Hier wird zunächst einmal, wie es sich für einen Heftchenfilm gehört, ein frohes Fest der Pulp-Namen gefeiert: Die Bösen heißen Christallo, Percy, Babe und Sniff, ihr Hintermann firmiert als Doktor Kilborne (≈ der geborene Killer), das Flittchen ist eine gewisse Kitty Springfield, der Chef der Guten nennt sich (ganz ohne Doppelbödigkeit) Mr. High. G-Man Jerry Cotton, der Heftchenheld (verkörpert von der gereiften Beefcake-Schönheit George Nader), jagt zu den Klängen eines flotten Party-Marschs eine Bande, die sich mit einiger Kaltschnäuzigkeit die hinterzogenen Steuergelder eines Musikproduzenten, den Goldschatz eines Eisenbahnräubers und den geheimen Hort eines exzentrischen Sammlers aneignet. Schauplatz der knallharten Auseinandersetzung, deren Ausgang so feststeht wie die Brisk-Frisur des bundesdeutschen FBI-Agenten, ist ein synthetisches Rückpro- und Stock-footage-New York, das hin und wieder (und nicht ohne Grund) verdächtig an Hamburg erinnert. Der harmlose Quatsch dauert neunzig, von Fritz ›So weit die Füße tragen‹ Umgelter mit fernsehhafter Routine inszenierte Heftchenminuten.
R Fritz Umgelter B Georg Hurdalek K Albert Benitz M Peter Thomas A Mathias Matthies, Ellen Schmidt S Klaus Dudenhöfer P Gyula Trebitsch, Heinz Willeg D George Nader, Heinz Weiss, Richard Münch, Hemlut Förnbacher, Hans E. Schons | BRD & F | 90 min | 1:1,66 | sw | 6. Mai 1965
# 972 | 3. Oktober 2015
5.5.65
Thomas l’imposteur (Georges Franju, 1965)
Thomas, der Schwindler
»Cette guerre comença dans le plus grand désordre.« Schuf er in seiner Louis-Feuillade-Hommage »Judex« eine Phantasmagorie der »nicht glücklichen« Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, wendet sich Georges Franju mit der Adaption eines Romans von Jean Cocteau dem großen Völkerschlachten selbst zu. Protagonisten der Erzählung sind die princesse de Bormes (Emmanuelle Riva), »une amoureuse folle des modes«, glänzender Mittelpunkt der Pariser Gesellschaft, die auf eigene Verantwortung Verwundetentransporte von der Front organisiert, und der halbwüchsige Thomas (Fabrice Rouleau), dem sich als vermeintlichem Neffen eines berühmten Generals alle Türen öffnen, wodurch er die Mission der extravaganten Aristokratin hilfreich unterstützen kann. Die Prinzessin und Thomas gehen in den Krieg wie in ein Theaterstück, sie auf der Suche nach Zerstreuung und Abenteuer, er weil er Spiel und Wirklichkeit nicht auseinanderhalten kann (oder will). Franju, selbst ein schwarzer Romantiker, hält den Film kunstvoll in der Schwebe zwischen Imagination und Realität, zeigt das Kriegsgeschehen bald als grausames Wirken totaler Zerstörungskräfte, bald als absurden Rummel, bald als dunkles Märchen mit brennenden Pferden und malerischen Ruinen. Die klangvolle Stimme von Jean Marais begleitet den jugendlichen Titelhelden bis an den Ort seiner Bestimmung, die Dünen der belgischen Küste: »Der Friedhof der Seeleute in Nieuport gleicht einem abgetriebenen Segelschiff. Ein tiefer Schlaf hält die Mannschaft umfangen.«
R Georges Franju B Jean Cocteau, Michel Worms, Georges Franju, Raphael Cluzel V Jean Cocteau K Marcel Fradetal M Georges Auric A Claude Pignot S Gilbert Natot P Eugène Lépicier D Emmanuelle Riva, Fabrice Rouleau, Jean Servais, Sophie Darès, Rosy Varte, Jean Marais | F | 94 min | 1:1,66 | sw | 5. Mai 1965
# 11117 | 29. Mai 2018
»Cette guerre comença dans le plus grand désordre.« Schuf er in seiner Louis-Feuillade-Hommage »Judex« eine Phantasmagorie der »nicht glücklichen« Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, wendet sich Georges Franju mit der Adaption eines Romans von Jean Cocteau dem großen Völkerschlachten selbst zu. Protagonisten der Erzählung sind die princesse de Bormes (Emmanuelle Riva), »une amoureuse folle des modes«, glänzender Mittelpunkt der Pariser Gesellschaft, die auf eigene Verantwortung Verwundetentransporte von der Front organisiert, und der halbwüchsige Thomas (Fabrice Rouleau), dem sich als vermeintlichem Neffen eines berühmten Generals alle Türen öffnen, wodurch er die Mission der extravaganten Aristokratin hilfreich unterstützen kann. Die Prinzessin und Thomas gehen in den Krieg wie in ein Theaterstück, sie auf der Suche nach Zerstreuung und Abenteuer, er weil er Spiel und Wirklichkeit nicht auseinanderhalten kann (oder will). Franju, selbst ein schwarzer Romantiker, hält den Film kunstvoll in der Schwebe zwischen Imagination und Realität, zeigt das Kriegsgeschehen bald als grausames Wirken totaler Zerstörungskräfte, bald als absurden Rummel, bald als dunkles Märchen mit brennenden Pferden und malerischen Ruinen. Die klangvolle Stimme von Jean Marais begleitet den jugendlichen Titelhelden bis an den Ort seiner Bestimmung, die Dünen der belgischen Küste: »Der Friedhof der Seeleute in Nieuport gleicht einem abgetriebenen Segelschiff. Ein tiefer Schlaf hält die Mannschaft umfangen.«
R Georges Franju B Jean Cocteau, Michel Worms, Georges Franju, Raphael Cluzel V Jean Cocteau K Marcel Fradetal M Georges Auric A Claude Pignot S Gilbert Natot P Eugène Lépicier D Emmanuelle Riva, Fabrice Rouleau, Jean Servais, Sophie Darès, Rosy Varte, Jean Marais | F | 94 min | 1:1,66 | sw | 5. Mai 1965
# 11117 | 29. Mai 2018
21.4.65
Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution (Jean-Luc Godard, 1965)
Lemmy Caution gegen Alpha 60
»Il était 24:17, heure océanique, quand j'arrivais dans les faubourgs d' Alphaville …« Fürwahr ein seltsames Abenteuer, diese grobkörnig-schwarzweiße Kreuzung aus science poetry und love fiction: Lemmy Caution (legendär: Eddie Constantine), Agent der pays extérieurs, kommt, getarnt als Journalist der ›Figaro-Pravda‹ nach Alphaville – eine Stadt (= eine Welt) ohne Zeit (= ohne Vergangenheit und Zukunft) und ohne Emotionen (= ohne Liebe), die beherrscht wird von einem elektronischen Superhirn (das aussieht wie eine Glühlampe hinter einem Ventilator) –, um an diesem seelenlosen Ort, der kein ›Warum‹ kennt sondern nur ein ›Weil‹, einen verschollenen Wissenschaftler aufzuspüren. Der abgängige Professor von Braun (alias Leonard Nosferatu) wird wiedergefunden – und entpuppt sich als master mind (= Erfinder und Programmierer) des gefühlskalt-mörderischen Großrechners ›Alpha 60‹. Jean-Luc Godard entwickelt seine Dystopie unter völligem Verzicht auf special effects und futuristische Dekors, er und Kameramann Raoul Coutard