Das gibt’s nie wieder
»Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.« Die Zeit des Filmmusicals waren die 30er, 40er und 50er Jahre des 20. Jahrhunderts; der Ort dieses Vornehmens war das Studio Metro-Goldwyn-Mayer (»More stars than there are in heaven.«) in Hollywood, California. Lange, lange nach dem heyday des Genres, zu ihrem 50. Geburtstag im Jahre 1974, schenkte sich die glorreichste aller Traumfabriken einen Zusammenschnitt der Gipfelpunkte ihrer Kunstproduktion, moderiert von älter gewordenen Berühmtheiten (Astaire, Crosby, Kelly, Reynolds, Rooney, Sinatra), die in den Trümmern des legendären MGM-backlots der Ära ihres Ruhms gedenken. Vordergründig ein fidel-melancholischer Singin’-and-dancin’-Porno, der nur aus den Cumshots eines (be)rauschenden Gestern besteht, macht »That’s Entertainment!« auf faszinierende Art und Weise anschaulich, wie das Musical in seinem formal entfesselten audiovisuellen Wahnsinn zum »absoluten« Film wird: Unterhaltung als reine Rhythmisierung von Farbe, Form und Ton – Ausstattungskino als Triumph der Transzendenz.
R Jack Haley Jr. B Jack Haley Jr. K Ernest Laszlo, Russell Metty M Henry Mancini S Bud Friedgen P Jack Haley Jr. D Fred Astaire, Bing Crosby, Gene Kelly, Peter Lawford, Liza Minnelli | USA | 135 min | 1:1,85 | f | 23. Mai 1974
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23.5.74
8.3.67
Les demoiselles de Rochefort (Jacques Demy, 1967)
Die Mädchen von Rochefort
»Aimer la vie, aimer les fleurs, / Aimer les rires et les pleurs, / Aimer le jour, aimer la nuit, / Aimer le soleil et la pluie …« Gewiß, es gibt auch so etwas wie eine Fabel in »Les demoiselles de Rochefort« – Delphine und Solange, Zwillingsschwestern (gespielt von den Schwestern Catherine Deneuve und Françoise Dorléac in ihrem einzigen gemeinsamen Film), geboren unter dem Zeichen der Zwillinge, blonde Tänzerin die eine, rothaarige Pianistin die andere, sind auf der Suche nach dem Traumprinzen, derweil zwei Männer, Maxence (Jacques Perrin), ein romantischer Seemann, und Andy (Gene Kelly), ein amerikanischer Komponist, nach der Frau fürs Leben fahnden –, aber wie in (fast) jeder musikalischen Komödie dient das Handlungsgerüst in allererster Linie als Schnur, auf die, mit poetischem Stilwillen und unbändiger Spielfreude, Situationen und Gefühle, Augenblicke und Energien gefädelt werden. »… Aimer l'hiver, aimer le vent, / Aimer les villes et les champs, / Aimer la mer, aimer le feu, / Aimer la terre pour être heureux.« Jacques Demy setzt eine ganze Stadt Bewegung, streicht Fassaden und Fensterläden in süßesten Pastelltönen (Dekor: Bernard Evain – inspiriert von Raoul Dufy), er steckt die Frauen in knallbunte Kleider und setzt ihnen fantastische Hüte auf, er läßt die Herren durch Straßen und über Plätze tanzen, während Michel Legrand die furiose Jagd nach dem Glück in überirdisch-außerzeitliche, dabei ganz im Hier und Jetzt eines hochsommerlichen Provinznests verortete Melodien kleidet – Herzen im Fieber, Transzendenz der Existenz. Eine wolkenlose Breitwand-Vision von Schaustellern und Matrosen, von Müttern und Mördern, von Künstlern und Krämern, von lächerlichen Namen und von der Liebe, die (wohlmeinend, wie es scheint) ihr Gesetzt diktiert. PS: »Dans la vie tout nous est facile.«
R Jacques Demy B Jacques Demy K Ghislain Cloquet M Michel Legrand A Bernard Evein S Jean Hamon P Mag Bodard D Catherine Deneuve, Françoise Dorléac, Jacques Perrin, Gene Kelly, Danielle Darrieux, Michel Piccoli | F | 120 min | 1:2,35 | f | 8. März 1967
