9.3.54

Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse (Kurt Maetzig, 1954)

»Daß wir im Recht sind, versteht sich von selbst.« Granitrote Hagiographie im Duktus sowjetischer Stalin-Epen. Ernst Thälmann (Günther Simon), geborener Kommunist, auf seinem Weg aus den Gräben des Ersten Weltkriegs in die Klassenkämpfe der Weimarer Republik: »Teddy« kann alles, weiß alles, ist immer schon da, und die hinterfotzigen Sozialdemokraten sind sowieso an allem schuld. Die Pflichtschuldigkeit, mit der Regisseur Kurt Maetzig und seine nationalpreisgekrönten Skribenten in allerhöchstem Parteiauftrag propagandistische Locken auf der Glatze des Protagonisten drehen, erzeugt über weite Strecken nichts als panegyrische Ödnis, einzig die schwungvolle (wenn auch historisch einigermaßen umfrisierte) Nachinszenierung des von der KP Wasserkante 1923 losgetretenen Hamburger Aufstandes (gedreht in den Straßen von Dresden-Neustadt) bricht gestalterisch aus dem statischen Einerlei heraus. Erkenntniswert bietet das agfacolorierte Heldenstück bestenfalls im Hinblick auf Geschichtsbild und Filmgeschmack der führenden SED-Genossen.

R Kurt Maetzig B Willi Bredel, Michael Tschesno-Hell, Kurt Maetzig K Karl Plintzner M Wilhelm Neef A Willi Schiller, Otto Erdmann S Lena Neumann P Adolf Fischer D Günther Simon, Hans-Peter Minnetti, Erich Franz, Erika Dunkelmann, Raimund Schelcher, Michel Piccoli | DDR | 126 min | 1:1,37 | f | 9. März 1954

Keine Kommentare:

Kommentar posten