Der letzte Tycoon
»So how do you want the girl?« – »Perfect.« Harold Pinters Adaption des letzten, unvollendet gebliebenen Romans von F. Scott Fitzgerald, entwirft das Bildnis eines fanatischen Perfektionisten und egomanen Arbeitstiers: Die Figur des Monroe Stahr (Robert De Niro), Produktionschef der International World Films, eines der größten Studios im Hollywood der 1930er Jahre, ist angelehnt an Irving Thalberg, der eine vergleichbare Position bei MGM innehatte. Stahr, Erfinder der hierarchischen Arbeitsteilung im Studiosystem, eingeschworener Gegner des künstlerischen Mitspracherechts für Untergebene, unbeschränkter Herrscher im Atelier wie im Vorführraum, wird in diversen Situationen gezeigt, die schlaglichtartig seine Persönlichkeit beschreiben: wie er einem verunsicherten Star (Tony Curtis) über Potenzprobleme hinweghilft, wie er eine kapriziöse Diva (Jeanne Moreau) umschmeichelt, wie er einen unfähigen Regisseur (Dana Andrews) entläßt, wie er einem frustrierten Autor (Donald Pleasence) das Geheimnis des Kinos erklärt, wie er den skeptischen Studioboß (Robert Mitchum) in Schach hält, wie er betrunken einen radikalen Gewerkschafter (Jack Nicholson) attackiert, wie er eine Frau umgarnt, die ihn an seine verstorbene Gattin erinnert. Stahrs Leidenschaft für die enigmatische Kathleen Moore (Ingrid Boulting) entspricht seiner Obsession für das Medium Film, und wie ein Kinostück arrangiert er denn auch die Affäre mit der geisterhaft wirkenden Schönen, die sich ihm letztendlich entzieht. Elia Kazans sorgfältig-stilbewußte, unterkühlt-langsame Inszenierung der episodisch strukturierten Milieu- und Charakterstudie verfolgt das Schicksal des zwiespältigen Helden bis zu seinem unvermeidlichen Sturz, wobei das Ausmalen (un-)romantischer Stimmungen die Darstellung der in der Filmmetropole waltenden (Produktions-)Verhältnisse immer wieder in den Hintergrund treten läßt. PS: »All writers are children. Fifty percent are drunks. And up till very recently, writers in Hollywood were gag-men; most of them are still gag-men, but we call them writers.«
R Elia Kazan B Harold Pinter V F. Scott Fitzgerald K Victor J. Kemper M Maurice Jarre A Gene Callahan S Richard Marks P Sam Spiegel D Robert De Niro, Ingrid Boulting, Robert Mitchum, Theresa Russell, Ray Milland, Donald Pleasence, Jack Nicholson, Jeanne Moreau, Tony Curtis | USA | 123 min | 1:1,85 | f | 26. August 1976
# 1045 | 16. Februar 2017
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26.8.76
The Last Tycoon (Elia Kazan, 1976)
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8.8.75
Farewell, My Lovely (Dick Richards, 1975)
Fahr zur Hölle, Liebling
»What a world.« Er bräuchte einen Drink, er bräuchte eine Lebensversicherung, er bräuchte Urlaub ... und alles, was er hat, sind ein Mantel, ein Hut und eine Knarre. Dick Richards (zu Ruhm gekommen als Fotograf und Werbefilmer) nutzt Chandlers unerhört verwickelte Geschichte des (doppelten) Abschieds von einem Leben und von einer Liebe als Vorlage für eine melancholisch-süffisante (und ziemlich stylishe) Retro-Noir-Etüde, deren (alp-)traumhafte Stimmung sich vor allem einem sinnlich-coolen Jazz-Score (David Shire), den dunkel-nostalgischen Technicolor-Bildern (John A. Alonzo) und ihrem Hauptdarsteller verdankt: Robert Mitchum, legendärer Star schwarzer Kino-Klassiker