»Er war ein Verbrecher, aber er muß sie sehr geliebt haben.« Ein Schloß des Schreckens und eine Familie im Streit, ein verschwundenes Testament und eine hübsche Erbin in Gefahr, ein Unschuldiger im Gefängnis und ein Kuttenträger mit Peitsche, ein allzu serviler Diener und ein schrulliger Künstler im Turmstübchen, nebelige Nächte und trübe Tage, ungezügelte Triebe und verirrte Gefühle, Mädchenhandel und Totenmasken, Brieftauben und Fallgruben, Schrottplätze und Windmühlen, böse Onkels und schleimige Vettern, zufällig verbundene Handlungsstränge und ein Täter aus dem Hut. Fast scheint es, als wolle Harald Reinl mit seinem fünften Beitrag zu Reihe ein definitives Edgar-Wallace-Kompendium schaffen. Der Mörder trägt passenderweise den unscheinbarsten Rollennamen, und eine küchenpsycholgische Erläuterung der Motivation seines destruktiven Verhaltens gibt es auch: »Er muß in seiner Jugend einmal sehr enttäuscht worden sein. So empfand er nur Haß und Rache gegen alles Weibliche. Daher auch die symbolhafte Verkleidung als Mönch.« Danke, Dr. Reinl.
R Harald Reinl B J. Joachim Bartsch, Fred Denger V Edgar Wallace K Ernst W. Kalinke M Peter Thomas A Wilhelm Vorwerg, Walter Kutz S Jutta Hering P Horst Wendlandt D Harald Leipnitz, Karin Dor, Eddi Arent, Siegfried Schürenberg, Ilse Steppat | BRD | 85 min | 1:1,66 | sw | 17. Dezember 1965
# 796 | 11. November 2013
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17.12.65
20.2.64
Zimmer 13 (Harald Reinl, 1964)
Mit tagesaktueller Behendigkeit strickt Autor Quentin Philips (der im wirklichen Leben Will Tremper heißt und als großschnauziger Boulevardreporter sowie flotter Autorenfilmer seine Meriten verdiente) den berühmten Postzugraub vom August 1963 in die Edgar-Wallace-Plotte um eine Serie von Rasiermessermorden an hübschen jungen Damen. Obwohl abermals ein dunkles Familiengeheimnis seine noch dunkleren Schatten wirft, fällt »Zimmer 13« in mehr als einer Hinsicht (durchaus vorteilhaft) aus dem starren Rahmen der Reihe: Der Tonfall ist verhältnismäßig rough, die Handlung relativ nachvollziehbar, Eddi Arent halbwegs ernstzunehmen. Zudem überrascht Regisseur Harald Reinl mit einem vergleichsweise hohen body count und einer kriminalistischen Auflösung, die den männlichen Helden am Ende ohne weibliche Begleitung dastehen läßt.
R Harald Reinl B Quentin Philips (= Will Tremper) V Edgar Wallace K Ernst W. Kalinke M Peter Thomas A Wilhelm Vorwerg, Walter Kutz S Jutta Hering P Horst Wendlandt D Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Richard Häußler, Walter Rilla, Eddi Arent | D & F | 89 min | 1:2,35 | f | 20. Februar 1964
R Harald Reinl B Quentin Philips (= Will Tremper) V Edgar Wallace K Ernst W. Kalinke M Peter Thomas A Wilhelm Vorwerg, Walter Kutz S Jutta Hering P Horst Wendlandt D Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Richard Häußler, Walter Rilla, Eddi Arent | D & F | 89 min | 1:2,35 | f | 20. Februar 1964
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21.6.63
Der Würger von Schloß Blackmoor (Harald Reinl, 1963)
Kurz vor Erhebung in den Adelsstand wird der steinreiche Lucius Clark (Rudolf Fernau) von einem maskierten Unbekannten bedroht: Der Nabob müsse dafür bezahlen, daß er sein Vermögen durch tödlichen Verrat an einem früheren Partner gemacht habe. Alle Versuche Clarks, seinen Edelsteinschatz zu verhökern, werden von dem anonymen Rächer hintertrieben … Zwar schleppt sich die Story ein wenig lustlos durch die vertrauten Gruselkulissen des bundesdeutschen Britenkrimis (Schloß, Park, Spelunke, Friedhof, Keller), aber Harald Reinl darf, auf Schloß Blackmoor und im ›Old Scavenger (≈ Aasfresser) Inn‹, ein stimmiges Ensemble fragwürdiger Typen inszenieren: Hans Nielsen als raffgieriger Hehler, Richard Häussler als wendiger Anwalt, Ingmar Zeisberg als zweideutiges Weibsbild und vor allem Dieter Eppler als diamantenfetischistischer Butler Anthony. Ein besonders schräges Highlight des Films ist zudem die Elektronenmusik von Oskar Sala, ein am Mixturtrautonium erzeugtes Klanggewebe aus Klirren, Sirren, Scheppern und Blubbern, Gurgeln, Pochen.
