Charade
»Why do people have to tell lies?« Parodistisch-romantische Thrillerkomödie in der Tradition von »North by Northwest«, voller falscher Fährten (Drehbuch: Peter Stone und Marc Behm), stilvoller Roben (Kostüme: Hubert de Givenchy) und exquisiter Bilder (Kamera: Charles Lang). Reggie Lampert (fashionable: Audrey Hepburn), eine in Paris lebende Amerikanerin, deren Mann kürzlich ermordet wurde, sieht sich den gemeinen Nachstellungen einer Reihe von pittoresk-sinistren Gestalten (James Coburn, George Kennedy, Ned Glass) ausgesetzt, die hinter dem angeblich vorhandenen nachgelassenen Geld (250.000 $) des Verblichenen her sind. Cary Grant wechselt als ebenso charmanter wie schleierhafter Gentleman im Laufe des komplexen Geschehens mehrmals den Namen (Peter Joshua – Alexander Dyle – Adam Canfield – Brian Cruikshank) und die Seiten, während Walter Matthaus einprägsame Performance zwischen beamtenhafter Jovialität und kalter Wut schillert. Stanley Donen – herausragender Choreograph und Musical-Regisseur des klassischen Hollywood – beweist ein einzigartiges Gefühl für den Zauber des Drehortes (selten sah die französische Hauptstadt so verführerisch gut, so märchenhaft pariserisch aus), für die spezifischen Qualitäten der Darsteller, vor allem aber für Rhythmus und Timing der Erzählung. »Charade« ist nicht nur eine Hitchcock-Hommage von tänzerischer Leichtigkeit, sondern einer der elegantesten Filme ever made. »Do you know what's wrong with you?« – »No, what?« – »Nothing!«
R Stanley Donen B Peter Stone, Marc Behm K Charles Lang M Henry Mancini A Jean d’Eaubonne S Jim Clark P Stanley Donen D Cary Grant, Audrey Hepburn, Walter Matthau, James Coburn, George Kennedy | USA | 113 min | 1:1,85 | f | 5. Dezember 1963
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5.12.63
23.12.60
The Grass Is Greener (Stanley Donen, 1960)
Vor Hausfreunden wird gewarnt
Die guten alten Zeiten sind vorbei: Der finanzschwache Earl of Ryhall (Cary Grant) muß sein Stammschloß der Öffentlichkeit zugänglich machen, die Countess (Deborah Kerr) züchtet Champignons, um die notorisch klamme Familienkasse zu füllen. Ein amerikanischer Ölbaron (Robert Mitchum) macht der Dame des Hauses den Hof, der gehörnte Gatte ergreift zur Rettung von Ehe und Ehre schließlich standesgemäße Maßnahmen … Zwar bringt die ländlich-(un)sittliche Salon-Komödie diverse Gegensätzlichkeiten ins Spiel (altes Geld – neues Geld, alte Welt – neue Welt, alte Liebe – neue Liebe), doch betrachtet Stanley Donen weder das Verhältnis der Geschlechter noch die Problematik der anglo-amerikanische Beziehungen mit allzu viel Neugier. Farbe gewinnt das betulich eingerichtete Dialogstück vor allem durch die extravaganten Dior-Roben einer mit den Ryhalls befreundeten Londoner Society-Lady (Jean Simmons) und dank der ironischen Standesdünkel eines literarisch ambitionierten Butlers.
R Stanley Donen B Hugh Williams, Margaret Vyner V Hugh Williams, Margaret Vyner K Christopher Challis M Noël Coward A Paul Sherr S James Clark P Stanley Donen D Cary Grant, Deborah Kerr, Robert Mitchum, Jean Simmons, Moray Watson | UK | 104 min | 1:2,35 | f | 23. Dezember 1960
# 834 | 14. Februar 2014
Die guten alten Zeiten sind vorbei: Der finanzschwache Earl of Ryhall (Cary Grant) muß sein Stammschloß der Öffentlichkeit zugänglich machen, die Countess (Deborah Kerr) züchtet Champignons, um die notorisch klamme Familienkasse zu füllen. Ein amerikanischer Ölbaron (Robert Mitchum) macht der Dame des Hauses den Hof, der gehörnte Gatte ergreift zur Rettung von Ehe und Ehre schließlich standesgemäße Maßnahmen … Zwar bringt die ländlich-(un)sittliche Salon-Komödie diverse Gegensätzlichkeiten ins Spiel (altes Geld – neues Geld, alte Welt – neue Welt, alte Liebe – neue Liebe), doch betrachtet Stanley Donen weder das Verhältnis der Geschlechter noch die Problematik der anglo-amerikanische Beziehungen mit allzu viel Neugier. Farbe gewinnt das betulich eingerichtete Dialogstück vor allem durch die extravaganten Dior-Roben einer mit den Ryhalls befreundeten Londoner Society-Lady (Jean Simmons) und dank der ironischen Standesdünkel eines literarisch ambitionierten Butlers.