siedeln die kalte Vision einer von Rationalität und Kontrolle terrorisierten Gesellschaft (einfach genial – genial einfach) in der Pariser Gegenwart an: in den Glaspalästen von La Défense und den Schaltzentralen von Kraftwerken, in einem labyrinthischen Hotel und einem Schwimmbad, das zum Hinrichtungstempel wird. Paul Misraki taucht die intergalaktische Reise ans Ende der Nacht in ein schroff-romantisches Wechselbad der musikalischen Gefühle. Lemmy mischt Alphaville (die »capitale de la douleur«) gründlich auf, indem er 1. en passant so manchen Schergen der technischen Großmacht abknallt, 2. Poesie (= irrationale Sentenzen) ins Spiel bringt, die omnipotente Maschine auf diese Art und Weise in Verwirrung (und ins Verderben) stürzt und 3. eine Frau (na klar, es gibt auch eine Frau in einem Caution-Abenteuer: Anna Karina – großäugig und ponyfransig, zerbrechlich und verführerisch) stellvertretend für alle emotional Versteinerten zu lieben lehrt: »De loin en loin, dit la haine. De proche en proche, dit l'amour.«
R Jean-Luc Godard B Jean-Luc Godard K Raoul Coutard M Paul Misraki S Agnès Guillemot P André Michelin D Eddie Constantine, Anna Karina, Akim Tamiroff, László Szabó, Howard Vernon | F & I | 99 min | 1:1,37 | sw | 21. April 1965
»Il était 24:17, heure océanique, quand j'arrivais dans les faubourgs d' Alphaville …« Fürwahr ein seltsames Abenteuer, diese grobkörnig-schwarzweiße Kreuzung aus science poetry und love fiction: Lemmy Caution (legendär: Eddie Constantine), Agent der pays extérieurs, kommt, getarnt als Journalist der ›Figaro-Pravda‹ nach Alphaville – eine Stadt (= eine Welt) ohne Zeit (= ohne Vergangenheit und Zukunft) und ohne Emotionen (= ohne Liebe), die beherrscht wird von einem elektronischen Superhirn (das aussieht wie eine Glühlampe hinter einem Ventilator) –, um an diesem seelenlosen Ort, der kein ›Warum‹ kennt sondern nur ein ›Weil‹, einen verschollenen Wissenschaftler aufzuspüren. Der abgängige Professor von Braun (alias Leonard Nosferatu) wird wiedergefunden – und entpuppt sich als master mind (= Erfinder und Programmierer) des gefühlskalt-mörderischen Großrechners ›Alpha 60‹. Jean-Luc Godard entwickelt seine Dystopie unter völligem Verzicht auf special effects und futuristische Dekors, er und Kameramann Raoul Coutard siedeln die kalte Vision einer von Rationalität und Kontrolle terrorisierten Gesellschaft (einfach genial – genial einfach) in der Pariser Gegenwart an: in den Glaspalästen von La Défense und den Schaltzentralen von Kraftwerken, in einem labyrinthischen Hotel und einem Schwimmbad, das zum Hinrichtungstempel wird. Paul Misraki taucht die intergalaktische Reise ans Ende der Nacht in ein schroff-romantisches Wechselbad der musikalischen Gefühle. Lemmy mischt Alphaville (die »capitale de la douleur«) gründlich auf, indem er 1. en passant so manchen Schergen der technischen Großmacht abknallt, 2. Poesie (= irrationale Sentenzen) ins Spiel bringt, die omnipotente Maschine auf diese Art und Weise in Verwirrung (und ins Verderben) stürzt und 3. eine Frau (na klar, es gibt auch eine Frau in einem Caution-Abenteuer: Anna Karina – großäugig und ponyfransig, zerbrechlich und verführerisch) stellvertretend für alle emotional Versteinerten zu lieben lehrt: »De loin en loin, dit la haine. De proche en proche, dit l'amour.«
R Jean-Luc Godard B Jean-Luc Godard K Raoul Coutard M Paul Misraki S Agnès Guillemot P André Michelin D Eddie Constantine, Anna Karina, Akim Tamiroff, László Szabó, Howard Vernon | F & I | 99 min | 1:1,37 | sw | 21. April 1965
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Science fiction,
Tamiroff
24.3.65
Le corniaud (Gérard Oury, 1965)
Scharfe Sachen für Monsieur | Louis, das Schlitzohr
»Wenn einer eine Reise tut, / dann kann er was erzählen. / Drum nähme ich den Stock und Hut / und tät das Reisen wählen.« Antoine Maréchal, ein argloser Pariser Kleinbürger (Bourvil), nimmt den weißen Cadillac DeVille, der ihm (nicht ganz uneigennützig) vom halbseidenen »Unternehmer« Léopold Saroyan (Louis de Funès) zur Verfügung gestellt wird, und reist von Neapel nach Bordeaux. Unterwegs passiert allerlei Erzählenswertes, das insbesondere mit der versteckten Fracht zu tun hat, die Maréchal nichtsahnend in Saroyans Luxuskarosse transportiert: Heroin (in den Kotflügeln), Gold (in den Stoßstangen), Edelsteine (in der Batterie) und: den größten Diamanten der Welt (tja, wo eigentlich?) … Gérard Oury mixt Gangster-Klamotte mit Poisson-hors-de-l’eau-Komödie und postkartenidyllischen Italien-Impressionen (römisches Dolce Vita, sizilianische Eifersucht, Wasserspiele und Faustkämpfe in der Villa d’Este, Camping und Freikörperkultur am Tyrrhenischen Meer) zu einem ferienvergnüglichen Roadmovie, in dem – anders als im richtigen Leben – die bodenlose Ehrlichkeit des herzensguten Blödmanns über die gemeine Hinterlist des berechnenden Schlitzohrs siegt.
R Gérard Oury B Gérard Oury, Marcel Jullian, Georges Tabet, André Tabet K Henri Decaë M Georges Delerue A Francesco Ciarletta, Robert Giordani S Albert Jurgenson P Robert Dorfmann D Bourvil, Louis de Funès, Venantino Venantini, Beba Loncar, Alida Chelli | F & I | 111 min | 1:2,35 | f | 24. März 1965
»Wenn einer eine Reise tut, / dann kann er was erzählen. / Drum nähme ich den Stock und Hut / und tät das Reisen wählen.« Antoine Maréchal, ein argloser Pariser Kleinbürger (Bourvil), nimmt den weißen Cadillac DeVille, der ihm (nicht ganz uneigennützig) vom halbseidenen »Unternehmer« Léopold Saroyan (Louis de Funès) zur Verfügung gestellt wird, und reist von Neapel nach Bordeaux. Unterwegs passiert allerlei Erzählenswertes, das insbesondere mit der versteckten Fracht zu tun hat, die Maréchal nichtsahnend in Saroyans Luxuskarosse transportiert: Heroin (in den Kotflügeln), Gold (in den Stoßstangen), Edelsteine (in der Batterie) und: den größten Diamanten der Welt (tja, wo eigentlich?) … Gérard Oury mixt Gangster-Klamotte mit Poisson-hors-de-l’eau-Komödie und postkartenidyllischen Italien-Impressionen (römisches Dolce Vita, sizilianische Eifersucht, Wasserspiele und Faustkämpfe in der Villa d’Este, Camping und Freikörperkultur am Tyrrhenischen Meer) zu einem ferienvergnüglichen Roadmovie, in dem – anders als im richtigen Leben – die bodenlose Ehrlichkeit des herzensguten Blödmanns über die gemeine Hinterlist des berechnenden Schlitzohrs siegt.
