Irrtum im Jenseits
»This is the story of two worlds …« Eine phantastische Romanze? Eine romantische Phantasie? Eine Beziehungskomödie zwischen Alter und Neuer Welt? Ein transatlantisches Melodram? Eine Reise vom (farbigen) Diesseits ins (schwarzweiße) Jenseits (und wieder zurück)? Eine Krankengeschichte? Ein Wunderbericht? Ein Gerichtsdrama? … In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs gerät der englische Pilot Peter (David Niven) über dem Kanal in Lebensgefahr; kurz vor dem Absturz hat er Sprechkontakt zur amerikanischen Funkerin June (Kim Hunter) – zwei Stimmen treffen sich im Äther, verlieben sich in Hörweite des Todes. Der Flieger (der auch ein Dichter ist) überlebt den Absprung ohne Fallschirm (!) – und findet zu seinem Mädchen. Wieso ist Peter nicht tot? Hat der überirdische Conductor 71 (Marius Goring) im dichten Nebel am Unglücksort seine Zielperson verfehlt? Oder leidet der Davongekommene schlicht an Halluzinationen infolge einer schweren Geistesstörung? Powell und Pressburger halten ihr erstaunlich vielschichtiges Werk sorgsam in der Schwebe zwischen Leben und Tod, zwischen Materie und Metaphysik, zwischen Ewigkeit und Tagesaktualität; die Liebe, welche nimmer aufhört, ist ebenso Thema dieser barocken Vision wie die komplizierte special relationship zwischen England und Amerika: Alliierte, die einstmals autoritäres Mutterland und rebellierende Kolonie waren, Gleichgesinnte, die heute dieselbe und doch eine ganz andere Sprache sprechen. »A Matter of Life and Death« erzählt emphatisch und scharfsinnig (sowie visuell überaus erfindungsreich) von schicksalhaft Verbundenen, die sich kaum kennen und einander (vielleicht gerade darum) tief vertraut sind, die trotz aller Gegensätze nur gemeinsam eine Chance haben: »Love rules the court, the camp, the grove, and men below, and saints above; for love is heaven, and heaven is love.«
R Michael Powell, Emeric Pressburger B Michael Powell, Emeric Pressburger K Jack Cardiff M Allan Gray A Alfred Junge S Reginald Mills P Michael Powell, Emeric Pressburger D David Niven, Kim Hunter, Roger Livesey, Marius Goring, Raymond Massey | UK | 104 min | 1:1,37 | f | 1. November 1946
1.11.46
15.10.46
Die Mörder sind unter uns (Wolfgang Staudte, 1946)
Die Stunde Null, die keine ist. Schatten der schuldhaften Vergangenheit liegen über der zerstörten Stadt, über den geschlagenen Menschen. Ernst Wilhelm Borchert als Chirurg Dr. Mertens (= der Trübsinn) – ein Arzt, der kein Blut sehen kann, ein Mann, der über seine schlimmen Kriegserinnerungen zum Säufer wird. Hildegard Knef als junge KZ-Überlebende Susanne Wallner (= die Zuversicht), die dem gebrochenen Mediziner aufmunternde Stütze, gutes Gewissen, schließlich verständnisvolle Gefährtin ist. Der Mörder (einer stellvertretend für viele) erscheint als gemütlicher Dicker (Arno Paulsen), der als Wehrmachtsoffizier am Weihnachtsabend 1942 irgendwo im Osten ein Dorf ausradieren ließ. Nach Kriegsende ist Ferdinand Brückner (so heißt der joviale Unmensch) schnell wieder obenauf, verarbeitet Stahlhelme zu Kochtöpfen. Am Weihnachtsabend 1945 soll der Täter für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden ... Der erste deutsche Film nach der bedingungslosen Kapitulation, entstanden bei der sowjetisch lizensierten Defa. Wolfgang Staudte orientiert sich weniger am kargen Verismus des italienischen Nachkriegsfilms, eher an der delikaten Stimmungsmalerei des traditionellen Studiokinos. Nie (außer vielleicht in den Bombennächten) waren die Ruinen von Berlin so effektvoll illuminiert wie in diesem neoexpressionistischem Trümmermelodram, das auf die erzieherische Moral hinausläuft, nichts zu vergessen, aber stets auch hoffnungsvoll nach vorne zu schauen.
R Wolfgang Staudte B Wolfgang Staudte K Friedl Behn-Grund, Eugen Klagemann M Ernst Roters A Otto Hunte, Bruno Monden S Hans Heinrich P Herbert Uhlich D Hildegard Knef, Ernst Wilhelm Borchert, Arno Paulsen, Erna Sellmer, Robert Forsch | D (O) | 90 min | 1:1,37 | sw | 15. Oktober 1946
R Wolfgang Staudte B Wolfgang Staudte K Friedl Behn-Grund, Eugen Klagemann M Ernst Roters A Otto Hunte, Bruno Monden S Hans Heinrich P Herbert Uhlich D Hildegard Knef, Ernst Wilhelm Borchert, Arno Paulsen, Erna Sellmer, Robert Forsch | D (O) | 90 min | 1:1,37 | sw | 15. Oktober 1946
Labels:
Berlin,
Drama,
Knef,
Krieg,
Nachkrieg,
Nationalsozialismus,
Romanze,
Staudte,
Trümmerfilm,
Zweiter Weltkrieg
10.10.46
So Dark the Night (Joseph H. Lewis, 1946)
»I don’t know which way to turn.« Henri Cassin, bester Mann der Pariser Sûreté, macht, von elf Jahren erfolgreicher Ermittlungsarbeit nervlich erschöpft, Urlaub auf dem Lande. Der Film beginnt possierlich-idyllisch, mit einem morgendlichen Abschiedsbummel durch die Metropole, gefolgt von einer leicht amüsierten Betrachtung des pittoresken Dorfes Ste. Margot, wo sich der brave Kriminalbeamte in Nanette, die hübsche Tochter des örtlichen Gastwirts, verguckt und seiner Flamme, ungeachtet ihrer Verlobung mit einem eifersüchtigen Landwirt, nachdrücklich den Hof macht. Doch unversehens verwandelt Regisseur Joseph H. Lewis (der eher mittelmäßige Darstellerleistungen souverän durch visuelle Stringenz ausgleicht) die friedvollen Ferien des Monsieur Cassin in einen düsteren Alptraum: Nanette wird erwürgt aufgefunden, kurz darauf auch ihr dringend tatverdächtiger Verlobter, es folgen krakelige Drohbriefe (»You will die next.«) und ein weiterer Mord. Der Kommissar aus der Hauptstadt, der natürlich umgehend die Suche nach dem Täter übernimmt, steht vor einem Rätsel: »The murderer is as elusive as my own shadow.« Bald offenbart sich, daß der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde in der französischen Provinz eine Wiederholung findet: »So Dark the Night« schildert das Schicksal eines zerrütteten Geistes, das Drama einer gespaltenen Persönlichkeit, die der ungläubig-entsetzten Mitwelt ihr eigenes Unglück überstülpt. Zuletzt gleicht die Mörderjagd (auch bildlich) einer erschütternden Selbstbegegnung: »Henri Cassin is no more. I caught him. I killed him.«