R Stanley Donen B Hugh Williams, Margaret Vyner V Hugh Williams, Margaret Vyner K Christopher Challis M Noël Coward A Paul Sherr S James Clark P Stanley Donen D Cary Grant, Deborah Kerr, Robert Mitchum, Jean Simmons, Moray Watson | UK | 104 min | 1:2,35 | f | 23. Dezember 1960
# 834 | 14. Februar 2014
17.7.59
North by Northwest (Alfred Hitchcock, 1959)
Der unsichtbare Dritte
Jemand mußte Roger O. Thornhill verwechselt haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Tages verschleppt ... Nach der komplexen Gefühlsspirale von »Vertigo« folgt Alfred Hitchcock in »North by Northwest« einer einfachen linearen Bewegung von New York über Chicago nach Rapid City, South Dakota. Auf diesem pfeilgeraden Weg liegt allerdings – neben Mord, Betrug und Angst – das beklemmende Gefühl der Geworfenheit in eine unverständliche Welt, begleitet vom galoppierenden Ich-Zerfall des fassungslosen Helden (the ideal average man: Cary Grant). Mit alptraumhafter Klarheit und hochentwickeltem Sinn für das Absurde – besonders intensiv in einer knapp zehnminütigen, auf jede musikalische Untermalung verzichtenden Sequenz mitten im strahlend sonnigen Nirgendwo der Prärie – läßt Hitchcock die Geschichte eines Mannes ablaufen, der nicht nur in die Rolle eines anderen gedrängt wird, sondern (höhnische Quadratur des Identitätsverlustes!) in die Rolle eines anderen, den es gar nicht gibt. »All I want to do is write the Hitchcock picture to end all Hitchcock pictures«, bemerkte Drehbuchautor Ernest Lehman; Hitchcock jedoch wäre nicht Hitchcock, hätte er nicht zwischen »wit, glamor, sophistication and suspense« den Altar plaziert, auf dem er mit Inbrunst seiner Religion der Willkür huldigt – und auf diese Weise ein »real movie movie« erhöht zu einem fantastischerweise zugleich abstrakten und anschaulichen (und dabei noch romantischen) Thriller über Ausgeliefertsein und (Un-)Schuld, zu einer kulinarisch-kalkulierten Studie reiner Emotion und reiner Bewegung. PS: »You gentlemen aren't REALLY trying to kill my son, are you?«
R Alfred Hitchcock B Ernest Lehman K Robert Burks M Bernard Herrmann A William A. Horning, Merrill Pye Ko Harry Kress S George Tomasini P Alfred Hitchcock D Cary Grant, Eva Marie Saint, James Mason, Jessie Royce Landis, Leo G. Carroll | USA | 131 min | 1:1,85 | f | 17. Juli 1959
Jemand mußte Roger O. Thornhill verwechselt haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Tages verschleppt ... Nach der komplexen Gefühlsspirale von »Vertigo« folgt Alfred Hitchcock in »North by Northwest« einer einfachen linearen Bewegung von New York über Chicago nach Rapid City, South Dakota. Auf diesem pfeilgeraden Weg liegt allerdings – neben Mord, Betrug und Angst – das beklemmende Gefühl der Geworfenheit in eine unverständliche Welt, begleitet vom galoppierenden Ich-Zerfall des fassungslosen Helden (the ideal average man: Cary Grant). Mit alptraumhafter Klarheit und hochentwickeltem Sinn für das Absurde – besonders intensiv in einer knapp zehnminütigen, auf jede musikalische Untermalung verzichtenden Sequenz mitten im strahlend sonnigen Nirgendwo der Prärie – läßt Hitchcock die Geschichte eines Mannes ablaufen, der nicht nur in die Rolle eines anderen gedrängt wird, sondern (höhnische Quadratur des Identitätsverlustes!) in die Rolle eines anderen, den es gar nicht gibt. »All I want to do is write the Hitchcock picture to end all Hitchcock pictures«, bemerkte Drehbuchautor Ernest Lehman; Hitchcock jedoch wäre nicht Hitchcock, hätte er nicht zwischen »wit, glamor, sophistication and suspense« den Altar plaziert, auf dem er mit Inbrunst seiner Religion der Willkür huldigt – und auf diese Weise ein »real movie movie« erhöht zu einem fantastischerweise zugleich abstrakten und anschaulichen (und dabei noch romantischen) Thriller über Ausgeliefertsein und (Un-)Schuld, zu einer kulinarisch-kalkulierten Studie reiner Emotion und reiner Bewegung. PS: »You gentlemen aren't REALLY trying to kill my son, are you?«
R Alfred Hitchcock B Ernest Lehman K Robert Burks M Bernard Herrmann A William A. Horning, Merrill Pye Ko Harry Kress S George Tomasini P Alfred Hitchcock D Cary Grant, Eva Marie Saint, James Mason, Jessie Royce Landis, Leo G. Carroll | USA | 131 min | 1:1,85 | f | 17. Juli 1959
20.5.58
Indiscreet (Stanley Donen, 1958)
Indiskret
»How dare he make love to me and not be a married man!« Lady meets gent: Sie ist eine berühmte Theaterschauspielerin in den besten Jahren, und sie verliebt sich in einen smarten (doch leider: hoffnungslos verheirateten) Diplomaten – Begegnung zweier ausgewiesener Rollenspieler. Anna Kalman (stilvoll dramatisch: Ingrid Berman) hat (wie sie meint) schon alle Liebesschwüre und Abschiedsfloskeln gehört, Philip Adams (formvollendet schillernd: Cary Grant) bekommt (wie er glaubt) stets das, was er will … Gutgeschnittene Smokings und rauschende Abendroben, knisternde Situationen und prickelnde Dialoge: Stanley Donen macht ein elegantes Apartment im Londoner West End zur Bühne einer attraktiven romantischen Komödie über Empathie und Taktik, über Erwartung und Verstellung, über Abgeklärtheit und Affekte, über die Gesetze der Moral und deren – bald lust-, bald leid-, immer aber geschmackvolle – Untergrabung.
