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22.9.76

Un élephant ça trompe énormément (Yves Robert, 1976)

Ein Elefant irrt sich gewaltig | Monsieur auf Abwegen 

Spezialität des Autors Jean-Loup Dabadie sind muntere Stücke über Männer in den sogenannten besten Jahren, über ihre Befindlichkeiten, ihre Flausen, ihre Fehltritte. Während Claude Sautet (etwa in »Vincent, François, Paul et les autres«) Dabadies Lockerflockigkeiten zur Grundlage für choral-vielschichtige menschliche Dramödien macht, beschränkt sich Yves Robert auf die Schaustellung der kuriosen Possenspiele einer Pariser Viererbande: Simon, der hypochondrische Arzt, leidet unter dem emotionalen Terror seiner Übermutter; Bouly, der virile Allesstecher, bricht zusammen, als er von seiner Frau verlassen wird; Daniel ist schwul, was so elliptisch erzählt wird, das es zwischen den ständigen Kameradschaftsbezeugungen kaum auffällt; Étienne schließlich, der kultivierte Erzähler (Jean Rochefort), Öffentlichkeitsarbeiter im Ministerium für Irgendwas, glücklich verheirateter Vater zweier bezaubernder Töchter, verliebt sich unsterblich in eine rotgewandete Schöne, die verführerische Protagonistin einer nationalen Imagekampagne. Wo schon die Männer jenseits ihrer Triebe kaum Persönlichkeit entwickeln, reduziert »Un élephant ça trompe énormément« die Frau konsequent zum appetitlichen Plakatmotiv, zum verlockenden Sahnetöpfchen, an dem sich die lüsternen Kater der Schöpfung auch schon mal hübsch die Tatzen verbrennen.

R Yves Robert B Jean-Loup Dabadie, Yves Robert K René Mathelin M Vladimir Cosma A Jean-Pierre Kohut-Svelko S Gérard Pollicand P Alain Poiré, Yves Robert D Jean Rochefort, Danièle Delorme, Annie Girardot, Claude Brasseur, Victor Lanoux | F | 105 min | 1:1,66 | f | 22. September 1976

# 851 | 19. März 2014

18.12.74

Le retour du grand blond (Yves Robert, 1974)

Der große Blonde kehrt zurück

Die Rückkehr des großen Blonden gestaltet sich ebenso brav wie überflüssig. Wieder Intrigen beim französischen Geheimdienst, wo offenbar nur Muttersöhnchen (Jean Rochefort) und ehemalige Bettnässer (Michel Duchaussoy) tätig sind. Der Innenminister, intern: »der große Bock« genannt (exzellent: Jean Bouise), wäre lieber wieder Landwirtschaftsminister, Geiger François (Pierre Richard) klamottet sich mit Sonnenbrille und Platzpatronen durchs krause Geschehen, seine Freundin Christine (Mireille Darc) zeigt ihren zwei Jahre älter gewordenen Rücken – ihr Kleid ist diesmal weiß statt schwarz. Tiens, tiens!

R Yves Robert B Yves Robert, Francis Veber K René Mathelin M Vladimir Cosma A Théo Meurisse S Ghislaine Desjonquères, Françoise London P Alain Poiré, Yves Robert D Pierre Richard, Mireille Darc, Jean Rochefort, Michel Duchaussoy, Jean Bouise | F | 76 min | 1:1,85 | f | 18. Dezember 1974

6.12.72

Le grand blond avec une chaussure noire (Yves Robert, 1972)

Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh

Hübscher kleiner spy-spoof über das Phänomen der déformation professionelle: Spionagechef Toulouse (gepflegt-ödipal: Jean Rochefort), muß die Karriere-Ambitionen seines Stellvertreters Milan (gefährlich-verbissen: Bertrand Blier) abwehren; ein Köder in Gestalt eines (bis (fast) zum Schluß) völlig ahnungslosen, großen blonden Geigers (albern-verträumt: Pierre Richard) läßt den untergebenen Widersacher erst die Nerven verlieren und schließlich über die eigene Leiche gehen ... Der ganze Irrwitz geheimdienstlicher Tätigkeit zeigt sich, wenn in der Wohnung des Violinisten eine Fotografie mit Liebesschwur (»Deux cœurs qui s’aiment finissent toujours par se rencontrer.«) gefunden wird, und Milan von seinen Leuten verlangt, die Botschaft umgehend zu »entschlüsseln«. PS: Ein atemberaubender Moment der Filmgeschichte: wie die erst so hochgeschlossen wirkende agente provocatrice (Mireille Darc) einen sensationellen Blick auf ihren Rücken samt Poritzenansatz gewährt.

R Yves Robert B Yves Robert, Francis Veber K René Mathelin M Vladimir Cosma A Théo Meurisse S Ghislaine Desjonquères P Alain Poiré, Yves Robert D Pierre Richard, Bernard Blier, Jean Rochefort, Mireille Darc, Paul Le Person | F | 90 min | 1:1,66 | f | 6. Dezember 1972