17.5.50

In a Lonely Place (Nicholas Ray, 1950)

Ein einsamer Ort

»I was born when she kissed me. I died when she left me …« Ein melancholischer film noir über den einsamen Ort des Menschen in einer Welt des (sich selbst und anderen) Fremdseins und -bleibens. Der »lonely place« ist Hollywood: Die Fabrik der Träume, der Markt der Lügen, das Reich der popcorn seller liefert die metaphorische Szenerie umfassender Verlorenheit und zugleich die eloquent-distanzierten Dialoge, in denen die Isolation ihren Ausdruck findet. Hier wiegt Nicholas Ray die Angst gegen das Vertrauen, die Aggression gegen die Liebe, das Dunkle gegen das Helle … Am Anfang geschieht ein Mord. ›Dix‹ Steele (Humphrey Bogart), sophisticated maniac, hard-boiled writer, love sick loner, ist verdächtig – zunächst nur der Polizei, im Laufe der Erzählung mehr und mehr auch jenen, die ihm zugetan sind: der Frau (Gloria Grahame), die ihn liebt, und (nicht zuletzt) dem Zuschauer. Am Ende spielt es keine Rolle, ob er schuldig ist oder nicht – allein seine Befähigung zur Tat hat alles, was hätte gut werden können, zerstört. Die Auflösung des Falles kommt konsequenter weise zu spät: »… I lived a few weeks while you loved me. Goodbye, Dix.«

R Nicholas Ray B Andrew Solt, Edmund H. North K Burnett Guffey M George Antheil A Robert Peterson S Viola Lawrence P Robert Lord D Humphrey Bogart, Gloria Grahame, Frank Lovejoy, Carl Benton Reid, Art Smith | USA | 94 min | 1:1,37 | sw | 17. Mai 1950

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