R Joseph H. Lewis B Martin Berkeley, Dwight Babcock V Aubrey Wisberg K Burnett Guffey M Hugo Friedhofer A Carl Anderson S Jerome Thoms P Ted Richmond D Steven Geray, Micheline Cheirel, Eugene Borden, Ann Codee, Gregory Gaye | USA | 71 min | 1:1,37 | sw | 10. Oktober 1946
# 1085 | 5. Dezember 2017
R Joseph H. Lewis B Martin Berkeley, Dwight Babcock V Aubrey Wisberg K Burnett Guffey M Hugo Friedhofer A Carl Anderson S Jerome Thoms P Ted Richmond D Steven Geray, Micheline Cheirel, Eugene Borden, Ann Codee, Gregory Gaye | USA | 71 min | 1:1,37 | sw | 10. Oktober 1946
# 1085 | 5. Dezember 2017
Labels:
Dorf,
Joseph H. Lewis,
Melodram,
Noir,
Polizei,
Schizophrenie,
Serienmörder,
Thriller
28.9.46
Cloak and Dagger (Fritz Lang, 1946)
Im Geheimdienst
»There was a time when I thought I wanted to be some kind of secret agent. I gave it up when I was eight.« Dennoch läßt sich der amerikanische Kernphysiker Alvah Jesper, von Gary Cooper mit kraftvollem Understatement gespielt, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs überzeugen, in den Dienst des Office of Strategic Services einzutreten, um den Stand der großdeutschen Atom(bomben)forschung zu eruieren. Jespers Weg führt durch die (spionisch unterwanderte) Schweiz ins faschistische Italien, wo er nicht nur einen von braunen Schurken zur Mitarbeit gepreßten Wissenschaftler aufspürt, sondern auch der spröden Widerstandkämpferin Gina (Lilli Palmer) näherkommt; die (vom Produzenten geschnittene) Schlußetappe der Expedition hätte ihn das Herz der Finsternis, das unter Zurücklassung von zigtausend toten Zwangsarbeitern geräumte (mutmaßlich nach Südamerika verlegte) deutsche Nuklearlabor, entdecken lassen sollen ... Die Figur des geheimdienstlichen Laien erinnert an die unheldischen Helden der frühen Romane von Eric Ambler, Journalisten, Ingenieure, Geschäftsleute, die sich nolens volens in unübersichtlichen (und lebensgefährlicher) Umständen bewähren müssen. »The Dark Frontier«, »Uncommon Danger«, »Journey Into Fear« wären denn auch passende Titel für Fritz Langs (vierten und letzten) Anti-Nazi-Thriller, der seinen Protagonisten zumeist beobachtend, zuhörend, reagierend, in Momenten der Gefahr aber entschlossen handelnd zeigt: Mit der betont nüchtern gestalteten Szene des lautlosen Totmachens eines Verfolgers nimmt Lang gar die (ungleich kokettere) Darstellung eines ähnlichen Vorgangs in Alfred Hitchcocks vergleichbarem Amateuragentenstück »Torn Curtain« vorweg.
R Fritz Lang B Ring Lardner Jr., Albert Maltz, Boris Ingster, John Larkin V Corey Ford, Alastair MacBain K Sol Polito M Max Steiner A Max Parker S Christian Nyby P Milton Sperling D Gary Cooper, Lilli Palmer, Robert Alda, Vladimir Sokoloff, Marc Lawrence | USA | 106 min | 1:1,37 | sw | 28. September 1946
# 1112 | 18. Mai 2018
»There was a time when I thought I wanted to be some kind of secret agent. I gave it up when I was eight.« Dennoch läßt sich der amerikanische Kernphysiker Alvah Jesper, von Gary Cooper mit kraftvollem Understatement gespielt, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs überzeugen, in den Dienst des Office of Strategic Services einzutreten, um den Stand der großdeutschen Atom(bomben)forschung zu eruieren. Jespers Weg führt durch die (spionisch unterwanderte) Schweiz ins faschistische Italien, wo er nicht nur einen von braunen Schurken zur Mitarbeit gepreßten Wissenschaftler aufspürt, sondern auch der spröden Widerstandkämpferin Gina (Lilli Palmer) näherkommt; die (vom Produzenten geschnittene) Schlußetappe der Expedition hätte ihn das Herz der Finsternis, das unter Zurücklassung von zigtausend toten Zwangsarbeitern geräumte (mutmaßlich nach Südamerika verlegte) deutsche Nuklearlabor, entdecken lassen sollen ... Die Figur des geheimdienstlichen Laien erinnert an die unheldischen Helden der frühen Romane von Eric Ambler, Journalisten, Ingenieure, Geschäftsleute, die sich nolens volens in unübersichtlichen (und lebensgefährlicher) Umständen bewähren müssen. »The Dark Frontier«, »Uncommon Danger«, »Journey Into Fear« wären denn auch passende Titel für Fritz Langs (vierten und letzten) Anti-Nazi-Thriller, der seinen Protagonisten zumeist beobachtend, zuhörend, reagierend, in Momenten der Gefahr aber entschlossen handelnd zeigt: Mit der betont nüchtern gestalteten Szene des lautlosen Totmachens eines Verfolgers nimmt Lang gar die (ungleich kokettere) Darstellung eines ähnlichen Vorgangs in Alfred Hitchcocks vergleichbarem Amateuragentenstück »Torn Curtain« vorweg.