R Gérard Oury B Gérard Oury, Marcel Jullian, Georges Tabet, André Tabet K Henri Decaë M Georges Delerue A Francesco Ciarletta, Robert Giordani S Albert Jurgenson P Robert Dorfmann D Bourvil, Louis de Funès, Venantino Venantini, Beba Loncar, Alida Chelli | F & I | 111 min | 1:2,35 | f | 24. März 1965
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Automobil,
Bourvil,
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Côte d'Azur,
de Funès,
Gangster,
Komödie,
Mittelmeer,
Neapel,
Oury,
Paris,
Pisa,
Roadmovie,
Rom,
Schmuggel
18.3.65
The Ipcress File (Sidney J. Furie, 1965)
Ipcress – Streng geheim
Der Anti-Star als Anti-Bond: Beherrschte Stimme, sparsame Mimik, ökonomische Körpersprache kennzeichnen Michael Caines Interpretation des coolen Intelligence-Agenten Harry Palmer. Dessen erster Fall, »The Ipcress File«, der sich um die organisierte Entführung von Wissenschaftlern, gewerbsmäßige Gehirnwäsche und eine innergeheimdienstliche Intrige dreht, ist eine eigenwillige Mischung aus spröder New-Wave-Tristesse und überspitztem »Avengers«-Surrealismus. Sidney J. Furies Film besticht durch einen zart prickelnden John-Barry-Score sowie durch extravagante Bildkompositionen: Otto Hellers verkantete Kamera linst immer wieder an optischen Barrieren vorbei, späht durch Schlitze, lauert hinter Gittern, Mauern, Fenstern auf entscheidende Augenblicke; der Anti-Held (wie sein Darsteller ein waschechter Cockney) wird dabei häufig in low-angle shots fotografiert – was ihm gleichwohl nichts Heroisch-Überragendes verleiht, da er fortdauernd von den tiefhängenden Decken trostloser Szenerien (Bauten: Ken Adam) in seine undankbare Rolle gezwängt erscheint. Am Ende bringt dann ironischerweise Palmers angeborener Hang zu Renitenz und Insubordination die schmuddlige Angelegenheit wieder ins Reine.
R Sidney J. Furie B Bill Canaway, James Doran V Len Deighton K Otto Heller M John Barry A Ken Adam S Peter Hunt P Harry Saltzman D Michael Caine, Nigel Green, Guy Doleman, Sue Lloyd, Gordon Jackson | UK | 109 min | 1:2,35 | f | 18. März 1965
Der Anti-Star als Anti-Bond: Beherrschte Stimme, sparsame Mimik, ökonomische Körpersprache kennzeichnen Michael Caines Interpretation des coolen Intelligence-Agenten Harry Palmer. Dessen erster Fall, »The Ipcress File«, der sich um die organisierte Entführung von Wissenschaftlern, gewerbsmäßige Gehirnwäsche und eine innergeheimdienstliche Intrige dreht, ist eine eigenwillige Mischung aus spröder New-Wave-Tristesse und überspitztem »Avengers«-Surrealismus. Sidney J. Furies Film besticht durch einen zart prickelnden John-Barry-Score sowie durch extravagante Bildkompositionen: Otto Hellers verkantete Kamera linst immer wieder an optischen Barrieren vorbei, späht durch Schlitze, lauert hinter Gittern, Mauern, Fenstern auf entscheidende Augenblicke; der Anti-Held (wie sein Darsteller ein waschechter Cockney) wird dabei häufig in low-angle shots fotografiert – was ihm gleichwohl nichts Heroisch-Überragendes verleiht, da er fortdauernd von den tiefhängenden Decken trostloser Szenerien (Bauten: Ken Adam) in seine undankbare Rolle gezwängt erscheint. Am Ende bringt dann ironischerweise Palmers angeborener Hang zu Renitenz und Insubordination die schmuddlige Angelegenheit wieder ins Reine.
R Sidney J. Furie B Bill Canaway, James Doran V Len Deighton K Otto Heller M John Barry A Ken Adam S Peter Hunt P Harry Saltzman D Michael Caine, Nigel Green, Guy Doleman, Sue Lloyd, Gordon Jackson | UK | 109 min | 1:2,35 | f | 18. März 1965
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Entführung,
Furie,
Harry Palmer,
London,
Spionage,
Thriller
3.3.65
Il momento de la verità (Francesco Rosi, 1965)
Der Augenblick der Wahrheit
Spanien. Sonne. Staub. Stiere. Stierkämpfer. Miguelin, ein armer Kerl aus dem provinziellen Irgendwo sieht in der Arena die einzige Chance, seinem Herkommen und der darin eingeschriebenen Zukunft zu entrinnen. Nicht ohne Talent aber letztlich ohne Berufung, geht er in die Stierkampfschule, wird »entdeckt«, von einem Agenten groß gemacht. Der Erfolg und seine Früchte – Cabriolets, Partys, amerikanische Geliebte – stellen sich bald ein, während die Lust auf den nächsten Kampf nach und nach schwindet. Aber die Show muß weitergehen – bis zum Augenblick der Wahrheit, da die Hörner eines Stieres Miguelins »Karriere« tödlich beenden. Die dokumentarische Empathie von Franceso Rosi (Regie) und der poetische Naturalismus von Gianni Di Venanzo (Kamera) stellen – ohne Wertungen, ohne Urteil – die Härten der nackten (und blutigen) Wirklichkeit gegen die Illusionen vom besseren Leben und ergründen zugleich – am Beispiel der Corrida – das Verhältnis von Kultus und Kultur. Eine höchst sinnliche Geschichte der Grausamkeit unter blankem südlichen Himmel.