R Stanley Donen B Norman Krasna V Norman Krasna K Freddie Young M Ken Jones, Richard Rodney Bennett A Donald Ashton S Jack Harris P Stanley Donen D Ingrid Bergman, Cary Grant, Cecil Parker, Phyllis Calvert | USA & UK | 100 min | 1:1,85 | f | 20. Mai 1958
# 828 | 15. Januar 2014
»How dare he make love to me and not be a married man!« Lady meets gent: Sie ist eine berühmte Theaterschauspielerin in den besten Jahren, und sie verliebt sich in einen smarten (doch leider: hoffnungslos verheirateten) Diplomaten – Begegnung zweier ausgewiesener Rollenspieler. Anna Kalman (stilvoll dramatisch: Ingrid Berman) hat (wie sie meint) schon alle Liebesschwüre und Abschiedsfloskeln gehört, Philip Adams (formvollendet schillernd: Cary Grant) bekommt (wie er glaubt) stets das, was er will … Gutgeschnittene Smokings und rauschende Abendroben, knisternde Situationen und prickelnde Dialoge: Stanley Donen macht ein elegantes Apartment im Londoner West End zur Bühne einer attraktiven romantischen Komödie über Empathie und Taktik, über Erwartung und Verstellung, über Abgeklärtheit und Affekte, über die Gesetze der Moral und deren – bald lust-, bald leid-, immer aber geschmackvolle – Untergrabung.
R Stanley Donen B Norman Krasna V Norman Krasna K Freddie Young M Ken Jones, Richard Rodney Bennett A Donald Ashton S Jack Harris P Stanley Donen D Ingrid Bergman, Cary Grant, Cecil Parker, Phyllis Calvert | USA & UK | 100 min | 1:1,85 | f | 20. Mai 1958
# 828 | 15. Januar 2014
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3.8.55
To Catch a Thief (Alfred Hitchcock, 1955)
Über den Dächern von Nizza
»It takes a thief to catch a thief.« Cary Grant als Dieb im Ruhestand, Grace Kelly als Fürstin im Wartestand – ein hübsches Paar. Dazu hochkarätige Juwelen, die illegal den Besitzer wechseln, und, nicht zu vergessen, Jessie Royce Landis als lustige Ölbaronenwitwe, die ihre Zigaretten in Spiegeleiern auszudrücken pflegt. Teure Hotels und pompöse Villen, idyllische Dörfer und üppige Kostümfeste, kurvige Straßen und steile Dächer liefern die Kulissen für die champagnereske Version von Alfred Hitchcocks immer wieder neu gefaßter Erzählung über den unschuldig in Verdacht Geratenen. Ohne großen Nervenkitzel und weitgehend frei von lästigen Überraschungen streicht der Film auf Samtpfötchen an der romantischen Riviera entlang – Kino wie ein schöner Tag am blauen Meer.
R Alfred Hitchcock B John Michael Hayes V David Dodge K Robert Burks M Lyn Murray A Hal Perreira, Joseph McMillan Johnson Ko Edith Head S George Tomasini P Alfred Hitchcock D Cary Grant, Grace Kelly, Jessie Royce Landis, John Williams, Charles Vanel | USA | 106 min | 1:1,85 | f | 3. August 1955
»It takes a thief to catch a thief.« Cary Grant als Dieb im Ruhestand, Grace Kelly als Fürstin im Wartestand – ein hübsches Paar. Dazu hochkarätige Juwelen, die illegal den Besitzer wechseln, und, nicht zu vergessen, Jessie Royce Landis als lustige Ölbaronenwitwe, die ihre Zigaretten in Spiegeleiern auszudrücken pflegt. Teure Hotels und pompöse Villen, idyllische Dörfer und üppige Kostümfeste, kurvige Straßen und steile Dächer liefern die Kulissen für die champagnereske Version von Alfred Hitchcocks immer wieder neu gefaßter Erzählung über den unschuldig in Verdacht Geratenen. Ohne großen Nervenkitzel und weitgehend frei von lästigen Überraschungen streicht der Film auf Samtpfötchen an der romantischen Riviera entlang – Kino wie ein schöner Tag am blauen Meer.