»Aimer la vie, aimer les fleurs, / Aimer les rires et les pleurs, / Aimer le jour, aimer la nuit, / Aimer le soleil et la pluie …« Gewiß, es gibt auch so etwas wie eine Fabel in »Les demoiselles de Rochefort« – Delphine und Solange, Zwillingsschwestern (gespielt von den Schwestern Catherine Deneuve und Françoise Dorléac in ihrem einzigen gemeinsamen Film), geboren unter dem Zeichen der Zwillinge, blonde Tänzerin die eine, rothaarige Pianistin die andere, sind auf der Suche nach dem Traumprinzen, derweil zwei Männer, Maxence (Jacques Perrin), ein romantischer Seemann, und Andy (Gene Kelly), ein amerikanischer Komponist, nach der Frau fürs Leben fahnden –, aber wie in (fast) jeder musikalischen Komödie dient das Handlungsgerüst in allererster Linie als Schnur, auf die, mit poetischem Stilwillen und unbändiger Spielfreude, Situationen und Gefühle, Augenblicke und Energien gefädelt werden. »… Aimer l'hiver, aimer le vent, / Aimer les villes et les champs, / Aimer la mer, aimer le feu, / Aimer la terre pour être heureux.« Jacques Demy setzt eine ganze Stadt Bewegung, streicht Fassaden und Fensterläden in süßesten Pastelltönen (Dekor: Bernard Evain – inspiriert von Raoul Dufy), er steckt die Frauen in knallbunte Kleider und setzt ihnen fantastische Hüte auf, er läßt die Herren durch Straßen und über Plätze tanzen, während Michel Legrand die furiose Jagd nach dem Glück in überirdisch-außerzeitliche, dabei ganz im Hier und Jetzt eines hochsommerlichen Provinznests verortete Melodien kleidet – Herzen im Fieber, Transzendenz der Existenz. Eine wolkenlose Breitwand-Vision von Schaustellern und Matrosen, von Müttern und Mördern, von Künstlern und Krämern, von lächerlichen Namen und von der Liebe, die (wohlmeinend, wie es scheint) ihr Gesetzt diktiert. PS: »Dans la vie tout nous est facile.«
R Jacques Demy B Jacques Demy K Ghislain Cloquet M Michel Legrand A Bernard Evein S Jean Hamon P Mag Bodard D Catherine Deneuve, Françoise Dorléac, Jacques Perrin, Gene Kelly, Danielle Darrieux, Michel Piccoli | F | 120 min | 1:2,35 | f | 8. März 1967
8.8.54
Brigadoon (Vincente Minnelli, 1954)
Brigadoon
Die Fabel von den zwei New Yorkern Tommy und Jeff (Gene Kelly und Van Johnson), die auf einer Wanderung durch die schottischen Highlands vom Weg abkommen und in ein verwunschenes Dorf geraten, das nur alle hundert Jahre für einen Tag aus dem Nebel der Zeit auftaucht, thematisiert (in süffigen Farben, inszenatorisch jedoch sehr bedächtig) die Relation von Vernunft und Glauben, den Widerstreit von Zynismus und Romantik. Komplett im Studio realisiert (Bauten: Preston Ames), erzählt das wehmütig-zarte Musical-Märchen von einem langsamen, aber letztlich entschlossenen Abschied aus der wirklichen Welt. Die luftige Wahrheit des Traums triumphiert über die schweren Dinge des Lebens: Tommy und Fiona (Cyd Charisse als ländliche Schöne) tanzen über die synthetische Heide und durch das künstliche Dorf hinein ins ewige Glück: »There’s a smile on my face for the whole human race!«
R Vincente Minnelli B Alan Jay Lerner K Joseph Ruttenberg M Frederick Loewe A Preston Ames, Cedric Gibbons S Albert Akst P Arthur Freed D Gene Kelly, Cyd Charisse, Van Johnson, Elaine Stewart, Barry Jones | USA | 108 min | 1:2,35 | f | 8. September 1954