wie »Out of the Past«, »Angel Face« oder »The Night of the Hunter«, wird in der Rolle des nicht minder legendären Hardboiled-Detektivs zum leibhaftigen Wiedergänger einer fernen Epoche, dessen Erscheinen die hochpolierte Pulpstory um eine verschwundene Perlenkette und eine verschwundene Frau in die Vision einer verschwundenen Welt verwandelt, die sich bei aller nostalgischen Verklärung als genau so korrupt und desolat erweist wie die Ära von Vietnam und Watergate. So wird Richards’ Adaption – trotz der wie in Dmytryks 1944er-Fassung vorgenommenen Simplifizierung der Vorlage – zu einer Art filmischem Doppelspiegel, der Stimmungen und Mentalitäten von Vergangenheit und Gegenwart zu einem irisierenden Bild zusammenfließen läßt. »I wished it was part of my nightmare, but it wasn’t.«
R Dick Richards B David Zelag Goodman V Raymond Chandler K John A. Alonzo M David Shire A Dean Tavoularis S Joel Cox, Walter Thompson P Jerry Bruckheimer, George Pappas D Robert Mitchum, Charlotte Rampling, Jack O’Halloran, John Ireland, Sylvia Miles | USA | 95 min | 1:1,85 | f | 8. August 1975
# 1147 | 2. Februar 2019
»What a world.« Er bräuchte einen Drink, er bräuchte eine Lebensversicherung, er bräuchte Urlaub ... und alles, was er hat, sind ein Mantel, ein Hut und eine Knarre. Dick Richards (zu Ruhm gekommen als Fotograf und Werbefilmer) nutzt Chandlers unerhört verwickelte Geschichte des (doppelten) Abschieds von einem Leben und von einer Liebe als Vorlage für eine melancholisch-süffisante (und ziemlich stylishe) Retro-Noir-Etüde, deren (alp-)traumhafte Stimmung sich vor allem einem sinnlich-coolen Jazz-Score (David Shire), den dunkel-nostalgischen Technicolor-Bildern (John A. Alonzo) und ihrem Hauptdarsteller verdankt: Robert Mitchum, legendärer Star schwarzer Kino-Klassiker wie »Out of the Past«, »Angel Face« oder »The Night of the Hunter«, wird in der Rolle des nicht minder legendären Hardboiled-Detektivs zum leibhaftigen Wiedergänger einer fernen Epoche, dessen Erscheinen die hochpolierte Pulpstory um eine verschwundene Perlenkette und eine verschwundene Frau in die Vision einer verschwundenen Welt verwandelt, die sich bei aller nostalgischen Verklärung als genau so korrupt und desolat erweist wie die Ära von Vietnam und Watergate. So wird Richards’ Adaption – trotz der wie in Dmytryks 1944er-Fassung vorgenommenen Simplifizierung der Vorlage – zu einer Art filmischem Doppelspiegel, der Stimmungen und Mentalitäten von Vergangenheit und Gegenwart zu einem irisierenden Bild zusammenfließen läßt. »I wished it was part of my nightmare, but it wasn’t.«
R Dick Richards B David Zelag Goodman V Raymond Chandler K John A. Alonzo M David Shire A Dean Tavoularis S Joel Cox, Walter Thompson P Jerry Bruckheimer, George Pappas D Robert Mitchum, Charlotte Rampling, Jack O’Halloran, John Ireland, Sylvia Miles | USA | 95 min | 1:1,85 | f | 8. August 1975
# 1147 | 2. Februar 2019
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23.10.68
Secret Ceremony (Joseph Losey, 1968)
Die Frau aus dem Nichts