R Harald Reinl B Gustav Kampendonk, Ladislas Fodor V Bryan Edgar Wallace K Ernst W. Kalinke M Oskar Sala A Werner Achmann S Walter Wischniewsky P Artur Brauner D Karin Dor, Harry Riebauer, Rudolf Fernau, Walter Giller, Dieter Eppler | BRD | 87 min | 1:1,66 | sw | 21. Juni 1963
R Harald Reinl B Gustav Kampendonk, Ladislas Fodor V Bryan Edgar Wallace K Ernst W. Kalinke M Oskar Sala A Werner Achmann S Walter Wischniewsky P Artur Brauner D Karin Dor, Harry Riebauer, Rudolf Fernau, Walter Giller, Dieter Eppler | BRD | 87 min | 1:1,66 | sw | 21. Juni 1963
30.3.62
Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (Harald Reinl, 1962)
Totgesagte leben länger … Die freche Filmkunst-Verwurstung à la ›Atze‹ Brauner bekommt in »Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse« einen ridikülen Stich ins Wissenschaftlich-Utopische: In seinem dritten CCC-Abenteuer preßt der unverwüstliche Dr. Mabuse dem durch einen Unfall gräßlich entstellten Professor Erasmus das Geheimnis der Unsichtbarkeit ab. Die krause Story – in der ein suspekter Clown sein Wesen treibt und eine schöne Tänzerin mit den Tod unter der Bühnenguillotine bedroht wird – bewegt sich mit alptraumhafter Inkonsequenz zwischen Revuetheater, Leichenschauhaus, Laboratorium, Gruselhotel und Flughafen (wo eine »hochgestellte Persönlichkeit« von einer Tarnkappen-Armee abgemurkst werden soll). Dem scheinbar omnipotenten Erzscheusal nützt das kriminelle Genie wieder einmal nichts: Letzten Endes triumphiert wie gehabt das rechtschaffene Mittelmaß in Gestalt der staatlichen Ordnungsmacht.
R Harald Reinl B Ladislas Fodor K Ernst W. Kalinke M Peter Sandloff A Oskar Pietsch S Hermann Haller P Artur Brauner D Lex Barker, Karin Dor, Siegfried Lowitz, Rudolf Fernau, Werner Peters | BRD & F & I | 89 min | 1:1,66 | sw | 30. März 1962
R Harald Reinl B Ladislas Fodor K Ernst W. Kalinke M Peter Sandloff A Oskar Pietsch S Hermann Haller P Artur Brauner D Lex Barker, Karin Dor, Siegfried Lowitz, Rudolf Fernau, Werner Peters | BRD & F & I | 89 min | 1:1,66 | sw | 30. März 1962
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13.10.61
Im Stahlnetz des Dr. Mabuse (Harald Reinl, 1961)
Nachdem Fritz Lang in seinem letzten Spielfilm »Die 1000 Augen des Dr. Mabuse« den Superschurken des Weimarer Kinos stil- und gehaltvoll reaktiviert hatte, verramscht Produzent Artur Brauner den Kapitalverbrecher nun in einem absurd-primitiven Trash-Thriller. Gert Fröbe gibt wiederum den jovialen Kommissar (nun wieder mit dem Namen Lohmann), der den kriminellen Umtrieben des lichtscheuen Übeltäters Einhalt zu gebieten versucht. Dr. Mabuse verfügt über eine Droge, die seine Opfer willenlos macht (»Ich habe nur einen Herrn und Gebieter: Dr. Mabuse!«), und er gedenkt seine terroristische Macht unter Beweis zu stellen, indem er ein Kernkraftwerk in die Luft jagt. Zentrum seiner dunklen Machenschaften ist ironischerweise das Staatsgefängnis. Harald Reinl inszeniert den Unsinn flott und visuell recht effektvoll, doch »Im Stahlnetz des Dr. Mabuse« entbehrt jeglicher Signifikanz: Dr. Mabuse ist nicht mehr Metapher für das Böse in der Welt, nicht mehr Personifizierung der (gesellschaftlichen Selbst-)Zerstörung, sondern nur mehr ein beliebiger Buhmann aus dem B-Film-Panoptikum.