R Alfred Hitchcock B John Michael Hayes V David Dodge K Robert Burks M Lyn Murray A Hal Perreira, Joseph McMillan Johnson Ko Edith Head S George Tomasini P Alfred Hitchcock D Cary Grant, Grace Kelly, Jessie Royce Landis, John Williams, Charles Vanel | USA | 106 min | 1:1,85 | f | 3. August 1955
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2.9.52
Monkey Business (Howard Hawks, 1952)
Liebling, ich werde jünger
Dr. Barnaby Fulton (Cary Grant), Chefchemiker des Oxley-Konzerns, arbeitet an einem Präparat, das den Alterungsprozeß umkehren soll. Während der greise Firmenchef (Charles Coburn) dem Ergebnis sowohl aus persönlichen Gründen wie auch aus geschäftlichem Interesse entgegenfiebert, müht sich Fulton im Labor, das richtige Verhältnis der Ingredienzen zu treffen. Daß nicht der genial-zerstreute Wissenschaftler (der bedingt durch seine forscherischen Bemühungen die eigene Ehefrau (Ginger Rogers) schon mal wie Luft behandelt) sondern ein Laborschimpanse die Lösung findet, belegt Howard Hawks’ Sinn für hämischen Humor. Die weitere Handlung, in deren zunehmend chaotischem Verlauf die Beteiligten nach (mal gewolltem, mal ungewolltem) Genuß des Zaubermittels (»the most dubious discovery since itching powder«) mehrfach in den Zustand von präpotent-albernen, kindisch-prüden oder enthemmt-meschuggenen Heranwachsenden zurückgeworfen werden, offenbart die Zweifelhaftigkeit des uralten Menschheitstraums von ewiger Jugend: »Maladjustment, near-idiocy, and a series of low-comedy disasters, that’s what youth is.« Wieder zur Besinnung gekommen, findet Fulton schließlich die wahre Formel für körperliche und geistige Frische: »You’re old only when you forget you’re young.« Hawks hat es nicht vergessen.
R Howard Hawks B Ben Hecht, Charles Lederer, I. A. L. Diamond K Milton Krasner M Leigh Harline A Lyle Wheeler, George Patrick S William B. Murphy P Sol C. Siegel D Cary Grant, Ginger Rodgers, Charles Coburn, Marilyn Monroe, Hugh Marlowe | USA | 97 min | 1:1,37 | sw | 2. September 1952
# 990 | 9. März 2016
Dr. Barnaby Fulton (Cary Grant), Chefchemiker des Oxley-Konzerns, arbeitet an einem Präparat, das den Alterungsprozeß umkehren soll. Während der greise Firmenchef (Charles Coburn) dem Ergebnis sowohl aus persönlichen Gründen wie auch aus geschäftlichem Interesse entgegenfiebert, müht sich Fulton im Labor, das richtige Verhältnis der Ingredienzen zu treffen. Daß nicht der genial-zerstreute Wissenschaftler (der bedingt durch seine forscherischen Bemühungen die eigene Ehefrau (Ginger Rogers) schon mal wie Luft behandelt) sondern ein Laborschimpanse die Lösung findet, belegt Howard Hawks’ Sinn für hämischen Humor. Die weitere Handlung, in deren zunehmend chaotischem Verlauf die Beteiligten nach (mal gewolltem, mal ungewolltem) Genuß des Zaubermittels (»the most dubious discovery since itching powder«) mehrfach in den Zustand von präpotent-albernen, kindisch-prüden oder enthemmt-meschuggenen Heranwachsenden zurückgeworfen werden, offenbart die Zweifelhaftigkeit des uralten Menschheitstraums von ewiger Jugend: »Maladjustment, near-idiocy, and a series of low-comedy disasters, that’s what youth is.« Wieder zur Besinnung gekommen, findet Fulton schließlich die wahre Formel für körperliche und geistige Frische: »You’re old only when you forget you’re young.« Hawks hat es nicht vergessen.
R Howard Hawks B Ben Hecht, Charles Lederer, I. A. L. Diamond K Milton Krasner M Leigh Harline A Lyle Wheeler, George Patrick S William B. Murphy P Sol C. Siegel D Cary Grant, Ginger Rodgers, Charles Coburn, Marilyn Monroe, Hugh Marlowe | USA | 97 min | 1:1,37 | sw | 2. September 1952
# 990 | 9. März 2016
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19.8.49
I Was a Male War Bride (Howard Hawks, 1949)
Ich war eine männliche Kriegsbraut
»You'll think I'm a bride but actually I'm a husband.« Zwei wie Hund (Cary Grant) und Katz (Ann Sheridan): Ein französischer Capitaine und ein weiblicher amerikanischer Lieutenant auf gemeinsamer alliierter Mission durch das besetzte Nachkriegsdeutschland. Auf der holperigen Fahrt von Heidelberg nach Bad Nauheim (im Motorrad mit Beiwagen!) versuchen der blasierte Offizier und die neckische Offizierin ihre gegenseitige tiefe Zuneigung sowohl vor sich als auch vor dem Publikum geheimzuhalten – bis (im Heuschober!) endlich die Liebe durch den Uniformpanzer bricht. Eine lange Reihe, von Howard Hawks mit stoischer Gelassenheit inszenierter, amüsant-konfuser Eskapaden (in denen die Geschlechterrollen immer wieder durcheinandergeraten) wird – nach halsbrecherischer Flußfahrt, schlaflosen Nächten, bürokratischem Irrsinn – von Grants burschikosem War-Bride-Drag-Auftritt mit Original-Pferdeschweif-Perücke gekrönt … Die On-Location-Kamera von Norbert Brodine (der zuvor diverse Semi-Doku-Thriller für Henry Hathaway fotografierte) sammelt während der Screwball-Reise bemerkenswerte Impressionen zerbombter Großstädte und zeigt, ganz ohne Heimatschnulz, Bilder eines alten Deutschland – seiner beschaulichen kleinen Ortschaften, seiner idyllischen Natur –, Ansichten eines Landes, das schon bald im Hochbetrieb des Wirtschaftswunders verschwinden wird.