R Fritz Lang B Ring Lardner Jr., Albert Maltz, Boris Ingster, John Larkin V Corey Ford, Alastair MacBain K Sol Polito M Max Steiner A Max Parker S Christian Nyby P Milton Sperling D Gary Cooper, Lilli Palmer, Robert Alda, Vladimir Sokoloff, Marc Lawrence | USA | 106 min | 1:1,37 | sw | 28. September 1946
# 1112 | 18. Mai 2018
Labels:
Atom,
Cooper,
Drama,
Geheimdienst,
Krieg,
Lang,
Nationalsozialismus,
Noir,
Palmer,
Romanze,
Schweiz,
Spionage,
Thriller,
Widerstand,
Wissenschaft,
Zweiter Weltkrieg
1.9.46
Unter den Brücken (Helmut Käutner, 1946)
»Auf der Brücke Tuledu / Gehn die Mädchen ab und zu.« Helmut Käutners dem Bombenkrieg abgetrotztes poetisch-realistisches Meisterwerk – eine hinreißende, zärtliche Dreiecksgeschichte, schwerelos und vollkommen ungekünstelt: zwei befreundete Binnenschiffer und eine Frau (Gustav Knuth, Carl Raddatz und Hannelore Schroth), eine bande à part im Gewoge der Liebe. Schauplätze sind die Havellandschaft – Flüsse, Seen, Kanäle, Wolken am weiten Himmel, flirrende Reflexe an Brückenbögen – und die Metropole Berlin: dunkle Wohnungen, enge Hinterhöfe, Ruderboote auf den Teichen im sonntäglichen Park … Eines Nachts an der Glienicker Brücke begegnen Willi und Henrik der jungen Anna, die mutterseelenallein am Geländer steht; beide verlieben sich in das feingliedrige Wesen, das widerstrebend zu ihnen auf den Schleppkahn steigt, um zurückzugelangen in die Stadt. Während sie, ein wenig verängstigt, den unbekannten Geräuschen lauscht, dem Wind im Schilf, dem Glucksen der Wellen am Schiffsrumpf, dem Knarren der Taue und des Ruders, denken die Männer schon weiter: »Wer mit ihr klarkommt, muß runter vom Kahn.« – »Ja, der müßte vom Kahn.« Trotz aller handfesten Probleme, die das Zueinanderfinden mit sich bringt, unbeschadet der Konflikte, die sich zwischen den Kameraden entzünden, und auch wenn eine nette Gans dran glauben muß (»Gib Pfötchen, Vera!«), läßt Käutner das Schiff wie eine schwimmende Insel der Seligen erscheinen, wie ein Versprechen, daß Glück, gegen jede Wahrscheinlichkeit, möglich ist. »Wer mit ihr klarkommt, muß runter vom Kahn.« Wirklich? Am Ende bleiben die drei, wie sie sind: zu dritt – und der Kahn heißt nicht mehr ›Liese-Lotte‹ sondern ›Anna‹. »Da sprach da der Südwind / Muschemusch / Und langte in dein Haar.«
R Helmut Käutner B Helmut Käutner, Walter Ulbrich K Igor Oberberg M Bernhard Eichhorn A Anton Weber, Hans Ender S Wolfgang Wehrum P Walter Ulbrich D Carl Raddatz, Hannelore Schroth, Gustav Knuth, Margarete Haagen, Hildegard Knef | D (Überläufer) | 99 min | 1:1,37 | sw | 1. September 1946
R Helmut Käutner B Helmut Käutner, Walter Ulbrich K Igor Oberberg M Bernhard Eichhorn A Anton Weber, Hans Ender S Wolfgang Wehrum P Walter Ulbrich D Carl Raddatz, Hannelore Schroth, Gustav Knuth, Margarete Haagen, Hildegard Knef | D (Überläufer) | 99 min | 1:1,37 | sw | 1. September 1946
28.8.46
The Killers (Robert Siodmak, 1946)
Rächer der Unterwelt
»I did something wrong … once.« In einem abgelegenen Kaff wird ein scheinbar unbescholtener Tankwart (Burt Lancaster als ›the Swede‹) von zwei sarkastischen Profikillern erschossen; seine Lebensversicherung hatte der schweigsame Fremde zugunsten einer Frau abgeschlossen, die sich der Person ihres Gönners kaum noch erinnert; ein skeptischer Assekuranzdetektiv (Edmond O’Brien) macht sich daran, die finsteren Hintergründe dieser rätselhaften Mordtat zu beleuchten … Im Laufe der komplexen Ermittlung (die aus zahlreichen Schilderungen eine fesselnd-multiperspektivische Rückblendenerzählung generiert) rollt »The Killers« nicht nur einen spektakulären Raubzug (gefilmt in einer großartigen Plansequenz) und ein niederträchtiges Gespinst von double- und triple-crossings auf – im Gewand einer artistisch-vertrackten crime story wird auch (und vor allem) ein verpfuschtes Leben geschildert, das geradezu folgerichtig in einem billigen Pensionszimmer endet. Inspiriert von einer Erzählung Ernest Hemingways, entwirft Robert Siodmak ein geschlossenes Noir-Universum, aus dem es kein Entkommen gibt: Alle Hintertüren führen auf die dunkle Straße des Verderbens. Neben Lancaster, dem intuitiv-treuherzigen Exboxer, der wegen einer gebrochenen Rechten (= einer gebrochenen Seele) auf die abschüssige Bahn gerät, schimmert die betörend-brünette Ava Gardner als verlockend-verhängnisvolle Sirene Kitty Collins in vielsagendem Schwarz: bald samten, bald aschig, sowohl (flüchtigen!) Gewinn verheißend als auch (sicheren!) Untergang bedeutend. PS: »There ain't anything to do.«
R Robert Siodmak B Anthony Veiller V Ernest Hemingway K Elwood Bredell M Miklós Rózsa A Mark Obzina, Jack Otterson S Arthur Hilton P Mark Hellinger D Burt Lancaster, Ava Gardner, Edmond O’Brien, Albert Dekker, Sam Levene | USA | 103 min | 1:1,37 | sw | 28. August 1946
»I did something wrong … once.« In einem abgelegenen Kaff wird ein scheinbar unbescholtener Tankwart (Burt Lancaster als ›the Swede‹) von zwei sarkastischen Profikillern erschossen; seine Lebensversicherung hatte der schweigsame Fremde zugunsten einer Frau abgeschlossen, die sich der Person ihres Gönners kaum noch erinnert; ein skeptischer Assekuranzdetektiv (Edmond O’Brien) macht sich daran, die finsteren Hintergründe dieser rätselhaften Mordtat zu beleuchten … Im Laufe der komplexen Ermittlung (die aus zahlreichen Schilderungen eine fesselnd-multiperspektivische Rückblendenerzählung generiert) rollt »The Killers« nicht nur einen spektakulären Raubzug (gefilmt in einer großartigen Plansequenz) und ein niederträchtiges Gespinst von double- und triple-crossings auf – im Gewand einer artistisch-vertrackten crime story wird auch (und vor allem) ein verpfuschtes Leben geschildert, das geradezu folgerichtig in einem billigen Pensionszimmer endet. Inspiriert von einer Erzählung Ernest Hemingways, entwirft Robert Siodmak ein geschlossenes Noir-Universum, aus dem es kein Entkommen gibt: Alle Hintertüren führen auf die dunkle Straße des Verderbens. Neben Lancaster, dem intuitiv-treuherzigen Exboxer, der wegen einer gebrochenen Rechten (= einer gebrochenen Seele) auf die abschüssige Bahn gerät, schimmert die betörend-brünette Ava Gardner als verlockend-verhängnisvolle Sirene Kitty Collins in vielsagendem Schwarz: bald samten, bald aschig, sowohl (flüchtigen!) Gewinn verheißend als auch (sicheren!) Untergang bedeutend. PS: »There ain't anything to do.«
R Robert Siodmak B Anthony Veiller V Ernest Hemingway K Elwood Bredell M Miklós Rózsa A Mark Obzina, Jack Otterson S Arthur Hilton P Mark Hellinger D Burt Lancaster, Ava Gardner, Edmond O’Brien, Albert Dekker, Sam Levene | USA | 103 min | 1:1,37 | sw | 28. August 1946
23.8.46
The Big Sleep (Howard Hawks, 1946)
Tote schlafen fest