R Francesco Rosi B Francesco Rosi, Pedro Beltrán, Ricardo Muñoz Suay, Pere Portabella K Gianni Di Venanzo, Pasqualino De Santis M Piero Piccioni A Francesco Rosi, Mario Serandrei S Mario Serandrei P Antonio Cervi, Francesco Rosi D Miguel Mateo ›Miguelín‹, José Gómez Sevillano, Pedro Basauri ›Pedrucho‹, Linda Christian | I & E | 110 min | 1:2,35 | f | 3. März 1965
Spanien. Sonne. Staub. Stiere. Stierkämpfer. Miguelin, ein armer Kerl aus dem provinziellen Irgendwo sieht in der Arena die einzige Chance, seinem Herkommen und der darin eingeschriebenen Zukunft zu entrinnen. Nicht ohne Talent aber letztlich ohne Berufung, geht er in die Stierkampfschule, wird »entdeckt«, von einem Agenten groß gemacht. Der Erfolg und seine Früchte – Cabriolets, Partys, amerikanische Geliebte – stellen sich bald ein, während die Lust auf den nächsten Kampf nach und nach schwindet. Aber die Show muß weitergehen – bis zum Augenblick der Wahrheit, da die Hörner eines Stieres Miguelins »Karriere« tödlich beenden. Die dokumentarische Empathie von Franceso Rosi (Regie) und der poetische Naturalismus von Gianni Di Venanzo (Kamera) stellen – ohne Wertungen, ohne Urteil – die Härten der nackten (und blutigen) Wirklichkeit gegen die Illusionen vom besseren Leben und ergründen zugleich – am Beispiel der Corrida – das Verhältnis von Kultus und Kultur. Eine höchst sinnliche Geschichte der Grausamkeit unter blankem südlichen Himmel.
R Francesco Rosi B Francesco Rosi, Pedro Beltrán, Ricardo Muñoz Suay, Pere Portabella K Gianni Di Venanzo, Pasqualino De Santis M Piero Piccioni A Francesco Rosi, Mario Serandrei S Mario Serandrei P Antonio Cervi, Francesco Rosi D Miguel Mateo ›Miguelín‹, José Gómez Sevillano, Pedro Basauri ›Pedrucho‹, Linda Christian | I & E | 110 min | 1:2,35 | f | 3. März 1965
2.3.65
The Sound of Music (Robert Wise, 1965)
Meine Lieder, meine Träume
Als hätte Robert Wise viel zu viele Heimat- und Schlagerfilme gesehen, fliegt das Auge der Kamera (in Todd-AO!) erst einmal über jede Menge idyllischer Alpentäler, -seen und -wiesen, um sodann eine wie besoffen mit sich selbst tanzende Julie Christie ins Visier zu nehmen, die mit ausgebreiteten Armen »The hills fill my heart with the sound of music!« schmettert. Wise erreicht die luftigen Höhen dieser konsequent ausgespielten Peinlichkeit mühelos immer wieder, und spätestens wenn Christopher Plummer alias Baron von Trapp alias Bill Lee (Stimme) beklampft und bejankert im Kreise seiner Kinderschar »Edelweiß, Edelweiß, bless my homeland forever« zum Besten gibt, kann man die künstlerische Entschiedenheit dieser einmaligen Huldigung Hollywoods an Kultur und Werte des alten Europa nur noch mit offenem Mund bestaunen. Die Breitwand-Adaption von Rogers’ und Hammersteins monumental-verschmockter Salzburger Familienoperette mit singenden Nonnen, musikalischen Priestern und schnarrenden Nazis bereitet dem masochistischen Connaisseur – schon wegen ihrer gefühlten Endlosigkeit – ein ähnliches Vergnügen wie eine ganz, ganz langsame Steinigung mit Mozartkugeln.
R Robert Wise B Ernest Lehman V Maria Augusta Trapp, Howard Lindsay, Russel Crouse K Ted McCord M Richard Rogers A Boris Leven S William Reynolds P Robert Wise D Julie Andrews, Christopher Plummer, Eleanor Parker, Richard Haydn, Peggy Wood | USA | 174 min | 1:2,35 | f | 2. März 1965
Als hätte Robert Wise viel zu viele Heimat- und Schlagerfilme gesehen, fliegt das Auge der Kamera (in Todd-AO!) erst einmal über jede Menge idyllischer Alpentäler, -seen und -wiesen, um sodann eine wie besoffen mit sich selbst tanzende Julie Christie ins Visier zu nehmen, die mit ausgebreiteten Armen »The hills fill my heart with the sound of music!« schmettert. Wise erreicht die luftigen Höhen dieser konsequent ausgespielten Peinlichkeit mühelos immer wieder, und spätestens wenn Christopher Plummer alias Baron von Trapp alias Bill Lee (Stimme) beklampft und bejankert im Kreise seiner Kinderschar »Edelweiß, Edelweiß, bless my homeland forever« zum Besten gibt, kann man die künstlerische Entschiedenheit dieser einmaligen Huldigung Hollywoods an Kultur und Werte des alten Europa nur noch mit offenem Mund bestaunen. Die Breitwand-Adaption von Rogers’ und Hammersteins monumental-verschmockter Salzburger Familienoperette mit singenden Nonnen, musikalischen Priestern und schnarrenden Nazis bereitet dem masochistischen Connaisseur – schon wegen ihrer gefühlten Endlosigkeit – ein ähnliches Vergnügen wie eine ganz, ganz langsame Steinigung mit Mozartkugeln.
R Robert Wise B Ernest Lehman V Maria Augusta Trapp, Howard Lindsay, Russel Crouse K Ted McCord M Richard Rogers A Boris Leven S William Reynolds P Robert Wise D Julie Andrews, Christopher Plummer, Eleanor Parker, Richard Haydn, Peggy Wood | USA | 174 min | 1:2,35 | f | 2. März 1965
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30er Jahre,
Adel,
Andrews,
Familie,
Kloster,
Lehman,
Musical,
Musik,
Nationalsozialismus,
Österreich,
Plummer,
Romanze,
Salzburg,
Schloß,
Wise
28.2.65
Shunpu den (Seijun Suzuki, 1965)
Nackt und verdammt
Hochexplosives Melodram, situiert in einem staubigen Drecknest an der Front des japanisch-chinesischen Krieges: Harumi, kämpferisch-selbstbewußte Prostituierte in einem Soldatenbordell, muß dem einnehmend-brutalen Offizier Narita zu Willen sein und verliebt sich in dessen servil-handzahmen Burschen Mikami. Als ihr Angebeteter in die Gefangenschaft des Gegners gerät, eröffnet ihm (und damit letztlich auch ihr) der strikte militärische Ehrenkodex nur einen einzigen – tödlichen – Ausweg… Seijun Suzuki läßt die Leidenschaften in seiner bühnenhaft formalisierten Tragödie auf höchster Flamme sprudelnd überkochen – und verliert im Eifer des Gefühlsgefechts auch noch ein paar kritische Worte über die fragwürdige Banzai-Mentalität der kaiserlichen Armee, in der Sterben als Feigheit vor einem Feind erscheint, der Leben heißt.