»Hush, little baby, cry no more. / Father’s gone fishing, / Mother’s a whore. / Back in the morning, to guard your life, / With two short prayers and a carving knife.« Eine hysterische Gruselposse, eine spieluhrenhafte Mißbrauchstragödie, eine trivial-kaputte Familienfarce, ein vulgär-barocker Horrorhaus-Streifen – »Secret Ceremony« erzählt ein schauderbares Mutter-Tochter-Drama (in dem sowohl Mutter als auch Tochter lange vor Beginn der eigentlichen Handlung gestorben sind) als grob-verfeinertes Psycho-Grand-Guignol, das auf höchstem Niveau (Drehbuch: George Tabori) die niedrigsten Instinkte befriedigt: Die üppige Prostituierte Leonora (Elizabeth Taylor) hat ihre kleine Tochter verloren, die zartgliedrige Millionenerbin Cenci (Mia Farrow) hat ihre schöne Mutter begraben. Auf dem Oberdeck eines Busses begegnen sich die beiden verwaisten Geschöpfe zum ersten Mal, auf einem Friedhof fallen sie sich, im Gegenüber das Verlorene erkennend, schluchzend in die Arme. Cenci nimmt Leonora mit, in das riesige Anwesen, in dem sie ganz alleine lebt, eine schwülstige Art-Nouveau-Monstrosität, eine wüste Entladung buntschillernder Fliesen, irisierender Bleiverglasungen, schimmernder Mosaiken, die zum zwielichtig-verwinkelten Schauplatz für ein zwielichtig-verwinkeltes Katz-und-Maus-Spiel der Berührung und der Verweigerung, der Berechnung und der Verzückung wird. Einen Angriff gieriger Tanten auf die künstliche Mutter-Tochter-Intimität kann Leonora abwehren, doch spätestens mit dem Auftritt von Cencis päderastischem Stiefvater Albert (Robert Mitchum in der wohl abseitigsten Rolle seiner Karriere) verwandelt sich der spukige nursery rhyme in heillose gothic fiction … »Secret Ceremony« ist ein unergründlich oberflächlicher, ein meisterhaft mißtönender Film am Rande des Nervenzusammenbruchs, von Joseph Losey inszeniert nach der Prämisse des infamen Verderbers Albert: »Sometimes one has to choose between good taste and being a human being.«
R Joseph Losey B George Tabori V Marco Denevi K Gerry Fischer M Richard Rodney Bennett A Richard Macdonald S Reginald Beck P John Heyman, Norman Priggen D Elizabeth Taylor, Mia Farrow, Robert Mitchum, Peggy Ashcroft, Pamela Brown | UK | 105 min | 1:1,85 | f | 23. Oktober 1968
»Hush, little baby, cry no more. / Father’s gone fishing, / Mother’s a whore. / Back in the morning, to guard your life, / With two short prayers and a carving knife.« Eine hysterische Gruselposse, eine spieluhrenhafte Mißbrauchstragödie, eine trivial-kaputte Familienfarce, ein vulgär-barocker Horrorhaus-Streifen – »Secret Ceremony« erzählt ein schauderbares Mutter-Tochter-Drama (in dem sowohl Mutter als auch Tochter lange vor Beginn der eigentlichen Handlung gestorben sind) als grob-verfeinertes Psycho-Grand-Guignol, das auf höchstem Niveau (Drehbuch: George Tabori) die niedrigsten Instinkte befriedigt: Die üppige Prostituierte Leonora (Elizabeth Taylor) hat ihre kleine Tochter verloren, die zartgliedrige Millionenerbin Cenci (Mia Farrow) hat ihre schöne Mutter begraben. Auf dem Oberdeck eines Busses begegnen sich die beiden verwaisten Geschöpfe zum ersten Mal, auf einem Friedhof fallen sie sich, im Gegenüber das Verlorene erkennend, schluchzend in die Arme. Cenci nimmt Leonora mit, in das riesige Anwesen, in dem sie ganz alleine lebt, eine schwülstige Art-Nouveau-Monstrosität, eine wüste Entladung buntschillernder Fliesen, irisierender Bleiverglasungen, schimmernder Mosaiken, die zum zwielichtig-verwinkelten Schauplatz für ein zwielichtig-verwinkeltes Katz-und-Maus-Spiel der Berührung und der Verweigerung, der Berechnung und der Verzückung wird. Einen