»Why did you have to go on?« – »Too many people told me to stop.« Humphrey Bogart als Privatdetektiv Philip Marlowe (»I collect blondes and bottles too.«), der von dem ebenso reichen wie maladen General Sternwood angeheuert wird, um in einem Fall von Erpressung zu ermitteln, und sich bald schon mit Ehebruch, Glücksspiel, Mord sowie den Fisimatenten der beiden schönen Töchter seines Auftraggebers konfrontiert sieht. Der Schauplatz Los Angeles erweist sich als labyrinthisches Treibhaus unguter Bande zwischen Upperclass und Unterwelt, die Nachforschungen ziehen immer weitere, immer dunklere Kreise, und fast scheint es so, als widerspiegele die verworrene Handlung mit schwarzer Boshaftigkeit die prinzipielle Unübersichtlichkeit des modernen Lebens. Wichtiger als die Entwicklung einer bis ins Detail nachvollziehbaren Story sind Regisseur Howard Hawks (wie wohl auch Raymond Chandler, dem Autor der Romanvorlage) jedoch ohnehin die Stimmigkeit der einzelnen Szenen, die lakonisch-bissigen Dialoge, die Beziehungen zwischen den Figuren, insbesondere zwischen dem eigensinnigen Marlowe und den taffen Frauen, auf die er trifft: Lauren Bacall und Martha Vickers als geheimnisvolle Sternwood-Schwestern, Dorothy Malone als gefällige Buchhändlerin, Sonia Darrin als naßforsche Ganovin. Ein straight inszeniertes Noir-Verwirrspiel mit nicht zu überhörenden Untertönen von Erotik und Ironie. »Your story didn’t sound quite right.« – »Oh, that's too bad. You got a better one?«
R Howard Hawks B William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman V Raymond Chandler K Sidney Hickox M Max Steiner A Carl Jules Weyl S Christian Nyby P Howard Hawks D Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Martha Vickers, John Ridgely, Dorothy Malone, Elisha Cook Jr. | USA | 114 min | 1:1,37 | sw | 23. August 1946
# 986 | 1. März 2016
»Why did you have to go on?« – »Too many people told me to stop.« Humphrey Bogart als Privatdetektiv Philip Marlowe (»I collect blondes and bottles too.«), der von dem ebenso reichen wie maladen General Sternwood angeheuert wird, um in einem Fall von Erpressung zu ermitteln, und sich bald schon mit Ehebruch, Glücksspiel, Mord sowie den Fisimatenten der beiden schönen Töchter seines Auftraggebers konfrontiert sieht. Der Schauplatz Los Angeles erweist sich als labyrinthisches Treibhaus unguter Bande zwischen Upperclass und Unterwelt, die Nachforschungen ziehen immer weitere, immer dunklere Kreise, und fast scheint es so, als widerspiegele die verworrene Handlung mit schwarzer Boshaftigkeit die prinzipielle Unübersichtlichkeit des modernen Lebens. Wichtiger als die Entwicklung einer bis ins Detail nachvollziehbaren Story sind Regisseur Howard Hawks (wie wohl auch Raymond Chandler, dem Autor der Romanvorlage) jedoch ohnehin die Stimmigkeit der einzelnen Szenen, die lakonisch-bissigen Dialoge, die Beziehungen zwischen den Figuren, insbesondere zwischen dem eigensinnigen Marlowe und den taffen Frauen, auf die er trifft: Lauren Bacall und Martha Vickers als geheimnisvolle Sternwood-Schwestern, Dorothy Malone als gefällige Buchhändlerin, Sonia Darrin als naßforsche Ganovin. Ein straight inszeniertes Noir-Verwirrspiel mit nicht zu überhörenden Untertönen von Erotik und Ironie. »Your story didn’t sound quite right.« – »Oh, that's too bad. You got a better one?«
R Howard Hawks B William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman V Raymond Chandler K Sidney Hickox M Max Steiner A Carl Jules Weyl S Christian Nyby P Howard Hawks D Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Martha Vickers, John Ridgely, Dorothy Malone, Elisha Cook Jr. | USA | 114 min | 1:1,37 | sw | 23. August 1946
# 986 | 1. März 2016
Labels:
Bacall,
Bogart,
Chandler,
Detektiv,
Erpressung,
Faulkner,
Gangster,
Gesellschaft,
Glücksspiel,
Hawks,
Krimi,
Los Angeles,
Mord,
Noir,
Nyby,
Romanze,
Thriller
15.8.46
Notorious (Alfred Hitchcock, 1946)
Berüchtigt
»This is a very strange love affair.« Die sehr seltsame Liebesaffäre beginnt in Miami, Florida, um drei Uhr zwanzig nachmittags, am vierundzwanzigsten April des Jahres neunzehnhundertsechsundvierzig. Ein in den USA lebender Deutscher wird wegen Landesverrats zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Dem amerikanischen Agenten Devlin (Cary Grant) gelingt es, Alicia Huberman (Ingrid Bergman), leichtlebiges party girl und Tochter des Verräters, dafür zu gewinnen, einen nach Brasilien geflohenen Nazi-Freund ihres Vaters auszuforschen ... Die Spionagestory (in der unter anderem eine nicht mit 1934er Pommard sondern mit Uranerz gefüllte Weinflasche eine wichtige Rolle spielt) bildet die Folie für eine dramatisch-ironische Thriller-Romanze, deren suspense sich in erster Linie aus dem erotisch-angespannten Verhältnis zwischen Devlin und Alicia entwickelt: Er kann es nicht ertragen, sein Herz an ein Flittchen verloren zu haben, während sie von der Gefühlskälte des ersehnten Mannes ins Ehebett ihrer Zielperson getrieben wird. So gelingt Alfred Hitchcock mit »Notorious«, von Ted Tetzlaff in stilvollem Hochglanz-Noir fotografiert, eine komplex angelegte Studie menschlicher Beziehungen im Spannungsfeld von Liebe und Pflicht, Vertrauen und Betrug. Mit Madame Sebastian (Leopoldine Konstantin als eisige Matrone), deren Sohn Alex (Claude Rains als treuherziger Schurke) von Alicia observiert wird, eröffnet der Regisseur überdies seine Galerie markanter Mutterfiguren.
R Alfred Hitchcock B Ben Hecht K Ted Tetzlaff M Roy Webb A Carroll Clark, Albert S. D’Agostino Ko Edith Head S Theron Warth P Alfred Hitchcock D Ingrid Bergman, Cary Grant, Claude Rains, Leopoldine Konstantin, Louis Calhern, Reinhold Schünzel | USA | 101 min | 1:1,37 | sw | 15. August 1946
# 1044 | 14. Februar 2017
»This is a very strange love affair.« Die sehr seltsame Liebesaffäre beginnt in Miami, Florida, um drei Uhr zwanzig nachmittags, am vierundzwanzigsten April des Jahres neunzehnhundertsechsundvierzig. Ein in den USA lebender Deutscher wird wegen Landesverrats zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Dem amerikanischen Agenten Devlin (Cary Grant) gelingt es, Alicia Huberman (Ingrid Bergman), leichtlebiges party girl und Tochter des Verräters, dafür zu gewinnen, einen nach Brasilien geflohenen Nazi-Freund ihres Vaters auszuforschen ... Die Spionagestory (in der unter anderem eine nicht mit 1934er Pommard sondern mit Uranerz gefüllte Weinflasche eine wichtige Rolle spielt) bildet die Folie für eine dramatisch-ironische Thriller-Romanze, deren suspense sich in erster Linie aus dem erotisch-angespannten Verhältnis zwischen Devlin und Alicia entwickelt: Er kann es nicht ertragen, sein Herz an ein Flittchen verloren zu haben, während sie von der Gefühlskälte des ersehnten Mannes ins Ehebett ihrer Zielperson getrieben wird. So gelingt Alfred Hitchcock mit »Notorious«, von Ted Tetzlaff in stilvollem Hochglanz-Noir fotografiert, eine komplex angelegte Studie menschlicher Beziehungen im Spannungsfeld von Liebe und Pflicht, Vertrauen und Betrug. Mit Madame Sebastian (Leopoldine Konstantin als eisige Matrone), deren Sohn Alex (Claude Rains als treuherziger Schurke) von Alicia observiert wird, eröffnet der Regisseur überdies seine Galerie markanter Mutterfiguren.
