Das Milliarden-Dollar-Gehirn
»Billion Dollar Brain« setzt den absurden Schlußpunkt unter die Harry-Palmer-Trilogie und funktioniert dabei in gewisser Weise als Kommentar auf die ins Kraut schießenden Bond-Phantasien der Ära (wozu auch der schicke Maurice-Binder-Titel paßt): Palmer (einmal mehr einmalig: Michael Caine) wird (von unbekannter Seite) mit dem Transport einiger mysteriöser Hühnereier von London nach Helsinki betraut und so in die Pläne des fanatisch-antikommunistisch-texanischen Ölmilliardärs General Midwinter (durchgeknallt: Ed Begley) verwickelt, der fest von der Verseuchung der amerikanischen Ostküste durch die Roten überzeugt ist und im Rahmen seines ganz persönlichen »Kreuzzugs für die Freiheit« mit Privattruppen in die Sowjetunion einzumarschieren gedenkt … Mit von der Partie: Karl Malden (als zwielichtig-eigennütziger Büttel des Bösen) Oskar Homolka (als gutmütig-gefährlicher russischer Bär) und die absolut wundervolle Françoise Dorléac (als lasziv-letale Doppelagentin). Ken »third-rate cliché« Russell dreht inszenatorisch irgendwann völlig ab (besser gesagt: auf), um sich in poppigen Riefenstahl- und Eisenstein-Parodien zu ergehen – die überspannte Spionage-Groteske verwandelt die genrepersiflierenden Elemente in pure Subversion, brilliert als entlarvender Zerrspiegel zeithistorischer Realitäten, als opulentes Politmärchen aus dem Winter unseres (Miß-)Vergnügens.
R Ken Russell B John McGrath V Len Deighton K Billy Williams M Richard Rodney Bennett A Syd Cain S Alan Osbiston P Harry Saltzman D Michael Caine, Karl Malden, Ed Begley, Oskar Homolka, Françoise Dorléac | UK | 111 min | 1:2,35 | f | 5. Dezember 1967
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8.3.67
Les demoiselles de Rochefort (Jacques Demy, 1967)
Die Mädchen von Rochefort
»Aimer la vie, aimer les fleurs, / Aimer les rires et les pleurs, / Aimer le jour, aimer la nuit, / Aimer le soleil et la pluie …« Gewiß, es gibt auch so etwas wie eine Fabel in »Les demoiselles de Rochefort« – Delphine und Solange, Zwillingsschwestern (gespielt von den Schwestern Catherine Deneuve und Françoise Dorléac in ihrem einzigen gemeinsamen Film), geboren unter dem Zeichen der Zwillinge, blonde Tänzerin die eine, rothaarige Pianistin die andere, sind auf der Suche nach dem Traumprinzen, derweil zwei Männer, Maxence (Jacques Perrin), ein romantischer Seemann, und Andy (Gene Kelly), ein amerikanischer Komponist, nach der Frau fürs Leben fahnden –, aber wie in (fast) jeder musikalischen Komödie dient das Handlungsgerüst in allererster Linie als Schnur, auf die, mit poetischem Stilwillen und unbändiger Spielfreude, Situationen und Gefühle, Augenblicke und Energien gefädelt werden. »… Aimer l'hiver, aimer le vent, / Aimer les villes et les champs, / Aimer la mer, aimer le feu, / Aimer la terre pour être heureux.