21.5.75

The Return of the Pink Panther (Blake Edwards, 1975)

Der rosarote Panther kehrt zurück

»To Catch a Thief« revisited: Wieder einmal wird der hochkarätige ›Pink Panther‹ entwendet; wieder einmal nimmt Inspektor Clouseau (ein Meister der grotesken Maske: Peter Sellers) die kriminalistische Fährte des ›Phantoms‹ auf, die (behäbig) durch den Mittleren Osten, an die Côte d’Azur, in die Schweizer Alpen mäandert; wieder einmal in Verdacht gerät Sir Charles Lytton (leider nicht von Grandseigneur David Niven sondern von Ersatz-Beau Christopher Plummer gespielt), der diese Unterstellung aus der Welt zu schaffen gedenkt, indem er den wahren Täter faßt; wieder einmal gehen zahllose Inneneinrichtungen zu Bruch, fliegen Fetzen, reißen Nerven. Zunehmend wichtiger als die (umständlich verdoppelte) Ermittlung wird jedoch das Geschehen auf dem Nebenkriegsschauplatz, wo Clouseaus haßerfüllt-mörderischer Vorgesetzter Dreyfus (mit irrem Lidflattern: Herbert Lom) seinem kreativ-destruktiven Untergebenen (erfolglos) nach dem Leben trachtet … Solange Blake Edwards sich auf die anarchische Präzision seines Hauptdarstellers verläßt, funktioniert »The Return of the Pink Panther« vorhersehbar gut, in den (viel zu breiten) erzählerischen Zwischenräumen herrschen indes komödiantischer Leerlauf und (gehobener) formaler Durchschnitt. PS: »Compared to Clouseau, Attila the Hun was a Red Cross volunteer!«

R Blake Edwards B Blake Edwards, Frank Waldman K Geoffrey Unsworth M Henry Mancini A Peter Mullins S Tom Priestley P Blake Edwards D Peter Sellers, Christopher Plummer, Catherine Schell, Herbert Lom, Burt Kwouk | UK | 113 min | 1:2,35 | f | 21. Mai 1975

Kommentare:

  1. Das ist es, was mich an Blake Edwards, einem Regisseur, der zu faszinierenden Leistungen fähig war (du bist ja im Zusammenhang mit "Breakfast at 'Tiffanys'" darauf zu sprechen gekommen), ein wenig ärgert: dass er immer und immer wieder auf dem "Pink Panther" herumritt und das Ding sogar nach Seller's Tod auszuschlachten versuchte. Einige Fortsetzungen haben wirklich grosse Momente; aber man sehnt sich nach "Operation Petticoat" zurück - oder blickt "Victor/Victoria" und meiner "guilty pleasure" entgegen: "Switch"!

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  2. Edwards befand sich Mitte der 1970er (nach einer Reihe von Flops) wohl in einer schweren künstlerischen und persönlichen Krise. Der »Panther« war da so etwas wie (s)ein letzter Rettungsanker. Die kommerziellen Erfolge der Sequels (Nr. 4 und Nr. 5 werde ich mir, wenn die nächsten Tage lang genug sind – ;) – noch einmal anschauen) haben, wenn man so will, das nicht uninteressante Spätwerk dieses Mannes (mein persönlicher Favorit ist übrigens »Sunset«) erst ermöglicht.

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  3. Ich erfuhr tatsächlich auch erst vor einiger Zeit, dass er "S.O.B." (1981), den Film, den ich ihm nie "verzieh", nach einem Suizidversuch gedreht hatte. Möglicherweise müsste die Abrechnung mit Hollywood mit diesem Wissen im Hinterkopf bei Gelegenheit erneut gesichtet werden.

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  4. Ich schätze (mögen ist da das falsche Wort) »S.O.B.«. (Habe bei ›moviepilot‹ dazu einen Kommentar geschrieben, der im KinoTageBuch wg. Uraufführungsjahr 1981 leider keinen Platz findet.) Dieser Film ist sicherlich vor dem Hintergrund von Edwards' ablöschenden Erfahrungen mit der Hollywood-Maschinerie zu sehen. Falls Du Dich eingehender mit Blake beschäftigen wolltest: »A Splurch in the Kisser« von Sam Wasson ist eine sehr erhellende (und witzige) Werkbiographie!

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