R Alfred Hitchcock B Ben Hecht K Ted Tetzlaff M Roy Webb A Carroll Clark, Albert S. D’Agostino Ko Edith Head S Theron Warth P Alfred Hitchcock D Ingrid Bergman, Cary Grant, Claude Rains, Leopoldine Konstantin, Louis Calhern, Reinhold Schünzel | USA | 101 min | 1:1,37 | sw | 15. August 1946
# 1044 | 14. Februar 2017
Labels:
Atom,
Geheimdienst,
Grant,
Hitchcock,
Ingrid Bergman,
Miami,
Nationalsozialismus,
Rio de Janeiro,
Romanze,
Spionage,
Thriller,
Villa
1.5.46
Cluny Brown (Ernst Lubitsch, 1946)
Cluny Brown auf Freiersfüßen
»Some people like to feed nuts to the squirrels. But if it makes you happy to feed squirrels to the nuts, who am I to say: ›Nuts to the squirrels‹?!« Ernst Lubitschs »Cluny Brown« ist eine nonchalante Verweigerung von »Erzählkino«, von Handlungsdruck, von Zuspitzung. »Cluny Brown« ist zärtliches Betrachten, neugieriges Belauschen, interessiertes Beschnuppern von Filmfiguren, die unter den Augen, den Ohren, dem Herzen ihres Erschaffers unversehens zu menschlichen Wesen werden: Cluny (Jennifer Jones), das naive Mädchen mit der bunten Phantasie, das leidenschaftlich gerne klempnert (auch zur Unzeit), Professor Belinsky (Charles Boyer), der exilierte Charmeur, dem jeder dankbar ist, wenn er ihm 20 Pfund leihen darf (später gerne mehr), Andrew (Peter Lawford), der schüchterne Idealist, der mit der Nase in sein Glück gestoßen werden muß (das gut zu Pferde sitzt), die unerschütterlichen Lords und ewiggärtnernden Ladies, die traditionsbewußten Butler und naserümpfenden Hausdamen, die pedantischen Apotheker und ihre mißbilligend hüstelnden Mütter, die allesamt das – latent kriegsbedrohte – Vorkriegsengland dieses Films bevölkern. Der Strippenzieher schickt seine geliebten Geschöpfe auf die Suche nach ihrem Platz im Leben, ermutigt sie inständig, das Richtige zum falschen Zeitpunkt zu tun. (Eichhörnchen für die Nüsse!) Lubitsch, ›the master of innuendo‹, wird nach dieser anmutigen Komödie kein weiteres Werk mehr vollenden – so ist »Cluny Brown« (man verzeihe das Pathos) auch das Vermächtnis eines großen Humanisten.
R Ernst Lubitsch B Samuel Hoffenstein, Elizabeth Reinhardt V Margery Sharp K Joseph LaShelle M Cyril Mockridge A J. Russell Spencer, Lyle Wheeler S Dorothy Spencer P Ernst Lubitsch D Charles Boyer, Jennifer Jones, Peter Lawford, Helen Walker, Reginald Owen | USA | 100 min | 1:1,37 | sw | 1. Mai 1946
»Some people like to feed nuts to the squirrels. But if it makes you happy to feed squirrels to the nuts, who am I to say: ›Nuts to the squirrels‹?!« Ernst Lubitschs »Cluny Brown« ist eine nonchalante Verweigerung von »Erzählkino«, von Handlungsdruck, von Zuspitzung. »Cluny Brown« ist zärtliches Betrachten, neugieriges Belauschen, interessiertes Beschnuppern von Filmfiguren, die unter den Augen, den Ohren, dem Herzen ihres Erschaffers unversehens zu menschlichen Wesen werden: Cluny (Jennifer Jones), das naive Mädchen mit der bunten Phantasie, das leidenschaftlich gerne klempnert (auch zur Unzeit), Professor Belinsky (Charles Boyer), der exilierte Charmeur, dem jeder dankbar ist, wenn er ihm 20 Pfund leihen darf (später gerne mehr), Andrew (Peter Lawford), der schüchterne Idealist, der mit der Nase in sein Glück gestoßen werden muß (das gut zu Pferde sitzt), die unerschütterlichen Lords und ewiggärtnernden Ladies, die traditionsbewußten Butler und naserümpfenden Hausdamen, die pedantischen Apotheker und ihre mißbilligend hüstelnden Mütter, die allesamt das – latent kriegsbedrohte – Vorkriegsengland dieses Films bevölkern. Der Strippenzieher schickt seine geliebten Geschöpfe auf die Suche nach ihrem Platz im Leben, ermutigt sie inständig, das Richtige zum falschen Zeitpunkt zu tun. (Eichhörnchen für die Nüsse!) Lubitsch, ›the master of innuendo‹, wird nach dieser anmutigen Komödie kein weiteres Werk mehr vollenden – so ist »Cluny Brown« (man verzeihe das Pathos) auch das Vermächtnis eines großen Humanisten.
