7.4.74

The Conversation (Francis Ford Coppola, 1974)

Der Dialog

»He’d kill us if he got the chance.« Francis Ford Coppolas minimalistischer Paranoia-Thriller reflektiert über Akustik, Hören, Geräusche, Zwischentöne – und liefert zugleich einen lyrischen Kommentar zur Überwachungsgesellschaft. Harry Caul (präzise, unsympathisch, eindringlich: Gene Hackmann) ist ein Abhörspezialist, dem in seinem Leben schon so viel zu Ohren gekommen ist, daß er selbst nur noch schweigen kann. Die Verwicklung in eine undurchsichtige (= undurchhörbare) Intrige läßt ihn – eher ungewollt – aus der Rolle des professionell-unbeteiligten Lauschers ausbrechen; dennoch kann er nicht verhindern, daß ein Verbrechen geschieht (das er hört, aber nicht sieht). Erst danach wird Caul (und mit ihm dem Publikum) klar, daß es einen Unterschied gibt zwischen Tönen und Betonung – und daß auch totale Information keine Erkenntnis garantiert.

R Francis Ford Coppola B Francis Ford Coppola K Bill Butler, Haskell Wexler M David Shire A Dean Tavoularis S Richard Chew P Francis Ford Coppola D Gene Hackman, John Cazale, Allen Garfield, Frederick Forrest, Cindy Williams | USA | 113 min | 1:1,85 | f | 7. April 1974

Kommentare:

  1. Wieder mal großartig formuliert.
    Zu Hackman: Besonders die Tatsache, dass er die Gratwanderung zwischen Mitleid und Antipathie meistert, finde ich ja sehr beachtlich.

    PS: Der Begriff "lyrisch" will mir nicht so recht in den Sinn.

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  2. Der Begriff steht (vielleicht etwas schwammig) für eine eher poetische als realistische Herangehensweise an das Thema. Auch wenn Coppola sehr präzise und anschaulich (bzw. »anhörlich«) arbeitet, empfand ich »The Conversation« weniger als dokumentarische Betrachtung der Tätigkeit eines Überwachungsspezialisten denn als chiffrenhafte Überhöhung von Paranoia an sich.

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  3. Danke für die Erklärung, auch wenn ich das ein wenig anders sehe.

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