R Howard Hawks B Charles Lederer, Leonard Spigelglass, Hagar Wilde V Henri Rochard K Norbert Brodine, Osmond Boradaile M Cyril Mockridge A Albert Hogsett, Lyle Wheeler S James B. Clark P Sol C. Siegel D Cary Grant, Ann Sheridan, Marion Marshall, Randy Stuart, Bill Neff | USA | 105 min | 1:1,37 | sw | 19. August 1949
»You'll think I'm a bride but actually I'm a husband.« Zwei wie Hund (Cary Grant) und Katz (Ann Sheridan): Ein französischer Capitaine und ein weiblicher amerikanischer Lieutenant auf gemeinsamer alliierter Mission durch das besetzte Nachkriegsdeutschland. Auf der holperigen Fahrt von Heidelberg nach Bad Nauheim (im Motorrad mit Beiwagen!) versuchen der blasierte Offizier und die neckische Offizierin ihre gegenseitige tiefe Zuneigung sowohl vor sich als auch vor dem Publikum geheimzuhalten – bis (im Heuschober!) endlich die Liebe durch den Uniformpanzer bricht. Eine lange Reihe, von Howard Hawks mit stoischer Gelassenheit inszenierter, amüsant-konfuser Eskapaden (in denen die Geschlechterrollen immer wieder durcheinandergeraten) wird – nach halsbrecherischer Flußfahrt, schlaflosen Nächten, bürokratischem Irrsinn – von Grants burschikosem War-Bride-Drag-Auftritt mit Original-Pferdeschweif-Perücke gekrönt … Die On-Location-Kamera von Norbert Brodine (der zuvor diverse Semi-Doku-Thriller für Henry Hathaway fotografierte) sammelt während der Screwball-Reise bemerkenswerte Impressionen zerbombter Großstädte und zeigt, ganz ohne Heimatschnulz, Bilder eines alten Deutschland – seiner beschaulichen kleinen Ortschaften, seiner idyllischen Natur –, Ansichten eines Landes, das schon bald im Hochbetrieb des Wirtschaftswunders verschwinden wird.
R Howard Hawks B Charles Lederer, Leonard Spigelglass, Hagar Wilde V Henri Rochard K Norbert Brodine, Osmond Boradaile M Cyril Mockridge A Albert Hogsett, Lyle Wheeler S James B. Clark P Sol C. Siegel D Cary Grant, Ann Sheridan, Marion Marshall, Randy Stuart, Bill Neff | USA | 105 min | 1:1,37 | sw | 19. August 1949
15.8.46
Notorious (Alfred Hitchcock, 1946)
Berüchtigt
»This is a very strange love affair.« Die sehr seltsame Liebesaffäre beginnt in Miami, Florida, um drei Uhr zwanzig nachmittags, am vierundzwanzigsten April des Jahres neunzehnhundertsechsundvierzig. Ein in den USA lebender Deutscher wird wegen Landesverrats zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Dem amerikanischen Agenten Devlin (Cary Grant) gelingt es, Alicia Huberman (Ingrid Bergman), leichtlebiges party girl und Tochter des Verräters, dafür zu gewinnen, einen nach Brasilien geflohenen Nazi-Freund ihres Vaters auszuforschen ... Die Spionagestory (in der unter anderem eine nicht mit 1934er Pommard sondern mit Uranerz gefüllte Weinflasche eine wichtige Rolle spielt) bildet die Folie für eine dramatisch-ironische Thriller-Romanze, deren suspense sich in erster Linie aus dem erotisch-angespannten Verhältnis zwischen Devlin und Alicia entwickelt: Er kann es nicht ertragen, sein Herz an ein Flittchen verloren zu haben, während sie von der Gefühlskälte des ersehnten Mannes ins Ehebett ihrer Zielperson getrieben wird. So gelingt Alfred Hitchcock mit »Notorious«, von Ted Tetzlaff in stilvollem Hochglanz-Noir fotografiert, eine komplex angelegte Studie menschlicher Beziehungen im Spannungsfeld von Liebe und Pflicht, Vertrauen und Betrug. Mit Madame Sebastian (Leopoldine Konstantin als eisige Matrone), deren Sohn Alex (Claude Rains als treuherziger Schurke) von Alicia observiert wird, eröffnet der Regisseur überdies seine Galerie markanter Mutterfiguren.