« Jacques Demy setzt eine ganze Stadt Bewegung, streicht Fassaden und Fensterläden in süßesten Pastelltönen (Dekor: Bernard Evain – inspiriert von Raoul Dufy), er steckt die Frauen in knallbunte Kleider und setzt ihnen fantastische Hüte auf, er läßt die Herren durch Straßen und über Plätze tanzen, während Michel Legrand die furiose Jagd nach dem Glück in überirdisch-außerzeitliche, dabei ganz im Hier und Jetzt eines hochsommerlichen Provinznests verortete Melodien kleidet – Herzen im Fieber, Transzendenz der Existenz. Eine wolkenlose Breitwand-Vision von Schaustellern und Matrosen, von Müttern und Mördern, von Künstlern und Krämern, von lächerlichen Namen und von der Liebe, die (wohlmeinend, wie es scheint) ihr Gesetzt diktiert. PS: »Dans la vie tout nous est facile.«
R Jacques Demy B Jacques Demy K Ghislain Cloquet M Michel Legrand A Bernard Evein S Jean Hamon P Mag Bodard D Catherine Deneuve, Françoise Dorléac, Jacques Perrin, Gene Kelly, Danielle Darrieux, Michel Piccoli | F | 120 min | 1:2,35 | f | 8. März 1967
»Aimer la vie, aimer les fleurs, / Aimer les rires et les pleurs, / Aimer le jour, aimer la nuit, / Aimer le soleil et la pluie …« Gewiß, es gibt auch so etwas wie eine Fabel in »Les demoiselles de Rochefort« – Delphine und Solange, Zwillingsschwestern (gespielt von den Schwestern Catherine Deneuve und Françoise Dorléac in ihrem einzigen gemeinsamen Film), geboren unter dem Zeichen der Zwillinge, blonde Tänzerin die eine, rothaarige Pianistin die andere, sind auf der Suche nach dem Traumprinzen, derweil zwei Männer, Maxence (Jacques Perrin), ein romantischer Seemann, und Andy (Gene Kelly), ein amerikanischer Komponist, nach der Frau fürs Leben fahnden –, aber wie in (fast) jeder musikalischen Komödie dient das Handlungsgerüst in allererster Linie als Schnur, auf die, mit poetischem Stilwillen und unbändiger Spielfreude, Situationen und Gefühle, Augenblicke und Energien gefädelt werden. »… Aimer l'hiver, aimer le vent, / Aimer les villes et les champs, / Aimer la mer, aimer le feu, / Aimer la terre pour être heureux.« Jacques Demy setzt eine ganze Stadt Bewegung, streicht Fassaden und Fensterläden in süßesten Pastelltönen (Dekor: Bernard Evain – inspiriert von Raoul Dufy), er steckt die Frauen in knallbunte Kleider und setzt ihnen fantastische Hüte auf, er läßt die Herren durch Straßen und über Plätze tanzen, während Michel Legrand die furiose Jagd nach dem Glück in überirdisch-außerzeitliche, dabei ganz im Hier und Jetzt eines hochsommerlichen Provinznests verortete Melodien kleidet – Herzen im Fieber, Transzendenz der Existenz. Eine wolkenlose Breitwand-Vision von Schaustellern und Matrosen, von Müttern und Mördern, von Künstlern und Krämern, von lächerlichen Namen und von der Liebe, die (wohlmeinend, wie es scheint) ihr Gesetzt diktiert. PS: »Dans la vie tout nous est facile.«
R Jacques Demy B Jacques Demy K Ghislain Cloquet M Michel Legrand A Bernard Evein S Jean Hamon P Mag Bodard D Catherine Deneuve, Françoise Dorléac, Jacques Perrin, Gene Kelly, Danielle Darrieux, Michel Piccoli | F | 120 min | 1:2,35 | f | 8. März 1967
17.6.66
Cul-de-sac (Roman Polanski, 1966)
Wenn Katelbach kommt ...
