25.3.50

House by the River (Fritz Lang, 1950)

Das Todeshaus am Fluß

Ein Haus am Fluß, im Garten ein Pavillon mit Blick über das gemächlich dahinziehende Wasser. Das Idyll trügt: Schon in der allerersten Sequenz treibt ein Rinderkadaver auf dem Strom vorbei. »I hate this river«, ruft eine Anrainerin aus. »It’s people you should be blaming for the filth, not the river«, entgegnet ihr Nachbar Stephen Byrne, ein erfolg- und (wie sich erweisen wird) ziemlich gewissenloser Schriftsteller, der kurz darauf im alkoholisierten Affekt sein Hausmädchen erwürgen wird. Stephens seriöser (und verkrüppelter) Bruder John hilft, höchst unwillig, die Leiche im Fluß zu versenken. Er tut es im Grunde nur, um seine Schwägerin Marjorie, die er heimlich liebt, vor Kummer zu bewahren – und gerät selbst unter Mordverdacht … Angesiedelt in einem spätviktorianischen Irgendwo voller flackernder Kerzen und wehender Vorhänge, inszeniert Fritz Lang »House by the River« als Melange aus gothic melodrama, Noir-Groschenheft und thrillereskem Künstlerroman mit Kain-und-Abel-Unterton, schildert, nicht ohne Malice, wie ein bislang kreativ gehemmter Romancier (Louis Hayward) durch eine böse Tat und ihre Folgen zu sich selbst, will sagen: zum ureigenen schöpferischen Ausdruck findet. Einige krude Symbolismen, die bühnenhaften Dekors sowie das bisweilen marionettenartige Spiel der B-Film-Akteure verleihen der filmischen Hybride einen zusätzlichen, irrealen Reiz.

R Fritz Lang B Mel Dinelli V A. P. Herbert K Edward Cronjager M George Antheil A Boris Leven S Arthur Hilton P Howard Welsch D Louis Hayward, Lee Bowman, Jane Wyatt, Ann Shoemaker, Jody Gilbert | USA | 88 min | 1:1,37 | sw | 25. März 1950

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