R Harald Reinl B Marc Behm, Ladislas Fodor K Karl Löb M Peter Sandloff A Otto Erdmann, Hans-Jürgen Kiebach S Hermann Haller P Artur Brauner D Gert Fröbe, Lex Barker, Daliah Lavi, Fausto Tozzi, Wolfgang Preiss | BRD & F & I | 89 min | 1:1,66 | sw | 13. Oktober 1961
R Harald Reinl B Marc Behm, Ladislas Fodor K Karl Löb M Peter Sandloff A Otto Erdmann, Hans-Jürgen Kiebach S Hermann Haller P Artur Brauner D Gert Fröbe, Lex Barker, Daliah Lavi, Fausto Tozzi, Wolfgang Preiss | BRD & F & I | 89 min | 1:1,66 | sw | 13. Oktober 1961
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15.8.61
Der Fälscher von London (Harald Reinl, 1961)
Ein überraschend trockener Edgar-Wallace-Film fast ohne Auftritte von Witzfiguren (Eddi Arent spukt nur zweimal kurz herein): Regisseur Harald Reinl und Autor Johannes Kai ent- bzw. verwickeln eine der gewohnten Familienintrigen mit den bekannten Hinterzimmern und den vertrauten Mordfällen, interessieren sich aber weniger für das »Wer war’s?« als vielmehr für die ironische Enthüllung von Charaktermasken, für gewiefte Doppelspiele und grelle Spiegelungen, die sich insbesondere in der rätselhaft gespaltenen (und rätselhaft reichen) Hauptfigur Peter Clifton (verstört: Hellmut »Scarface« Lange) verkörpern. Auch der biedere Onkel (Walter Rilla), der weltläufige Nervenarzt (Viktor de Kowa) sowie der eifrige Inspektor (Ulrich Beiger) erweisen sich jeweils als Rückseite ihrer eigenen Medaille. Die Ambivalenzen setzen sich fort in den Personen des jovialen Chefermittlers (Siegfried Lowitz), der zur Wahrheitsfindung in großen Mengen Beweise beiseite schafft, und einer Ehefrau (Karin Dor), die hinter vormaliger Berechnung die wahre Liebe findet. Ein feiner, kleiner Versuch über die Lüge des Anscheins, über verschobene Schuld und konstruierten Wahnsinn.
