26.4.67

Die blaue Hand (Alfred Vohrer, 1967)

Das Irrenhaus und der Familiensitz – zwei Horte des Wahnsinns. Alfred Vohrer macht zwischen den beiden Spielorten des Films sinnigerweise kaum einen Unterschied: hier Keller und Verliese, dort Geheimgänge und Gruften, überall Ratten und Gier, Schlangen und Mord. Passend zu den spiegelbildlichen Schauplätzen des Stücks: die Doppelrolle von Klaus Kinski. David und Richard sind Zwillingsbrüder – der eine angeblich geistesgestört, aber vollkommen klar im Kopf, der andere vermeintlich normal, aber was heißt das schon? Die Story kreist (wie in sämtlichen synthetisch-lebensnahen bundesdeutschen Horrorkomödien nach Edgar Wallace) um den Treibstoff allen Handelns: So verrückt, daß er (oder sie) den Wert des Geldes nicht mehr begriffe, ist niemand, nicht der hinterlistige Anwalt, nicht der undurchsichtige Butler, nicht der Psychiater mit dem Monokel, nicht die Lady im Ozelotmantel, schon gar nicht der anonyme Mann im Hintergrund, dessen eisige Stimme die lukrativen Verbrechen befiehlt.

R Alfred Vohrer B Axel Berg (= Herbert Reinecker) V Edgar Wallace K Ernst W. Kalinke M Martin Böttcher A Wilhelm Vorwerg, Walter Kutz S Jutta Hering P Horst Wendlandt D Klaus Kinski, Harald Leipnitz, Siegfried Schürenberg, Carl Lange, Ilse Steppat | BRD | 87 min | 1:1,66 | f | 26. April 1967

# 799 | 15. November 2013

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