R Seijun Suzuki B Hajime Takaiwa V Taijiro Tamura K Kazue Nagatsuka M Naozumi Yamamoto A Takeo Kimura S Akira Suzuki P Kaneo Iwai D Yumiko Nogawa, Tamio Kawaji, Isao Tamagawa, Shoichi Ozawa, Tomiko Ishikawa | JP | 96 min | 1:2,35 | sw | 28. Februar 1965
Hochexplosives Melodram, situiert in einem staubigen Drecknest an der Front des japanisch-chinesischen Krieges: Harumi, kämpferisch-selbstbewußte Prostituierte in einem Soldatenbordell, muß dem einnehmend-brutalen Offizier Narita zu Willen sein und verliebt sich in dessen servil-handzahmen Burschen Mikami. Als ihr Angebeteter in die Gefangenschaft des Gegners gerät, eröffnet ihm (und damit letztlich auch ihr) der strikte militärische Ehrenkodex nur einen einzigen – tödlichen – Ausweg… Seijun Suzuki läßt die Leidenschaften in seiner bühnenhaft formalisierten Tragödie auf höchster Flamme sprudelnd überkochen – und verliert im Eifer des Gefühlsgefechts auch noch ein paar kritische Worte über die fragwürdige Banzai-Mentalität der kaiserlichen Armee, in der Sterben als Feigheit vor einem Feind erscheint, der Leben heißt.
R Seijun Suzuki B Hajime Takaiwa V Taijiro Tamura K Kazue Nagatsuka M Naozumi Yamamoto A Takeo Kimura S Akira Suzuki P Kaneo Iwai D Yumiko Nogawa, Tamio Kawaji, Isao Tamagawa, Shoichi Ozawa, Tomiko Ishikawa | JP | 96 min | 1:2,35 | sw | 28. Februar 1965
15.2.65
Lord Jim (Richard Brooks, 1965)
Lord Jim
»Maybe cowards and heroes are just ordinary men who, for a split second, do something out of the ordinary. That’s all.« Eher breites als großes Abenteuerkino nach Joseph Conrad, das vom offenen Meer in den realen und in den inneren Dschungel führt. Die Erzählung dreht sich um Versagen und Mut, um Ehre und Stolz, um die Hoffnung auf die zweite Chance. Peter O’Toole in der zwiespältigen Titelrolle des Seemannes, dem aufgrund einer Übersprungshandlung das Patent entzogen wird, vergißt auch in dramatischen Situationen nicht, Eyeliner aufzutragen, und bebt ansonsten allzu sichtbar vor moralischer Anspannung. Richard Brooks’ Regie ist stellenweise überraschend ungeschickt, während der wagnerianische Score von Bronislau Kaper mit seinem Schicksalsrauschen nicht nur die Protagonisten an ihre Grenzen treibt. Getragen wird »Lord Jim« allein von seinen prachtvollen Schurken: Eli Wallach als brutaler Ausbeuter, Curd Jürgens als versoffener Raffzahn, Akim Tamiroff als schwitzender Hehler des Todes, James Mason als bibelfester Auftragsmörder, der die Problematik der tragischen Hauptfigur wie folgt erklärt: »His Lordship has pretensions to heroism – a form of mental disease induced by vanity.«
R Richard Brooks B Richard Brooks V Joseph Conrad K Freddie Young M Bronislau Kaper A Geoffrey Drake S Alan Osbiston P Richard Brooks D Peter O’Toole, Eli Wallach, Curd Jürgens, Akim Tamiroff, James Mason | UK & USA | 154 min | 1:2,20 | f | 15. Februar 1965
»Maybe cowards and heroes are just ordinary men who, for a split second, do something out of the ordinary. That’s all.« Eher breites als großes Abenteuerkino nach Joseph Conrad, das vom offenen Meer in den realen und in den inneren Dschungel führt. Die Erzählung dreht sich um Versagen und Mut, um Ehre und Stolz, um die Hoffnung auf die zweite Chance. Peter O’Toole in der zwiespältigen Titelrolle des Seemannes, dem aufgrund einer Übersprungshandlung das Patent entzogen wird, vergißt auch in dramatischen Situationen nicht, Eyeliner aufzutragen, und bebt ansonsten allzu sichtbar vor moralischer Anspannung. Richard Brooks’ Regie ist stellenweise überraschend ungeschickt, während der wagnerianische Score von Bronislau Kaper mit seinem Schicksalsrauschen nicht nur die Protagonisten an ihre Grenzen treibt. Getragen wird »Lord Jim« allein von seinen prachtvollen Schurken: Eli Wallach als brutaler Ausbeuter, Curd Jürgens als versoffener Raffzahn, Akim Tamiroff als schwitzender Hehler des Todes, James Mason als bibelfester Auftragsmörder, der die Problematik der tragischen Hauptfigur wie folgt erklärt: »His Lordship has pretensions to heroism – a form of mental disease induced by vanity.«
R Richard Brooks B Richard Brooks V Joseph Conrad K Freddie Young M Bronislau Kaper A Geoffrey Drake S Alan Osbiston P Richard Brooks D Peter O’Toole, Eli Wallach, Curd Jürgens, Akim Tamiroff, James Mason | UK & USA | 154 min | 1:2,20 | f | 15. Februar 1965
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Dschungel,
Jahrhundertwende,
Joseph Conrad,
Jürgens,
Mason,
Meer,
O'Toole,
Richard Brooks,
Seefahrt,
Südostasien,
Tamiroff,
Wallach
9.2.65
Rekopis znaleziony w Saragossie (Wojciech Has, 1965)
Die Handschrift von Saragossa
Dieser Film mag dem Betrachter spanisch vorkommen, aber er ist so polnisch wie die Sierra Morena: Konstruiert nach dem Prinzip der Puppe in der Puppe, tut sich in jeder Episode von »Rekopis znaleziony w Saragossie« – das titelgebende Manuskript folgt der verschlungenen Spur des Hauptmanns der wallonischen Garde Alfons van Worden (viril-naiv: Zbigniew Cybulski) durch ein karstig-geheimnisvolles Phantasie-Spanien des 18. Jahrhunderts – ein weiteres Abenteuer auf, darin das nächste, und so weiter – bis die Inquisition kommt oder ein Zigeunerkönig oder ein verlotterter Aristokrat, der zwar keinen Real in der Tasche hat, aber stets eine Anekdote auf den Lippen ... Bevölkert wird das Geschichtenlabyrinth außerdem von lebendigen Gehenkten und unersättlichen Duellisten, von lüsternen Schwestern und Muselmanen im Untergrund. Wojciech Has, dem Regisseur dieses tollkühn-romantischen Kaleidoskops, liegt, wie dem Autor der Romanvorlage, Jan (Graf) Potocki, weniger an der Erzählung als am Erzählen selbst: am Fabulieren, Spintisieren und Abschweifen, am Verschieben von Perspektiven, am Springen von Gedanken und am Auflösen von Grenzen – zwischen Realität und Traum, Erkenntnis und Spekulation, geschlossenen Räumen und Unendlichkeit, Gotteswerk und Teufelskunst. »Wir sind wie Blinde, verloren in den Straßen einer großen Stadt«, heißt es einmal – und es ist eine wahre Lust (= ein traumhafter Schrecken), sich in diesem Irrgarten (= in der Welt) zu verlieren.