R Ernst Lubitsch B Samuel Hoffenstein, Elizabeth Reinhardt V Margery Sharp K Joseph LaShelle M Cyril Mockridge A J. Russell Spencer, Lyle Wheeler S Dorothy Spencer P Ernst Lubitsch D Charles Boyer, Jennifer Jones, Peter Lawford, Helen Walker, Reginald Owen | USA | 100 min | 1:1,37 | sw | 1. Mai 1946
Labels:
30er Jahre,
Boyer,
Britishness,
Exil,
Gesellschaft,
Herrenhaus,
Jones,
Kleinstadt,
Komödie,
London,
Lubitsch,
Romanze
9.4.46
The Dark Corner (Henry Hathaway, 1946)
Feind im Dunkel
»I feel all dead inside. I'm backed up in a dark corner, and I don't know who's hitting me.« Bradford Galt (Mark Stevens), ein New Yorker private eye, der ehedem von seinem Partner gelinkt wurde und, mehr oder weniger unschuldig, zwei Jahre im Knast abbüßte, will sich eigentlich nur ein kleines, ruhiges Schnüffelei-Geschäft in einem Bürohaus an der Hochbahn aufbauen – doch die Vergangenheit läßt ihn nicht los … Henry Hathaway verwickelt seinen Protagonisten in ein (reichlich konstruiertes) Gestrüpp stockfinsterer Machenschaften, macht ihn zum Spielball bösartiger Intrigen in einer Welt, die fast nur von Lüge, Verrat und Rachsucht angetrieben zu sein scheint. Fast: »The Dark Corner« ist bei aller Nachtschwärze auch eine Hymne an die Solidarität, genauer gesagt: eine Apotheose der loyalen Sekretärin – Kathleen Stewart (Lucille Ball) ist mindestens so abgebrüht wie ihr vom Schicksal gebeutelter Chef, dem sie auch dann noch vertraut, wenn sie ihn mit der Tatwaffe in der Hand neben der Leiche seines ärgsten Feindes antrifft: »What's done to you is done to me.«
R Henry Hathaway B Jay Dratler, Bernard C. Schoenfeld K Joseph MacDonald M Cyril Mockridge A James Basevi, Leland Fuller S J. Watson Webb Jr. P Fred Kohlmar D Mark Stevens, Lucille Ball, Clifton Webb, Kurt Kreuger, William Bendix | USA | 99 min | 1:1,37 | sw | 9. April 1946
»I feel all dead inside. I'm backed up in a dark corner, and I don't know who's hitting me.« Bradford Galt (Mark Stevens), ein New Yorker private eye, der ehedem von seinem Partner gelinkt wurde und, mehr oder weniger unschuldig, zwei Jahre im Knast abbüßte, will sich eigentlich nur ein kleines, ruhiges Schnüffelei-Geschäft in einem Bürohaus an der Hochbahn aufbauen – doch die Vergangenheit läßt ihn nicht los … Henry Hathaway verwickelt seinen Protagonisten in ein (reichlich konstruiertes) Gestrüpp stockfinsterer Machenschaften, macht ihn zum Spielball bösartiger Intrigen in einer Welt, die fast nur von Lüge, Verrat und Rachsucht angetrieben zu sein scheint. Fast: »The Dark Corner« ist bei aller Nachtschwärze auch eine Hymne an die Solidarität, genauer gesagt: eine Apotheose der loyalen Sekretärin – Kathleen Stewart (Lucille Ball) ist mindestens so abgebrüht wie ihr vom Schicksal gebeutelter Chef, dem sie auch dann noch vertraut, wenn sie ihn mit der Tatwaffe in der Hand neben der Leiche seines ärgsten Feindes antrifft: »What's done to you is done to me.«
R Henry Hathaway B Jay Dratler, Bernard C. Schoenfeld K Joseph MacDonald M Cyril Mockridge A James Basevi, Leland Fuller S J. Watson Webb Jr. P Fred Kohlmar D Mark Stevens, Lucille Ball, Clifton Webb, Kurt Kreuger, William Bendix | USA | 99 min | 1:1,37 | sw | 9. April 1946
28.12.45
Scarlet Street (Fritz Lang, 1945)
Straße der Versuchung
Ein schwarzes Kleinbürgerschicksal: Eigentlich ersehnte sich Christopher ›Chris‹ Cross (Edward G. Robinson) ein Leben als Künstler, doch er wurde Sonntagsmaler und Kassierer in einer New Yorker Privatbank. Just an jenem Abend, als ihn der Chef für »25 years of faithful service« mit einer goldenen Uhr belohnt, begegnet der gemüthafte Chris unter einer Hochbahnbrücke in Greenwich Village seinem Verhängnis: Katherine ›Kitty‹ March (Joan Bennett), eine attraktive Straßendirne, die sich als Schauspielerin ausgibt, wird – im Verein mit ihrem geschäftstüchtigen Luden Johnny Prince (Dan Duryea) – den gutgläubigen Schwarmgeist (»Every painting, if it’s any good, is a love affair.«) gnadenlos zugrunde richten. Zu Hause steht Chris unter dem Pantoffel seiner megärenhaften Ehefrau, von Kitty, die er glauben läßt, ein erfolgreicher Maler zu sein, sieht er sich bald schon um alles beraubt und betrogen: um Geld und um Liebe, um seine Kunst und um seinen Erfolg. Mit unbewegtem Blick verfolgt Fritz Lang den fatalen Weg des Protagonisten, der mit einem sehenden und mit einem blinden Auge in die Katastrophe geht. »They’ve got something, a certain peculiar … something«, heißt es vieldeutig über Chris’ Bilder, (die an Werke des Zöllners Rousseau erinnern), »but no perspective.« Bevor er völlig die Übersicht (und die Nerven) verliert, erschafft Chris sein Meisterwerk: das Bildnis der angebeteten (und so verachtungsvollen) Kitty. Er nennt es »Self Portrait«: Kunst als Spaltung und Verdoppelung, als Auflösung und Verschmelzung. Auf den Traum folgt das Erwachen. Auf Desillusion folgt Raserei. Auf Schuld folgt Sühne. Und mag der Mensch sich auch gerichtlicher Verurteilung entziehen, er entgeht nicht der höheren Gerechtigkeit: »No one escapes punishment.« Es sind keine Lichter der Hoffnung, die »Scarlet Street« schemenhaft erleuchten, es ist das Flackern der Hölle.
R Fritz Lang B Dudley Nichols V Georges de la Fourchadière K Milton Krasner M Hans J. Salter A Alexander Golitzen S Arthur Hilton P Fritz Lang D Edward G. Robinson, Joan Bennett, Dan Duryea, Rosalind Ivan, Margaret Lindsay | USA | 102 min | 1:1,37 | sw | 28. Dezember 1945
# 933 | 12. Januar 2015
R Fritz Lang B Dudley Nichols V Georges de la Fourchadière K Milton Krasner M Hans J. Salter A Alexander Golitzen S Arthur Hilton P Fritz Lang D Edward G. Robinson, Joan Bennett, Dan Duryea, Rosalind Ivan, Margaret Lindsay | USA | 102 min | 1:1,37 | sw | 28. Dezember 1945
# 933 | 12. Januar 2015
24.12.45
The Spiral Staircase (Robert Siodmak, 1945)
Die Wendeltreppe
»Anything can happen in the dark.« Ein Neuengland-Städtchen um die Jahrhundertwende. Improvisiertes Kino im Erdgeschoß eines Hotels: »Motion pictures – the wonder of the age«. Eine junge – wie man erfahren wird: stumme – Frau starrt aus dem Dunkel des Saals ergriffen auf die laufenden Bilder. Im Zimmer darüber starrt ein männliches Auge auf eine andere junge – wie man erfahren hat: lahme – Frau. In der glasigen Pupille des Beobachters spiegelt sich das Opfer eines Mordes. Arme ringen hilflos, während eine Etage tiefer der Projektor den Schlußtitel auf die Leinwand wirft: »The End«. Die ersten drei Minuten des Gothic-Dramas etablieren meisterlich (und wortlos) die Motive, die Robert Siodmak in den folgenden anderthalb Stunden virtuos durchspielen wird: Sehen als Lust und Bedrohung, (scheinbare) Schwäche und (vermeintliche) Stärke, beschädigte Körper und invalide Seelen. Helen (Dorothy McGuire), die gedankenverlorene Zuschauerin der Filmvorführung, wegen ihres Defekts das potentielle nächste Ziel eines um Perfektion ringenden Serienkillers, lebt als Gesellschafterin einer spleenigen, bettlägerigen Alten (Ethel Barrymore) in einem architektonisch verwinkelten, menschlich ramponierten, abseits gelegenen Familiensitz – der nach und nach vereinsamt, bis sich der umnachtete Täter und das Objekt seines Wahns Auge in Auge gegenüberstehen. Schauerromantisches Halbdunkel, flackerndes Licht, unersättliche Schatten (Kamera: Nicholas Musuraca) und eine in die Tiefen der Angst hinabführende Wendeltreppe versinnbildlichen eine Heimsuchung, die sich letzten Endes als heilsamer Schock erweist: »It’s I … Helen.« The End.
