Das Lächeln einer Sommernacht
»Where are the clowns? / Send in the clowns.« Ein Bergman-Film ohne Grübelei, Düsternis, Weltschmerz oder Seelennot. Obwohl… da sind der alternde Advokat, der vor den großen Fragen des Lebens (und der Liebe) in die Ironie flüchtet (Gunnar Björnstrand), seine blutjunge, verunsicherte, immer noch unberührte Frau, die vor Sehnsucht vergeht (Ulla Jacobsen), und sein Sohn aus erster Ehe, ein angehender Theologe, in dessen Haupthaar die Vögel des Kummers ihre Nester bauen (Björn Bjelfvenstam); da ist die gefeierte Schauspielerin, der die Männer zwar zu Füßen (und anderswo) liegen, aber deren Hand sie nicht ergreifen wollen (Eva Dahlbeck); außerdem der eitle, eifersuchtsblinde Militär (Jarl Kulle) und seine vernachlässigte Gemahlin (Margit Carlquist) – es könnte böse ausgehen mit ihnen. Aber Gott (?) sei Dank gibt es da auch eine alte, lebenskluge Dame (Naima Wifstrand), die es einfach ignoriert, wenn die Leute reden, weil sie weiß, daß anderen zuzuhören nur unglücklich macht. Auf ihrem Anwesen wendet sich in einer lächelnden Sommernacht alles zum Guten… Ingmar Bergman konstruiert mit viel Zartgefühl eine kinematographische Spieluhr, zu deren feiner Melodie sich die füreinander Bestimmten tatsächlich finden. Man könnte es auch so sagen: Der Abgrund ist da, aber keiner stürzt sich hinab – alle stehen sie neben einander am Rand der Schlucht, halten sich fest bei den Händen und spucken hinunter.
R Ingmar Bergman B Ingmar Bergman K Gunnar Fischer M Erik Nordgren A P. A. Lundgren S Oscar Rosander P Allan Ekelund D Gunnar Björnstrand, Ulla Jacobsson, Björn Bjelfvenstam, Eva Dahlbeck, Jarl Kulle, Harriet Andersson | S | 108 min | 1:1,37 | sw | 26. Dezember 1955
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26.12.55
9.2.53
Sommaren med Monika (Ingmar Bergman, 1953)
Die Zeit mit Monika
Freiheit ist ein großes Wort, das alle gern im Munde führen. Doch was heißt es, frei zu sein? Für Monika, ein 18jähriges Mädchen aus tristen Stockholmer Verhältnissen, heißt es: den stupiden Job zu schmeißen, sich einen Freund (Lars Ekborg) anzulachen, mit ihm durchzubrennen, den Sommer auf einem Boot in den Schären zu verbringen, nackt über Felsen zu springen, Essen zu klauen, ein Kind zu wollen und zu kriegen – und dann den Mann und das Kind zu verlassen, weil alles so trist und stupide ist. Freiheit heißt (in diesem Fall), im Augenblick zu leben, die Konsequenzen weder zu bedenken noch zu tragen, bei sich zu sein, egal ob es Glück oder Unglück für einen selbst oder andere bedeutet. Monika (vulgär-vital: Harriet Andersson) stößt ab und zieht an, macht sich unmöglich und bleibt verlockend dabei. Und wenn Ingmar Bergman sie, zu den Klängen einer Musicbox, eine unglaubliche halbe Minute lang durch das Objektiv der Kamera dem Publikum direkt in die Augen blicken läßt, mag wohl keiner mehr einen Stein nach ihr werfen.
R Ingmar Bergman B Ingmar Bergman, Per Anders Fogelström K Gunnar Fischer M Erik Nordgren A P. A. Lundgren S Tage Holmberg, Gösta Lewin P Allan Ekelund D Harriet Andersson, Lars Ekborg, Dagmar Ebbesen, Åke Fridell, Naemi Briese | S | 96 min | 1:1,37 | sw | 9. Februar 1953
Freiheit ist ein großes Wort, das alle gern im Munde führen. Doch was heißt es, frei zu sein? Für Monika, ein 18jähriges Mädchen aus tristen Stockholmer Verhältnissen, heißt es: den stupiden Job zu schmeißen, sich einen Freund (Lars Ekborg) anzulachen, mit ihm durchzubrennen, den Sommer auf einem Boot in den Schären zu verbringen, nackt über Felsen zu springen, Essen zu klauen, ein Kind zu wollen und zu kriegen – und dann den Mann und das Kind zu verlassen, weil alles so trist und stupide ist. Freiheit heißt (in diesem Fall), im Augenblick zu leben, die Konsequenzen weder zu bedenken noch zu tragen, bei sich zu sein, egal ob es Glück oder Unglück für einen selbst oder andere bedeutet. Monika (vulgär-vital: Harriet Andersson) stößt ab und zieht an, macht sich unmöglich und bleibt verlockend dabei. Und wenn Ingmar Bergman sie, zu den Klängen einer Musicbox, eine unglaubliche halbe Minute lang durch das Objektiv der Kamera dem Publikum direkt in die Augen blicken läßt, mag wohl keiner mehr einen Stein nach ihr werfen.
R Ingmar Bergman B Ingmar Bergman, Per Anders Fogelström K Gunnar Fischer M Erik Nordgren A P. A. Lundgren S Tage Holmberg, Gösta Lewin P Allan Ekelund D Harriet Andersson, Lars Ekborg, Dagmar Ebbesen, Åke Fridell, Naemi Briese | S | 96 min | 1:1,37 | sw | 9. Februar 1953
Labels:
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