R Wojciech Has B Tadeusz Kwiatkowski V Jan Potocki K Mieczysław Jahoda M Krzysztof Penderecki A Tadeusz Myszorek, Jerzy Skarzynski S Krystyna Komosinska P Ryszard Straszewski D Zbigniew Cybulski, Kazimierz Opaliński, Iga Cembrzyńska, Joanna Jedryka, Leon Niemczyk | PL | 182 min | 1:2,35 | sw | 9. Februar 1965
Dieser Film mag dem Betrachter spanisch vorkommen, aber er ist so polnisch wie die Sierra Morena: Konstruiert nach dem Prinzip der Puppe in der Puppe, tut sich in jeder Episode von »Rekopis znaleziony w Saragossie« – das titelgebende Manuskript folgt der verschlungenen Spur des Hauptmanns der wallonischen Garde Alfons van Worden (viril-naiv: Zbigniew Cybulski) durch ein karstig-geheimnisvolles Phantasie-Spanien des 18. Jahrhunderts – ein weiteres Abenteuer auf, darin das nächste, und so weiter – bis die Inquisition kommt oder ein Zigeunerkönig oder ein verlotterter Aristokrat, der zwar keinen Real in der Tasche hat, aber stets eine Anekdote auf den Lippen ... Bevölkert wird das Geschichtenlabyrinth außerdem von lebendigen Gehenkten und unersättlichen Duellisten, von lüsternen Schwestern und Muselmanen im Untergrund. Wojciech Has, dem Regisseur dieses tollkühn-romantischen Kaleidoskops, liegt, wie dem Autor der Romanvorlage, Jan (Graf) Potocki, weniger an der Erzählung als am Erzählen selbst: am Fabulieren, Spintisieren und Abschweifen, am Verschieben von Perspektiven, am Springen von Gedanken und am Auflösen von Grenzen – zwischen Realität und Traum, Erkenntnis und Spekulation, geschlossenen Räumen und Unendlichkeit, Gotteswerk und Teufelskunst. »Wir sind wie Blinde, verloren in den Straßen einer großen Stadt«, heißt es einmal – und es ist eine wahre Lust (= ein traumhafter Schrecken), sich in diesem Irrgarten (= in der Welt) zu verlieren.
R Wojciech Has B Tadeusz Kwiatkowski V Jan Potocki K Mieczysław Jahoda M Krzysztof Penderecki A Tadeusz Myszorek, Jerzy Skarzynski S Krystyna Komosinska P Ryszard Straszewski D Zbigniew Cybulski, Kazimierz Opaliński, Iga Cembrzyńska, Joanna Jedryka, Leon Niemczyk | PL | 182 min | 1:2,35 | sw | 9. Februar 1965
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Cybulski,
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Has,
Komödie,
Madrid,
Phantastik,
Religion,
Sierra Morena,
Spanien,
Zauberei
18.12.64
Das Verrätertor (Freddie Francis, 1964)
Ein trockenes heist movie, das sich von den üblichen Manierismen der Edgar-Wallace-Reihe bewußt absetzt. Zwar gibt Klaus Kinski einen preziösen Killer, zwar darf Eddi Arent als deutscher Tourist in London seinen Schabernack treiben, doch verzichtet die deutsch-britische Koproduktion gänzlich auf familiäre Intrigen, auf Erbinnen in Not, auf persönlich engagierte Inspektoren: Im Zentrum stehen die Aktivitäten einer hochorganisierten Bande, die sich unter Führung eines ehrenwerten Geschäftsmannes (Albert Lieven) anschickt, die Kronjuwelen ihrer Majestät zu stehlen. Die professionell coole Inszenierung von Freddie Francis (einem maßgeblichen Bildgestalter des Free Cinema) lädt nicht zur Identifikation mit Tätern oder Ermittlern ein; die Kamera (geführt von Denys Coop, einem weiteren Wegbereiter des kitchen sink realism der früher 1960er Jahre) beobachtet reserviert die Mechanik der minutiös geplanten Abläufe. Aufgrund seiner visuellen Qualitäten entwickelt »Das Verrätertor« spröde B-Film-Eleganz, auch wenn die Dramatik rein äußerlich, die Story sichtbar konstruiert, die Figuren gänzlich schablonenhaft bleiben und der Wechsel der erzählerischen Tonlagen gelegentlich eher atmosphärischen Dissonanzen als Spannung erzeugt.
R Freddie Francis B John Sansom (= Jimmy Sangster) V Edgar Wallace K Denys Coop M Peter Thomas A Tony Inglis S Oswald Hafenrichter P Horst Wendlandt D Albert Lieven, Margot Trooger, Gary Raymond, Eddi Arent, Klaus Kinski | BRD & UK | 87 min | 1:1,66 | sw | 18. Dezember 1964
# 821 | 4. Januar 2014
R Freddie Francis B John Sansom (= Jimmy Sangster) V Edgar Wallace K Denys Coop M Peter Thomas A Tony Inglis S Oswald Hafenrichter P Horst Wendlandt D Albert Lieven, Margot Trooger, Gary Raymond, Eddi Arent, Klaus Kinski | BRD & UK | 87 min | 1:1,66 | sw | 18. Dezember 1964
# 821 | 4. Januar 2014
16.12.64
The Disorderly Orderly (Frank Tashlin, 1964)
Der Tölpel vom Dienst
»Don’t try so hard!« Weil Arztsohn Jerome Littlefield (Jerry Lewis) zu empathisch auf Krankheit und Leid reagiert, kann er selbst nicht Doktor werden; er schlägt sich (und andere) ersatzweise als Pfleger durch, wobei aus seiner psychischen Verklemmung ein geradezu apokalyptisches Helfersyndrom entspringt … Es dauert ein Weilchen, bis es Frank Tashlin gelingt, den Hauptdarsteller halbwegs zu disziplinieren, dessen hysterischen Hang zu ichsüchtiger Grimassenschneiderei sowie beliebigen Slapstickdarbietungen in den Griff zu bekommen, um so etwas wie Richtung und Rhythmus einer Story zu generieren, einer Story, die zunächst Blindheit und Hypochondrie, dann das Freimachen von zwanghaften Blockaden und den Aufbruch zu neuen (romantischen wie beruflichen) Ufern ins Bild setzt. Andererseits pfeift Tashlin selbst immer wieder fröhlich auf Erzähldisziplin, klopft Situationen nur allzugern auf ihre absurden filmischen Möglichkeiten ab: Fernsehschnee weht wie ein Blizzard durch ein Krankenzimmer, ein Ganzkörperverband erweist sich als leere Gipshülle, ein gebrochener Knöchel schwillt an wie ein Luftballon. Das wahnsinnige Finale vereint alle Beteiligten in einer furiosen Verfolgungsjagd, hügelauf und hügelab: Mediziner und Patienten, in Rettungsfahrzeugen und auf Rollbahren, Liebende und Geliebte, zwischen Mülltonnen, Einkaufswagen und Konservendosen.
