6.5.65

Schüsse aus dem Geigenkasten (Fritz Umgelter, 1965)

Hier wird zunächst einmal, wie es sich für einen Heftchenfilm gehört, ein frohes Fest der Pulp-Namen gefeiert: Die Bösen heißen Christallo, Percy, Babe und Sniff, ihr Hintermann firmiert als Doktor Kilborne (≈ der geborene Killer), das Flittchen ist eine gewisse Kitty Springfield, der Chef der Guten nennt sich (ganz ohne Doppelbödigkeit) Mr. High. G-Man Jerry Cotton, der Heftchenheld (verkörpert von der gereiften Beefcake-Schönheit George Nader), jagt zu den Klängen eines flotten Party-Marschs eine Bande, die sich mit einiger Kaltschnäuzigkeit die hinterzogenen Steuergelder eines Musikproduzenten, den Goldschatz eines Eisenbahnräubers und den geheimen Hort eines exzentrischen Sammlers aneignet. Schauplatz der knallharten Auseinandersetzung, deren Ausgang so feststeht wie die Brisk-Frisur des bundesdeutschen FBI-Agenten, ist ein synthetisches Rückpro- und Stock-footage-New York, das hin und wieder (und nicht ohne Grund) verdächtig an Hamburg erinnert. Der harmlose Quatsch dauert neunzig, von Fritz ›So weit die Füße tragen‹ Umgelter mit fernsehhafter Routine inszenierte Heftchenminuten.

R Fritz Umgelter B Georg Hurdalek K Albert Benitz M Peter Thomas A Mathias Matthies, Ellen Schmidt S Klaus Dudenhöfer P Gyula Trebitsch, Heinz Willeg D George Nader, Heinz Weiss, Richard Münch, Hemlut Förnbacher, Hans E. Schons | BRD & F | 90 min | 1:1,66 | sw | 6. Mai 1965

# 972 | 3. Oktober 2015

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