Die Fabel von den zwei New Yorkern Tommy und Jeff (Gene Kelly und Van Johnson), die auf einer Wanderung durch die schottischen Highlands vom Weg abkommen und in ein verwunschenes Dorf geraten, das nur alle hundert Jahre für einen Tag aus dem Nebel der Zeit auftaucht, thematisiert (in süffigen Farben, inszenatorisch jedoch sehr bedächtig) die Relation von Vernunft und Glauben, den Widerstreit von Zynismus und Romantik. Komplett im Studio realisiert (Bauten: Preston Ames), erzählt das wehmütig-zarte Musical-Märchen von einem langsamen, aber letztlich entschlossenen Abschied aus der wirklichen Welt. Die luftige Wahrheit des Traums triumphiert über die schweren Dinge des Lebens: Tommy und Fiona (Cyd Charisse als ländliche Schöne) tanzen über die synthetische Heide und durch das künstliche Dorf hinein ins ewige Glück: »There’s a smile on my face for the whole human race!«
R Vincente Minnelli B Alan Jay Lerner K Joseph Ruttenberg M Frederick Loewe A Preston Ames, Cedric Gibbons S Albert Akst P Arthur Freed D Gene Kelly, Cyd Charisse, Van Johnson, Elaine Stewart, Barry Jones | USA | 108 min | 1:2,35 | f | 8. September 1954
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Charisse,
Gene Kelly,
Lerner,
Musical,
Phantastik,
Romanze,
Schottland,
Vincente Minnelli
27.3.52
Singin' in the Rain (Stanley Donen & Gene Kelly, 1952)
Du sollst mein Glücksstern sein
»If we bring a little joy into your humdrum lives, it makes us feel as though our hard work ain’t been in vain for nothin’.« Zwei Jahre nach Paramounts düster-sarkastischer Hollywood-Autopsie »Sunset Blvd.« (ein Werk, für das Regisseur Billy Wilder laut Filmzar Louis B. Mayer ausgepeitscht gehört hätte) kontert MGM mit dem funkelnd-affirmativen Dream-factory-Märchen »Singin’ in the Rain«. Produzent Arthur Freed und seine Regiegenies Stanley Donen und Gene Kelly setzen ein technicolorsattes, furios choreographiertes Musical gegen den schrillen, melodramatischen film noir, sie erwidern die bitter-ironische Geisterbeschwörung mit bissig-fröhlicher Legendenbildung. Die Tonfilm-Revolution der späten 1920er Jahre (»Notice, it is a picture of me and I am talking.«) bildet den historischen Hintergrund für eine phänomenale musikalisch-tänzerische Nummernrevue sowie für die, den ganzen Eskapismus locker zusammenbindende, prickelnde Romanze zwischen einem Star (glänzend: Kelly) und einem Sternchen (zuckersüß: Debbie Reynolds). Donald O’Connor (als immer gutgelaunter Sidekick) singt und tanzt sich mit seiner durchgeknallten Soloperformance »Make ’Em Laugh« in die Annalen der Filmgeschichte; die von Jean Hagen mitleidlos dargestellte prototypische Stummfilmdiva (»What's wrong with the way I talk?«) piepst und quäkt dem Sturz ins Vergessen entgegen. (Wer dächte da nicht an Norma Desmond, the famous star of yesteryear, und ihr Wachsfigurenkabinett?) »Sunset Blvd.« und »Singin’ in the Rain«: Schatten und Licht, Elend und Glanz, zwei Seiten einer Medaille – die eine nicht ohne die andere zu haben, und beide viel bigger than life. PS: »I don't go to the movies much. If you've seen one you've seen them all.«
R Stanley Donen, Gene Kelly B Betty Comden, Adolph Green K Harold Rossen M diverse A Cedric Gibbons, Randall Duell S Adrienne Fazan P Arthur Freed D Gene Kelly, Donald O’Connor, Debbie Reynolds, Jean Hagen, Cyd Charisse | USA | 103 min | 1:1,37 | f | 27. März 1952
