Die Frau in der wissenschaftlich-technischen Revolution oder: Mutti füttert nicht nur die Kinder sondern auch den Computer. Aus rein männlicher Perspektive (Regisseur, Autoren, Dramaturg, Kameramann – alles Herren) wird die Geschichte einer »emanzipierten« Programmiererin (Jutta Hoffmann) aufgerollt, die zwei Töchter von zwei Männern hat und sich nun auf die Suche nach dem Dritten (und hoffentlich Richtigen) macht – Kybernetik und Liebe. Formal nicht frei von modischem Schnickschnack wie bewußten Unschärfen, schnellen Zooms, wilden Reißschwenks und vibraphonigem Fahrstuhljazz, überzeugt Egon Günthers kurzweilige Romanze erzählerisch durch eine ausgetüftelte Struktur, die nicht nur einen ebenso exemplarischen wie ungewöhnlichen Lebensweg im DDR-Sozialismus nachzeichnet, sondern auch Raum läßt für mitunter recht ironische Skizzen des real-existierenden Alltags zwischen Werkskantine und Konfliktkommission, Kegelbahn und Plattenbau.
R Egon Günther B Günther Rücker, Egon Günther V Eberhard Panitz K Erich Gusko M Karl-Ernst Sasse A Harald Horn S Rita Hiller P Heinz Mentel D Jutta Hofmann, Barbara Dittus, Rolf Ludwig, Armin Mueller-Stahl, Peter Köhncke | DDR | 111 min | 1:1,37 | f | 16. März 1972
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16.3.72
24.8.61
Der Fall Gleiwitz (Gerhard Klein, 1961)
Knochentrockene Chronik eines Kriegsausbruchs. Geometrische Stilübung über Befehl und Gehorsam. Parteiliche Geschichtsstunde aus Babelsberg. Der fingierte Überfall auf den Sender Gleiwitz, Vorwand für den deutschen Überfall auf Polen im Jahr 1939, wird von Gerhard Klein als eiskaltes politisch-militärisches Lehrstück inszeniert. Das Drehbuch konzentriert die Abläufe radikal auf das Wesentliche. Die Musik (Kurt Schwaen) mischt eindringlich Dessau und Herrmann. Jedes Bild eine Grafik. Jeder Schnitt sitzt. Alle Schauspieler reflektiert: Herwart Grosse als Machthaber, Hannjo Hasse als Saboteur, Hilmar Thate als Menschenopfer. Kurz und gut. Ein Klassiker.
R Gerhard Klein B Wolfgang Kohlhaase, Günther Rücker K Jan Curík M Kurt Schwaen A Gerhard Helwig S Evelyn Carow P Erich Albrecht D Hannjo Hasse, Herwart Grosse, Hilmar Thate, Rolf Ludwig, Günter Naumann | DDR | 70 min | 1:1,37 | sw | 24. August 1961
R Gerhard Klein B Wolfgang Kohlhaase, Günther Rücker K Jan Curík M Kurt Schwaen A Gerhard Helwig S Evelyn Carow P Erich Albrecht D Hannjo Hasse, Herwart Grosse, Hilmar Thate, Rolf Ludwig, Günter Naumann | DDR | 70 min | 1:1,37 | sw | 24. August 1961
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26.2.60
Der schweigende Stern (Kurt Maetzig, 1960)
Das internationalistisch besetzte Raumschiff ›Kosmokrator‹ reist anno 1970 zur Venus, nachdem auf der Erde eine mysteriöse Botschaft des Nachbarplaneten gefunden wurde. Der Stern schweigt sich zwar hartnäckig aus, dafür reden die Protagonisten dieser reichlich zähen Defa-Utopie (unter ihnen Günther Simon als Pilot Brinkmann) um so mehr – vor allem über Fortschritt, Völkerverständigung und drohenden Atomtod. Wenn auch die (locker auf einem Frühwerk von Stanisław Lem basierende) Erzählung nicht gerade mitreißt und Kurt Maetzig einen großen politisch-moralischen Zeigefinger durchs Geschehen bohrt, so sorgen doch die in glühendes Agfacolor getauchten, von Surrealisten wie Tanguy, Dalí und Max Ernst inspirierten, venusischen Endzeit-Dekorationen für bizarre optische Aha-Effekte.
R Kurt Maetzig B Jan Fethke, Wolfgang Kohlhaase, Günter Reisch, Günther Rücker, Alexander Graf Stenbock-Fermor, Kurt Maetzig V Stanisław Lem K Joachim Hasler M Andrzej Markowski A Anatol Radzinowicz, Alfred Hirschmeier S Lena Neumann P Hans Mahlich, Edward Zajicek D Günther Simon, Yoko Tani, Oldrich Lukes, Ignacy Machhowski, Michail N. Postnikow | DDR & PL | 95 min | 1:2,35 | f | 26. Februar 1960
R Kurt Maetzig B Jan Fethke, Wolfgang Kohlhaase, Günter Reisch, Günther Rücker, Alexander Graf Stenbock-Fermor, Kurt Maetzig V Stanisław Lem K Joachim Hasler M Andrzej Markowski A Anatol Radzinowicz, Alfred Hirschmeier S Lena Neumann P Hans Mahlich, Edward Zajicek D Günther Simon, Yoko Tani, Oldrich Lukes, Ignacy Machhowski, Michail N. Postnikow | DDR & PL | 95 min | 1:2,35 | f | 26. Februar 1960
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