1.9.55

It’s Always Fair Weather (Stanley Donen & Gene Kelly, 1955)

Vorwiegend heiter 

»Most friendship ist feigning / Most loving mere folly.« Das dritte und letzte Teamwork von Stanley Donen und Gene Kelly bringt drei Kriegskameraden zehn Jahre nach ihrer Entlassung aus der Armee noch einmal zusammen. Die Euphorie des Wiedersehens (in einer kleinen New Yorker Bar) weicht unversehens der Ernüchterung: Die für ewig gehaltene Freundschaft scheint erloschen, die Flausen einer bleibenden Verbundenheit wurden vom Wind des Lebens verweht: »Can these be the guys I once thought / I Could never live with out?« Trotz verspielter Choreographien – Kelly steppt mit Rollschuhen / die drei Kumpels tanzen ausgelassen mit Mülleimerdeckeln an den Füßen – und ungeachtet der Beschwingtheit von André Prévins Kompositionen schlägt »It’s Always Fair Weather« für ein Musical erstaunlich bittere, stellenweise sogar zynische Töne an. Comden und Green (die für Donen und Kelly schon »On the Town« und »Singin’ in the Rain« schrieben) thematisieren nicht nur die zerstörerische Wirkung der Zeit, sie schütten auch kübelweise Hohn und Spott über einige mentale Geschwüre des american way of life wie Werbung, Fernsehen und zwanghaften Optimismus. Zu guter Letzt huldigen sie dann (natürlich) doch der alles überwindenden Kraft menschlicher Zuneigung: »Although the years may come between us / We will never feel alone.« PS: Bitter-ironischerweise zerstreiten sich die Co-Regisseure über diesen Film und werden nie wieder zusammenarbeiten.

R Stanley Donen, Gene Kelly B Betty Comden, Adolph Green K Robert Bronner M André Prévin A Cedric Gibbons, Arthur Lonergan S Adrienne Fazan P Arthur Freed D Gene Kelly, Dan Dailey, Michael Kidd, Cyd Charisse, Dolores Gray | USA | 101 min | 1:2,55 | f | 1. September 1955

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