»Well, here we are.« – »Where?« – »In the shit.« Zwei Gangster, der angeschossene Dickie (bullig: Lionel Stander) und der schwerverletzte Albie (schrullig: Jack MacGowran), entern nach einem (offenbar mißglückten) Coup das entlegene Anwesen des retirierten Geschäftsmannes George (clownesk: Donald Pleasence) und seiner jungen (zweiten) Gattin Teresa (begehrlich: Françoise Dorléac). Der burgartige Felsenbau auf einer kleinen Gezeiteninsel, die bei Flut vollständig vom Meer umgeben ist, wird zum Schauplatz einer absurd-brutalen Komödie der Herrschafts- und Geschlechterbeziehungen. In wechselnden Figurenkonstellationen läßt Roman Polanski die kleine geschlossene Gesellschaft (gelegentlich aufgestört durch ungebetene Gäste) immer neue Muster von Macht und Knechtschaft, von Anziehung und Abstoßung, von Verlangen und Impotenz durchdeklinieren. Gilbert Taylors tiefenscharfe, kontrastreiche Schwarzweißbilder zeigen die fortgesetzten körperlichen, intellektuellen und klassenmäßigen Auseinandersetzungen bald mit kühler Distanz, bald in boshafter Verzerrung, und auch eine metaphysische Komponente spielt in die makabre Psychofarce hinein: Der von den festsitzenden Verbrechern telefonisch zur Hilfe gerufene Boß Katelbach bleibt so abwesend wie Samuel Becketts Godot. Seine letzte Botschaft an die Gestrandeten lautet: »You’re on your own.«
R Roman Polanski B Roman Polanski, Gérard Brach K Gilbert Taylor M Krzysztof Komeda A Voytek (= Wojciech Szendzikowski) S Alastair McIntyre P Gene Gutowski D Donald Pleasence, Françoise Dorléac, Lionel Stander, Jack MacGowran, Jacqueline Bisset | UK | 112 min | 1:1,66 | sw | 17. Juni 1966
# 1019 | 18. August 2016
»Well, here we are.« – »Where?« – »In the shit.« Zwei Gangster, der angeschossene Dickie (bullig: Lionel Stander) und der schwerverletzte Albie (schrullig: Jack MacGowran), entern nach einem (offenbar mißglückten) Coup das entlegene Anwesen des retirierten Geschäftsmannes George (clownesk: Donald Pleasence) und seiner jungen (zweiten) Gattin Teresa (begehrlich: Françoise Dorléac). Der burgartige Felsenbau auf einer kleinen Gezeiteninsel, die bei Flut vollständig vom Meer umgeben ist, wird zum Schauplatz einer absurd-brutalen Komödie der Herrschafts- und Geschlechterbeziehungen. In wechselnden Figurenkonstellationen läßt Roman Polanski die kleine geschlossene Gesellschaft (gelegentlich aufgestört durch ungebetene Gäste) immer neue Muster von Macht und Knechtschaft, von Anziehung und Abstoßung, von Verlangen und Impotenz durchdeklinieren. Gilbert Taylors tiefenscharfe, kontrastreiche Schwarzweißbilder zeigen die fortgesetzten körperlichen, intellektuellen und klassenmäßigen Auseinandersetzungen bald mit kühler Distanz, bald in boshafter Verzerrung, und auch eine metaphysische Komponente spielt in die makabre Psychofarce hinein: Der von den festsitzenden Verbrechern telefonisch zur Hilfe gerufene Boß Katelbach bleibt so abwesend wie Samuel Becketts Godot. Seine letzte Botschaft an die Gestrandeten lautet: »You’re on your own.«
R Roman Polanski B Roman Polanski, Gérard Brach K Gilbert Taylor M Krzysztof Komeda A Voytek (= Wojciech Szendzikowski) S Alastair McIntyre P Gene Gutowski D Donald Pleasence, Françoise Dorléac, Lionel Stander, Jack MacGowran, Jacqueline Bisset | UK | 112 min | 1:1,66 | sw | 17. Juni 1966
# 1019 | 18. August 2016
20.4.64
La peau douce (François Truffaut, 1964)
Die süße Haut
Der (schwache) Mann, die (temperamentvolle) Frau, die (zwanglose) Geliebte. Die (eingefahrene) Ehe, die (kurze) Affäre, der (plötzliche) Tod. Die Liebe? Eher nicht. – Im Mittelpunkt: Pierre Lachenay (Jean Desailly), ein homme de lettres, der Vorträge hält über Balzac und das Geld oder über die letzten Tage von André Gide, verheiratet, ein Kind. Er schlittert in ein hektisches Verhältnis mit der blond-unkomplizierten Stewardess Nicole (Françoise Dorléac), zu deren sorgloser Frische er sich so wenig bekennen kann, wie er sich zur Trennung von seiner brünett-blutvollen Gattin (Nelly Benedetti) entschließen mag. Pierre ist – sein Nachname deutet es an – lâche (= feige), ein Typ ohne Courage, der sich vor Entscheidungen drückt, bis andere (die Frauen) für ihn (und damit für sich selbst) die befreienden Entschlüsse fassen. In der Anlage ein Ehebruchs- und Eifersuchtsdrama, verarbeitet François Truffaut das banale fait divers zu einer klinisch-distanzierten, in eine Vielzahl von kurzen Eindrücken zerlegte Studie einer wüstenhaften männlichen Gefühlslandschaft: »La peau douce« konstatiert Symptome kommunikativer Impotenz bei gleichzeitig aufleuchtender intellektueller Brillanz, schildert das Nebeneinander von triebhafter Ziellosigkeit und dem Unvermögen, (eigene und fremde) Empfindungen zuzulassen oder zu begreifen. Das somnambule Leben des Protagonisten, für den ob seiner Indolenz keine Empathie, nicht einmal Mitleid, nur seelenkundliches Interesse aufkommt, endet gewaltsam beim Mittagessen im Restaurant – der finale Knalleffekt setzt den Schlußpunkt unter etwas, das nie wirklich begonnen hat.