R Harald Reinl B Johannes Kai V Edgar Wallace K Karl Löb M Martin Böttcher A Matthias Matthies S Hermann Ludwig P Horst Wendlandt D Karin Dor, Hellmut Lange, Siegfried Lowitz, Viktor de Kowa, Walter Rilla | BRD | 93 min | 1:1,66 | sw | 15. August 1961
R Harald Reinl B Johannes Kai V Edgar Wallace K Karl Löb M Martin Böttcher A Matthias Matthies S Hermann Ludwig P Horst Wendlandt D Karin Dor, Hellmut Lange, Siegfried Lowitz, Viktor de Kowa, Walter Rilla | BRD | 93 min | 1:1,66 | sw | 15. August 1961
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25.8.60
Die Bande des Schreckens (Harald Reinl, 1960)
Ein zum Tode Verurteilter Meisterverbrecher schwört vor der Vollstreckung des Urteils all jenen Rache, die ihn an den Galgen brachten. Und tatsächlich: der Staatsanwalt, der Richter, der Scharfrichter – sie sterben wie die Fliegen. Zunächst scheint es, als sei der Gehenkte selbst aus dem Grab gestiegen, um als Geist Vergeltung zu üben, doch Chefinspektor Long (Joachim »Meine Freunde nennen mich Blacky!« Fuchsberger) enthüllt ein ganz und gar irdisches Mordkomplott, in das unter anderem die arglose Karin Dor und die doppelbödige Elisabeth Flickenschildt verwickelt sind. Harald Reinl inszeniert mit sicherer Hand für zwielichtige Stimmung und einfallsreiche Sterbefälle eine wohlig-schaurige Phantasie über die unheimliche Wiederkehr des Verdrängten.
R Harald Reinl B J. Joachim Bartsch, Wolfgang Schnitzler V Edgar Wallace K Albert Benitz M Heinz Funk A Erik Aaes S Margot Jahn P Preben Philipsen D Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Fritz Rasp, Dieter Eppler, Elisabeth Flickenschildt | BRD | 92 min | 1:1,37 | sw | 25. August 1960
R Harald Reinl B J. Joachim Bartsch, Wolfgang Schnitzler V Edgar Wallace K Albert Benitz M Heinz Funk A Erik Aaes S Margot Jahn P Preben Philipsen D Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Fritz Rasp, Dieter Eppler, Elisabeth Flickenschildt | BRD | 92 min | 1:1,37 | sw | 25. August 1960
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4.9.59
Der Frosch mit der Maske (Harald Reinl, 1959)
»Der Frosch! Der Frosch mit der Ma...« Harald Reinls sauber exekutierter Westentaschenkrimi nach Edgar Wallace spielt in einem ziemlich bundesdeutsch wirkenden Phantasie-London, das von einem maskierten Schwerverbrecher und seiner Bande in japsendem Atem gehalten wird. »Der Frosch mit der Maske« führt in ein (nur oberflächlich betrachtet) idyllisches Landhaus (wo Eva Anthes (= Elfi von Kalckreuth), eine Volksausgabe von Romy Schneider, ihre Unschuld hütet) und in eine verruchte Nachtbar (wo Eva Pflug als vollreife ›Lolita‹ in rasantem Kleid »Nachts im Nebel an der Themse« singt), auf begüterte Schlösser und in kahle Todeszellen – es ist ein Reich der ironisch zugespitzten Krimi-Stereotypen, des rechtschaffenen Schreckens, der sorgsam geordneten Unordnung (als deren definitiver Protagonist sich Joachim Fuchsberger präsentiert). Die kriminelle Allgegenwart des Schurken, der aus der Anonymität seine tödlichen Fäden zieht, erinnert von Ferne an Norbert Jacques' Zersetzungsgenie Dr. Mabuse, doch der ›Frosch‹ verfolgt letztlich keine asozial-ideologischen sondern (passend zur Entstehungszeit des Films mitten im glitzernden Wirtschaftswunder) ausschließlich eigennützig-finanzielle Interessen.