R Alfred Hitchcock B Ben Hecht K Ted Tetzlaff M Roy Webb A Carroll Clark, Albert S. D’Agostino Ko Edith Head S Theron Warth P Alfred Hitchcock D Ingrid Bergman, Cary Grant, Claude Rains, Leopoldine Konstantin, Louis Calhern, Reinhold Schünzel | USA | 101 min | 1:1,37 | sw | 15. August 1946
# 1044 | 14. Februar 2017
»This is a very strange love affair.« Die sehr seltsame Liebesaffäre beginnt in Miami, Florida, um drei Uhr zwanzig nachmittags, am vierundzwanzigsten April des Jahres neunzehnhundertsechsundvierzig. Ein in den USA lebender Deutscher wird wegen Landesverrats zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Dem amerikanischen Agenten Devlin (Cary Grant) gelingt es, Alicia Huberman (Ingrid Bergman), leichtlebiges party girl und Tochter des Verräters, dafür zu gewinnen, einen nach Brasilien geflohenen Nazi-Freund ihres Vaters auszuforschen ... Die Spionagestory (in der unter anderem eine nicht mit 1934er Pommard sondern mit Uranerz gefüllte Weinflasche eine wichtige Rolle spielt) bildet die Folie für eine dramatisch-ironische Thriller-Romanze, deren suspense sich in erster Linie aus dem erotisch-angespannten Verhältnis zwischen Devlin und Alicia entwickelt: Er kann es nicht ertragen, sein Herz an ein Flittchen verloren zu haben, während sie von der Gefühlskälte des ersehnten Mannes ins Ehebett ihrer Zielperson getrieben wird. So gelingt Alfred Hitchcock mit »Notorious«, von Ted Tetzlaff in stilvollem Hochglanz-Noir fotografiert, eine komplex angelegte Studie menschlicher Beziehungen im Spannungsfeld von Liebe und Pflicht, Vertrauen und Betrug. Mit Madame Sebastian (Leopoldine Konstantin als eisige Matrone), deren Sohn Alex (Claude Rains als treuherziger Schurke) von Alicia observiert wird, eröffnet der Regisseur überdies seine Galerie markanter Mutterfiguren.
R Alfred Hitchcock B Ben Hecht K Ted Tetzlaff M Roy Webb A Carroll Clark, Albert S. D’Agostino Ko Edith Head S Theron Warth P Alfred Hitchcock D Ingrid Bergman, Cary Grant, Claude Rains, Leopoldine Konstantin, Louis Calhern, Reinhold Schünzel | USA | 101 min | 1:1,37 | sw | 15. August 1946
# 1044 | 14. Februar 2017
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14.11.41
Suspicion (Alfred Hitchcock, 1941)
Verdacht
Bevor sie zur alten Jungfer wird, heiratet die gemütvoll-provinzielle Lina (Joan Fontaine) den flatterhaft-leichtsinnigen Lebemann Johnnie (Cary Grant). Ins beschwingte Hochgefühl der jungen Ehefrau bohren sich bald häßliche Zweifel: Will ihr charmanter Gatte sie ermorden, um als ihr Erbe seine diversen Schulden zu begleichen? Nach einer gemächlichen Exposition im Stile altmodischer Gesellschaftskomödien, geht Alfred Hitchcock in der Mitte des Films abrupt auf melodramatischen Thriller-Kurs, um kurz vor der wenig glaubwürdigen Schlußvolte überraschend noch eine Jahrhundertszene vom Stapel zu lassen: Cary Grant serviert des Nachts ein Glas bedrohlich leuchtender Milch. Auch wenn »Suspicion« psychologisch nicht sonderlich tief lotet, besticht das Motiv des Mannes als weiblich imaginiertes Traumwesen: Ob Glücksbringer oder Schreckgestalt oder Sorgenkind – Johnnie ist in erster Linie das Produkt von Linas blühend-romantischer Phantasie, und geliebt wird er so oder so oder so.