»If we bring a little joy into your humdrum lives, it makes us feel as though our hard work ain’t been in vain for nothin’.« Zwei Jahre nach Paramounts düster-sarkastischer Hollywood-Autopsie »Sunset Blvd.« (ein Werk, für das Regisseur Billy Wilder laut Filmzar Louis B. Mayer ausgepeitscht gehört hätte) kontert MGM mit dem funkelnd-affirmativen Dream-factory-Märchen »Singin’ in the Rain«. Produzent Arthur Freed und seine Regiegenies Stanley Donen und Gene Kelly setzen ein technicolorsattes, furios choreographiertes Musical gegen den schrillen, melodramatischen film noir, sie erwidern die bitter-ironische Geisterbeschwörung mit bissig-fröhlicher Legendenbildung. Die Tonfilm-Revolution der späten 1920er Jahre (»Notice, it is a picture of me and I am talking.«) bildet den historischen Hintergrund für eine phänomenale musikalisch-tänzerische Nummernrevue sowie für die, den ganzen Eskapismus locker zusammenbindende, prickelnde Romanze zwischen einem Star (glänzend: Kelly) und einem Sternchen (zuckersüß: Debbie Reynolds). Donald O’Connor (als immer gutgelaunter Sidekick) singt und tanzt sich mit seiner durchgeknallten Soloperformance »Make ’Em Laugh« in die Annalen der Filmgeschichte; die von Jean Hagen mitleidlos dargestellte prototypische Stummfilmdiva (»What's wrong with the way I talk?«) piepst und quäkt dem Sturz ins Vergessen entgegen. (Wer dächte da nicht an Norma Desmond, the famous star of yesteryear, und ihr Wachsfigurenkabinett?) »Sunset Blvd.« und »Singin’ in the Rain«: Schatten und Licht, Elend und Glanz, zwei Seiten einer Medaille – die eine nicht ohne die andere zu haben, und beide viel bigger than life. PS: »I don't go to the movies much. If you've seen one you've seen them all.«
R Stanley Donen, Gene Kelly B Betty Comden, Adolph Green K Harold Rossen M diverse A Cedric Gibbons, Randall Duell S Adrienne Fazan P Arthur Freed D Gene Kelly, Donald O’Connor, Debbie Reynolds, Jean Hagen, Cyd Charisse | USA | 103 min | 1:1,37 | f | 27. März 1952
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Musical,
Romanze
26.8.51
An American in Paris (Vincente Minnelli, 1951)
Ein Amerikaner in Paris
Als »American in Paris« figuriert der Maler Jerry (»Back home every-one said I didn’t have any talent. They might be saying the same thing over here but it sounds better in French.« – Gene Kelly), Lustobjekt der schwerreich-kunstsinnigen Milo (»As in Venus de…« – Nina Foch) und verhinderter Liebhaber der ätherischen Lise (»I don’t like to talk about myself.« – Leslie Caron). Oscar »Schizophrenia beats dining alone« Levant, das vielleicht bissigste Knautschgesicht Hollywoods, spielt Jerrys Kumpel Adam, einen Pianisten ohne Engagement: »Did I ever tell you about the time I gave a command performance for Hitler?« Regisseur Vincente Minnelli, Szenarist Alan Jay Lerner und Produzent Arthur Freed tun erst gar nicht so, als hätten sie eine Story zu erzählen – sie spannen einfach eine filmische Leine, auf die sie ein paar frischgewaschene Gershwin-Songs hängen. Die Inszenierung der titelgeben den Tondichtung als viertelstündiges Ballett ist nicht nur das Glanzstück des Werks sondern Gipfelpunkt der Geschichte des Kinomusicals: die rasant-schwebende Choreographie (Gene Kelly), die pittoresken Dekorationen (Preston Ames) nach Vorbildern von Dufy, Renoir, Rousseau und Toulouse-Lautrec und die ausdrucksstarke Technicolor-Malerei (Kamera: John Alton) erschaffen eine aus Raum und Zeit gefallene Welt, die weder Schwerkraft noch Begrenzung zu kennen scheint.