R Frank Tashlin B Frank Tashlin, Norm Liebman, Ed Haas K W. Wallace Kelley M Joseph J. Lilley A Hal Pereira, Tambi Larsen S John Woodcock P Paul Jones D Jerry Lewis, Glenda Farrell, Susan Oliver, Karen Sharp, Kathleen Freeman, Everett Sloane | USA | 89 min | 1:1,85 | f | 16. Dezember 1964
# 785 | 28. Oktober 2013
»Don’t try so hard!« Weil Arztsohn Jerome Littlefield (Jerry Lewis) zu empathisch auf Krankheit und Leid reagiert, kann er selbst nicht Doktor werden; er schlägt sich (und andere) ersatzweise als Pfleger durch, wobei aus seiner psychischen Verklemmung ein geradezu apokalyptisches Helfersyndrom entspringt … Es dauert ein Weilchen, bis es Frank Tashlin gelingt, den Hauptdarsteller halbwegs zu disziplinieren, dessen hysterischen Hang zu ichsüchtiger Grimassenschneiderei sowie beliebigen Slapstickdarbietungen in den Griff zu bekommen, um so etwas wie Richtung und Rhythmus einer Story zu generieren, einer Story, die zunächst Blindheit und Hypochondrie, dann das Freimachen von zwanghaften Blockaden und den Aufbruch zu neuen (romantischen wie beruflichen) Ufern ins Bild setzt. Andererseits pfeift Tashlin selbst immer wieder fröhlich auf Erzähldisziplin, klopft Situationen nur allzugern auf ihre absurden filmischen Möglichkeiten ab: Fernsehschnee weht wie ein Blizzard durch ein Krankenzimmer, ein Ganzkörperverband erweist sich als leere Gipshülle, ein gebrochener Knöchel schwillt an wie ein Luftballon. Das wahnsinnige Finale vereint alle Beteiligten in einer furiosen Verfolgungsjagd, hügelauf und hügelab: Mediziner und Patienten, in Rettungsfahrzeugen und auf Rollbahren, Liebende und Geliebte, zwischen Mülltonnen, Einkaufswagen und Konservendosen.
R Frank Tashlin B Frank Tashlin, Norm Liebman, Ed Haas K W. Wallace Kelley M Joseph J. Lilley A Hal Pereira, Tambi Larsen S John Woodcock P Paul Jones D Jerry Lewis, Glenda Farrell, Susan Oliver, Karen Sharp, Kathleen Freeman, Everett Sloane | USA | 89 min | 1:1,85 | f | 16. Dezember 1964
# 785 | 28. Oktober 2013
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Romanze,
Tashlin
Kiss Me, Stupid (Billy Wilder, 1964)
Küß mich, Dummkopf
»If you’ve got what it takes, sooner or later, somebody will take what you’ve got.« Seit Jahren schreiben Orville J. Spooner und Barney Milsap, Klavierlehrer und Tankstellenbesitzer in Climax, Nevada, unverdrossen einen Schlager nach dem anderen (mit so vielversprechenden Titeln wie »Pretzels in the Moonlight« oder »Two Coins in the Fountain«), ohne daß sich der erhoffte Erfolg einstellen würde. Als eines Tages der berühmte Entertainer Dino (ölig: Dean Martin) auf dem Weg von Las Vegas nach Hollywood in ihrem abgelegenen Wüstenkaff strandet, beschließen Komponist und Textdichter, die einmalige Chance zu nutzen und dem saufgierigen Weiberhelden einen ebenso anregenden wie einbringlichen Aufenthalt zu bereiten: Ein (herzensgutes) leichtes Mädchen (Kim Novak als ›Polly the Pistol‹) wird aus dem örtlichen Amüsierschuppen »Belly Bottom« (»Drop in and get lost!«) herbeigeschafft, eine (ziemlich weltkluge) Ehefrau aus dem Haus expediert, dann nimmt das erfolgsgierige songwriting team den durchreisenden Star in die erotisch-musikalische Zange: »If I’m all agitato, / Every heartstring vibrato.« Billy Wilder betrachtet seine männlichen Protagonisten mit illusionslosem Wohlwissen, während er den weiblichen Figuren eine Art biestiger Zärtlichkeit angedeihen läßt. Trotz oder gerade wegen der unausgewogenen (und bemerkenswert kaltschnäuzigen) Inszenierung entwirft diese in schmuddelig-grauen Panavision-Bildern ausgerollte Vulgärromanze über Hingabe und Eifersucht, diese ätzende Sozialstudie über Angebot und Nachfrage ein Menschenbild von ungeschminkter Ehrlichkeit: »Every look passionato, / Who but you made me so?«
R Billy Wilder B Billy Wilder, I. A. L. Diamond V Anna Bonacci K Joseph La Shelle M André Prévin, George Gershwin A Alexandre Trauner S Daniel Mandell P Billy Wilder D Dean Martin, Kim Novak, Ray Walston, Felicia Farr, Cliff Osmond | USA | 125 min | 1:2,35 | sw | 16. Dezember 1964
# 1078 | 11. Oktober 2017
»If you’ve got what it takes, sooner or later, somebody will take what you’ve got.« Seit Jahren schreiben Orville J. Spooner und Barney Milsap, Klavierlehrer und Tankstellenbesitzer in Climax, Nevada, unverdrossen einen Schlager nach dem anderen (mit so vielversprechenden Titeln wie »Pretzels in the Moonlight« oder »Two Coins in the Fountain«), ohne daß sich der erhoffte Erfolg einstellen würde. Als eines Tages der berühmte Entertainer Dino (ölig: Dean Martin) auf dem Weg von Las Vegas nach Hollywood in ihrem abgelegenen Wüstenkaff strandet, beschließen Komponist und Textdichter, die einmalige Chance zu nutzen und dem saufgierigen Weiberhelden einen ebenso anregenden wie einbringlichen Aufenthalt zu bereiten: Ein (herzensgutes) leichtes Mädchen (Kim Novak als ›Polly the Pistol‹) wird aus dem örtlichen Amüsierschuppen »Belly Bottom« (»Drop in and get lost!«) herbeigeschafft, eine (ziemlich weltkluge) Ehefrau aus dem Haus expediert, dann nimmt das erfolgsgierige songwriting team den durchreisenden Star in die erotisch-musikalische Zange: »If I’m all agitato, / Every heartstring vibrato.« Billy Wilder betrachtet seine männlichen Protagonisten mit illusionslosem Wohlwissen, während er den weiblichen Figuren eine Art biestiger Zärtlichkeit angedeihen läßt. Trotz oder gerade wegen der unausgewogenen (und bemerkenswert kaltschnäuzigen) Inszenierung entwirft diese in schmuddelig-grauen Panavision-Bildern ausgerollte Vulgärromanze über Hingabe und Eifersucht, diese ätzende Sozialstudie über Angebot und Nachfrage ein Menschenbild von ungeschminkter Ehrlichkeit: »Every look passionato, / Who but you made me so?«
R Billy Wilder B Billy Wilder, I. A. L. Diamond V Anna Bonacci K Joseph La Shelle M André Prévin, George Gershwin A Alexandre Trauner S Daniel Mandell P Billy Wilder D Dean Martin, Kim Novak, Ray Walston, Felicia Farr, Cliff Osmond | USA | 125 min | 1:2,35 | sw | 16. Dezember 1964
# 1078 | 11. Oktober 2017
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Komödie,
Musik,
Romanze,
Wilder
15.12.64
Hush … Hush, Sweet Charlotte (Robert Aldrich, 1964)
Wiegenlied für eine Leiche
»You weep because you had a dream last night …« Zwei Jahre nach »What Ever Happened to Baby Jane?« wollte Robert Aldrich die Band wieder zusammenbringen, um in puncto Grand-Guignol-Grusel noch einen draufzusetzen. Leider warf Joan Crawford kurz nach Drehbeginn das Handtuch. Praktisch jeder abgelegte Star weiblichen Geschlechts wurde angebettelt, ihre Rolle zu übernehmen – bis sich Olivia de Havilland erbarmte … Bette Davis diesmal als verdatterte (und sehr reiche) alte Jungfer, deren – kurz vor der Hochzeit (von wem?) ermordeter – Verlobter sich 40 Jahre später überraschend aus dem Reich der Toten meldet. Aldrich mixt aus Familienintrigen, Südstaaten-Dekadenz, abgehackten Händen und wandelnden Wasserleichen einen noch hämischeren Gothic-Punch in noch härterem Schwarzweiß (Kamera: Joseh Biroc). Neben dem Duo infernal Davis / de Havilland tragen weitere namhafte has beens – brüchig: Mary Astor; zerlumpt: Agnes Moorehead; verlebt: Joseph Cotten – das Ihre zum wohligen Entsetzen bei.