R Alfred Hitchcock B Samson Raphaelson, Joan Harrison, Alma Reville V Anthony Berkeley K Harry Stradling M Franz Waxman A Van Nest Polglase Ko Edward Stevenson S William Hamilton P Harry E. Edington D Cary Grant, Joan Fontaine, Nigel Bruce, Cedric Hardwicke, Dame May Whitty | USA | 99 min | 1:1,37 | sw | 14. November 1941
Bevor sie zur alten Jungfer wird, heiratet die gemütvoll-provinzielle Lina (Joan Fontaine) den flatterhaft-leichtsinnigen Lebemann Johnnie (Cary Grant). Ins beschwingte Hochgefühl der jungen Ehefrau bohren sich bald häßliche Zweifel: Will ihr charmanter Gatte sie ermorden, um als ihr Erbe seine diversen Schulden zu begleichen? Nach einer gemächlichen Exposition im Stile altmodischer Gesellschaftskomödien, geht Alfred Hitchcock in der Mitte des Films abrupt auf melodramatischen Thriller-Kurs, um kurz vor der wenig glaubwürdigen Schlußvolte überraschend noch eine Jahrhundertszene vom Stapel zu lassen: Cary Grant serviert des Nachts ein Glas bedrohlich leuchtender Milch. Auch wenn »Suspicion« psychologisch nicht sonderlich tief lotet, besticht das Motiv des Mannes als weiblich imaginiertes Traumwesen: Ob Glücksbringer oder Schreckgestalt oder Sorgenkind – Johnnie ist in erster Linie das Produkt von Linas blühend-romantischer Phantasie, und geliebt wird er so oder so oder so.
R Alfred Hitchcock B Samson Raphaelson, Joan Harrison, Alma Reville V Anthony Berkeley K Harry Stradling M Franz Waxman A Van Nest Polglase Ko Edward Stevenson S William Hamilton P Harry E. Edington D Cary Grant, Joan Fontaine, Nigel Bruce, Cedric Hardwicke, Dame May Whitty | USA | 99 min | 1:1,37 | sw | 14. November 1941
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26.12.40
The Philadelphia Story (George Cukor, 1940)
Die Nacht vor der Hochzeit
»The prettiest sight in this fine pretty world is the privileged class enjoying its privileges.« Die Reichen, scheint George Cukor mit dieser sophisticated comedy zu sagen, sind nicht oberflächlicher als andere Menschen, nur weil sie über viel Geld verfügen; sie leben zwar in den schöneren Häusern, haben aber, wie alle, ihre beziehungstechnischen Probleme, kennen, wie alle, die Nöte des Herzens. (Die Schlamassel der Begüterten, das unterscheidet sie von jenen der Unterprivilegierten, sehen allerdings besser aus, weil sie sich in luxuriösem Ambiente entfalten, und sie hören sich cooler an, weil die Zungen der Beteiligten vom Champagner gelöst werden.) Die göttliche Tracy Lord (Katharine Hepburn) zum Beispiel, intelligente, überlegene und prinzipientreue Tochter aus altem Ostküsten-Geldadel, sieht sich am Vorabend ihrer zweiten Hochzeit vor die Frage gestellt, ob sie ihr Lebensglück mit kühler Intelligenz, bronzehafter Überlegenheit und moralischer Prinzipientreue tatsächlich erreichen kann – oder ob ein wenig Herzensbildung ihr weiteres Schicksal vielleicht positiv zu beeinflussen vermöchte. »The Philadelphia Story«, eine romantische Farce voller hochprozentiger Dialoge und gesellschaftssatirischer Situationskomik, stellt das poor little rich girl zwischen drei Männer: den kurzweilig-schlawinerischen Exgatten (Cary Grant), den gediegen-hölzernen Self-made-Kapitalisten (John Howard), den bissig-sensiblen Schriftsteller (James Stewart) – wenn Tracy einem von ihnen (nach feucht-fröhlich-folgenschwerer Nacht) das Ja-Wort gibt, wird sich die weiße Göttin in ein menschliches Wesen verwandelt haben …
R George Cukor B David Ogden Stewart V Philip Barry K Joseph Ruttenberg M Franz Waxman A Cedric Gibbons S Frank Sullivan P Joseph L. Mankiewicz D Katharine Hepburn, Cary Grant, James Stewart, Ruth Hussey, John Howard | USA | 112 min | 1:1,37 | sw | 26. Dezember 1940
»The prettiest sight in this fine pretty world is the privileged class enjoying its privileges.« Die Reichen, scheint George Cukor mit dieser sophisticated comedy zu sagen, sind nicht oberflächlicher als andere Menschen, nur weil sie über viel Geld verfügen; sie leben zwar in den schöneren Häusern, haben aber, wie alle, ihre beziehungstechnischen Probleme, kennen, wie alle, die Nöte des Herzens. (Die Schlamassel der Begüterten, das unterscheidet sie von jenen der Unterprivilegierten, sehen allerdings besser aus, weil sie sich in luxuriösem Ambiente entfalten, und sie hören sich cooler an, weil die Zungen der Beteiligten vom Champagner gelöst werden.) Die göttliche Tracy Lord (Katharine Hepburn) zum Beispiel, intelligente, überlegene und prinzipientreue Tochter aus altem Ostküsten-Geldadel, sieht sich am Vorabend ihrer zweiten Hochzeit vor die Frage gestellt, ob sie ihr Lebensglück mit kühler Intelligenz, bronzehafter