R Vincente Minnelli B Alan Jay Lerner K Alfred Gilks, John Alton M George Gershwin A Preston Ames, Cedric Gibbons S Adrienne Fazan P Arthur Freed D Gene Kelly, Leslie Caron, Oscar Levant, Nina Foch, Georges Guétary | USA | 113 min | 1:1,37 | f | 26. August 1951
Als »American in Paris« figuriert der Maler Jerry (»Back home every-one said I didn’t have any talent. They might be saying the same thing over here but it sounds better in French.« – Gene Kelly), Lustobjekt der schwerreich-kunstsinnigen Milo (»As in Venus de…« – Nina Foch) und verhinderter Liebhaber der ätherischen Lise (»I don’t like to talk about myself.« – Leslie Caron). Oscar »Schizophrenia beats dining alone« Levant, das vielleicht bissigste Knautschgesicht Hollywoods, spielt Jerrys Kumpel Adam, einen Pianisten ohne Engagement: »Did I ever tell you about the time I gave a command performance for Hitler?« Regisseur Vincente Minnelli, Szenarist Alan Jay Lerner und Produzent Arthur Freed tun erst gar nicht so, als hätten sie eine Story zu erzählen – sie spannen einfach eine filmische Leine, auf die sie ein paar frischgewaschene Gershwin-Songs hängen. Die Inszenierung der titelgeben den Tondichtung als viertelstündiges Ballett ist nicht nur das Glanzstück des Werks sondern Gipfelpunkt der Geschichte des Kinomusicals: die rasant-schwebende Choreographie (Gene Kelly), die pittoresken Dekorationen (Preston Ames) nach Vorbildern von Dufy, Renoir, Rousseau und Toulouse-Lautrec und die ausdrucksstarke Technicolor-Malerei (Kamera: John Alton) erschaffen eine aus Raum und Zeit gefallene Welt, die weder Schwerkraft noch Begrenzung zu kennen scheint.
R Vincente Minnelli B Alan Jay Lerner K Alfred Gilks, John Alton M George Gershwin A Preston Ames, Cedric Gibbons S Adrienne Fazan P Arthur Freed D Gene Kelly, Leslie Caron, Oscar Levant, Nina Foch, Georges Guétary | USA | 113 min | 1:1,37 | f | 26. August 1951
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Caron,
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Romanze,
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Vincente Minnelli
8.12.49
On the Town (Stanley Donen & Gene Kelly, 1949)
Heut’ gehn wir bummeln
»New York, New York, a wonderful town. / The Bronx is up and the Battery down.« Drei Matrosen auf Landgang: einen Tag lang, von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr morgens, sind sie unterwegs in der erstaunlichsten Stadt des Universums. Zu Beginn klappern Gabey (Gene Kelly), Chip (Frank Sinatra) und Ozzie (Jules Munshin) in einer rasanten, on location gedrehten Montagenummer singend und tanzend die Sehenswürdigkeiten der Metropole ab – dann geht es um das eigentliche Ziel der (von Leonard Bernstein in Töne gesetzten) 24-Stunden-Expedition: »Somewhere in the world there’s a right girl for every boy.« Ein schnippisches Showgirl, eine forsche Taxifahrerin, eine überdrehte Anthropologin erregen die Aufmerksamkeit der Seeleute, deren Liebeswerben, -zagen, -taumeln das Regieduo Kelly/Donen und das Autorenpaar Comden/Green in ihrer ersten komödiantisch-musikalischen Zusammenarbeit (der zwei weitere folgen werden) mit unbeschwerter Ironie und Begeisterung für die irdischen und himmlichen Wunder des Großstadtbetriebs verfolgen. »The people ride in a hole in the ground. / New York, New York, it’s a wonderful town!«
R Gene Kelly, Stanley Donen B Betty Comden, Adolph Green K Harold Rosson M Leonard Bernstein, Roger Edens A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith S Ralph E. Winters P Arthur Freed D Gene Kelly, Frank Sinatra, Jules Munshin Vera-Ellen Ann Miller Betty Garrett | USA | 98 min | 1:1,37 | f | 8. Dezember 1949