R Robert Siodmak B Mel Dinelli V Ethel Lina White K Nicholas Musuraca M Roy Webb A Albert S. D’Agostino, Jack Okey S Harry Gerstad, Harry Marker P Dore Schary D Dorothy McGuire, George Brent, Ethel Barrymore, Kent Smith, Elsa Lanchester | USA | 83 min | 1:1,37 | sw | 24. Dezember 1945
»Anything can happen in the dark.« Ein Neuengland-Städtchen um die Jahrhundertwende. Improvisiertes Kino im Erdgeschoß eines Hotels: »Motion pictures – the wonder of the age«. Eine junge – wie man erfahren wird: stumme – Frau starrt aus dem Dunkel des Saals ergriffen auf die laufenden Bilder. Im Zimmer darüber starrt ein männliches Auge auf eine andere junge – wie man erfahren hat: lahme – Frau. In der glasigen Pupille des Beobachters spiegelt sich das Opfer eines Mordes. Arme ringen hilflos, während eine Etage tiefer der Projektor den Schlußtitel auf die Leinwand wirft: »The End«. Die ersten drei Minuten des Gothic-Dramas etablieren meisterlich (und wortlos) die Motive, die Robert Siodmak in den folgenden anderthalb Stunden virtuos durchspielen wird: Sehen als Lust und Bedrohung, (scheinbare) Schwäche und (vermeintliche) Stärke, beschädigte Körper und invalide Seelen. Helen (Dorothy McGuire), die gedankenverlorene Zuschauerin der Filmvorführung, wegen ihres Defekts das potentielle nächste Ziel eines um Perfektion ringenden Serienkillers, lebt als Gesellschafterin einer spleenigen, bettlägerigen Alten (Ethel Barrymore) in einem architektonisch verwinkelten, menschlich ramponierten, abseits gelegenen Familiensitz – der nach und nach vereinsamt, bis sich der umnachtete Täter und das Objekt seines Wahns Auge in Auge gegenüberstehen. Schauerromantisches Halbdunkel, flackerndes Licht, unersättliche Schatten (Kamera: Nicholas Musuraca) und eine in die Tiefen der Angst hinabführende Wendeltreppe versinnbildlichen eine Heimsuchung, die sich letzten Endes als heilsamer Schock erweist: »It’s I … Helen.« The End.
R Robert Siodmak B Mel Dinelli V Ethel Lina White K Nicholas Musuraca M Roy Webb A Albert S. D’Agostino, Jack Okey S Harry Gerstad, Harry Marker P Dore Schary D Dorothy McGuire, George Brent, Ethel Barrymore, Kent Smith, Elsa Lanchester | USA | 83 min | 1:1,37 | sw | 24. Dezember 1945
Labels:
Drama,
Familie,
Herrenhaus,
Jahrhundertwende,
Krankheit,
Mord,
Noir,
Robert Siodmak,
Serienmörder,
Thriller
27.11.45
My Name is Julia Ross (Joseph H. Lewis, 1945)
Mein Name ist Julia Ross
»Please, listen to me!« Nach längerer Erwerbslosigkeit ist Julia Ross (Nina Foch) glücklich, eine Stellung als Sekretärin bei einer reizenden älteren Dame (Dame May Witty – die altjüngferliche Geheimagentin aus Alfred Hitchcocks »The Lady Vanishes«) zu finden, und akzeptiert dankbar die Bedingung, umgehend in das Londoner Haus ihrer neuen Arbeitgeberin zu ziehen. Doch am folgenden Morgen findet sie sich in einer einsamen Villa an der Küste Cornwalls wieder, als Gefangene eben jener reizenden älteren Dame und ihres latent aggressiven Sohnes, vor Nachbarn und Dienerschaft als dessen verrückte Ehefrau ausgegeben ... Die B-Variation des in den 1940er Jahren beliebten »paranoid woman’s film« (à la »Rebecca« und »Gaslight«), ein kleiner, feiner gothic thriller, ein elegantes Schauerstück über Persönlichkeitsverlust und (beinahe) tödliche Einsamkeit: Julias Fluchtversuche bleiben ebenso erfolglos wie ihre verzweifelten Anstrengungen, mögliche Helfer von ihrer wahren Identität zu überzeugen. Immer enger zieht sich das Netz der Intrige, immer wieder schließt Regisseur Joseph H. Lewis vor der Protagonistin Türen und Tore, vergittert Ausblicke und Auswege, zeigt lächelnde Niedertracht oder verderbliches Mitleid in den Mienen ihrer Mitmenschen, und noch das Streifenmuster ihres Kleides scheint den Kerker zu symbolisieren, aus dem die bedrohte Heldin erst in letzter Minuten (und nicht ohne männliche Hilfe) entkommen kann.
R Joseph H. Lewis B Muriel Roy Bolton V Anthony Gilbert K Burnett Guffey M M. R. Bakaleinikoff A Jerome Pycha S Henry Batista P Wallace Macdonald D Nina Foch, Dame May Witty, George Macready, Roland Varno, Anita Bolster | USA | 65 min | 1:1,37 | sw | 27. November 1945
# 1082 | 5. Dezember 2017
»Please, listen to me!« Nach längerer Erwerbslosigkeit ist Julia Ross (Nina Foch) glücklich, eine Stellung als Sekretärin bei einer reizenden älteren Dame (Dame May Witty – die altjüngferliche Geheimagentin aus Alfred Hitchcocks »The Lady Vanishes«) zu finden, und akzeptiert dankbar die Bedingung, umgehend in das Londoner Haus ihrer neuen Arbeitgeberin zu ziehen. Doch am folgenden Morgen findet sie sich in einer einsamen Villa an der Küste Cornwalls wieder, als Gefangene eben jener reizenden älteren Dame und ihres latent aggressiven Sohnes, vor Nachbarn und Dienerschaft als dessen verrückte Ehefrau ausgegeben ... Die B-Variation des in den 1940er Jahren beliebten »paranoid woman’s film« (à la »Rebecca« und »Gaslight«), ein kleiner, feiner gothic thriller, ein elegantes Schauerstück über Persönlichkeitsverlust und (beinahe) tödliche Einsamkeit: Julias Fluchtversuche bleiben ebenso erfolglos wie ihre verzweifelten Anstrengungen, mögliche Helfer von ihrer wahren Identität zu überzeugen. Immer enger zieht sich das Netz der Intrige, immer wieder schließt Regisseur Joseph H. Lewis vor der Protagonistin Türen und Tore, vergittert Ausblicke und Auswege, zeigt lächelnde Niedertracht oder verderbliches Mitleid in den Mienen ihrer Mitmenschen, und noch das Streifenmuster ihres Kleides scheint den Kerker zu symbolisieren, aus dem die bedrohte Heldin erst in letzter Minuten (und nicht ohne männliche Hilfe) entkommen kann.
