27.9.68

Der Gorilla von Soho (Alfred Vohrer, 1968)

Höherer (oder tieferer) Blödsinn vom Edgar-Wallace-Fließband. Einmal mehr entpuppt sich das christliche Mädchenheim als Hort des Bösen, einmal mehr trägt die menschenfeindliche Gier eine »Love and Peace«-Maske … Zwar verrät das ausgestellte Panoptikum – eine SSige Ordensschwester (Hilde Sessak), ein übeltätiger Philanthrop (Albert Lieven), ein altersgeiler Polizeichef (Hubert von Meyerinck) – tiefe Menschenkenntnis, zwar versucht Alfred Vohrer, die gewohnt nachlässig zusammengeschusterte Story (ein plan- und respektloser Aufguß der »Toten Augen von London«) mit einigen Rotlicht-Vulgaritäten (Soho!) aufzumöbeln, zwar haut Peter Thomas kräftig in die Tasten der Sleaze-Orgel, dennoch kommt die Chose nicht wirklich in Schwung: zu viel Horst Tappert (als brettharter Proto-›Derrick‹), zu viel Uwe Friedrichsen (als naßforscher ›Sergeant Pepper‹), zu viel Uschi Glas (als »afrikanisch« sprechende Scotland-Yard-Helferin), zu wenig Gorilla – viel zu wenig.

R Alfred Vohrer B Freddy Gregor (= Alfred Vohrer & Horst Wendlandt) V Edgar Wallace K Karl Löb M Peter Thomas A Wilhelm Vorwerg, Walter Kutz S Jutta Hering P Horst Wendlandt D Horst Tappert, Uschi Glas, Uwe Friedrichsen, Herbert Fux, Hubert von Meyerinck | BRD | 94 min | 1:1,66 | f | 27. September 1968

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