1.7.60

The Amazing Transparent Man (Edgar G. Ulmer, 1960)

»Amazing« ist an diesem in jeder Beziehung billigen Sci-Fi-Thriller nicht besonders viel: Ein durchgeknallter Ex-Major träumt von der Aufstellung einer unsichtbaren Armee, zu welchem Behufe er einen genialen deutschen Wissenschaftler erpreßt, der schon zwangsweise den Nazis zu Willen sein mußte. Der fiese Schurke läßt zudem einen Meisterdieb aus dem Gefängnis befreien, damit dieser Nuklearmaterial »X-13« aus Staatsbesitz beschaffe, das zur weiteren Verbesserung der Unsichtbarkeitsmaschine erforderlich ist … Im Gegensatz zum back-to-back produzierten »Beyond the Time Barrier« gelingt es Edgar G. Ulmer nicht, dem hanebüchenen Stoff jenseits oberflächlichster Fortschrittskritik ein gewissen Maß von Größe (oder Größenwahn) einzuhauchen. Ein verschnarchtes texanisches Farmhaus als Zentrale des Bösen, ein klappriges Wellblechlaboratorium unterm Dach – beginnt hier die Weltherrschaft? Neben dem holprigen Erzählbogen des kurzen Films, den uninspirierten (Nutz-)Dialogen und den primitiven, allzu augenfälligen Effekten enttäuscht vor allem die weitgehend lustlose, statische Inszenierung; lediglich einige schwebende subjektive Einstellungen aus dem »Blickwinkel« des Unsichtbaren beweisen Ulmers außergewöhnliche Fähigkeit, buchstäblich mit Nichts visuelles Aufsehen zu erregen.

R Edgar G. Ulmer B Jack Lewis K Meredith M. Nicholson M Darrell Calker A Ernst Fegté S Jack Ruggiero P Lester D. Guthrie D Douglas Kennedy, Marguerite Chapman, James Griffith, Ivan Triesault, Red Morgan | USA | 60 min | 1:1,66 | sw | 1. Juli 1960

# 781 | 14. Oktober 2013 

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