Angriff gieriger Tanten auf die künstliche Mutter-Tochter-Intimität kann Leonora abwehren, doch spätestens mit dem Auftritt von Cencis päderastischem Stiefvater Albert (Robert Mitchum in der wohl abseitigsten Rolle seiner Karriere) verwandelt sich der spukige nursery rhyme in heillose gothic fiction … »Secret Ceremony« ist ein unergründlich oberflächlicher, ein meisterhaft mißtönender Film am Rande des Nervenzusammenbruchs, von Joseph Losey inszeniert nach der Prämisse des infamen Verderbers Albert: »Sometimes one has to choose between good taste and being a human being.«
R Joseph Losey B George Tabori V Marco Denevi K Gerry Fischer M Richard Rodney Bennett A Richard Macdonald S Reginald Beck P John Heyman, Norman Priggen D Elizabeth Taylor, Mia Farrow, Robert Mitchum, Peggy Ashcroft, Pamela Brown | UK | 105 min | 1:1,85 | f | 23. Oktober 1968
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Mia Farrow,
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23.12.60
The Grass Is Greener (Stanley Donen, 1960)
Vor Hausfreunden wird gewarnt
Die guten alten Zeiten sind vorbei: Der finanzschwache Earl of Ryhall (Cary Grant) muß sein Stammschloß der Öffentlichkeit zugänglich machen, die Countess (Deborah Kerr) züchtet Champignons, um die notorisch klamme Familienkasse zu füllen. Ein amerikanischer Ölbaron (Robert Mitchum) macht der Dame des Hauses den Hof, der gehörnte Gatte ergreift zur Rettung von Ehe und Ehre schließlich standesgemäße Maßnahmen … Zwar bringt die ländlich-(un)sittliche Salon-Komödie diverse Gegensätzlichkeiten ins Spiel (altes Geld – neues Geld, alte Welt – neue Welt, alte Liebe – neue Liebe), doch betrachtet Stanley Donen weder das Verhältnis der Geschlechter noch die Problematik der anglo-amerikanische Beziehungen mit allzu viel Neugier. Farbe gewinnt das betulich eingerichtete Dialogstück vor allem durch die extravaganten Dior-Roben einer mit den Ryhalls befreundeten Londoner Society-Lady (Jean Simmons) und dank der ironischen Standesdünkel eines literarisch ambitionierten Butlers.
R Stanley Donen B Hugh Williams, Margaret Vyner V Hugh Williams, Margaret Vyner K Christopher Challis M Noël Coward A Paul Sherr S James Clark P Stanley Donen D Cary Grant, Deborah Kerr, Robert Mitchum, Jean Simmons, Moray Watson | UK | 104 min | 1:2,35 | f | 23. Dezember 1960
# 834 | 14. Februar 2014
Die guten alten Zeiten sind vorbei: Der finanzschwache Earl of Ryhall (Cary Grant) muß sein Stammschloß der Öffentlichkeit zugänglich machen, die Countess (Deborah Kerr) züchtet Champignons, um die notorisch klamme Familienkasse zu füllen. Ein amerikanischer Ölbaron (Robert Mitchum) macht der Dame des Hauses den Hof, der gehörnte Gatte ergreift zur Rettung von Ehe und Ehre schließlich standesgemäße Maßnahmen … Zwar bringt die ländlich-(un)sittliche Salon-Komödie diverse Gegensätzlichkeiten ins Spiel (altes Geld – neues Geld, alte Welt – neue Welt, alte Liebe – neue Liebe), doch betrachtet Stanley Donen weder das Verhältnis der Geschlechter noch die Problematik der anglo-amerikanische Beziehungen mit allzu viel Neugier. Farbe gewinnt das betulich eingerichtete Dialogstück vor allem durch die extravaganten Dior-Roben einer mit den Ryhalls befreundeten Londoner Society-Lady (Jean Simmons) und dank der ironischen Standesdünkel eines literarisch ambitionierten Butlers.