# 1152 | 10. März 2019
»New York, New York, a wonderful town. / The Bronx is up and the Battery down.« Drei Matrosen auf Landgang: einen Tag lang, von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr morgens, sind sie unterwegs in der erstaunlichsten Stadt des Universums. Zu Beginn klappern Gabey (Gene Kelly), Chip (Frank Sinatra) und Ozzie (Jules Munshin) in einer rasanten, on location gedrehten Montagenummer singend und tanzend die Sehenswürdigkeiten der Metropole ab – dann geht es um das eigentliche Ziel der (von Leonard Bernstein in Töne gesetzten) 24-Stunden-Expedition: »Somewhere in the world there’s a right girl for every boy.« Ein schnippisches Showgirl, eine forsche Taxifahrerin, eine überdrehte Anthropologin erregen die Aufmerksamkeit der Seeleute, deren Liebeswerben, -zagen, -taumeln das Regieduo Kelly/Donen und das Autorenpaar Comden/Green in ihrer ersten komödiantisch-musikalischen Zusammenarbeit (der zwei weitere folgen werden) mit unbeschwerter Ironie und Begeisterung für die irdischen und himmlichen Wunder des Großstadtbetriebs verfolgen. »The people ride in a hole in the ground. / New York, New York, it’s a wonderful town!«
R Gene Kelly, Stanley Donen B Betty Comden, Adolph Green K Harold Rosson M Leonard Bernstein, Roger Edens A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith S Ralph E. Winters P Arthur Freed D Gene Kelly, Frank Sinatra, Jules Munshin Vera-Ellen Ann Miller Betty Garrett | USA | 98 min | 1:1,37 | f | 8. Dezember 1949
# 1152 | 10. März 2019
11.6.48
The Pirate (Vincente Minnelli, 1948)
Der Pirat
»There’s a pirate known to fame / Black Macoco was the pirate’s name.« Ein fahrender Schauspieler («It's hard to kill an actor.« – Gene Kelly), der vorgibt ein berüchtigter Seeräuber zu sein; ein einst berüchtigter Seeräuber (»The sound of my name was like thunder rolling in from the sea!« – Walter Slezak), der vorgibt, ein wohlhabender Ehrenmann zu sein; dazwischen Judy Garland (»Underneath this prim exterior, there are depths of emotion, romantic longings, unfulfilled dreams.«), die sich danach sehnt, von einem berüchtigten Seeräuber aus der gepflegten Langeweile ihrer Mädchenjahre erlöst zu werden. Mit allem, was MGM an Talent (Songs: Cole Porter / Technicolor-Kamera: Harry Stradling / Bauten: Jack Martin Smith / Kostüme: Irene) auf die Leinwand knallen konnte, phantasiert Vincente Minnelli nach der Devise »more is more« ein hochparodistisches, extravagant ausstaffiertes, karibisch-romantisches Swashbuckler-Musical zusammen, das in hermetischer Irrealität und budenzauberhaftem overstatement die Wechselwirkung von Tatsachen und Wunschbildern ausmalt. »And I’m ›loco‹ for Mack, Mack / Mack the Black, Macoco!«
R Vincente Minnelli B Albert Hackett, Frances Goodrich V S. N. Behrman K Harry Stradling M diverse A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith S Blanche Sewell P Arthur Freed D Judy Garland, Gene Kelly, Walter Slezak, Gladys Cooper, George Zucco | USA | 102 min | 1:1,37 | f | 11. Juni 1948
»There’s a pirate known to fame / Black Macoco was the pirate’s name.« Ein fahrender Schauspieler («It's hard to kill an actor.« – Gene Kelly), der vorgibt ein berüchtigter Seeräuber zu sein; ein einst berüchtigter Seeräuber (»The sound of my name was like thunder rolling in from the sea!« – Walter Slezak), der vorgibt, ein wohlhabender Ehrenmann zu sein; dazwischen Judy Garland (»Underneath this prim exterior, there are depths of emotion, romantic longings, unfulfilled dreams.«), die sich danach sehnt, von einem berüchtigten Seeräuber aus der gepflegten Langeweile ihrer Mädchenjahre erlöst zu werden. Mit allem, was MGM an Talent (Songs: Cole Porter / Technicolor-Kamera: Harry Stradling / Bauten: Jack Martin Smith / Kostüme: Irene) auf die Leinwand knallen konnte, phantasiert Vincente Minnelli nach der Devise »more is more« ein hochparodistisches, extravagant ausstaffiertes, karibisch-romantisches Swashbuckler-Musical zusammen, das in hermetischer Irrealität und budenzauberhaftem overstatement die Wechselwirkung von Tatsachen und Wunschbildern ausmalt. »And I’m ›loco‹ for Mack, Mack / Mack the Black, Macoco!«
