Einige krude Symbolismen, die bühnenhaften Dekors sowie das bisweilen marionettenartige Spiel der B-Film-Akteure verleihen der filmischen Hybride einen zusätzlichen, irrealen Reiz.

R Fritz Lang B Mel Dinelli V A. P. Herbert K Edward Cronjager M George Antheil A Boris Leven S Arthur Hilton P Howard Welsch D Louis Hayward, Lee Bowman, Jane Wyatt, Ann Shoemaker, Jody Gilbert | USA | 88 min | 1:1,37 | sw | 25. März 1950

29.12.47

Secret Beyond the Door (Fritz Lang, 1947)

Geheimnis hinter der Tür

Schwarzes Märchen, psychoanalytisches Melodram, romantischer Thriller … In Mexico begegnet die verwöhnte Erbin Celia (Joan Bennett) dem charmanten Mark (Michael Redgrave). Auf eine leidenschaftlichen Affäre folgt die überstürzte Hochzeit. Schon bald nach der Trauung erweist sich der attraktive Architekt jedoch als launisch-neurotischer Sonderling: Er sammelt Räume, in denen Männer ihre Frauen umbrachten … Fritz Lang schickt seine Protagonistin auf eine Expedition ins Unbewußte, das sich als unheimliches Haus manifestiert, als verwinkelter Bau, bevölkert von Gespenstern der Vergangenheit, mit verbotenem Zimmer und einem schrecklichen Geheimnis hinter Tür Nr. 7. Anders als Alfred Hitchcock in »Spellbound« inszeniert Lang keine fantastischen Traumsequenzen, er gestaltet den ganzen Film als bizarre Traumfantasie. Auch wenn die psychologischen Theorien simpel-mechanisch begriffen werden, gerät die moderne Blaubart-Paraphrase vor allem Dank der überkandidelten Spannungsmusik von Miklós Rózsa und der expressiv-irrealen Bildgestaltung von Stanley Cortez zur abenteuerlichen Erkundung dunkler Seelenräume.

R Fritz Lang B Silvia Richards, Rufus King K Stanley Cortez M Miklós Rózsa A Max Parker S Arthur Hilton P Fritz Lang D Joan Bennett, Michael Redgrave, Ann Revere, Barbara O’Neil, Natalie Schafer | USA | 99 min | 1:1,37 | sw | 29. Dezember 1947

28.9.46

Cloak and Dagger (Fritz Lang, 1946)

Im Geheimdienst

»There was a time when I thought I wanted to be some kind of secret agent. I gave it up when I was eight.« Dennoch läßt sich der amerikanische Kernphysiker Alvah Jesper, von Gary Cooper mit kraftvollem Understatement gespielt, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs überzeugen, in den Dienst des Office of Strategic Services einzutreten, um den Stand der großdeutschen Atom(bomben)forschung zu eruieren. Jespers Weg führt durch die (spionisch unterwanderte) Schweiz ins faschistische Italien, wo er nicht nur einen von braunen Schurken zur Mitarbeit gepreßten Wissenschaftler aufspürt, sondern auch der spröden Widerstandkämpferin Gina (Lilli Palmer) näherkommt; die (vom Produzenten geschnittene) Schlußetappe der Expedition hätte ihn das Herz der Finsternis, das unter Zurücklassung von zigtausend toten Zwangsarbeitern geräumte (mutmaßlich nach Südamerika verlegte) deutsche Nuklearlabor, entdecken lassen sollen ... Die Figur des geheimdienstlichen Laien erinnert an die unheldischen Helden der frühen Romane von Eric Ambler, Journalisten, Ingenieure, Geschäftsleute, die sich nolens volens in unübersichtlichen (und lebensgefährlicher) Umständen bewähren müssen. »The Dark Frontier«, »Uncommon Danger«, »Journey Into Fear« wären denn auch passende Titel für Fritz Langs (vierten und letzten) Anti-Nazi-Thriller, der seinen Protagonisten zumeist beobachtend, zuhörend, reagierend, in Momenten der Gefahr aber entschlossen handelnd zeigt: Mit der betont nüchtern gestalteten Szene des lautlosen Totmachens eines Verfolgers nimmt Lang gar die (ungleich kokettere) Darstellung eines ähnlichen Vorgangs in Alfred Hitchcocks vergleichbarem Amateuragentenstück »Torn Curtain« vorweg.