R Stanley Donen B Hugh Williams, Margaret Vyner V Hugh Williams, Margaret Vyner K Christopher Challis M Noël Coward A Paul Sherr S James Clark P Stanley Donen D Cary Grant, Deborah Kerr, Robert Mitchum, Jean Simmons, Moray Watson | UK | 104 min | 1:2,35 | f | 23. Dezember 1960
# 834 | 14. Februar 2014
3.3.60
Home from the Hill (Vincente Minnelli, 1960)
Erbe des Blutes
Melodrama um die dysfunktionale texanische Familie Hunnicutt, angesiedelt irgendwo zwischen Aischylos und Seifenoper: Robert Mitchum als viriler Patriarch auf der Jagd nach Frauen und Wild; Eleanor Parker als seine desillusioniert-widersetzliche Gemahlin; George Hamilton als sein sensibler Erbe; George Peppard als sein natürlicher Sohn und einzig menschliches Wesen in diesem vermögenden Elend. »Home from the Hill« schildert in panoramischer Breite einen eiskalten Ehekrieg, ausgetragen auf dem Rücken des vorgeblich geliebten Nachkommen, der sich schließlich in demselben Teufelskreis wiederfindet, den die Eltern zeit ihres Lebens durchliefen. Vincente Minnelli entfaltet einmal mehr sein Talent, mittels stilisierter Settings nicht nur Stimmung zu machen, sondern zugleich Bedeutung zu transportieren und Personen zu charakterisieren: Mitchums Salon etwa – blutrot tapeziert, voller Hunde, Trophäen und Waffen – spricht von Macht und Selbstgewißheit, aber auch von Gewalt und Tod. Und der Tod lächelt uns alle an ...
R Vincente Minnelli B Harriet Frank Jr., Irving Ravetch V William Humphrey K Milton Krasner M Bronislau Kaper A Preston Ames, George W. Davis S Harold F. Krass P Sol C. Siegel, Edmund Grainger D Robert Mitchum, Eleanor Parker, George Peppard, George Hamilton, Everett Sloane | USA | 150 min | 1:2,35 | f | 3. März 1960
Melodrama um die dysfunktionale texanische Familie Hunnicutt, angesiedelt irgendwo zwischen Aischylos und Seifenoper: Robert Mitchum als viriler Patriarch auf der Jagd nach Frauen und Wild; Eleanor Parker als seine desillusioniert-widersetzliche Gemahlin; George Hamilton als sein sensibler Erbe; George Peppard als sein natürlicher Sohn und einzig menschliches Wesen in diesem vermögenden Elend. »Home from the Hill« schildert in panoramischer Breite einen eiskalten Ehekrieg, ausgetragen auf dem Rücken des vorgeblich geliebten Nachkommen, der sich schließlich in demselben Teufelskreis wiederfindet, den die Eltern zeit ihres Lebens durchliefen. Vincente Minnelli entfaltet einmal mehr sein Talent, mittels stilisierter Settings nicht nur Stimmung zu machen, sondern zugleich Bedeutung zu transportieren und Personen zu charakterisieren: Mitchums Salon etwa – blutrot tapeziert, voller Hunde, Trophäen und Waffen – spricht von Macht und Selbstgewißheit, aber auch von Gewalt und Tod. Und der Tod lächelt uns alle an ...