R Vincente Minnelli B Albert Hackett, Frances Goodrich V S. N. Behrman K Harry Stradling M diverse A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith S Blanche Sewell P Arthur Freed D Judy Garland, Gene Kelly, Walter Slezak, Gladys Cooper, George Zucco | USA | 102 min | 1:1,37 | f | 11. Juni 1948
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18. Jahrhundert,
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Karibik,
Musical,
Piraten,
Romanze,
Vincente Minnelli
13.8.45
Ziegfeld Follies (Vincente Minnelli & George Sidney & Charles Walters, 1945)
Ziegfelds himmlische Träume
»A lovely world can be unfurled / To those who see and care.« MGM-Produzent Arthur Freed war der Walt Disney des Filmmusicals – »Ziegfeld Follies« ist sein »Fantasia«: Oben im Himmel träumt der verewigte Broadway-Impressario Florenz Ziegfeld (der gleich neben Shakespeare und P. T. Barnum residiert) von der definitiven Show – seine (und Freeds) maximalistische Nummernrevue braucht keine Handlung, sie ist ein Orgasmus der Farben, eine Explosion des Kitsches, ein Spektakel der unbegrenzten Möglichkeiten; zusammengehalten werden die Darbietungen von der schieren Lust an Künstlichkeit, an Extravaganz und an rosa Schwanenfedern. Alles, was Beine zum Tanzen, einen Mund zum Singen oder Augen zum Rollen hat, wird vor die Kamera gejagt: Judy Garland und Lucille Bremer, Red Skelton und Lucille Ball, Fanny Brice und Esther Williams, Gene Kelly und Fred Astaire (in ihrem einzigen gemeinsamen Auftritt). Neben einem bemerkenswert kafkaesken Sketch von George Sidney über einen Mann, der wegen einer Lappalie (und seines ehrgeizigen Anwalts) beinahe auf dem elektrischen Stuhl landet (»Pay the Two Dollars«), steuert Vincente Minnelli die schönsten Sequenzen bei: eine fächerumwedelte Todesphantasie aus Old Chinatown (»Limehouse Blues«); einen Pas de deux zwischen einem Juwelendieb und seinem willigen weiblichen Opfer (»This Heart of Mine«); den Pressetermin einer dramatischen Hollywoodactrice, die der Journaille ihren nächsten Film vorstellt, in dem sie die Erfinderin der Sicherheitsnadel verkörpern wird (»A Great Lady Has an Interview«). »Ziegfeld Follies« sonnt sich in edler, unschuldiger Verrücktheit – ein wahrer Klassiker des Camp. »There’s beauty everywhere / That everyone can share.«
R Vincente Minnelli, George Sidney, Charles Walters, Roy Del Ruth B Lemuel Ayers, Robert Lewis K George Folsey, Charles Rosher M diverse A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith, Merrill Pye S Albert Akst P Arthur Freed D Fred Astaire, Lucille Bremer, Fanny Brice, Judy Garland, Gene Kelly, William Powell | USA | 110 min | 1:1,37 | f | 13. August 1945
»A lovely world can be unfurled / To those who see and care.« MGM-Produzent Arthur Freed war der Walt Disney des Filmmusicals – »Ziegfeld Follies« ist sein »Fantasia«: Oben im Himmel träumt der verewigte Broadway-Impressario Florenz Ziegfeld (der gleich neben Shakespeare und P. T. Barnum residiert) von der definitiven Show – seine (und Freeds) maximalistische Nummernrevue braucht keine Handlung, sie ist ein Orgasmus der Farben, eine Explosion des Kitsches, ein Spektakel der unbegrenzten Möglichkeiten; zusammengehalten werden die Darbietungen von der schieren Lust an Künstlichkeit, an Extravaganz und an rosa Schwanenfedern. Alles, was Beine zum Tanzen, einen Mund zum Singen oder Augen zum Rollen hat, wird vor die Kamera gejagt: Judy Garland und Lucille Bremer, Red Skelton und Lucille Ball, Fanny Brice