R François Truffaut B François Truffaut, Jean-Louis Richard K Raoul Coutard M Georges Delerue S Claudine Bouché P François Truffaut D Jean Desailly, Françoise Dorléac, Nelly Benedetti, Daniel Ceccaldi, Laurence Badie | F | 119 min | 1:1,66 | sw | 20. April 1964
Der (schwache) Mann, die (temperamentvolle) Frau, die (zwanglose) Geliebte. Die (eingefahrene) Ehe, die (kurze) Affäre, der (plötzliche) Tod. Die Liebe? Eher nicht. – Im Mittelpunkt: Pierre Lachenay (Jean Desailly), ein homme de lettres, der Vorträge hält über Balzac und das Geld oder über die letzten Tage von André Gide, verheiratet, ein Kind. Er schlittert in ein hektisches Verhältnis mit der blond-unkomplizierten Stewardess Nicole (Françoise Dorléac), zu deren sorgloser Frische er sich so wenig bekennen kann, wie er sich zur Trennung von seiner brünett-blutvollen Gattin (Nelly Benedetti) entschließen mag. Pierre ist – sein Nachname deutet es an – lâche (= feige), ein Typ ohne Courage, der sich vor Entscheidungen drückt, bis andere (die Frauen) für ihn (und damit für sich selbst) die befreienden Entschlüsse fassen. In der Anlage ein Ehebruchs- und Eifersuchtsdrama, verarbeitet François Truffaut das banale fait divers zu einer klinisch-distanzierten, in eine Vielzahl von kurzen Eindrücken zerlegte Studie einer wüstenhaften männlichen Gefühlslandschaft: »La peau douce« konstatiert Symptome kommunikativer Impotenz bei gleichzeitig aufleuchtender intellektueller Brillanz, schildert das Nebeneinander von triebhafter Ziellosigkeit und dem Unvermögen, (eigene und fremde) Empfindungen zuzulassen oder zu begreifen. Das somnambule Leben des Protagonisten, für den ob seiner Indolenz keine Empathie, nicht einmal Mitleid, nur seelenkundliches Interesse aufkommt, endet gewaltsam beim Mittagessen im Restaurant – der finale Knalleffekt setzt den Schlußpunkt unter etwas, das nie wirklich begonnen hat.