R Harald Reinl B Trygve Larsen (= Egon Eis), J. Joachim Bartsch V Edgar Wallace K Ernst W. Kalinke M Willi Mattes A Erik Aaes S Margot Jahn P Preben Philipsen D Siegfried Lowitz, Joachim Fuchsberger, Jochen Brockmann, Karl Lange, Eva Anthes (= Elfi von Kalckreuth) | DK | 90 min | 1:1,37 | sw | 4. September 1959
R Harald Reinl B Trygve Larsen (= Egon Eis), J. Joachim Bartsch V Edgar Wallace K Ernst W. Kalinke M Willi Mattes A Erik Aaes S Margot Jahn P Preben Philipsen D Siegfried Lowitz, Joachim Fuchsberger, Jochen Brockmann, Karl Lange, Eva Anthes (= Elfi von Kalckreuth) | DK | 90 min | 1:1,37 | sw | 4. September 1959
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18.12.58
Romarei, das Mädchen mit den grünen Augen (Harald Reinl, 1958)
Ein deutscher Abenteuerfilm »nach dem gleichnamigen in der Bild-Zeitung erschienenen Roman« – das klingt doch vielversprechend: abgedroschene Exotik (der Zauber Arabiens und die Geheimnisse der Wüste), tödliche Rivalität unter internationalen Wirtschaftsbossen, eine gehörige Portion Okkultismus (der abergläubische Magnat und das Fräulein mit dem zweiten Gesicht), obendrein wahre Liebe, ein blinder Junge sowie ein treuer Hund – der Stoff, aus dem die guten schlechten Filme sind. Dazu die exzentrischen Rollennamen: Sir Boris Olinzoff, Papas Leonidas, Kees Falkenried, nicht zu vergessen der unsichtbar im Hintergrund spukende Schurke ›Mazareff‹ – was kann da noch schiefgehen? So manches, wie man in dieser erznaiven Geschichte um ein hellseherisch begabtes Waisenkind sieht: Harald Reinl (der Adenauer des bundesrepublikanischen B-Films) eiert unentschlossen zwischen Heimatkitsch, Reißer, Märchen und Romanze. Trotz pappiger Kulissen und billiger Flitterkostüme, trotz hanebüchener Kolonialklischees und hochkarätiger Knallchargen wie Dominique Wilms oder Reggie Nalder sinkt »Romarei, das Mädchen mit den grünen Augen« nur selten auf jenes Niveau, wo schlichter Blödsinn in brillanten Eskapismus umschlägt – wie etwa, wenn der verrückte Hobbybotaniker Baron de Tavel (Kurt Meisel) seinen staunenden Tischgenossen erklärt, daß der Mensch von den Pflanzen abstamme: »Sie sollten einmal die Form einer knospenden Lilia aphrodisia betrachten, wie sich in ihr die Gestalt eines schlanken Mädchenkörpers abzeichnet. Und wenn sich die Blume auftut, dann ...« Mit »Romarei« tut sich leider keine Blume auf.
R Harald Reinl B Gerda Corbett V Gerda Corbett K Hans Schneeberger M Willi Mattes A Ernst H. Albrecht S Johanna Meisel P Gero Wecker D Carola von Kayser, Leonard Steckel, Joachim Hansen, Reggie Nalder, Werner Peters | BRD & I | 89 min | 1:1,37 | f | 18. Dezember 1958
R Harald Reinl B Gerda Corbett V Gerda Corbett K Hans Schneeberger M Willi Mattes A Ernst H. Albrecht S Johanna Meisel P Gero Wecker D Carola von Kayser, Leonard Steckel, Joachim Hansen, Reggie Nalder, Werner Peters | BRD & I | 89 min | 1:1,37 | f | 18. Dezember 1958
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23.2.56
Ein Herz schlägt für Erika (Harald Reinl, 1956)
»Glück kann man nicht erzwingen, aber man kann es adoptieren.« Eine lupenreine Schnulze, von Harald Reinl nicht ohne gemütvollen Witz inszeniert. Anna Hartwig (Grethe Weiser) führt mit fester Hand und weichem Herzen ein traditionsreiches Bauunternehmen. Die Firma prosperiert (kein Wunder in Zeiten des Wiederaufbaus), und doch fehlt der patenten Geschäftsfrau, der allseits beliebten Chefin etwas Entscheidendes zum Lebensglück: ein Kind. Einen Mann, der es ihr machen könnte, ziehen weder die alleinstehende Anna noch die Autoren des Films in Erwägung – also holt sich die verhinderte Mutter ein Waisenmädchen ins Haus. Die kleine Erika Kayser (Christine Kaufmann), zuckersüß, aufgeweckt und genügsam, hätte darob allen Grund zur Freude, müßte sie nicht ihre drei ebenso reizenden Brüder im Kinderheim zurücklassen … Natürlich bekommen am Ende des possierlichen Rührstücks alle genau das, was sie sich inniglich wünschen, natürlich geht die Haupthandlung (gewürzt mit ein paar Intrigen, einigen Slapstick-Einlagen und viel Sentimentalität) weitgehend absehbar vonstatten, aber Reinl dreht netterweise auch die eine oder andere überflüssige Pirouette – etwa indem er amüsierte Seitenblicke auf einen verliebten Lebensmittelhändler wirft, der sein Herz in Form von Harzer Käse verschenkt.
