6.2.47

The Brasher Doubloon (John Brahm, 1947)

»How I hate to find a stiff.« Philip Marlowe wird nach Pasadena in das Haus der reichen Witwe Murdock gerufen und beauftragt, eine gestohlene Goldmünze wiederzubeschaffen. Die Suche nach der ›Brasher Doubloon‹, einem ebenso seltenen wie wertvollen Stück aus der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, das seinen zahlreichen Besitzern nichts anderes als Unglück brachte, konfrontiert den hartgesottenen Privatdetektiv, wie auch in anderen Raymond-Chandler-Erzählungen, mit einer Vielzahl zwielichtiger Existenzen, deren Handlungsmotive bis zur Auflösung der verwickelten Intrige weitgehend im Dunkeln liegen ... George Montgomery spielt den Protagonisten mit (ziemlich unpassendem) Menjoubärtchen und der (nicht unsympathischen) ironischen Lässigkeit eines Taschenspielers, der die Schwächen seiner Mitmenschen kennt und ertragreich auszunutzen weiß. John Brahm inszeniert die leichenreiche Familiensache um Schulden, Erpressung und Mord routiniert, jedoch ohne das visuelle und psychologische Furore seiner period noirs »The Lodger« und »Hangover Square«. Für schauspielerische Glanzpunkte sorgt immerhin Florence Bates als herrische alte Dame, die es mühelos mit der abgefeimtesten Hitchcock-Matrone aufnehmen könnte.

R John Brahm B Dorothy Hannah (= Dorothy Bennett), Leonard Praskins V Raymond Chandler K Lloyd Ahern M David Buttolph A James Basevi, Richard Irvine S Harry Reynolds P Robert Bassler D George Motgomery, Nacy Guild, Florence Bates, Conrad Janis, Fritz Kortner | USA | 72 min | 1:1,37 | sw | 6. Februar 1947

# 1088 | 5. Dezember 2017

Keine Kommentare:

Kommentar posten