Der große Coup
»What’s bothering you?« – »I don’t know. Something smells bad.« Charley Varrick (einsilbig-beherrscht: Walter Matthau), einstmals Kunstflieger, inzwischen nicht sonderlich erfolgreich als selbständiger Sprühflugzeug-Pilot tätig, überfällt, um die klamme Kasse aufzubessern, mit Gattin Nadine und zwei weiteren Komplizen ein Provinzbankhaus in New Mexico. Das Unternehmen läuft aus dem Ruder: die Ehefrau und einer der Helfershelfer kommen ums Leben, Charley und sein Mittäter Harman Sullivan (fickrig-beschränkt: Andrew Robinson) haben unversehens eine dreiviertel Million Dollar erbeutet: Mafia-Schwarzgeld (»gambling money, whore money, dope money«), dessen Verlust die reizbaren Besitzer keinesfalls in Kauf zu nehmen gedenken. »All I wanted was a small take, in and out quick, no big deal«, sagt Varrick, stattdessen klebt ihm (und dem jungen Harman) nun ein beinharter Auftragskiller (Joe Don Baker als »Molly«) an den Hacken … Mit phänomenologischem Interesse (und nicht ohne sarkastischen Humor) verfolgt Don Siegel die Anstrengungen seines Protagonisten, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen; der lakonische Professionalismus (»You called it, kid.«) und die schier herzzerreißende Unsentimentalität (»Goodbye, Nadine.«), mit der Charley Varrick (»the last of the independents«) zu Werke geht, entsprechen dabei in vollkommener Weise der künstlerischen Haltung des Regisseurs.
R Don Siegel B Howard Rodman, Dean Riesner V John Reese K Michael Butler M Lalo Schifrin A Fernando Carrere S Frank Morriss P Don Siegel D Walter Matthau, Joe Don Baker, John Vernon, Andrew Robinson, Felicia Farr, Sheree North | USA | 111 min | 1:1,85 | f | 19. September 1973
# 1000 | 10. Mai 2016
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19.6.68
The Thomas Crown Affair (Norman Jewison, 1968)
Thomas Crown ist nicht zu fassen
»Do you play?« – »Try me.« Was will einer, der schon alles hat? Er will mehr. Der Bostoner Geschäftsmann Thomas Crown (easygoing: Steve McQueen) hat Geld, Frauen, Autos. Er will Abenteuer, Spaß, Nervenkitzel. Aus Daffke organisiert Crown einen eleganten Banküberfall, den er von anonym angeworbenen Profis ausführen läßt. Der Coup glückt. Die Polizei findet weder Spuren der Täter noch Hinweise auf den Verbleib der Beute. Schließlich erhält die freischaffende Ermittlerin Vicki Anderson (cool: Faye Dunaway) von der Versicherung den Auftrag, das gestohlene Geld wiederzubeschaffen. Norman Jewison entwickelt aus dieser Paar-Konstellation ein stylisches Katz-und-Maus-Spiel, ein erotisch aufgeladenes Duell zwischen zwei cleveren Zockern, die sich allemal das Wasser (oder den Champagner) reichen können. Von Haskell Wexler glamourealistisch fotografiert, von Pablo Ferro immer wieder in kunstvoll gestaltete Split-Screen-Sequenzen zerlegt, von Michel Legrand mit einem jazzig-betörenden Soundtrack veredelt, bezieht die Heist-Romanze ihren Reiz weniger aus überraschenden Storywendungen als aus ihrer formalen Geschliffenheit und dem Magnetismus zwischen den beiden Protagonisten. »And the world is like an apple whirling silently in space / Like the circles that you find in the windmills of your mind.«
R Norman Jewison B Alan Trustman K Haskell Wexler M Michel Legrand A Robert Boyle S Hal Ashby P Norman Jewison D Steve McQueen, Faye Dunaway, Paul Burke, Jack Weston, Yaphet Kotto | USA | 102 min | 1:1,85 | f | 19. Juni 1968
# 1094 | 29. Januar 2018
»Do you play?« – »Try me.« Was will einer, der schon alles hat? Er will mehr. Der Bostoner Geschäftsmann Thomas Crown (easygoing: Steve McQueen) hat Geld, Frauen, Autos. Er will Abenteuer, Spaß, Nervenkitzel. Aus Daffke organisiert Crown einen eleganten Banküberfall, den er von anonym angeworbenen Profis ausführen läßt. Der Coup glückt. Die Polizei findet weder Spuren der Täter noch Hinweise auf den Verbleib der Beute. Schließlich erhält die freischaffende Ermittlerin Vicki Anderson (cool: Faye Dunaway) von der Versicherung den Auftrag, das gestohlene Geld wiederzubeschaffen. Norman Jewison entwickelt aus dieser Paar-Konstellation ein stylisches Katz-und-Maus-Spiel, ein erotisch aufgeladenes Duell zwischen zwei cleveren Zockern, die sich allemal das Wasser (oder den Champagner) reichen können. Von Haskell Wexler glamourealistisch fotografiert, von Pablo Ferro immer wieder in kunstvoll gestaltete Split-Screen-Sequenzen zerlegt, von Michel Legrand mit einem jazzig-betörenden Soundtrack veredelt, bezieht die Heist-Romanze ihren Reiz weniger aus überraschenden Storywendungen als aus ihrer formalen Geschliffenheit und dem Magnetismus zwischen den beiden Protagonisten. »And the world is like an apple whirling silently in space / Like the circles that you find in the windmills of your mind.«
R Norman Jewison B Alan Trustman K Haskell Wexler M Michel Legrand A Robert Boyle S Hal Ashby P Norman Jewison D Steve McQueen, Faye Dunaway, Paul Burke, Jack Weston, Yaphet Kotto | USA | 102 min | 1:1,85 | f | 19. Juni 1968
# 1094 | 29. Januar 2018
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