15.1.66

Irezumi (Yasuzo Masumura, 1966)

Die Tätowierung

Die männerfressende Frau als männliche Zwangs- und Wunschvorstellung, symbolisiert in der Tätowierung einer tödlichen Spinne auf einem wohlgeformten weiblichen Rücken. »Irezumi« ist zum einen die Geschichte der fanatischen Rache einer mißbrauchten, als Geisha verkauften Frau an ihren Verrätern und Peinigern, dazu eine ernüchternde Studie über männliche Haltlosigkeit und Schwäche (Eigenschaften, die sich gerne als Forschheit und Härte tarnen) und nicht zuletzt eine blutige Phantasie über die (zerstörerische) Kraft künstlerischer Imagination. Von Kazuo Miyagawa, dem Kameramann Kurosawas (»Yojimbo«), Ozus (»Ukigusa«) und vor allem Mizoguchis (»Ugetsu Monogatari«), mit großer kompositorischer Delikatesse ins Bild gesetzt, versenkt sich dieses Werk des Genre-Tausend­sassas Yasuzo Masumura zwischen den Eruptionen der Gewalt immer wieder in Momente von ge­fährlich-ruhiger Schönheit.

R Yasuzo Masumura B Kaneto Shindo V Junichiro Tanizaki K Kazuo Miyagawa M Hikaru Hayashi A Yoshinobu Nishioka S Kanji Suganuma P Hiroaki Fujii D Ayako Wakao, Akio Hasegawa, Gaku Yamamoto, Kei Sato, Asao Uchida | JP | 86 min | 1:2,35 | f | 15. Januar 1966

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