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4.3.53

The Titfield Thunderbolt (Charles Crichton, 1953)

Der Titfield-Express

Im Zuge der Schließung unrentabler Nebenstrecken, entscheidet das zuständige Komitee der kürzlich verstaatlichten British Railways, auch die Verbindung zwischen dem Dörfchen Titfield und Mallingford Junction zu kappen – die Busunternehmer von Pearce & Crumb Ltd. reiben sich schon die Hände. Im idyllischen Winkel (von Regisseur Charles Crichton und Kameramann Douglas Slocombe in lebhaftem Technicolor gemalt) regt sich indes Widerstand gegen die behördliche Maßnahme: Der eisenbahnnärrische Vikar, der junge Squire, dessen Urgroßvater einst die Strecke erbauen ließ, ein ehemaliger Bahnarbeiter (und gelegentlicher Wilddieb) sowie der reiche Mann von Titfield (Stanley Holloway spielt einen liebenswürdigen Saufaus, den die Aussicht auf einen fahrenden Barbetrieb lockt) verkünden, unter dem Beifall (fast) aller Dorfbewohner, den Betrieb in Eigenregie zu übernehmen … Einmal mehr gibt eine Ealing-Komödie der Bockigkeit den Vorzug vor dem Konformismus, doch wirkt der beherzte Kampf der Provinzler für ihr altes Dampfroß wie eine symbolische Abwehrschlacht gegen jede Form von Veränderung. Die Herren Pearce und Crumb, die vor gemeinster Sabotage nicht zurückscheuen, kommen daher wie Büttel des Bösen, und wenn am Ende eine Museumslokomotive das Rennen gegen den Fortschritt macht, scheint ihr jubelndes Tuten den Untergang eines Empire übertönen zu wollen.

R Charles Crichton B T. E. B. Clarke K Douglas Slocombe M Georges Auric A C. P. Norman S Seth Holt P Michael Balcon D Stanley Holloway, George Relph, Naunton Wayne, John Gregson, Hugh Griffith | UK | 84 min | 1:1,37 | f | 4. März 1953

# 907 | 12. September 2014

15.6.51

The Lavender Hill Mob (Charles Crichton, 1951)

Das Glück kam über Nacht

»Wonderful, isn’t it, what a little extra money will do?« – »Yes, it’s gonna make a big difference to me.« Biederkeit als perfekte Tarnung: Zwanzig Jahre lang hat der Bankbeamte Henry Holland (Alec Guinness) das Image eines Mannes ohne Eigenschaften gepflegt (»His one and only virtue is honesty, he has no imagination, no initiative.«), damit er eines schönen Tages um so überraschender aus der Rolle fallen, um so nachdrücklicher zuschlagen kann. Holland, verantwortlich für die Expedierung von Goldbarren(»I was a potential millionaire, yet I had to be satisfied with eight pounds, fifteen shillings, less deductions.«), plant und organisiert einen Handstreich gegen den eigenen Transport, einen kühnen Beutezug, der ihm und seinen Partnern – Alfred Pendlebury (Stanley Holloway), Hersteller von Kitsch-Souvenirs und Besitzer einer Gießerei (!) sowie zwei professionelle Spitzbuben – die astronomische Summe von einer Million Pfund einbringen soll. Der Coup gelingt (»There is no doubt that this robbery is the work of a mastermind.«), doch vor dem Genuß des neuerworbenen Reichtums sind noch ein paar unvorhergesehene Probleme zu lösen … Charles Crichton bereichert seine flott inszenierte Big-Caper-Komödie mit viel Nachkriegs- und Kleine-Leute-Flair – und selten wurde die Crime-doesn’t-pay-Moral so reizend, so wenig belehrend verpackt wie in diesem amüsanten (Über-)Fall. Try again later …

R Charles Crichton B T. E. B. Clarke K Douglas Slocombe M Georges Auric A William Kellner S Seth Holt P Michael Balcon D Alec Guinness, Stanley Holloway, Sid James, Alfie Bass, Edie Martin, Audrey Hepburn | UK | 81 min | 1:1,37 | sw | 15. Juni 1951

# 912 | 15. September 2014