Wie klaut man eine Million?
Der Pariser Kunstsammler Charles Bonnet (Hugh Griffith) nennt eine exquisite Kollektion sein eigen – außerdem betätigt er sich, ebenso leidenschaftlich wie befähigt, als Fälscher. Die Ausleihe einer (natürlich nachgemachten) Cellini-Venus an ein Museum bringt Bonnet unversehens in arge Bedrängnis: die Versicherung verlangt eine Echtheitsprüfung des Exponats. »We live in a crass, commercial world, with no faith or trust«, ereifert sich der Leihgeber, indes seine Tochter Nicole (ewig elfenhaft: Audrey Hepburn) einen von ihr überraschten Gentleman-Einbrecher (weltmännisch: Peter O’Toole) dazu überreden kann, die Statue aus dem schwergesicherten Ausstellungsraum zu entwenden ... William Wylers charmante, bisweilen etwas gemächlich inszenierte romantische Diebeskomödie erzählt mit leiser Ironie von den Freuden des Fälschens (»In his whole lifetime, van Gogh only sold one painting. Whereas I, in loving memory of his great tragic genius ... have already sold two.«), vor allem aber vom Wahnsinn des Sammelns. Das Prinzip des unbedingten Habenwollens verkörpert ein von Eli Wallach gespielter amerikanischer Tycoon, der sich (zum Nutzen aller Beteiligten) rettungslos in die von Meisterhand gefertigte Venus verliebt: »I want it! I just want to know that it's mine, that I own it, that I can touch it.«
R William Wyler B Harry Kurnitz, George Bradshaw K Charles Lang M Johnny (= John) Williams A Alexandre Trauner S Robert Swink P Fred Kohlmar D Audrey Hepburn, Peter O’Toole, Eli Wallach, Hugh Griffith, Charles Boyer | USA | 123 min | 1:2,35 | f | 13. Juli 1966
# 1041 | 9. Januar 2017
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13.7.66
25.6.43
The Leopard Man (Jacques Tourneur, 1943)
»Cats are funny, mister. They don’t want to hurt you, but if you scare them they go crazy.« Eine kleine Stadt in New Mexico: ein schwarzer Panther ist entlaufen, Angst geht um, eine junge Frau kommt zu Tode, die Ahnung wächst, daß etwas anderes durch die Straßen schleicht als das blutdürstige Raubtier. Geheimnisvoller Thriller, sachter Horrorfilm, finstere Romanze – nach einem Roman von Cornell Woolrich erzählt Jacques Torneur in kunstvollen Licht- und Schattenspielen von den geheimnisvollen Kräften, die das Leben antreiben wie einen leeren Ball, der auf der Spitze einer Fontäne tanzt. Elegant verknüpft das Drehbuch eine Vielzahl von Episoden und Figuren zu einem tödlichen Schicksalsreigen: eine glücklose Nachtclubsängerin und ihren ehrgeizigen Agenten, einen kreuzbraven Schausteller, eine taktvolle Wahrsagerin, einen nachdenklichen Museumsdirektor, das Mädchen, das von der Mutter ausgeschickt wird, Maismehl zu kaufen, die junge Frau, die auf dem Friedhof ihren heimlichen Verlobten treffen will, die Kastagnettentänzerin, die in der Nacht ihrem Liebhaber zu begegnen glaubt – allesamt Einsame, gebannt, gejagt, getrieben vom wilden Tier im Menschen: »I didn’t want to kill, but I had to.«
R Jacques Tourneur B Ardel Wray V Cornell Woolrich K Robert De Grasse M Roy Webb A Albert S. D'Agostino, Walter E. Keller S Mark Robson P Val Lewton D Dennis O'Keefe, Margo, Jean Brooks, James Bell, Abner Biberman | USA | 66 min | 1:1,37 | sw | 25. Juni 1943
# 1143 | 6. Januar 2019
R Jacques Tourneur B Ardel Wray V Cornell Woolrich K Robert De Grasse M Roy Webb A Albert S. D'Agostino, Walter E. Keller S Mark Robson P Val Lewton D Dennis O'Keefe, Margo, Jean Brooks, James Bell, Abner Biberman | USA | 66 min | 1:1,37 | sw | 25. Juni 1943
# 1143 | 6. Januar 2019
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