25.8.49

Madame Bovary (Vincente Minnelli, 1949)

Madame Bovary und ihre Liebhaber

»All she wanted was everything.« Die von haltloser Schnulzenlektüre und schulmädchenhaften Illusionen geschürte Sehnsucht nach Romantik, Luxus und Ausgefallenheit treibt eine provinzielle Arztgattin (Jennifer Jones) ins amouröse und finanzielle Desaster; ihr liebevoll-tumber Ehemann (Van Heflin) kann dem prunkvoll-verzweifelten Absturz nur hilflos zusehen, um schließlich mit ins Verderben gerissen zu werden. Vincente Minnelli besprüht den stählernen Mattglanz der Flaubertschen Sachlichkeit zwar mit reichlich MGM-Glimmer – insbesondere die Stofferuptionen des Kostümbildes von Walter Plunkett verorten »Madame Bovary« eher in der traumfabrizierten Überwelt Hollywoods denn im französischen Hinterland des 19. Jahrhunderts –, und doch (oder vielleicht gerade deshalb) gelingt ihm eine plausible Studie des Konflikts zwischen inneren (mediengenerierten) Wunschwelten und der im Vergleicht mit den Trugbildern geradezu zwangsläufig enttäuschenden, trivial erscheinenden Wirklichkeit. »Is it a crime to want things to be beautiful?«

R Vincente Minnelli B Robert Ardrey V Gustave Flaubert K Robert Planck M Miklós Rózsa A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith S Ferrs Webster P Pandro S. Berman D Jennifer Jones, Van Heflin, Louis Jourdan, Christopher Kent (= Alf Kjellin), James Mason | USA | 114 min | 1:1,37 | sw | 25. August 1949

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