und Esther Williams, Gene Kelly und Fred Astaire (in ihrem einzigen gemeinsamen Auftritt). Neben einem bemerkenswert kafkaesken Sketch von George Sidney über einen Mann, der wegen einer Lappalie (und seines ehrgeizigen Anwalts) beinahe auf dem elektrischen Stuhl landet (»Pay the Two Dollars«), steuert Vincente Minnelli die schönsten Sequenzen bei: eine fächerumwedelte Todesphantasie aus Old Chinatown (»Limehouse Blues«); einen Pas de deux zwischen einem Juwelendieb und seinem willigen weiblichen Opfer (»This Heart of Mine«); den Pressetermin einer dramatischen Hollywoodactrice, die der Journaille ihren nächsten Film vorstellt, in dem sie die Erfinderin der Sicherheitsnadel verkörpern wird (»A Great Lady Has an Interview«). »Ziegfeld Follies« sonnt sich in edler, unschuldiger Verrücktheit – ein wahrer Klassiker des Camp. »There’s beauty everywhere / That everyone can share.«
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Bühne,
Del Ruth,
Garland,
Gene Kelly,
George Sidney,
Komödie,
Musical,
Tanz,
Vincente Minnelli,
Walters
20.3.44
Cover Girl (Charles Vidor, 1944)
Es tanzt die Göttin
»We’re a fine pair.« – »We’re a wonderful pair.« – »Aren’t we though.« Danny McGuire (Gene Kelly) und Rusty Parker (Rita Hayworth) sind ein Paar – oder sind sie es nicht? Er betreibt einen kleinen Nachtclub in Brooklyn, sie tanzt in seiner Truppe und träumt vom Broadway. Als der grauschläfige Verleger eines Hochglanzmagazins (Otto Kruger) Rusty zum »Cover Girl« kürt (weil sie ihn an den großen Schwarm seiner Jugendzeit erinnert), scheint ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung zu gehen: »A kind of an amazing thing happened last night.« Über Nacht wird das rothaarige Showgirl zum Stadtgespräch, ein namhafter Impressario rollt ihr den roten Teppich zum Ruhm aus – während für Danny (vorerst) nur ein Pas de deux mit dem eigenen Spiegelbild bleibt ... Um schnittige Songs von Jerome Kern und Ira Gershwin arrangiert Charles Vidor einen farbenfroh-ironisches Lehrstück von (un-)erfüllter Sehnsucht und (über-)mäßigem Erfolg (und von der Perle in der Auster).
R Charles Vidor B Virginia Van Upp K Rudolph Maté, Allen M. Davey M Jerome Kern A Lionel Banks, Cary Odell S Viola Lawrence P Arthur Schwartz D Rita Hayworth, Gene Kelly, Phil Silvers, Otto Kruger, Eve Arden | USA | 107 min | 1:1,37 | f | 20. März 1944
# 1145 | 13. Januar 2019
»We’re a fine pair.« – »We’re a wonderful pair.« – »Aren’t we though.« Danny McGuire (Gene Kelly) und Rusty Parker (Rita Hayworth) sind ein Paar – oder sind sie es nicht? Er betreibt einen kleinen Nachtclub in Brooklyn, sie tanzt in seiner Truppe und träumt vom Broadway. Als der grauschläfige Verleger eines Hochglanzmagazins (Otto Kruger) Rusty zum »Cover Girl« kürt (weil sie ihn an den großen Schwarm seiner Jugendzeit erinnert), scheint ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung zu gehen: »A kind of an amazing thing happened last night.« Über Nacht wird das rothaarige Showgirl zum Stadtgespräch, ein namhafter Impressario rollt ihr den roten Teppich zum Ruhm aus – während für Danny (vorerst) nur ein Pas de deux mit dem eigenen Spiegelbild bleibt ... Um schnittige Songs von Jerome Kern und Ira Gershwin arrangiert Charles Vidor einen farbenfroh-ironisches Lehrstück von (un-)erfüllter Sehnsucht und (über-)mäßigem Erfolg (und von der Perle in der Auster).
R Charles Vidor B Virginia Van Upp K Rudolph Maté, Allen M. Davey M Jerome Kern A Lionel Banks, Cary Odell S Viola Lawrence P Arthur Schwartz D Rita Hayworth, Gene Kelly, Phil Silvers, Otto Kruger, Eve Arden | USA | 107 min | 1:1,37 | f | 20. März 1944
# 1145 | 13. Januar 2019
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Gene Kelly,
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