12.4.62

L'eclisse (Michelangelo Antonioni, 1962)

Liebe 1962

Ein Film wie die ›Concorde‹, wie die Architektur von Brasília, wie die ›Helvetica‹. Modern. Endgültig. Unerbittlich schön. – Eine Frau (umwerfend: Monica Vitti) trennt sich von ihrem Freund (resigniert: Francisco Rabal). Sie trifft einen anderen (ungestüm: Alain Delon). Für eine Zeit sind die beiden zusammen. Besser: beieinander. Eines Tages ist es vorbei. Die Ecke, an der sie sich immer trafen, bleibt verwaist – aber sie bleibt. Denn der Film macht einfach weiter – auch ohne Vitti und Delon: Steine, Zäune, der Wind im Laub der Bäume, Baustellen, Schatten, eine Regentonne, ein Zebrastreifen, ein Rinnsal, das in einen Gulli fließt, Passanten, Blicke, die quietschenden Reifen eines Busses, glatte Fassaden, spielende Kinder, ein Flugzeug am Himmel, Schritte, Risse im Asphalt, Dunkelheit, Laternen, blendendes Licht … Einsamer Höhe- und Schlußpunkt des Erzählkinos. PS: Wohl kein anderer hat Extase und Depression der Börse (= Lust und Leiden im Kapitalismus) so eindringlich vorgeführt wie Michelangelo Antonioni in »L’eclisse«.

R Michelangelo Antonioni B Michelangelo Antonioni, Tonino Guerra K Gianni Di Venanzo M Giovanni Fusco A Piero Poletto S Eraldo Da Roma P Raymond Hakim, Robert Hakim D Monica Vitti, Alain Delon, Francisco Rabal, Louis Seigner, Lilla Brignone | I & F | 126 min | 1:1,85 | sw | 12. April 1962

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