1.8.76

Obsession (Brian De Palma, 1976)

Schwarzer Engel

Brian De Palma ist vielleicht der einzige Filmregisseur, der Epigonentum »groß« denkt, um es zu einer originären Kunstform mit eigenständiger ästhetischer Qualität zu entwickeln. In diesem Sinne gelingt es De Palmas (und Paul Schraders) schwüler Phantasie über ein Thema von Hitchcock, originaler zu wirken als das Original: (Fast) alles, was »Vertigo« ausmacht, findet sich potenziert in »Obsession«: das Doppelgängermotiv und das Drama des Verlustes, die Gefangenschaft in der Depression und der Tanz der Gespenster der Vergangenheit. Die Kamerafahrten sind noch schwebender, das Licht schimmert noch milchiger, Bernard Herrmanns Score klingt noch herrmannesker. Der Film trug passenderweise den Arbeitstitel »Déjà-vu«.

R Brian De Palma B Paul Schrader K Vilmos Zsigmond M Bernard Herrmann A Jack Senter S Paul Hirsch P Harry N. Blum, George Litto D Cliff Robertson, Geneviève Bujold, John Lithgow, Wanda Blackman, Sylvia Kuumba Williams | USA | 98 min | 1:2,35 | f | 1. August 1976

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