R Harald Reinl B Maria von der Osten-Sacken, Walter Forster K Erich Claunigk M Lother Brühne A Willi A. Herrmann, Heinrich Weidemann S Johanna Meisel P Maria von der Osten-Sacken D Christine Kaufmann, Grethe Weiser, Gert Fröbe, Ingrid Stenn, Wolfgang Büttner | BRD | 92 min | 1:1,37 | sw | 23. Februar 1956
# 914 | 18. Oktober 2014
R Harald Reinl B Maria von der Osten-Sacken, Walter Forster K Erich Claunigk M Lother Brühne A Willi A. Herrmann, Heinrich Weidemann S Johanna Meisel P Maria von der Osten-Sacken D Christine Kaufmann, Grethe Weiser, Gert Fröbe, Ingrid Stenn, Wolfgang Büttner | BRD | 92 min | 1:1,37 | sw | 23. Februar 1956
# 914 | 18. Oktober 2014
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Wirtschaftswunder
4.5.54
Rosen-Resli (Harald Reinl, 1954)
»Hat man nicht manchmal den Wunsch, ganz neu zu beginnen?« (West-)Deutschland, ein knappes Jahrzehnt nach dem Krieg: emsige Geschäftigkeit und drückende Sorgen, zerrissene Bindungen und Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit, hinterhältige Spekulation und blindes Vertrauen in einen lieben Gott, der weiß, wozu es (= alles) gut ist. Harald Reinl verbindet die Widersprüche zu einem blühenden Kitsch-Film der konsequent falschen Töne, zu einem brennend süßen Kinder-Mütter-Rosen-Melodram, so atemberaubend unecht, so schmalzig, so künstlich, daß es auf schrille Weise wahrhaftig, entlarvend, ehrlich klingt. Das Personal der allegorischen Erzählung um eine herzige Kriegswaise (Christine Kaufmann), die zur Rettung ihrer herzkranken Pflegemutter (Käte Haack) Himmel, Menschen und Blumen in Bewegung setzt: patente Frauen, die ihren Mann stehen, aber (natürlich) viel lieber einen hätten, ein beschädigter Herr, dessen Unglück (natürlich) nicht aus eigenem Versagen sondern aus der edelmütigen Übernahme von fremder Schuld erwuchs, ein böser Verführer, der letzten Endes (natürlich) in seinem öligen Charme ertrinkt, ein guter, betagter Gärtner (Otto Gebühr, der ewige »Alte Fritz« des (reichs-)deutschen Films, »in der letzten Rolle seines Lebens«), der (natürlich) weiß, wie man den (immer noch) kostbaren Stock veredelt. Es ist das unschuldige, selbstlose Resli, das die wertvollen Kenntnisse des Vorvaters zu frischer, neuer Blüte treibt; die mittlere Generation nimmt das Wunder des sprießenden Rosenbuschs dankbar an.
R Harald Reinl B Maria Osten-Sacken, Harald Reinl V Johanna Spyri K Walter Riml M Bernhard Eichhorn A Heinrich Beisenherz S Gertrud Petermann P Paul Hans Fritsch D Christine Kaufmann, Josefin Kipper, Paul Klinger, Käte Haack, Arno Assmann, Otto Gebühr | BRD | 85 min | 1:1,37 | sw | 4. Mai 1954
R Harald Reinl B Maria Osten-Sacken, Harald Reinl V Johanna Spyri K Walter Riml M Bernhard Eichhorn A Heinrich Beisenherz S Gertrud Petermann P Paul Hans Fritsch D Christine Kaufmann, Josefin Kipper, Paul Klinger, Käte Haack, Arno Assmann, Otto Gebühr | BRD | 85 min | 1:1,37 | sw | 4. Mai 1954
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