R François Truffaut B François Truffaut, Jean-Louis Richard K Raoul Coutard M Georges Delerue S Claudine Bouché P François Truffaut D Jean Desailly, Françoise Dorléac, Nelly Benedetti, Daniel Ceccaldi, Laurence Badie | F | 119 min | 1:1,66 | sw | 20. April 1964
5.2.64
L'homme de Rio (Philippe de Broca, 1964)
Abenteuer in Rio
»Quelle aventure!« Die Mutter aller Abenteuerkomödien: Jean-Paul-Belmondo zu Lande, zu Wasser und in der Luft auf der Jagd nach dem sagenumwobenen Schatz der Malteken. Die von Philippe de Broca fröhlich entfesselte Hatz beginnt in Paris, führt den Soldaten Adrien Dufourquet über Rio und Brasília (das sich gerade als weißer Traum der Moderne aus dem roten Staub des Nirgendwo erhebt) an den Amazonas und in den (noch) dichten südamerikanischen Regenwald – um, genau nach einer Woche (»huit jours de perme«), dort zu enden, wo alles begann: auf einem Bahnhof in der französischen Kapitale. »L’homme de Rio« ist der schönste Comic, den Hergé nie gezeichnet hat, ist ein fröhlicher Alptraum aus glücklicher Zeit, ist ein Schau- und Staunstück der ungedrosselten filmischen Phantasie, ist eine fulminante Schnitzeljagd durch alle Klischees des Genres – eine exaltierte Frau und ein überrumpelter Held, ein polternder Superreicher und ein verschlagener Professor, tödliches Pfeilgift und gefräßige Krokodile, eine romantische Nacht am Strand und ein millionenschweres Geheimnis – kurzum, »L’homme de Rio« gleicht einem Assortiment luftiger Macarons: süß und verlockend, künstlich bunt und unwiderstehlich lecker; und als Himbeere obendrauf gibt es die einzigartige (auf ewig in der überschwenglichen Schönheit ihrer zwanziger Jahre bewahrte) Françoise Dorléac. Für die kinematographischen Zuckerbäcker (für Regisseur, Schauspieler, Autoren und nicht zuletzt für den verträumt-aufgekratzten Komponisten George Delerue) sollte man ein Monument errichten: in rosa mit grünen Sternen.
R Philippe de Broca B Philippe de Broca, Daniel Boulanger, Ariane Mnouchkine, Jean-Paul Rappeneau K Edmond Séchan M Georges Delerue A Mauro Monteiro S Françoise Javet P Alexandre Mnouchkine, Georges Dancigers D Jean-Paul Belmondo, Françoise Dorléac, Jean Servais, Adolfo Celi, Simone Renant | F & I | 112 min | 1:1,66 | f | 5. Februar 1964
»Quelle aventure!« Die Mutter aller Abenteuerkomödien: Jean-Paul-Belmondo zu Lande, zu Wasser und in der Luft auf der Jagd nach dem sagenumwobenen Schatz der Malteken. Die von Philippe de Broca fröhlich entfesselte Hatz beginnt in Paris, führt den Soldaten Adrien Dufourquet über Rio und Brasília (das sich gerade als weißer Traum der Moderne aus dem roten Staub des Nirgendwo erhebt) an den Amazonas und in den (noch) dichten südamerikanischen Regenwald – um, genau nach einer Woche (»huit jours de perme«), dort zu enden, wo alles begann: auf einem Bahnhof in der französischen Kapitale. »L’homme de Rio« ist der schönste Comic, den Hergé nie gezeichnet hat, ist ein fröhlicher Alptraum aus glücklicher Zeit, ist ein Schau- und Staunstück der ungedrosselten filmischen Phantasie, ist eine fulminante Schnitzeljagd durch alle Klischees des Genres – eine exaltierte Frau und ein überrumpelter Held, ein polternder Superreicher und ein verschlagener Professor, tödliches Pfeilgift und gefräßige Krokodile, eine romantische Nacht am Strand und ein millionenschweres Geheimnis – kurzum, »L’homme de Rio« gleicht einem Assortiment luftiger Macarons: süß und verlockend, künstlich bunt und unwiderstehlich lecker; und als Himbeere obendrauf gibt es die einzigartige (auf ewig in der überschwenglichen Schönheit ihrer zwanziger Jahre bewahrte) Françoise Dorléac. Für die kinematographischen Zuckerbäcker (für Regisseur, Schauspieler, Autoren und nicht zuletzt für den verträumt-aufgekratzten Komponisten George Delerue) sollte man ein Monument errichten: in rosa mit grünen Sternen.
R Philippe de Broca B Philippe de Broca, Daniel Boulanger, Ariane Mnouchkine, Jean-Paul Rappeneau K Edmond Séchan M Georges Delerue A Mauro Monteiro S Françoise Javet P Alexandre Mnouchkine, Georges Dancigers D Jean-Paul Belmondo, Françoise Dorléac, Jean Servais, Adolfo Celi, Simone Renant | F & I | 112 min | 1:1,66 | f | 5. Februar 1964
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