R Fritz Lang B Ring Lardner Jr., Albert Maltz, Boris Ingster, John Larkin V Corey Ford, Alastair MacBain K Sol Polito M Max Steiner A Max Parker S Christian Nyby P Milton Sperling D Gary Cooper, Lilli Palmer, Robert Alda, Vladimir Sokoloff, Marc Lawrence | USA | 106 min | 1:1,37 | sw | 28. September 1946

# 1112 | 18. Mai 2018

28.12.45

Scarlet Street (Fritz Lang, 1945)

Straße der Versuchung

Ein schwarzes Kleinbürgerschicksal: Eigentlich ersehnte sich Christopher ›Chris‹ Cross (Edward G. Robinson) ein Leben als Künstler, doch er wurde Sonntagsmaler und Kassierer in einer New Yorker Privatbank. Just an jenem Abend, als ihn der Chef für »25 years of faithful service« mit einer goldenen Uhr belohnt, begegnet der gemüthafte Chris unter einer Hochbahnbrücke in Greenwich Village seinem Verhängnis: Katherine ›Kitty‹ March (Joan Bennett), eine attraktive Straßendirne, die sich als Schauspielerin ausgibt, wird – im Verein mit ihrem geschäftstüchtigen Luden Johnny Prince (Dan Duryea) – den gutgläubigen Schwarmgeist (»Every painting, if it’s any good, is a love affair.«) gnadenlos zugrunde richten. Zu Hause steht Chris unter dem Pantoffel seiner megärenhaften Ehefrau, von Kitty, die er glauben läßt, ein erfolgreicher Maler zu sein, sieht er sich bald schon um alles beraubt und betrogen: um Geld und um Liebe, um seine Kunst und um seinen Erfolg. Mit unbewegtem Blick verfolgt Fritz Lang den fatalen Weg des Protagonisten, der mit einem sehenden und mit einem blinden Auge in die Katastrophe geht. »They’ve got something, a certain peculiar … something«, heißt es vieldeutig über Chris’ Bilder, (die an Werke des Zöllners Rousseau erinnern), »but no perspective.« Bevor er völlig die Übersicht (und die Nerven) verliert, erschafft Chris sein Meisterwerk: das Bildnis der angebeteten (und so verachtungsvollen) Kitty. Er nennt es »Self Portrait«: Kunst als Spaltung und Verdoppelung, als Auflösung und Verschmelzung. Auf den Traum folgt das Erwachen. Auf Desillusion folgt Raserei. Auf Schuld folgt Sühne. Und mag der Mensch sich auch gerichtlicher Verurteilung entziehen, er entgeht nicht der höheren Gerechtigkeit: »No one escapes punishment.« Es sind keine Lichter der Hoffnung, die »Scarlet Street« schemenhaft erleuchten, es ist das Flackern der Hölle.

R Fritz Lang B Dudley Nichols V Georges de la Fourchadière K Milton Krasner M Hans J. Salter A Alexander Golitzen S Arthur Hilton P Fritz Lang D Edward G. Robinson, Joan Bennett, Dan Duryea, Rosalind Ivan, Margaret Lindsay | USA | 102 min | 1:1,37 | sw | 28. Dezember 1945

# 933 | 12. Januar 2015

3.11.44

The Woman in the Window (Fritz Lang, 1944)

Gefährliche Begegnung

Ein schwarzes Traumspiel: »Some Psychological Aspects of Homicide« heißt der Vortrag, den Richard Wanley (Edward G. Robinson) zu Beginn des Films am New Yorker Gotham College hält. Später, nachdem er Frau und Kinder in den Sommerurlaub verabschiedet hat, verbringt er einen beschaulichen Klubabend mit zwei Bekannten: Psychologe, Arzt und Staatsanwalt sprechen über das Altern, über »the end of brightness of life, the end of spirit and adventure«. Aber endet das Leben wirklich mit 40? Im Schaufenster der Kunsthandlung neben dem Klub erblickt Wanley das Bildnis einer Frau: »Extraordinary portrait, extraordinary woman, too.« Während der Betrachter das Gemälde versonnen-begehrlich studiert, erscheint in der Scheibe ein Spiegelbild, das der Gemalten überraschend ähnlich sieht: Das Glücksversprechen scheint lebendig geworden zu sein. Wanley folgt dem leibhaften Sirenenruf des Abenteuers, läßt sich von Alice Reed (Joan Bennett) Champagner servieren, beäugt die Brustwarzen des dream girls unter dem durchsichtigem schwarzen Stoff ihres Kleides. Unversehens verkehrt Fritz Lang den Traum in einen Alptraum: ein anderer Mann, eine wütende Attacke, verzweifelte Gegenwehr. Der Angegriffene sticht mit einer Schere zu, der Eindringling bricht tot zusammen. Statt der Erfüllung geheimer Sehnsüchte erlebt Wanley die Materialisation seiner schlimmsten Ängste. Mit sarkastischer Lakonie schildert »The Woman in the Window« die (einigermaßen stümperhaften) Versuche des erbarmungswürdigen Helden, seine Tat zu vertuschen, Spuren zu beseitigen, seine bürgerliche Existenz zu retten, sich aus Schuld und Verantwortung zu winden. Das Auftauchen eines gierigen Erpressers (Dan Duryea) ist für den Gehetzten schließlich zuviel: »I am too tired.« Indem er den Traumtänzer aus der Ausweglosigkeit seiner nächtlichen Fantasie zurück in die Wirklichkeit stürzen läßt, verwandelt Lang die absurde Tragödie zu guter Letzt in eine makabre Komödie: »It's 10:30, sir.«