R Robert Aldrich B Lukas Heller, Henry Farrell K Joseph Biroc M Frank De Vol A William Glasgow S Michael Luciano P Robert Aldrich D Bette Davis, Olivia de Havilland, Joseph Cotten, Agnes Moorehead, Mary Astor | USA | 133 min | 1:1,66 | sw | 15. Dezember 1964
»You weep because you had a dream last night …« Zwei Jahre nach »What Ever Happened to Baby Jane?« wollte Robert Aldrich die Band wieder zusammenbringen, um in puncto Grand-Guignol-Grusel noch einen draufzusetzen. Leider warf Joan Crawford kurz nach Drehbeginn das Handtuch. Praktisch jeder abgelegte Star weiblichen Geschlechts wurde angebettelt, ihre Rolle zu übernehmen – bis sich Olivia de Havilland erbarmte … Bette Davis diesmal als verdatterte (und sehr reiche) alte Jungfer, deren – kurz vor der Hochzeit (von wem?) ermordeter – Verlobter sich 40 Jahre später überraschend aus dem Reich der Toten meldet. Aldrich mixt aus Familienintrigen, Südstaaten-Dekadenz, abgehackten Händen und wandelnden Wasserleichen einen noch hämischeren Gothic-Punch in noch härterem Schwarzweiß (Kamera: Joseh Biroc). Neben dem Duo infernal Davis / de Havilland tragen weitere namhafte has beens – brüchig: Mary Astor; zerlumpt: Agnes Moorehead; verlebt: Joseph Cotten – das Ihre zum wohligen Entsetzen bei.
R Robert Aldrich B Lukas Heller, Henry Farrell K Joseph Biroc M Frank De Vol A William Glasgow S Michael Luciano P Robert Aldrich D Bette Davis, Olivia de Havilland, Joseph Cotten, Agnes Moorehead, Mary Astor | USA | 133 min | 1:1,66 | sw | 15. Dezember 1964
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Aldrich,
Cotten,
Davis,
de Havilland,
Drama,
Erinnerung,
Familie,
Horror,
Thriller
10.12.64
Les barbouzes (Georges Lautner, 1964)
Mordrezepte der Barbouzes
Der internationale Waffenhändler Benar Shah stirbt à la Félix Faure in einem Pariser Bordell. Ohne Einhaltung der Trauerfrist bemühen sich Nachrichtendienstler diverser Nationen bei der hübschen jungen Witwe Amaranthe (Mireille Darc) um die explosive Hinterlassenschaft des Verblichenen: Patente für Massenvernichtungswaffen der Marken A, B, C und H. Natürlich hat in einem französischen Film der sympathisch-kantige »barbouze« Francis Lagneau (Lino Ventura), der so sprechende Aliasnamen trägt wie ›Petit Marquis‹ oder ›Belles Manières‹ oder ›Bazooka‹ oder ›La Praline‹, die Nase vorn – während der blutrünstig-wahrheitssuchende Deutsche (genannt ›le bon docteur‹), der ungestüm-ästhetische Sowjet (bekannt als ›Trinitrotoluène‹), der scholastisch-neutrale Schweizer Mystizist (Bernard Blier), der amerikanische Scheckbuch-Agent mit dem kleinkarierten Hütchen (Jess Hahn) und Dutzende von kampfschreienden Abziehbild-Chinesen das Nachsehen haben … Georges Lautner (Regie) und Michel Audiard (Dialoge) veräppeln mit sarkastischem Charme das zweitälteste Gewerbe der Welt, machen sich lustig über das brettharte Getue und den bigotten Nationalismus der verbissen konkurrierenden und doch denkbar ähnlich gestrickten (Kino-)Geheimagenten aller Provenienz, dieser sonderbaren Spezies, die sich durch eine »faszinierende Synthese von Gehirn und Muskeln« auszeichnet.
R Georges Lautner B Michel Audiard, Albert Simonin K Maurice Fellous M Michel Magne A Jacques D’Ovidio S Michelle David P Alain Poiré D Lino Ventura, Bernard Blier, Mireille Darc, Jess Hahn, Noël Roquevert | F & I | 109 min | 1:1,66 | sw | 10. Dezember 1964
Der internationale Waffenhändler Benar Shah stirbt à la Félix Faure in einem Pariser Bordell. Ohne Einhaltung der Trauerfrist bemühen sich Nachrichtendienstler diverser Nationen bei der hübschen jungen Witwe Amaranthe (Mireille Darc) um die explosive Hinterlassenschaft des Verblichenen: Patente für Massenvernichtungswaffen der Marken A, B, C und H. Natürlich hat in einem französischen Film der sympathisch-kantige »barbouze« Francis Lagneau (Lino Ventura), der so sprechende Aliasnamen trägt wie ›Petit Marquis‹ oder ›Belles Manières‹ oder ›Bazooka‹ oder ›La Praline‹, die Nase vorn – während der blutrünstig-wahrheitssuchende Deutsche (genannt ›le bon docteur‹), der ungestüm-ästhetische Sowjet (bekannt als ›Trinitrotoluène‹), der scholastisch-neutrale Schweizer Mystizist (Bernard Blier), der amerikanische Scheckbuch-Agent mit dem kleinkarierten Hütchen (Jess Hahn) und Dutzende von kampfschreienden Abziehbild-Chinesen das Nachsehen haben … Georges Lautner (Regie) und Michel Audiard (Dialoge) veräppeln mit sarkastischem Charme das zweitälteste Gewerbe der Welt, machen sich lustig über das brettharte Getue und den bigotten Nationalismus der verbissen konkurrierenden und doch denkbar ähnlich gestrickten (Kino-)Geheimagenten aller Provenienz, dieser sonderbaren Spezies, die sich durch eine »faszinierende Synthese von Gehirn und Muskeln« auszeichnet.
R Georges Lautner B Michel Audiard, Albert Simonin K Maurice Fellous M Michel Magne A Jacques D’Ovidio S Michelle David P Alain Poiré D Lino Ventura, Bernard Blier, Mireille Darc, Jess Hahn, Noël Roquevert | F & I | 109 min | 1:1,66 | sw | 10. Dezember 1964
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