Exodus
Ein Film über die Vorgeschichte der Gründung des Staates Israel in den späten 1940er Jahren. Die jüdische Einwanderung nach Palästina, der daraus resultierende Konflikt mit den Arabern, der Kampf um die Unabhängigkeit, die Rivalität der verschiedenen zionistischen Untergrundorganisationen – all das verquickt Otto Preminger nach den Regeln des klassischen Hollywoodepos zu einer komplexen Familiengeschichte. Was »Exodus« auszeichnet, ist die Absage an jede Pathosformel und eine irritierend-elliptische Erzählweise, die die dramatischen Höhepunkte der Handlung oftmals wegblendet zugunsten der Momente »zwischen« dem eigentlichen Geschehen, jener Momente, die psychologisch für den Fortgang der Dinge entscheidend sind. Ein makelloser blauer Himmel dominiert die Bilder des Films, aber er verbreitet keine südliche Heiterkeit, sondern strahlt vor gnadenloser Härte. Bezeichnend auch das Ende: kein Sieg, keine Jubelposen, sondern ein gemeinsames Grab für einen Araber und ein jüdisches Mädchen – und die Frage, ob es Juden und Arabern irgendwann gelingen wird, nicht nur den Tod sondern auch das Leben in Palästina zu teilen.
R Otto Preminger B Dalton Trumbo V Leon Uris K Sam Leavitt M Ernest Gold A Richard Day S Louis R. Loeffler P Otto Preminger D Paul Newman, Eva Marie Saint, Ralph Richardson, Peter Lawford, Sal Mineo | USA | 208 min | 1:2,35 | f | 15. Dezember 1960
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15.12.60
Exodus (Otto Preminger, 1960)
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Judentum,
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Palästina,
Paul Newman,
Preminger,
Richardson,
Trumbo,
Zypern
27.8.53
Roman Holiday (William Wyler, 1953)
Ein Herz und eine Krone
»I’d do just whatever I liked all day long.« 1953, im Frühling des Paparazzi-Zeitalters, wissen Royals noch, was sich gehört: Einen Tag frei nehmen – warum nicht; inkognito Eis essen – gebongt; einen Bürgerlichen küssen – geht klar (sogar wenn es sich um einen Amerikaner handelt). Aber dann folgt man auch schon wieder ergeben dem Ruf der Pflicht: Pressekonferenz, Worthülsen, shake hands, business as usual … William Wyler reichert seine attraktive Rom-Romcom um eine Thronfolgerin auf (vorübergehenden) Abwegen und einen Reporter auf (verheißungsvoller) Großwildjagd ausgiebig mit touristischen Highlights und possierlichen Italien-Klischees an; »Roman Holiday« besticht indes vor allem durch die bezaubernde Hauptdarstellerin: Audrey Hepburn ist so zartblütig, so magazinschön, so prinzessinenhaft, daß über jeder Einstellung das Funkeln von Kronjuwelen zu flimmern scheint. Für ein makelloses Lächeln ihrer Hoheit opfert Gregory Peck – als Journalist mit Riecher (»It’s always open season on princesses.«) und Ethos (!) – sogar die Story seines Lebens. Seufz.
R William Wyler B Dalton Trumbo, John Dighton K Henri Alekan, Franz Planer M Georges Auric A Hal Pereira, Walter H. Tyler S Robert Swink P William Wyler D Gregory Peck, Audrey Hepburn, Eddie Albert, Hartley Power, Harcourt Williams | USA & I | 118 min | 1:1,37 | sw | 27. August 1953
»I’d do just whatever I liked all day long.« 1953, im Frühling des Paparazzi-Zeitalters, wissen Royals noch, was sich gehört: Einen Tag frei nehmen – warum nicht; inkognito Eis essen – gebongt; einen Bürgerlichen küssen – geht klar (sogar wenn es sich um einen Amerikaner handelt). Aber dann folgt man auch schon wieder ergeben dem Ruf der Pflicht: Pressekonferenz, Worthülsen, shake hands, business as usual … William Wyler reichert seine attraktive Rom-Romcom um eine Thronfolgerin auf (vorübergehenden) Abwegen und einen Reporter auf (verheißungsvoller) Großwildjagd ausgiebig mit touristischen Highlights und possierlichen Italien-Klischees an; »Roman Holiday« besticht indes vor allem durch die bezaubernde Hauptdarstellerin: Audrey Hepburn ist so zartblütig, so magazinschön, so prinzessinenhaft, daß über jeder Einstellung das Funkeln von Kronjuwelen zu flimmern scheint. Für ein makelloses Lächeln ihrer Hoheit opfert Gregory Peck – als Journalist mit Riecher (»It’s always open season on princesses.«) und Ethos (!) – sogar die Story seines Lebens. Seufz.
R William Wyler B Dalton Trumbo, John Dighton K Henri Alekan, Franz Planer M Georges Auric A Hal Pereira, Walter H. Tyler S Robert Swink P William Wyler D Gregory Peck, Audrey Hepburn, Eddie Albert, Hartley Power, Harcourt Williams | USA & I | 118 min | 1:1,37 | sw | 27. August 1953
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