R Vincente Minnelli B Harriet Frank Jr., Irving Ravetch V William Humphrey K Milton Krasner M Bronislau Kaper A Preston Ames, George W. Davis S Harold F. Krass P Sol C. Siegel, Edmund Grainger D Robert Mitchum, Eleanor Parker, George Peppard, George Hamilton, Everett Sloane | USA | 150 min | 1:2,35 | f | 3. März 1960
13.11.47
Out of the Past (Jacques Tourneur, 1947)
Goldenes Gift
Sie: »I don't want to die.« Er: »Neither do I, Baby, but if I have to, I'm going to die last.« Jacques Tourneur bringt einen (vielleicht sogar: den) archetypischen film noir an den Start: hard-boiled Melodram und romantischer Thriller, unübersichtlich-geschickt konstruiert (Buch: Daniel Mainwaring), finster-leuchtend fotografiert (Kamera: Nicholas Musuraca) – ein tödliches Schicksalsspiel voller sentimentaler Reminiszenen und knochentrockener Dialoge. Falsche Liebe und echte Treulosigkeit, grelle Nächte und dunkle Tage, doppelte Whiskys und dreifacher Betrug – in der nur oberflächlich betrachtet komplizierten Handlung treiben sich herum: ein tough guy auf der Flucht vor seinem früheren Leben (Robert Mitchum), eine femme fatale mit unberührbarem Gewissen (Jane Greer), ein gefährlich grinsender mobster ohne falsche Skrupel (Kirk Douglas), eine einfache Frau, die alles versteht (Rhonda Fleming), ein taubstummer Junge, der alles weiß (Dickie Moore). Die Gespenster der Vergangenheit geben sich ein melancholisches Stelldichein, die Lebenden formieren sich zum Totentanz, der Mut der Verzweiflung ist nichts anders als noble Resignation: Es gibt kein Entrinnen, nicht vor den anderen, nicht vor sich selbst. »Out of the Past« – into the doom …
R Jacques Tourneur B Daniel Mainwaring V Daniel Mainwaring K Nicholas Musuraca M Roy Webb A Albert S. D’Agostino S Samuel E. Beetley P Warren Duff D Robert Mitchum, Jane Greer, Kirk Douglas, Rhonda Fleming, Richard Webb | USA | 97 min | 1:1,37 | sw | 13. November 1947
Sie: »I don't want to die.« Er: »Neither do I, Baby, but if I have to, I'm going to die last.« Jacques Tourneur bringt einen (vielleicht sogar: den) archetypischen film noir an den Start: hard-boiled Melodram und romantischer Thriller, unübersichtlich-geschickt konstruiert (Buch: Daniel Mainwaring), finster-leuchtend fotografiert (Kamera: Nicholas Musuraca) – ein tödliches Schicksalsspiel voller sentimentaler Reminiszenen und knochentrockener Dialoge. Falsche Liebe und echte Treulosigkeit, grelle Nächte und dunkle Tage, doppelte Whiskys und dreifacher Betrug – in der nur oberflächlich betrachtet komplizierten Handlung treiben sich herum: ein tough guy auf der Flucht vor seinem früheren Leben (Robert Mitchum), eine femme fatale mit unberührbarem Gewissen (Jane Greer), ein gefährlich grinsender mobster ohne falsche Skrupel (Kirk Douglas), eine einfache Frau, die alles versteht (Rhonda Fleming), ein taubstummer Junge, der alles weiß (Dickie Moore). Die Gespenster der Vergangenheit geben sich ein melancholisches Stelldichein, die Lebenden formieren sich zum Totentanz, der Mut der Verzweiflung ist nichts anders als noble Resignation: Es gibt kein Entrinnen, nicht vor den anderen, nicht vor sich selbst. »Out of the Past« – into the doom …
R Jacques Tourneur B Daniel Mainwaring V Daniel Mainwaring K Nicholas Musuraca M Roy Webb A Albert S. D’Agostino S Samuel E. Beetley P Warren Duff D Robert Mitchum, Jane Greer, Kirk Douglas, Rhonda Fleming, Richard Webb | USA | 97 min | 1:1,37 | sw | 13. November 1947
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