Überlegenheit und moralischer Prinzipientreue tatsächlich erreichen kann – oder ob ein wenig Herzensbildung ihr weiteres Schicksal vielleicht positiv zu beeinflussen vermöchte. »The Philadelphia Story«, eine romantische Farce voller hochprozentiger Dialoge und gesellschaftssatirischer Situationskomik, stellt das poor little rich girl zwischen drei Männer: den kurzweilig-schlawinerischen Exgatten (Cary Grant), den gediegen-hölzernen Self-made-Kapitalisten (John Howard), den bissig-sensiblen Schriftsteller (James Stewart) – wenn Tracy einem von ihnen (nach feucht-fröhlich-folgenschwerer Nacht) das Ja-Wort gibt, wird sich die weiße Göttin in ein menschliches Wesen verwandelt haben …
R George Cukor B David Ogden Stewart V Philip Barry K Joseph Ruttenberg M Franz Waxman A Cedric Gibbons S Frank Sullivan P Joseph L. Mankiewicz D Katharine Hepburn, Cary Grant, James Stewart, Ruth Hussey, John Howard | USA | 112 min | 1:1,37 | sw | 26. Dezember 1940
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Stewart
11.1.40
His Girl Friday (Howard Hawks, 1940)
Sein Mädchen für besondere Fälle
»They ain’t human!« – »I know, they’re newspaper men.« Walter Burns (Cary Grant), durchtriebener Herausgeber der Chicagoer ›Morning Post‹, hat zwei Probleme: Er braucht erstens einen Klasse-Reporter, der mitreißend über die bevorstehende Hinrichtung eines (zur Tatzeit vermutlich unzurechnungsfähigen) Mörders berichtet, und er hat zweitens genau einen Tag Zeit, um die erneute Eheschließung seiner Exfrau, der Klasse-Reporterin Hildy Johnson (Rosalind Russell), mit einem Versicherungsmann aus der Provinz zu verhindern … Der doppelte Handlungsdruck entfesselt eine mustergültige Screwball-Farce voller absurder Wendungen und – vor allem – ein unausgesetztes Dialog-Presto der Sonderklasse. Im rasenden Vorbeiflug der wohlgesetzten Worte verteilt Howard Hawks' turbulente Bearbeitung des Broadway-Klassikers »The Front Page« zudem kraftvolle Seitenhiebe auf gemütsarme Presseleute und ruchlose Politiker, die das eigene Interesse entschieden über das ihres Nächsten stellen. Bei aller Fragwürdigkeit des Nachrichtengeschäfts kann Hildy von der Droge Aktualität und ihren Dealern (natürlich!) nicht lassen, und so fällt ihr die Entscheidung zwischen einem braven Langweiler (»He looks like that fellow in the movies, you know, Ralph Bellamy.«) und dem attraktiven Lumpenhund Walter, der sein Leben unter das Motto »Im Journalismus und in der Liebe ist alles erlaubt.« gestellt hat, letzten Endes nicht allzu schwer.
R Howard Hawks B Charles Lederer V Ben Hecht, Charles MacArthur K Joseph Walker M Sidney Cutner, Felix Mills A Lionel Banks S Gene Havlick P Howard Hawks D Cary Grant, Rosalind Russell, Ralph Bellamy, John Qualen, Gene Lockhart | USA | 92 min | 1:1,37 | sw | 11. Januar 1940
# 988 | 5. März 2016
»They ain’t human!« – »I know, they’re newspaper men.« Walter Burns (Cary Grant), durchtriebener Herausgeber der Chicagoer ›Morning Post‹, hat zwei Probleme: Er braucht erstens einen Klasse-Reporter, der mitreißend über die bevorstehende Hinrichtung eines (zur Tatzeit vermutlich unzurechnungsfähigen) Mörders berichtet, und er hat zweitens genau einen Tag Zeit, um die erneute Eheschließung seiner Exfrau, der Klasse-Reporterin Hildy Johnson (Rosalind Russell), mit einem Versicherungsmann aus der Provinz zu verhindern … Der doppelte Handlungsdruck entfesselt eine mustergültige Screwball-Farce voller absurder Wendungen und – vor allem – ein unausgesetztes Dialog-Presto der Sonderklasse. Im rasenden Vorbeiflug der wohlgesetzten Worte verteilt Howard Hawks' turbulente Bearbeitung des Broadway-Klassikers »The Front Page« zudem kraftvolle Seitenhiebe auf gemütsarme Presseleute und ruchlose Politiker, die das eigene Interesse entschieden über das ihres Nächsten stellen. Bei aller Fragwürdigkeit des Nachrichtengeschäfts kann Hildy von der Droge Aktualität und ihren Dealern (natürlich!) nicht lassen, und so fällt ihr die Entscheidung zwischen einem braven Langweiler (»He looks like that fellow in the movies, you know, Ralph Bellamy.«) und dem attraktiven Lumpenhund Walter, der sein Leben unter das Motto »Im Journalismus und in der Liebe ist alles erlaubt.« gestellt hat, letzten Endes nicht allzu schwer.
R Howard Hawks B Charles Lederer V Ben Hecht, Charles MacArthur K Joseph Walker M Sidney Cutner, Felix Mills A Lionel Banks S Gene Havlick P Howard Hawks D Cary Grant, Rosalind Russell, Ralph Bellamy, John Qualen, Gene Lockhart | USA | 92 min | 1:1,37 | sw | 11. Januar 1940
# 988 | 5. März 2016
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