R Fritz Lang B Nunnally Johnson V J. H. Wallis K Milton Krasner M Arthur Lange A Duncan Kramer S Marjorie Johnson P Nunnally Johnson D Edward G. Robinson, Joan Bennett, Dan Duryea, Raymond Massey, Edmond Breon | USA | 99 min | 1:1,37 | sw | 3. November 1944

# 932 | 12. Januar 2015

16.10.44

Ministry of Fear (Fritz Lang, 1944)

Ministerium der Angst

»Don’t bother about the past. Tell me the future.« England im Zweiten Weltkrieg: ›The Blitz‹ überzieht das Land mit Fliegerangriffen, Bombenhagel, Verwüstung. In dieser brisanten Atmosphäre erzählt Fritz Lang (nach einem Roman von Graham Greene) einen fabelhaft-verstörenden Thriller um einen desorientierten Mann, der – gerade als vermeintlicher Psychopath aus einer geschlossenen Anstalt entlassen (er hatte zwei Jahre zuvor seiner unheilbar kranken Frau Sterbehilfe geleistet) – aufgrund einer Verwechslung in ein bodenloses Spionage-Komplott gesogen wird: Auf einem Wohltätigkeitsbasar der »Mothers of Free Nations« gewinnt Stephen Neale (Ray Milland) eine Torte, die ein tödliches Geheimnis birgt; in der Folge gerät er nicht nur unter (mehrfachen) Mordverdacht sondern auch unter mondäne Wahrsagerinnen und erstaunlich klarsichtige Blinde, unter obskure Antiquare und kugelsichere Herrenschneider. Gewißheiten und Identitäten lösen sich auf wie Mauerwerk im Luftkrieg: Bücher explodieren als Höllenmaschinen, bedrohliche Gestalten erweisen sich als Hüter von Recht und Ordnung, während sich selbstlose Freunde als Agenten des Feindes entpuppen; daß ein psychologischer Berater der Behörde für Heimatschutz eifrig den Nazis zuarbeitet, kann in dieser Gemengelage nicht überraschen … »Ministry of Fear« schafft, in der modellhaften Künstlichkeit des Studios, ein konfuses Panorama der Paranoia, einen schwarzen Abgrund der Irritation, ein faszinierendes Labyrinth der Angst. PS: Lächelnden Männern, die den Nachnamen ›Hilfe‹ tragen, sollte unbedingt mißtraut werden.

R Fritz Lang B Seton E. Miller V Graham Greene K Henry Sharp M Victor Young A Hans Dreier, Hal Pereira S Archie Marshek P Seton E. Miller D Ray Milland, Marjorie Reynolds, Carl Esmond (= Willy Eichberger), Dan Duryea, Hillary Brooke | USA | 85 min | 1:1,37 | sw | 16. Oktober 1944

26.3.43

Hangmen Also Die! (Fritz Lang, 1943)

Auch Henker sterben

»Heydrich been shot!« Schüsse auf den Schlächter oder: Ein Mörder wird ermordet. Fritz Lang und Bertolt Brecht, zwei deutsche Emigranten in Hollywood, nehmen das gelungene Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor von Böhmen und Mähren und Chef des Reichssicherheitshauptamtes zum Anlaß, das Wirken zweier gegnerischer Kräfte zu beschreiben, der übermächtigen (vollkommen skrupellos agierenden) großdeutschen Geheimpolizei im besetzten Prag und der hochgradig gefährdeten (dabei allgegenwärtigen) tschechischen Untergrundbewegung. Waltet das eine System als straff durchorganisierter, krakenhafter Apparat, erscheint das andere als ebenso filigranes wie fest geknüpftes Netzwerk, das Stadt und Bevölkerung mycelartig durchdringt. Willkür, Folter und Terror der (verbrecherischen) Macht setzt der (freiheitliche) Widerstand (nicht nur) Ungehorsam, Sabotage und Idealismus entgegen. Eher raffiniert gebautes Spannungsdrama Langscher Prägung als didaktisches Lehrstück im Brechtschen Sinne, stellt »Hangmen Also Die!« bei aller propagandistischen Zustimmung für die Sache der Antifaschisten (»Die if you must, / for a cause that’s just. / But shout to the end: / ›No Surrender!‹«) auch die Frage, ob der (politische) Zweck tatsächlich alle (gewalttätigen) Mittel heilige.

R Fritz Lang B Fritz Lang, Bertolt Brecht, John Wexley K James Wong Howe M Hanns Eisler A William Darling S Gene Fowler Jr. P Fritz Lang, Arnold Pressburger D Brian Donlevy, Walter Brennan, Ann Lee, Gene Lockhart, Alexander Granach | USA | 134 min | 1:1,37 | sw | 26. März 1943

# 1105 | 23. April 2018