R Joseph H. Lewis B Muriel Roy Bolton V Anthony Gilbert K Burnett Guffey M M. R. Bakaleinikoff A Jerome Pycha S Henry Batista P Wallace Macdonald D Nina Foch, Dame May Witty, George Macready, Roland Varno, Anita Bolster | USA | 65 min | 1:1,37 | sw | 27. November 1945
# 1082 | 5. Dezember 2017
Labels:
Cornwall,
Entführung,
Herrenhaus,
Joseph H. Lewis,
Krimi,
London,
Noir,
Paranoia,
Thriller
26.11.45
Brief Encounter (David Lean, 1945)
Begegnung
»I want to remember every minute, always, always to the end of my days.« Eine glücklich verheiratete Frau (energisch-verletzlich: Celia Johnson) trifft im Erfrischungsraum eines Kleinstadtbahnhofs einen anderen Mann (markant-durchschnittlich: Trevor Howard) – und plötzlich ist ihr Leben heller und dunkler zugleich. David Leans ebenso banale wie existenzielle Liebesgeschichte kommt ohne jede emotionale Scharfmacherei aus; interessanterweise ist es gerade das Understatement von »Brief Encounter«, das die Euphorie und die Entscheidungsnot der Liebenden ganz dicht an den Zuschauer heranträgt und aus einer Provinz-Romanze der Zwischenkriegszeit eine zeitlos gültige Erzählung macht. Alles an diesem Film ist geradezu aufreizend konventionell: die Gesichter und die Orte, die Charaktere und die Dialoge. Die Liebe rauscht wie ein Expreßzug durch die friedlich-verschlafene Normalität, es faucht und qualmt und donnert für ein paar unvergeßliche Augenblicke, und dann ist es auch schon wieder vorbei … Zurück bleiben die Ahnung, daß alles ganz anders sein könnte, und die Gewißheit, daß alles so bleibt, wie es immer schon war. »This can’t last. This misery can’t last. I must remember that and try to control myself. Nothing lasts really. Neither happiness nor despair. Not even life lasts very long.« Neben Leans meisterhaft-sensibler Regie bestechen das glaubwürdige Szenarium (Noël Coward), die malerische Kamera (Robert Krasker) und die plastisch gestalteten Nebenrollen (etwa Stanley Holloway als verliebter Stationsvorsteher und Joyce Carey als reservierte Buffetiere). Ein Meisterwerk des melancholischen Realismus.
R David Lean B Noël Coward, David Lean, Ronald Neame, Anthony Havelock-Allan V Noël Coward K Robert Krasker M diverse A Lawrence P. Williams S Jack Harris P Noël Coward D Celia Johnson, Trevor Howard, Stanley Holloway, Joyce Carey, Cyril Raymond | UK | 86 min | 1:1,37 | sw | 26. November 1945
R David Lean B Noël Coward, David Lean, Ronald Neame, Anthony Havelock-Allan V Noël Coward K Robert Krasker M diverse A Lawrence P. Williams S Jack Harris P Noël Coward D Celia Johnson, Trevor Howard, Stanley Holloway, Joyce Carey, Cyril Raymond | UK | 86 min | 1:1,37 | sw | 26. November 1945
20.11.45
Yolanda and the Thief (Vincente Minnelli, 1945)
Yolanda und der Dieb
Ein bonbonbuntes Wolkenkuckucksheim, ein filmisches Schaumbad in Eskapismus und Kulissenbarock, eine subtropische Fieberfantasie aus dem imaginären lateinamerikanischen Staat Patria: Am Tag ihrer Volljährigkeit wird Yolanda Aquavita (Lucille Bremer) aus der Klosterschule in die Welt entlassen. Die lebensfremde Erbin eines riesigen Vermögens, sehnt sich, eingeschüchtert von den Obliegenheiten einer zigfachen Millionärin, nach der liebevollen Fürsorge ihres himmlischen Schutzengels – eine Rolle, in die der charmante Hochstapler Johnny Riggs (Fred Astaire) nur allzu gerne hineinschlüpft: »You have trouble about money. I shall relieve you of it … the trouble, I mean.« Vincente Minnellis maßlos-synthetisches Musical, ein Paradebeispiel für den More-is-more-Furor der MGM-Traumwäscherei, benutzt das dürre Handlungsgerippe lediglich als Vorwand für das Abfeiern luxuriös-pseudokaribischer Trugbilder in extraordinären Dekorationen. Rauschhafte Höhepunkte der geistesabwesenden Fabel sind zwei überlange Shownummern, eine surreale (Angst-)Traumsequenz und ein opulenter Karneval, irre Kumulationen von Lamas und Sombreros, Tänzern und Komparsen, Schleiern und Konfetti, eingefangen von Charles Roshers beschwipst kurvender Kamera. Das unabwendbar harmonische Finale sieht den falschen Engel märchenhaft geläutert von der engelhaften Einfalt seiner gutbetuchten Beute: »This is a day for love, / this is a day for song. / And all together we will merrily walk along.«
R Vincente Minnelli B Irving Brecher, Jacques Théry, Ludwig Bemelmans K Charles Rosher M Lennie Hayton A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith S George White P Arthur Freed D Fred Astaire, Lucille Bremer, Frank Morgan, Mildred Natwick, Leon Ames | USA | 108 min | 1:1,37 | f | 20. November 1945
# 943 | 10. Februar 2015
Ein bonbonbuntes Wolkenkuckucksheim, ein filmisches Schaumbad in Eskapismus und Kulissenbarock, eine subtropische Fieberfantasie aus dem imaginären lateinamerikanischen Staat Patria: Am Tag ihrer Volljährigkeit wird Yolanda Aquavita (Lucille Bremer) aus der Klosterschule in die Welt entlassen. Die lebensfremde Erbin eines riesigen Vermögens, sehnt sich, eingeschüchtert von den Obliegenheiten einer zigfachen Millionärin, nach der liebevollen Fürsorge ihres himmlischen Schutzengels – eine Rolle, in die der charmante Hochstapler Johnny Riggs (Fred Astaire) nur allzu gerne hineinschlüpft: »You have trouble about money. I shall relieve you of it … the trouble, I mean.« Vincente Minnellis maßlos-synthetisches Musical, ein Paradebeispiel für den More-is-more-Furor der MGM-Traumwäscherei, benutzt das dürre Handlungsgerippe lediglich als Vorwand für das Abfeiern luxuriös-pseudokaribischer Trugbilder in extraordinären Dekorationen. Rauschhafte Höhepunkte der geistesabwesenden Fabel sind zwei überlange Shownummern, eine surreale (Angst-)Traumsequenz und ein opulenter Karneval, irre Kumulationen von Lamas und Sombreros, Tänzern und Komparsen, Schleiern und Konfetti, eingefangen von Charles Roshers beschwipst kurvender Kamera. Das unabwendbar harmonische Finale sieht den falschen Engel märchenhaft geläutert von der engelhaften Einfalt seiner gutbetuchten Beute: »This is a day for love, / this is a day for song. / And all together we will merrily walk along.«
R Vincente Minnelli B Irving Brecher, Jacques Théry, Ludwig Bemelmans K Charles Rosher M Lennie Hayton A Cedric Gibbons, Jack Martin Smith S George White P Arthur Freed D Fred Astaire, Lucille Bremer, Frank Morgan, Mildred Natwick, Leon Ames | USA | 108 min | 1:1,37 | f | 20. November 1945
# 943 | 10. Februar 2015
Labels:
Astaire,
Diebstahl,
Engel,
Geld,
Komödie,
Musical,
Patria,
Romanze,
Südamerika,
Vincente Minnelli
Abonnieren
Posts (Atom)